Legio VIII Augusta

Aus Theoria Romana

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Die Legio VIII Augusta gehörte zu den gallischen Legionen, die 59 v. Chr. durch Caesar ausgehoben wurden. Sie existierte über 400 Jahre und ihr Embelm war der Stier. Von 58 v. Chr. bis 49 v. Chr. nahm sie an den Gallischen Kriegen teil. 57 v. Chr. nahm die Legio VIII Augusta erfolgreich an der Schlacht am Fluss Sabis teil. 52 v. Chr. sah man die Legion bei der Eroberung Avaricums und bei der erfolglosen Belagerung Gergovias. Dort zeichnete sich die Legion durch erhebliche Verluste aus. 51 v. Chr. schlug die Legion im Verbund mit der VII., IX. und XI. Legion einen Aufstand der Bellovaker, Ambianer, Aulercer, Caleten, Veliocasser und Atrebaten unter der Führung des Correus nieder.

Als im Jahr 49 v. Chr. der Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius begann, überschritt die Legio VIII Augusta mit Caesar den Rubicon. Hier schlug sie erfolgreich die Schlachten von Corfinium und Brundisium. Im Frühjahr 48 v. Chr. hatte sie in der Schlacht von Dyrrhachium schwere Verluste. In der Schlacht von Pharsalos 48 v. Chr. kämpfte sie mit der ebenfalls stark reduzierten Legio IX Hispana und Marcus Antonius. Die Legion wurde dann nach Italien verlegt und dort aufgelöst. Große Teile der Veteranen dieser Legion begleiteten Caesar auf seinem Feldzug nach Ägypten und nahmen an der Schlacht von Thapsus 46 v. Chr. teil. 45 v. Chr. erhielten die Veteranen eine Landzuweisung in der Nähe von Capua.

Nach Caesars Tod 44 v. Chr. stellte der spätere Augustus die Legion aus ihren Veteranen und Neuzugängen wieder her, damit diese ihn in der Folgezeit beim Kampf um die Kontrolle über das Römische Imperium unterstützte. 43 v. Chr. kämpfte die Legion gegen Marcus Antonius in der Schlacht von Mutina (Modena). Für kurze Zeit führte die Legion den Beinamen Mutinensis. Während des Zweiten Triumvirats wurde sie 42 v. Chr. gegen die Caesarenmörder Brutus und Cassius in der Schlacht bei Philippi zum Einsatz gebracht. Dann verlegte Octavian die Legion wieder nach Italien und setzte sie im Winter 41/40 v. Chr. im Perusinischen Krieg gegen Marcus Antonius Bruder Lucius Antonius bei der Belagerung von Perugia ein. Die Legion nahm auch an den Kämpfen gegen Sextus Pompeius, der Sizilien besetzt hatte, und schließlich wiederum gegen Marcus Antonius in der Seeschlacht von Actium 31 v. Chr. teil.

Um 31 v. Chr. wurde die Legion zunächst nach Tunesien verlegt. Teile der Legion beteiligten sich am Kantabrischen Krieg von 29 bis 19 v. Chr. Danach verlegte man die Legion auf dem Balkan, wo sie mit dem Beinamen Augusta genannt wurde. Seit 9 v. Chr. war die Lgeio VIII Augusta in Poetovio (Ptuj-Pettau/Slowenien) stationiert und überwachte die nach Rom führende Bernsteinstraße. Vexillationen sind schriftlich am Magdalensberg, in Virunum (Zollfeld bei Klagenfurt/Österreich) und Aquileia (Italien) belegt.

Unter Tiberius gehörte die Legio VIII Augusta 6 n. Chr. zu den Streitkräften, die gegen Marbod den Markomannenkönig operieren sollten. Die Streitkräfte, die Tiberius zur Verfügung standen, stellten die Hälfte des gesamten Militärpotentials der Römer zu der Zeit dar. Kurz nach Beginn des Feldzugs im Frühjahr brach Tiberius ihn wieder ab, als er die Nachricht vom Pannonischen Aufstand erhielt. Allerdings schloss Tiberius noch einen Freundschaftsvertrag mit Marbod, um sich vollkommen auf die schwere Aufgabe in Pannonien zu konzentrieren.

