In den Wäldern Germanias

  • In den dunklen, schon verwunschen aussehenden Wald führte ich sie. Während sie mir folgte erzählte ich von den Geistern, die in den Hohlräumen der alten Bäume lebten und von denen die unter der Erde und in den Bergen lebten.


    "Manche von ihnen sind böse, manche gut zu und Menschen und viele musst du erst über ihren eigenen Vorteil überzeugen auf dass sie dir helfen."


    Immer tiefer gingen wir in den Wald...

  • "Worin könnten sie Vorteile haben, wenn sie uns helfen?"


    Schon ein wenig neugierig geworden lief ich neben ihm her und sah ihn an. Ich sah kurz lächelnd zu Boden. Ich begann ihn zu mögen, eine Tatsache die ich eigentlich hatte vermeiden wollen.

  • Aha, sie begann also neugierig zu werden... Ich war zufrieden und erzählte weiter.


    "Wie gesagt, gibt es solche die uns Menschen wohlgesonnen sind. Ihnen ist es schon eine Genugtuung uns zu helfen.


    Anderen wiederum ist es gleich. Jedoch, sind sie Menschen nicht unähnlich und gegen kleine Gefälligkeiten lassen sie mit sich reden. Man opfert ihnen. Je nach der Schwierigkeit und dem Umfang und auch der Art eines Wunsches kann das ein Kunstwerk, Waffen oder auch ein Blutopfer sein..."


    Ich wusste, dass hier für sie eventuell ein düsteres Kapitell beginnen könnte, als unter Römern aufgwachsene würde sie nicht alles richtig verstehen, darum fuhr ich fort.


    "Aber lass mich dir erst einige heilsame Kräuter zeigen."


    Ich führte sie weiter in den Wald hinein, zu einer Stelle an der viele heilsame Kräuter wuchsen, wie ich wusste.

  • Der Krieger, der Julia auf dem Pferd gehalten hatte, schlich leise hinter den beiden her. Auch wenn der Gode anderer Ansicht war, ER hatte bestimmte Interessen mit dem Weibsbild.

  • Lächelnd schritt ich neben Gundalf her und lauschte gespannt seinen Worten. Ich fühlte mich wie in alte Zeiten zurückversetzt. Fern von den Erinnerungen meiner Vergewaltigung, fern von meiner Familie. Es ist wie in Britannia, wo ich mehr als mein halbes Leben zugebracht hatte.


    "Mir würde da Salbei einfallen! Mir wurde gesagt, es hilft zum Beispiel unheimlich gut gegen Halsweh..."


    Ich sah mich im Wald um. Etwas schaurig war es schon. Die ganze Situation war eigenartig. Ich sah zu Gundalf - ich mochte ihn.

  • "Ohja, dieses Kraut ist der Freya geweiht. Es hilft gegen Schmerzen im Hals, das hast du richtig erkannt."


    Wir näherten uns einem kleinen Moor, das in der Nähe war. Hinein wollte ich nicht, was ich begehrte würde auch in dessen Umkreis gedeihen. Sie folgte mir bis wir dem Moor schon nahe waren. Als ich es sah.


    "Siehst du das? Das ist ein Sumpfkraut. Es ist eine Pflanze Thors. Die Krieger und vor allem wir Goden trinken Tränke aus diesem Kraut. Damit fährt die Wut und auch die Kraft Thors in unseren Leib und ein jeder gläubiger Germane wird zu einem standhaften wahrhaften Krieger. Ich glaube, das bezeichnet man bei den Römlingen 'furor teutonicus'."


    Ich wandte mich wieder vom Moor ab. Wir würden nun wieder zurück in den Wald laufen. Ich kannte noch einige stellen an denen heilsame Kräuter wuchsen.

  • Vorsichtig, immer auf Abstand blieb der Krieger. Er wartete auf DEN Moment, wo er würde zuschlagen können. Das Problem war nur der Gode, in allen Belangen. Auf der Unterlippe kauend überlegte er wild, wie er ihn ausschalten konnte ohne den Zorn der Götter auf sich zu ziehen.

