Magister Scriniorum - Regio Italia

  • Ein Scriba (der nervöse!) kommt zur Tür herein und überreicht dem Magister Scriniorum eine Tafel:


    Lass dem Regionaris Nepos bitte zukommen, dass sein Officium bezugsfertig ist!
    FLX

    QUAESTOR CONSULUM
    DIRECTIVUS SCHOLAE ATHENIENSIS PHOEBI APOLLONIS DIVINIS

  • Der nämlich Scriba betritt vorsichtig das Officium. Er blickt sich um, kann den Magister Scriniorum aber nirgends erkennen. Deshalb spricht er laut in den Raum, in der Hoffnung, gehört zu werden:


    "Sergius Stephanus? Herr? Bist du da?"


    Keine Antwort.


    "Der Legatus Augusti möchte wissen wo seine Berichte geblieben sind!?"


    Immer noch regt sich nichts. Schulterzuckend verlässt der Scriba das Officium wieder.

    QUAESTOR CONSULUM
    DIRECTIVUS SCHOLAE ATHENIENSIS PHOEBI APOLLONIS DIVINIS

  • Zum ersten Mal linste ich in mein neues Officium. Gut...mein erstes Officium, wenn man es genau nahm, als Priester hatte man sowas ja nicht.


    Schriftrollen so weit das Auge reichte...Olympus, wenn ich das alles lesen musste, um meine Berichte zu schreiben dann gute Nacht!


    Da ich nun Beamte war tat ich erstmal alles, um meinem neuen Berufsbild gerecht zu werden. Ich setzte mich hin und harrte der Dinge, die da kommen würden...würden welche kommen, würde ich sie natürlich so schnell wie möglich wieder loswerden :D

  • Ein Sklave klopfte an die Tür der Magistra Scriniorum und öffnete etwas zu schnell die Tür. So sah er, wie die Magistra leicht in ihrem Stuhl zusammenzuckte.


    Sich darob mühsam ein Lächeln verkneifend sagte er "Salve, Herrin. Der Comes wünscht euch unverzüglich zu sprechen."


    Comes von Italia


    Sim-Off:

    Neue Themenbezeichnung eingeben. Das Gespräch mit Sabbatius fand an einem anderen Tag statt. ;)

  • Huch...da bekam man ja einen Herzinfakt...
    Ich hatte mich so an das ruhige Berichte schreiben gewöhnt, dass ich gar nicht mehr an Störungen jedweder Art gewohnt war.
    Nichtsdestotrotz erhob ich mich und schlenderte zum Officium des Comes.

  • Gerade als ich mich wieder in meinem äußerst bequemen Stuhl niederlies und eine Meldung, die wohl wie so viele andere in Ablage P landen würde durchlas flog die Tür auf und Fusculus - der Scriba aus dem Postbüro - stand im Raum.
    Aufgeregt wedelte er mit einem Zettel.


    Gute Götter, so viel Elan hätte ich ihm niemals zugetraut. Er schien darauf zu warten, dass ich ihn fragte was los war, also tat ich ihm den Gefallen:
    "Was ist? Haben die Blauen schon wieder beim Gladiatorenkampf verloren?", fragte ich und grinste.


    "Ein Brief! Nach Germania!", erklärte der aufgeregte Scriba. Ich bekam langsam den Verdacht, dass das das erste Mal vorkam.


    "Aha.", brummte ich wenig beeindruckt und warf die gelesene Nachricht, die ich noch in Händen hielt in besagte Ablage P.
    "Faszinierend Fusculus. Deswegen weckst du sämtliche Scribas in der näheren Umgebung?"


    Täuschte ich mich, oder sah er tatsächlich beleidigt aus?
    "Ich dachte..."


    "Das wird doch nicht das erste Mal sein, dass du einen von unseren Boten losschicken musst?"


    "Natürlich nicht.", log er.


    "Na, dann mach das gleiche wie beim letzten Mal auch. Drück die Nachricht einem von den Jungs in die Hände, sag ihm wohin er damit soll und vor allem, wem er sie geben soll und du kannst dich wieder an deinen Schreibtisch setzen..."


    Ganz neue Möglichkeiten eröffneten sich für ihn, ein Leben voller Tatendrang...doch nein, das wäre wohl zu viel von ihm verlangt.
    Stumm nickte er und trabte los.

