Legio II Augusta

Aus Theoria Romana

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Im Jahre 43 v.Chr. wurde die Legio II Augusta (die Erhabene) als eine der 28 ursprünglichen augusteiischen Legionen vermutlich vom Konsul Caius Vibius Pansa und Octavian, dem späteren Augustus ausgehoben. Ihr Emblem war der Steinbock, Pegasus (seit dem Einsatz in Britannien) und Mars. Ab dem 3. Jahrhundert n.Chr. war nur noch der Steinbock das alleinige Wappentier. Anfänglich hieß die Legio II Sabina herrührend von ihrem Hauptrekrutierungsgebiet, dem Sabinerland. In der Schlacht von Forum Gallorum, am 14. oder 15.4. 43 v.Chr. musste die Legion hohe Verluste hinnehmen. Weiterhin nahm die Legio II Sabina 42 v. Chr. an der Schlacht von Philippi teil in der sie unter Octavian und Marcus Antonius gegen die Mörder Caesars eingesetzt wurde. Im Jahre 41 n.Chr. sah man die Legion bei der Belagerung von Perusia. Danach wurde die Legion vermutlich aufgelöst. In den Jahren 35 und 30 v.Chr. wurden Veteranen der Legio II Sabina in der Provinz Narbonensis in Arausio (Orange) angesiedelt.

Gegen Ende des Bürgerkrieges stellte Augustus die Legion wieder in Dienst mit ihrer endgültigen Bezeichnung Legio II Augusta. Die Legion wurde in der Provinz Hispania Tarraconensis stationiert und nahm in dieser Zeit am Kantabrischen Krieg teil. Zeitgleich bauten die Legio II Augusta und Legio I Germanica die Colonia Iulia Gemellensis Acci auf. Veteranen der Legion wurden in Cartennae und Barcelona angesiedelt. Die Legion blieb dann als Besatzungstruppe in Spanien.

Mit der Niederlage des Varus 9 n.Chr. veränderte sich für die Legio II Augusta die Situation komplett. Im Rahmen der Umstrukturierung der Rheinarmee verlegte man die Legion von Hispania ulterior nach Mogontiacum, dem heutigen Mainz. In den Jahren 14-15. n.Chr. nahm die Legio II Augusta an den Feldzügen des Germanicus und Tiberius teil. Die Legion wurde nach den Feldzügen in Argentorate (Straßburg) stationiert. Im Jahr 21 n.Chr. revoltierten die Stämme der Treverer und Haeduer unter Iulius Florus und Iulius Sacrovir in Gallien und die Legio II Augusta wurde zur Niederschlagung der Rebellion heran gezogen. Davon kündet ein Triumphbogen in Orange.

Kaiser Claudius beauftragte 42 n.Chr. den Statthalter der Provinz Pannonien, Aulus Plautius, mit der Eroberung Britanniens. 43 n.Chr. landete das römische Invasionsheer, bestehend aus der Legio II Augusta, Legio IX Hispania, Legio XIV Gemina und Legio XX Valeria Victrix und eroberte Britannien in mehreren Feldzügen. Die Legio II Augusta stand dabei unter dem Befehl des Legaten und späteren Kaisers Vespasian und wurde im südöstlichen Britannien erfolgreich gegen die Stämme der Durotriger und Dumnonier eingesetzt. Nach Beendigung der Hauptkämpfe wurde Aulus Plautius erster Statthalter der Provinz.

Die Legion verblieb dann als Besatzungstruppe in Britannien und errichtete in Calleva Atrebatum (Silchester) ein befestigtes Lager, 49 n.Chr. wechselte siech nach Durnovaria (Dorchester). Das erste feste Legionslager wurde 55 n.Chr. in Isca Dumnoniorum (Exeter) durch Legio II Augusta erbaut. Im Jahr 74 n.Chr. wurde dann in Gloucester ein neues festes Lager eingerichtet.

Nachdem Kaiser Claudius als Britannicus gefeiert wurde verschwand das Interesse sehr schnell an der neuen Provinz. Das Leben war hart für die römischen Truppen denn stetig erfolgten irgendwo Kämpfe und Aufstände. Die Provinz war alles andere als befriedet und Rom musste eine große Anzahl an wertvollen Kampftruppen in Britannien unterhalten. So erfolgte in den Jahren 60. bis 61 n.Chr. der berühmte Boudicca-Aufstand. Zahlreiche Römer kamen dabei zu Tode, neue römische Siedlungen wurden dabei vernichtet, römische Städte dem Erdboden gleich gemacht. Der Statthalter Gaius Suetonius Paulinus befahl der Legio II Augusta in den Kampf einzugreifen, jedoch der praefectus castrorum Poenius Postumus verweigerte den Befehl und die Legion blieb in ihrem Lager. Unklar blieb allerdings warum kein Legat anwesend war um die Entscheidung zu treffen. Als in der Schlacht an der Watling Street dem Heer Boudiccas eine verheerende Niederlage beigebracht wurde beging Postumus Selbstmord, da er die Legion um den Siegesruhm gebracht hatte.