  • Am Moor angekommen wurde mir ein wenig bang zumute. Ich sah das unscheinbare Element an und beugte mich zu der Pflanze, die der Gode mir zeigte. Wieviele Menschen hier in diesem Sumpf schon gestorben waren? Als Gundalf weiterging blieb ich noch kurz stehen und sah wie gebannt auf das wabblige Grün.


    Doch dann wandte ich mich schnell um und lief hinter ihm her.


    "Gruslig, nicht wahr? Ich finde Moore haben etwas geheimnisvolles...!"

  • Er hörte leise ihr gruselig zu sich rüberschallen, kaum noch hörbar und doch so gut zu verstehen.
    Ohja, gruselig würde es für sie noch werden.
    Böse grinste der Krieger.

  • "Das ist ein ganz normales Gefühl das du dabei hast. Du spürst die launischen Geister die in ihnen wohnen. Jederzeit sind sie bereit den unvorsichtigen in die Tiefe zu ziehen. Und nie wieder emporsteigen zu lassen."


    Wir entfernten uns weiter vom Moor. Der Geruch nach Moder und Erde wurde bereits viel schwächer.


    "Aber wir bedienen uns auch des Moores. Ein Toter, welcher dort versenkt wurde wird nur sehr unwahrscheinlich jemals als Wiedergänger die Welt der Lebenden behelligen."


    Gerade kamen wir an eine besonders dicht bewucherte Stelle des Waldes, ich hatte hier sichtlich probleme vorwärts zu gelangen und begann zu schnäufen.


    "Manche Stellen jedoch, sind sogar dem Wotan geweiht. Dort versenkt man ihm Kriegsbeute. Seinen Zehnt."


    Von weiter hinten hörte ich einzelne wilde Tiere im Gebüsch rascheln und noch etwas anderes, das ich nicht richtig einzuordnen vermochte...

  • "Ja, eben das finde ich ja so schaurig... Moor ohne Wiederkehr..."


    Ich ging neben ihm her, fühlte mich wider Willens wohl. Die Luft wurde besser. Sie roch herrlich nach Harz und Leben. Ich lächelte und sah zu Gundalf.


    "Was zeigst du mir als nächstes? Oh... Gehts?"


    Ich bemerkte, dass er Schwierigkeiten beim Vorwärtskommen hatte und sah besorgt drein.

  • Langsam kämpfte ich mich hindurch. Zum Glück würde bald eine kleine Waldlichtung mit einer heiligen Quelle in Sicht kommen. Dort würden sie sich ein wenig ausruhen.


    "Danke, es geht. Ich muss schon gestehen, dass es mir in jüngeren Jahren deutlich leichter fiel durch den Wald zu streifen.


    Als nächstes werden wir uns einen Holunderstrauch ansehen. Ich komme öfters dorthin und erbringe ihm Opfer, er ist sehr heilsam."


    Weiter gingen wir durch den Wald, nur noch wenig trennte uns von der Lichtung und einer Rast.

  • "Holunder hat heilende Kräfte? Ich wusste bisher nur, dass er sehr gut schmeckt, wenn auch ein wenig bitter! Aber das haben Beeren meistens an sich...! Wofür nutzt man denn Holunder?"


    Ich fröstelte und zog mein Schultertuch fest um meinen Körper. Es dauerte nicht mehr lange bis wir an der Lichtung ankamen und dankbar sah ich mich um. Die Sonne auf meiner Haut tat gut.

  • Langsam schlich er näher, bemüht keine Geräusche zu machen.
    Und doch machte es einmal leise Knack. Er liess sich auf den Boden sinken und verharrte, die beiden beobachtend

  • Die Lichtung verbreitete eine Heilige Stimmung und bevor wir sie betraten verharrten wir beide vor ihr.


    "Wann immer ich sie betrete, meine ich nun meinen letzten Hauch geatmet haben zu müssen."


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    Dort stand er, der Holunderbusch. Ein paar Meter vor ihm sah man noch einige Schälchen mit Opfergaben, welche ich ihm gegeben habe. Wieviele Nächte ich vor diesem Holunder verbracht habe konnte ich nicht zählen.