  • Keine halbe Stunde später drang ein zaghaftes Klopfen in den Raum.
    Ich pfefferte die nächste Schriftrolle in Ablage P (Ein Schreiberling aus Misenum berichtete über die hochspannenden Vorgänge in seiner Stadt: Eine Katze war von einem Zweispänner überrollt worden, am Hafen war ein Sack voller Kiesel umgefallen, auf denen ein Matrose ausgerutscht war und sich die Wirbeläule gestaucht hatte und das örtliche Lupanar hatte Nachwuchsschwierigkeiten. Was dachte er nur, wen das interessierte?)
    Zutiefst depremiert darüber, dass es wohl wieder nichts über die Stadt am Meer zu berichten gab wandte ich mich nun der Tür zu. "Herein."



    Die Tür schwang auf und zeigte...Nicht doch...
    "Was? Ist keiner da? Haben die Pferde auf Hippocampen umgeschult? Hast du den Brief verloren?"
    Fusculus stand mit einem Gesicht als hätte er eine Abfuhr von der neuen Scriba bekommen da und geruhte schließlich einzutreten.


    "Nein, nein. Nichts dergleichen."


    Er war einer dieser Menschen, denen man es sogar aus der Nase ziehen musste, wenn ihre Factio beim Wagenrennen gewonnen hatte. Aber da ich meinen guten Tag hatte setzte ich meine interessierte Miene auf und faltete die Hände auf dem Tisch, während der müde Scriba sich hinsetzte...nicht, dass ich ihm einen Platz angeboten hätte. Noch dazu verdreckte er mit seiner Tunika den Stuhl (Zumindest nahm ich an, dass die Farbe, die sie hatte nicht von irgendeinem Färbemittel, sondern von zu viel Blaubeergelee kam).


    "Hat Laeca sich in das Palatium Augusti geschllichen und die Macht an sich gerissen?"


    "So ein Unsinn! Nein."


    Eine kleine Hilfestellung wäre natürlich jetzt auch zu viel des Guten gewesen.
    "Du hast entschieden, zu kündigen und Melonenzüchter zu werden?!"
    Das war ihm nichtmal mehr ein "Nein" wert. Fragend stierte er mich an.
    Ich rätselte derweil, ob ein Stilus in seinem Auge wohl eine ähnliche Reaktion wie der plötzliche Postverkehr haben würde.
    "Also gut, ich komm nicht drauf. Was ist los?"


    "Ich habe den Boten losgeschickt."
    Für einen Scriba war er doch recht einsilbig. Normalerweise hörten die doch nicht mehr auf zu reden?
    Ich stützte meinen Kopf auf meinem rechten Arm ab, während ich mit meiner linken Hand begann ungeduldig auf den Tisch zu trommeln.
    "Bitte sag mir nicht, dass du nur deswegen gekommen bist..."


    Er sagte es nicht. Er sagte gar nichts.


    Schweigen.


    Während ich also auf dem Tisch herumtrommelte und er einmal seine Nase hochzog (er hätte sie ja wenigstens an der Tunika abwischen können, das wäre auf dem Ding auch nicht mehr aufgefallen) tauschten wir stumme Blicke aus. Ohja, mit diesem Burschen würde ich noch meine Freude haben.


    Mit einem Ruck lehnte ich mit zurück und hörte mit meiner musikalischen Untermalung auf.
    Ein Blick auf Fusculus verriet mir, dass ich ihn durch diese unerwartete Aktivität nun vollends verschreckt hatte.


    Das Stöhnen, das mir schon die ganze Zeit im Halse steckte unterdrückend strahlte ich den armen Kerl nun an.
    "Prima, weiter so."
    Das schien in seinem Vokabular nicht vorzukommen, denn er starrte mich weiter entgeistert an.


    Indes glitt mein wehmütiger Blick zum Stapel Papyrii, die ich noch lesen musste. Solange der Kerl hier saß und nach Aufmerksamkeit, oder zumindest einer Art humanem Kontakt gierte würde ich damit nie fertig werden. Ich entschied, dass mein Verdacht, er könne 3 kleine, lärmende Kinder zu Hause haben definitiv zutraf. Kein Mensch, der so lange so sinnlos vor sich hin stierte hatte zu Hause seine Ruhe.


    Da ein freundlicher Wink mit dem Zaunpfahl nicht geholfen hatte versuchte ich nun die direkte Art: "Sonst noch was?"
    Ein Kopfschütteln war die Antwort. Seine Frau hatte zu Hause das Sagen. Langsam wusste ich allerdings nicht, wer von beiden mir mehr leid tun sollte: Die Frau, die mit dieser Triefnase leben musste, oder er, der einen Hausdrachen daheim hatte.


