Legio XXI Rapax

Aus Theoria Romana

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Die Legio XXI Rapax (die Räuberische oder die Reißende) wurde im Jahr 31 v. Chr. von Octavian aus älteren Einheiten und norditalienischen Rekruten aufgestellt. Ihr Legionszeichen war der Capricornus (Steinbock).

Ihr Einsatz erfolgte vermutlich im Kantabrischen Krieg in Hispania Tarraconensis (Spanien). Im Jahr 15 v. Chr. besetzte Drusus Raetia mit den Legionen XXI Rapax und XIII Gemina als Besatzungstruppen. Im Jahr 6 n. Chr. wurde unter Tiberius eine Heeresgruppe von zwölf Legionen mit Hilfstruppen aufgestellt um gegen Marbod, König der Markomannen ins Feld zu ziehen. Diese 12 Legionen entsprachen zur damaligen Zeit der Hälfte des römischen Militärpotentials. Nach Beginn des Feldzuges erfolgte im Jahr 6 n. Chr. ein Aufstand in Pannonien von gewaltigen Ausmaßen. Tiberius schloss daraufhin mit Marbod Frieden. Von 6 n. Chr. bis 9 n. Chr. schlug Tiberius die Aufstände in Pannonien und Illyrien unter Aufbietung von 15 Legionen unter größten Anstrengungen nieder. Die Legio XXI Rapax war an diesen Kämpfen erfolgreich beteiligt.

Nach der Niederlage von drei Legionen in der Varusschlacht wurde die Legio XXI Rapax als Ersatz nach Niedergermanien verlegt und zusammen mit der Legio V Alaudae im Doppellager Vetera (Xanten) stationiert.

Im Jahr 14 n. Chr. befand sich die Legion im Sommerlager in finibus Ubiorum (im Gebiet der Ubier) nahm an der Meuterei nach dem Tod des Augustus teil, in derem Verlauf die Legionen Germanicus zum Kaiser ausrufen wollten. Das Lager in Novaesium war das Sommerlager der Legion im Jahr 14 n. Chr. Nach Ende des Bataveraufstandes wurde die Legion im Jahr 70 n. Chr. in Vindonissa von der Legio XI Claudia abgelöst und nach Bonna (Bonn) verlegt. Hier baute die Legion die zerstörte Holz-Erde-Befestigung in neunjähriger Bauzeit in ein befestigtes Steinlager um. Wie man feststellen konnte, stammten die Steine für die Bauarbeiten aus Norroy in der Provinz Belgica (Nordostfrankreich).

Im Jahr 83 n. Chr. verlegte die Legion nach Mainz-Weisenau in Germania superior. Zwischen 83 n. Chr. und 85 n. Chr. kämpfte die Legion mit acht weiteren Legionen unter Kaiser Domitian in den Chattenkriegen im Vorland von Mogontiacum im Taunus und im Gießener Becken. Das Gebiet der Wetterau wurde dabei unterworfen. Dies gehörte zum Hauptbestandteil der Germanienpolitik Domitians (Neuordnung der Grenze). Danach sah man die Legion beim Ausbau der der Grenzbefestigungen des Taunus- und Wetteraulimes. Weiterhin beteiligte sich die Legion beim Bau der Thermen.

Die Legio XXI Rapax löste im Jahr 86 n. Chr. die Legio I Adiutrix in Mogontiacum (Mainz) ab. Gemeinsam mit der Legio XIV Gemina folgte sie im Jahr 89 n. Chr. dem fehlgeschlagenen Aufstand des Statthalters von Germania superoir Lucius Antonius Saturninus gegen Domitian. Nach 42 Tagen war der Aufstand allerdings schon wieder beendet worden durch Truppen des Statthalters der Provinz Germania inferior, Aulus Bucius Lallius Maximus, noch bevor Domitian mit starken Kräften anrücken konnte. Maximus verbrannte Saturninus Briefe um zu verhindern, dass andere hineingezogen würden. Jedoch ließ Domitian die meisten der Offiziere hinrichten. Angeblich hatte Saturninus die Germanen zu Hilfe gerufen, doch diese konnten nicht über den aufgetauten Rhein setzen.

Über das Ende der Legion sind keine hieb- und stichfesten Daten überliefert. Daher stehen verschiedene Endszenarien zur Verfügung.

Nachdem wieder Ruhe herrschte verlegte man die beiden Mainzer Legionen in den Donauraum. Die Legio XXI Rapax wurde dann angeblich im pannonischen Legionslager Brigetio stationiert. Dort soll sie im Jahr 92 n. Chr. durch Markomannen, Quaden und Jazygen vernichtet worden sein. Nach anderer Ansicht wurde die Legio XXI Rapax nach dem fehlgeschlagenen Saturninusaufstand aufgelöst.

siehe auch: Historische Einheiten

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