    "Es ist ein heiiliger Strauch, ein Strauch der Holda. Seine Früchte helfen gegen geistige Nöte und auch gegen Krankheiten. Schon allein eine Nacht vor ihm zu schlafen ist heilsam. Ihm etwas böses zu tun bringt Unglück über den der es getan hat. Nicht nur dieses welche die Götter vermögen, auch ein jeder Germane würde den Schuft jagen und töten. Schau ihn dir ein, ein prächtiger Strauch, nicht wahr?"


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    Rechts neben dem Holunder verlief in einem kleinen Strom die Quelle. In ihr wohnte, wie in jedem fließendem und nicht fließendem Gewässer ein Geist. Hier ein besonders mächtiger und freundlicher.


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  • Langsam kroch er den Beiden hinterher. Bis auf wenige Meter hatte er sich genähert und er hatte beschlossen, dass er alles auf eine Kappe setzen würde. Erst den Goden ausschalten, dann das Weibsbild flächeln und dann sie ausschalten. Um die Schande ihres Daseins von der Welt zu tilgen.
    Er griff nach dem Stein neben sich und der Schleuder.

  • Ich näherte mich dem Heiligtum und winkte sie zu mir. Seine Herrlichkeit schien sich auch in ihrem Gesicht gefangen zu haben.


    Ich nahm eine kleine Sichel hervor und ging vorsichtig auf den Strauch zu. Einige wenige Blüten wollte ich davon abtrennen, daraus liese sich ein heilkräftiger Extrakt gewinnen, beinahe so heilkräftig wie die reifen Früchte.


    Plötzlich hörte ich von hinten etwas und wandte mich erschrocken um.

  • Der Krieger hatte sich aufgerichtet und die Schleuder war bereit. Allerdings drehte sich der Gode in dem Moment um, wo der Stein die Schleuder verliess. Dadurch würde er ihn wohl nicht perfekt treffen, aber es würde gewiss helfen und ihn fällen und tatsächlich. Er sah den Goden zurückzucken und zu Boden sinken.
    HAH! SEINS!
    Er sprang vor, die Augen wild und mit beinahe irren Blick auf die Frau zu. Sie schien vor Schreck gelähmt. Oder hatte sie noch gar nicht mitbekommen, was los war? Schon war er bei ihr, stürzte sich auf sie, fällte sie mit einem gekonnten Griff und riss sie zu Boden. Lag über ihr und starrte in ihre Augen, während eine Hand sie niederdrückte und die andere bereits an ihr nestelte.
    Jetzt würde er der römischen Ratten beweisen, was germanische Kraft war und danach würde er sie den Ahnen übergeben. Und somit diese Schande eines Weibsbildes aus der Welt schaffen.

  • Ich war tief berührt von dem Zauber, der auf dieser Lichtung lag. Es wirkte alles so friedlich und befriedigend. Ich sah auf das sich lichtende Blätterdach und in diesem Moment verlor ich mein Heimweh. Es war toll hier zu sein, zumindest für den Moment. Mein Blick ging zu dem munter plätschernden Quellbach, hinüber zum Holunder. Durchwegs schwieg ich, ich war bezirzt.


    Doch plötzlich sackte der Gode zu Boden, ein Stein hatte ihn getroffen. Erschrocken sah ich mich um und noch bevor ich zu ihm hasten konnte um ihm zu helfen fand ich mich auf dem Boden wieder. Ich zitterte noch vor Schreck und als ich meine Gedanken sortiert hatte, öffnete ich meine Augen und blickte in das Gesicht des Germanen.


    Ich holte mit einer Hand aus und schlug ihm gegen den Hinterkopf. Die andere Hand hielt er leider fest.


    "Hilfe!"


    Ich sah ihn aus ängstlichen Augen an und versuchte ihn mit meinen Beinen runter zuschmeißen.

  • "BIEST," knurrte er nur böse und schlug mit dem Handrücken zu. Dann versuchte er auch ihre zweite Hand zur Ersten zu ziehen und sie festzuhalten. Das Weib wehrte sich nicht schlecht und er würde sicherlich einige blaue Flecken davon tragen, aber das war es ihm wert.
    In dem Kampf vergaß er ganz den Goden und konzentrierte sich nur auf sie.

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