    Nach einiger Zeit des Schweigens kam schließlich: "Tja, dann sollte ich mich wohl mal wieder ein meine Arbeit machen."


    Iupiter, beinahe hätte ich losgelacht.
    Aber ich war froh, ihn loszuwerden, daher zeigte ich beim Lächeln brav die Zähne und nickte stumm.
    Er erhob sich - den Stuhl würde ich austauschen lassen - und schlurfte zur Tür.


    "Grüßen sie ihre Kinder schön.", sagte ich noch, worauf ich ein müdes: "Welche Kinder?" zurückbekam. So viel zu meiner Menschenkenntnis.
    Glücklicherweise war das kein Hindernis für ihn, endlich mein Officium zu verlassen...

  • Nachdem ich einen der Scribae (nicht Fusculus...der war zum Glück ja wieder in sein Kabuff abgerauscht...außerdem wagte ich zu bezweifeln, dass er den Weg finden würde) mit dem fertigen Bericht losgeschickt hatte streckte ich mich erstmal genüsslich.


    Mittlerweile war ich zu der Theorie gekommen, das der gute Fusculus einst von einem mythischen Helden in den Schlaf gesungen worden war, auf dass er die Menschheit in Frieden leben lasse. Und ich Unglücksrabe hatte ihn nun geweckt. Ich hoffte nur, ich fand eine Möglichkeit, wie ich ihn schnell wieder dazu bringen konnte einzuschlafen.


    "Pieps."
    Pieps? Was war das denn nun wieder?
    Ich folgte der Ursache des Geräuschs unter den Schreibtisch...uah...eine Maus! Obwohl...Maus war bei diesem Gerät stark untertrieben. Das war ein halber Wasserbüffel, der da unter meinem Schreibtisch saß.
    Dem Pieps folgte nun ein dumpfes "Bumm" (Ich schlug mir den Kopf am Schreibtisch an).
    "Au...so ein verdammter..."
    Was? Ich war keine Priesterin mehr, ich durfte jetzt fluchen!
    Um zu verhindern, dass dieses Monstrum meine neuen Sandalen - oder am Ende gar meine Füße - anknabberte zog ich selbige schnell zurück und stellte sie mit auf den Stuhl auf dem ich saß.


    Knarrz...
    "NEIN! RAUS!", rief ich halb verzweifelt, halb resigniert. "Es ist mir vollkommen egal, dass der Postbote das Gebäude verlassen hat!"
    Richtig. Mein neuer bester Freund Fusculus stand in der Tür. Sein leicht fragender Gesichtsausdruck sagte mir, dass ich zu schnell, zu laut und zu viel geredet hatte und er kein Wort von dem verarbeiten konnte.
    Gut, zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass seine Vorgesetzte mit angezogenen Beinen und einer Hand auf dem Kopf in ihrem Stuhl saß.


    "Woher weißt du...?", kam es dann schließlich doch von ihm zurück. "Und...wieso sitzt du so seltsam da?"
    Olypmus! Zwei fast vollständige Sätze hintereinander! Wenn ich nicht aufpasste würde er noch Homerische Epen vom Stapel lassen.


    Hätte ich das Glück gehabt nun als Drittes in den Raum zu kommen, wäre ich wohl vor Lachen in der Ecke gelegen. Das Ganze musste zu dämlich aussehen...
    "Fusculus...strapazier meine Nerven jetzt nicht..."
    "..."
    Danke...


    "Pieps."
    Uah...das Vieh bewegte sich...glücklicherweise in Richtung Scriba, wenn ich das Getrippel richtig deutete. Vorsichtig setzte ich meine Füße wieder auf den Boden, als das graue Getier auf der anderen Seite des Schreibtischs erschien.
    "Oh...eine Maus!"
    Wirklich? Sowas.
    "Achwas?", brummte ich missgestimmt. Richtig, bei den Postbeamten wimmelte es von den Viechern ja nur so.
    "Nimm sie von mir aus mit, aber geh mir aus der Sonne!"