Eine Vexillation (Unterabteilung) der Legio II Augusta schloss sich im Vierkaiserjahr Vitellius an und kämpfte erfolgreich in der Schlacht von Bedriacum gegen die Truppen des Kaisers Otho. Als aber Vespasian in einer weiteren Schlacht bei Bedriacum endgültig die Oberhand gewann, wurden alle Abteilungen der Legion wieder nach Britannien zurückbeordert. Das Gros der Legion allerdings hatte während der gesamten Auseinandersetzungen treu zu Vespasian gehalten.

Im Jahr 74-75 n.Chr. errichtete die Legion am Ufer des Usk ein neues Lager, Isca Silurum (Caerleon) das bis ins späte 3. Jahrhundert als Hauptquartier dienen sollte. In den Jahren 77-83 n.Chr. nahm die Legio II Augusta am Feldzug des Statthalters Gnaeus Iulius Agricola teil und hatte großen Anteil an der Eroberung von Wales. Die Legion wurde dann als strategische Reserve für Wales und England in Caerleon untergebracht. 83. n.Chr. nahm eine Abteilung der Legion unter Velius Rufus am Feldzug Domitians gegen die Chatten teil.

Ab 120 n.Chr. verlegte die Legio II Augusta etliche Vexillationen nach Schottland um sich am Bau des Hadrianswalls zu beteiligen. Und um 142 n.Chr. sah man die Legionäre der Augusta auch beim Bau des Antoninuswalls. Ab 155 – 158 n.Chr. kam es in Nordbritannien zu schweren Unruhen, die die britischen Legionen dermaßen reduzierte das sie mit Entsatz aus Germanien wieder aufgefüllt werden mussten. Im Jahr 185 n.Chr. sah sich die Legion im Verbund mit den anderen Besatzungslegionen wieder im Kampf unter dem Befehl des Lucius Artorius Castus um in Aremorica eine Rebellion niederzuschlagen.

Der Statthalter Decimus Clodius Albinus setzte 196 n.Chr. mit den britischen Legionen aufs Festland über um sich als Kaiser ausrufen zu lassen. In Gallien kam es dann am 19.02.197 n.Chr. bei Lugdunum, dem heutigen Lyon, zur Entscheidungsschlacht zwischen dem rechtmäßigen Herrscher Lucius Septimius Severus und Clodius Albinus. Die britischen Legionen erlitten eine verherrende Niederlage. Zwischenzeitlich war durch die Abwesendheit der Legionen durch die nördlichen Stämme die Chance ergriffen worden die Provinz Britannia zu überrennen. Als die Legionen zurückkehrten versuchten sie ohne viel Erfolg die Lage wieder in den Griff zu bekommen. So zog der Kaiser Septimius Severus persönlich nach Britannien um Kaledonien (Schottland) zu erobern. Die Legio II Augusta sowie die Legio VI Victrix wurden im Rahmen dieses Feldzuges nach Carpow am Fluss Tay in ein gemeinsames Lager verlegt.

Unter Caracalla (211-217 n.Chr.) beteiligten sich Teile der Legion am Germanienfeldzug. Entweder erhielt die Legio II Augusta unter Caracalla oder Elagabal (218-222 n.Chr.) den Ehrennamen Antonina. Dies bedeutete, dass die Soldaten einen besonderen Platz im Herzen der Kaiser besaßen. Beide Kaiser verwendeten als Thronnamen Antoninus. Unter Imperator Severus Alexander (222-235 n.Chr.) wurde die Offensivstrategie aufgegeben und die Legion kehrte nach Caerleon zurück. Dort verblieb sie bis 255 n.Chr. Um 260 n.Chr. sah man wieder Teileinheiten der Legion bei einem Feldzug des Gallienus in Pannonia. Während der Zeit des britischen Sonderreiches (287-296 n.Chr.) soll aus den beweglichen Teilen der Legion die II. Britannica gebildet worden sein.

Der letzte schriftliche Nachweis über die Legio II Augusta befand sich auf einer Münze, auf der neben dem Portrait des Carausius am Revers die Inschrift LEG II AVG mit einem Steinbock zu sehen war. Im 4. Jahrhundert sah man die Legion als Teil des Küstenschutzes vor Kent (Richborough) im Kastell Rutupiae. Allerdings wurde die dortige Einheit beim Comes Britanniarum als Secundani iuniores und beim Magister Peditum/Equitum als Secundani Britones/Britannica verzeichnet. Dies könnte mit der Heeresreform unter Gallienus und Diokletian zusammenhängen nach der die besten Truppen als Comitatenses zusammengefasst wurden. Das Lager bei Rutupiae hatte von der Größe her nur ein Zehntel der Größe der vormaligen Legionslager. Bei archäologischen Ausgrabungen wurde mehr Münzmaterial gefunden als an jedem anderen Ausgrabungsort. Die Münzen waren alle auf die Jahre um 400 n.Chr. datiert.

Im frühen 5. Jahrhundert wurde die Legion von einem Präfekten unter dem Befehl des Comes litoris Saxonici per Britanniam befehligt. Vermutlich zogen die Reste der Legion mit Konstantin III.] nach Gallien um dessen Thronansprüche durchzusetzen. Ab hier verlor sich jegliche Spur der Legio II Augusta.

Historische Funde

Die Beteiligung der Legio II an der Belagerung von Perusia konnte man durch Funde von gestempelten Schleuderbleien belegen. Alle aufgeführten Stationen der Legion sind durch Grabmäler, Urkunden, diversen Schriften und Münzen nachweisbar.
siehe auch: Historische Einheiten

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