Nach dem Tod Augustus kam es im Sommer 14 n. Chr. im gemeinsamen Sommerlager der drei pannonischen Legionen, Legio IX Hispana, Legio XV Apollinaris und Legio VIII Augusta, zu Unruhen. Drusus der Jüngere konnte die Lage aber rasch und ohne größere Komplikationen beruhigen, worauf die Legionen in ihre getrennten Winterlager abrückten. Im Jahr 17 n. Chr. brach eine Rebellion in der römischen Provinz Africa aus und es wurde ein Krieg gegen die aufständischen numidischen und mauretanischen Stämme unter Tacfarinas geführt. 20 n. Chr. verlegte man die Lgeio IX Hispana und eine Vexillation der Legio VIII Augusta als Verstärkung der Legio III Augusta nach Africa. Die Rebellion wurde erst im Jahr 24 n. Chr. vom Statthalter Quintus Iunius Blaesus beendet.

Aulus Plautius, Statthalter der Provinz Pannonia, wurde 42 n. Chr. mit der Eroberung Britanniens durch Kaiser Claudius beauftragt. 43 n. Chr. landete das römische Invasionsheer mit vier Legionen (Legio II Augusta, Legio IX Hispana, Legio XIV Gemina und Legio XX Valeria Victrix) an und eroberte Teile Britanniens. Im Gegensatz zur älteren Forschung wird heute angenommen, dass Aulus Plautius auch von Detachements der pannonischen Legio VIII Augusta begleitet wurde.

Im Jahr 44 n. Chr. wurde die Legio VIII Augusta in Poetovio durch die Legio XIII Gemina abgelöst und nach Novae in Moesia (Stalken bei Swischtow/Bulgarien) verlegt. Zwischen 45 und 49 n. Chr. war die Legion am Krieg gegen Mithridates II, den König des Regnum Bospori auf der Krim, beteiligt und nahm im Jahr 46 n. Chr. an der Eroberung Thrakiens teil. Von Nero erhielt die Legion nach Kämpfen gegen die Sarmaten und Daker den Beinamen bis Augusta (die zweifach Erhabene).

Nach dem Selbstmord Neros unterstützte die Legion im Vierkaiserjahr 69 n. Chr. zunächst Otho, schloss sich aber nach dessen Tod Vespasian an, auf dessen Seite sie am 24./25. Oktober 69 n. Chr. Vitellius in der Zweiten Schlacht von Bedriacum besiegte. 70 n. Chr. wurde die Legion an den Rhein verlegt und war an der Niederschlagung des Bataveraufstands durch Cerialis beteiligt. Danach wurde die Legion in Mirebeau-sur-Bèze bei Djion (Frankreich) stationiert und ab den achtziger Jahren für etwa drei Jahrhunderte nach Argentoratum (Straßburg) verlegt, um die Reichsgrenze von Raetia bis zum unteren Neckar zu sichern.

Domitian zog im Jahr 83 n. Chr. mit den Legionen I Adiutrix, XIV Gemina, XXI Rapax, VIII Augusta, XI Claudia und Vexillationen der II Augusta, IX Hispana und XX Valeria Victrix gegen die Chatten, die im Vorland von Mogontiacum (Mainz) siedelten. Es ging vermutlich um eine Schwächung der Chatten als letztem größeren Unruheherd in Rheinnähe. Er stieß weit ins Kernland der Chatten, das heutige Hessen, vor. Mit weiteren Feldzügen gelang den Römern im Jahre 85 n. Chr. die Unterwerfung des Gebietes der Wetterau, was ein Bestandteil der Germanenpolitik Domitians (Neuordnung der Grenze) war. In der Folge entstanden die Grenzbefestigungen des Taunus und Wetteraulimes. Domitian nahm den Siegerbeinamen Germanicus an und bildete aus den Bereichen des ober- und niedergermanischen Heeres mit propagandistischem Aufwand zwei reguläre Provinzen.