    Der Idiot sah doch tatsächlich zum Fenster und stellte wahrscheinlich gerade fest, dass es bewölkt war.
    "Sag nichts!", befahl ich leise und begann seufzend meine Schläfen zu massieren.
    "Da ist noch was."
    So müde, wie er mich im allgemeinen ansah, sah ich ihn nun an.
    "Du willst mir sagen, du bist nicht nur wegen dem Postboten hier?"
    "Deswegen wäre ich gar nicht gekommen.", gestand er. Jede Wette, dass er es das nächste Mal machen würde.


    Schweigen.


    Naja, das Spiel kannte ich ja nun schon. Brav fragte ich: "Und weswegen bist du gekommen?"


    "Mir ist da etwas aufgefallen."
    Ich verkniff mir das Lachen und machte ein interessiertes Gesicht.
    Wieder setzte sich der Kerl hin, ohne auf eine Einladung meinerseits zu warten. Naja, wenigstens die Maus war ehe er die Tür zugemacht hatte hinausgehuscht. Nichtmal die hielt es lange mit ihm in einem Raum aus.


    Schweigen.


    "Jaaaaa?", fragte ich gedehnt. "Ich kann noch keine Gedanken lesen, weißt du? Das lernt man erst ab der nächsten Stufe der Karriereleiter."
    Dem plötzlichen Flackern in seinen Augen nach zu urteilen glaubte er mir auch das.
    "Die Lohnabrechnungen für die Boten..."
    Während ich mich fragte, was zum Geier der Kerl mit den Lohnabrechnungen zu tun hatte, redete er munter weiter. Ich hatte ein Monster erschaffen!
    "Irgendwas stimmt da glaube ich nicht."
    "Wieso? Kriegen die Pferde mehr Gehalt als du?"
    "Die Pferde kriegen Gehalt?"
    Autsch.
    "Sicher. Noch dazu einmal in der Woche Damenbesuch, oder, wenn sie wollen, Herrenbesuch. Je nach Geschmack."
    Endlich merkte er, dass ich ihn aufzog.
    "Sehr witzig."
    "Ich weiß. Ich bin bekannt dafür, in den unpassendsten Situationen Witze zu machen. Also, was ist mit den Lohnabrechnungen? Und vor allem: Wie zum Henker kommst du an die?"


    Er rutschte unruhig auf dem Stuhl hin und her. Er redete und er bewegte sich. Es lebt!
    "Der Scriba muss die Auflistung immer nochmal abzeichnen, ehe sie ans Schatzamt geht."
    Toll. Auf die interessantere (haha!) Frage, was denn nun mit den Listen war ging er natürlich nicht ein.
    "Und was, mein lieber Fusculus, ist mit deinen Listen?"
    "Sie...irgendwas stimmt da nicht...", druckste der fleißigste Scriba der Regia.
    "Kannst du das vielleicht etwas genauer definieren?", bat ich, während ich immer müder wurde.

  • Er konnte. Das heißt bei Fusculus, er versuchte es.


    "Sicher."
    Wenigstens einer von uns war sich sicher.
    "Soweit ich weiß, haben wir in Italien 30 Tabelarii Dispositii."


    Ich wusste es nicht. Ich kannte weder die Postboten, noch die dämlichen Pferde, auf denen sie ritten. Hauptsache war, dass sie ritten, der Rest konnte mir schnurz sein.


    "Danke Fusculus. Was willst du mir jetzt damit sagen? Dass wir damit auch 30 Pferde, 30 Sättel, 30 Ställe, 30 Taschen zum Briefe transportieren, 30-"


    "Genau das ist es ja!", unterbrach er mich.


    "WAS? Was ist es ja?"
    Langsam aber sicher wurde die Sache mit dem Stilus im Auge immer verlockender. Nun lag dieses Ding auch noch genau in meinem Blickfeld...nein, Aelia! Pöse Aelia!


    "Wir haben nur 30 Pferde, 30 Sättel, 30 Ställe, 30 Taschen zum Briefe transportieren, 30-"


    "Danke, ich habs verstanden.", klinkte ich mich nun ein, ehe er zu der Salbe gegen Hühneraugen kam.


    "Auf den Gehaltslisten stehen 50."