Unter Hadrian wurde eine je 1.000 Mann starke Vexillation der Legio VII Gemina, Legio VIII Augusta und der Legio XXII Primigenia zum Bau des Hadrianswall nach Britannien verlegt. Unter Marcus Aurelius kam eine Vexillation nach Dalmatien, doch blieb Argentoratum das Hauptlager. Die Legio VIII Augusta vernichtete um 186 n. Chr. im Bellum Desertorum (Krieg der Fahnenflüchtigen) die Bande des Räubers Maternus, der sich zahlreiche Deserteure angeschlossen hatten. Kaiser Commodus verlieh der Legion daraufhin den Ehrentitel Pia Fidelis Constans Commoda (ergeben, treu, standhaft und nützlich).

Im Zweiten Vierkaiserjahr 193 n. Chr. schloss sich die Legion Septimius Severus an. Dieser setzte sie 195 n. Chr. im Partherkrieg ein. Eine Vexillation kämpfte 196/197 n. Chr. gegen den Usurpator Clodius Albinus. Nach 197 n. Chr. blieb eine Vexillation aus Legionären der XXX Ulpia Victrix, I Minerva, VIII Augusta und XXII Primigenia in Lugdunum, der Hauptstadt der drei gallischen Provinzen, stationiert. In den Jahren 197 bis 198 n. Chr. führte Claudius Gallus als Praepositus Vexillariorum eine Vexillation der vier germanischen Legionen im zweiten severischen Partherkrieg. Caius Iulius Septimius Castinus, der Legat der Legio I Minerva und späterer Statthalter in Pannonia inferior 208 bis 211 n. Chr. und Dacia 214 bis 217 n. Chr., führte als Dux um 207 bis 208 n. Chr. eine Vexillation der vier germanischen Legionen VIII Augusta, XXII Primigenia, I Minervia und XXX Ulpia Victrix gegen Aufrührer und Rebellen in Gallien und Hispanien. 213 n. Chr. unternahm Caracalla mit der Legion VIII Augusta, Legio III Italica und Legio XXII Primigenia einen Feldzug gegen die Alamannen. Caracalla verlieh der Legion den Beinamen Antoiniana. Als Severus Alexander im Jahr 233 die Legio VIII Augusta bei seinem Feldzug gegen die Sassaniden im Zweistromland einsetzte, war die Grenze zum freien Germanien dadurch zu schwach gesichert, sodass die Alemannen bis zum Ende des Jahrhunderts fortlaufend Plünderungszüge bis weit in das Imperium unternahmen.

Die Legion war an der Befriedung Germaniens durch Maximinus Thrax beteiligt. Philippus Arabs setzte die Legion bei seinem Feldzug gegen die Sassaniden ein. Als das Dekumatland zwischen 250 und 260 n. Chr. von den Römern geräumt wurde, blieb die Legio VIII Augusta am Rhein. Im Bürgerkrieg zwischen Gallienus und Postumus unterstützte die Legion Gallienus und erhielt ehrende Beinamen wie V, VI, VII Pia Fidelis (fünf-, sechs-, siebenmal treu und ergeben).

Unter Maximianus wurden Teile der Legion in Mauretania eingesetzt. Im Zuge der Neuordnung der Provinzen durch Diokletian wurde die Legion im Jahr 297 n. Chr. als Limitanei (Grenzheer) dem Dux der Germania Prima zugeordnet. Spätestens unter Kostantin I. wurde eine 1000 Mann zählende Abteilung als Comitatenses (Feldheer) aus der Legion herausgelöst.

Im 4. Jahrhundert waren Teile der Legion und der Legio II Italica im rechtsrheinischen Divitia (Kastell Deutz bei Köln) in Germania Secunda stationiert. Das Hauptlager der Octavani (= Legio VIII Augusta Pia Fidelis Constans), verstärkt durch die Legion XII Victrix, war immer noch in Argentoratum (Straßburg). Etwa 400 n. Chr. wurde die Legion von Stilicho vom Rhein abgezogen und dem italischen Kommando des Magister Peditum unterstellt, um Italien gegen die Westgoten zu schützen. Um 420 sind die Octavani unter dem Magister Peditum per Italiam belegt; möglicherweise die alte legio comitatensis LEG VIII Augusta, welche zur Legio Palatina aufgewertet wurde.

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