    Oha. Nun wurde es ja doch noch interessant.
    "50?"
    "50."
    Es hatte sich wohl doch gelohnt, den Kerl aus seinen Träumen zu reissen. Wozu der nicht alles gut war, im halbwachen Zustand...
    "Du bist dir sicher, mit den 30 Tabelarii Dispositi?"
    "Ziemlich."
    "Was heißt ziemlich?"
    "Ziemlich heißt nicht ganz."
    "Ich wollte keinen Unterricht in Rethorik, sondern ich wollte wissen, warum nur ziemlich und nicht ganz sicher."
    "Naja...es könnte natürlich sein, dass das alles nur ein Missverständnis ist und die 20 Überschüssigen sich die Ausrüstung von den 30 anderen leihen..."
    "Fusculus, in was für einer Welt lebst du denn bitte?", fragte ich und zog die Augenbrauen hoch. Wie in allem anderen, waren die Angestellten des Imperium Romanum vor allem auch im Mauscheln führend.

  • "In Rom.", antwortete Freund Fusculus unnötigerweise, wofür er einen nachsichtigen Blick meinerseits erntete. Ich wurde nach dem Fehlschlag mit den 3 Kindern zwar nun vorsichtiger mit meinen Einschätzungen, glaubte aber doch, dass er als Säugling von seiner Mutter fallen gelassen wurde und auf dem Kopf aufgekommen war.


    "Wir haben nicht zufällig das Glück, von diesen Gehaltslisten Kopien im Achiv zu haben, oder?"
    "Glück würde ich das nicht nennen, aber ja, haben wir."


    Was er damit meinte sollte ich einige Minuten später noch feststellen.
    "Prima. Da ich nicht annehme, dass du weißt, seit wann das schon so geht, werden wir beide uns diese Listen jetzt mal ansehen. Dann wirst du dafür sorgen, dass diese 30, oder 50 Briefschubbser hier erscheinen-"
    "Iupiter weiß, wo die im Moment alle sind!", jammerte er sogleich.
    "Iupiter weiß es sicher und du solltest es wissen, schließlich schickst du die Herren auf die Reise.", brummte ich wenig mitfühlend und erhob mich.
    "Also, hopp hopp. Wo bewahrt ihr die Listen auf?"
    Solange er diesen unerklärlichen Anfall von Arbeitswut - oder was auch immer es war - hatte, musste ich das ausnutzen und es konnte schnell vorüber sein.


    Er brabbelte etwas unverständliches von wegen 'Mittagsschlaf', stand aber trotzdem brav auf und schlurfte in Richtung seines Officium.
    Unterwegs lies er es sich nicht nehmen, nochmal geräuschvoll die Nase hochzuziehen.

  • Da stand er nun vor mir. Der Stolz der Stadt Misenum.
    (Zur näheren Erläuterung: Der Stolz der Stadt Misenum war einen halben Kopf kleiner als ich, hatte stinkende Pomade in den zu langen, bräunlichen Haaren und steckte in einer scheinend-weißen Tunika)


    Nochmal ließ ich mir seine letzte Meldung aus Misenum durch den Kopf gehen:
    Eine Katze war von einem Zweispänner überrollt worden, am Hafen war ein Sack voller Kiesel umgefallen, auf denen ein Matrose ausgerutscht war und sich die Wirbeläule gestaucht hatte und das örtliche Lupanar hatte Nachwuchsschwierigkeiten.


    Ich hätte bei den Lohnlisten bleiben sollen. Der Unmut staute sich jedenfalls schon und drängte darauf herauszukommen.
    Schon, als ich zur Tür hereingekommen war, war mir der Kerl unsympathisch, wie er da auf dem Stuhl für Besucher herumlümmelte. Wah. Gut, wenigstens hatte er eine saubere Tunika an und verdreckte den Stuhl nicht.
    Andererseits empfand ich doch eine tiefe Abneigung gegen dieses strahlend weiße Ding, das er da anhatte. Gut, mochte am unsympathischen Träger liegen.


    "Salve-" Verdammt...wie hieß der Kerl? "-Lollius?!"
    Einfach mal ins Blaue losgeraten...
    "Roscius.", verbesserte mich der Zwerg.
    "Ahja...wusste ichs doch.", log ich. Im Raten hatte ich noch nie Gück gehabt.
    "Also...äh...Roscius. Was führt dich nach Rom?"
    "Du hast mir geschrieben, ich solle mich in meinen Berichten mehr auf das Wesentliche konzentrieren..."
    "Ja...und?"
    "Ich wollte fragen, was du darunter verstehst."
    Einen Laut des Unwillens unterdrückend zwang ich mich zu einem säuerlichen Lächeln.
    "Nun, ich dachte an weniger Nachrichten über tote Katzen und mehr über die Stadt und die wichtigeren Vorgänge dort."
    "Definiere wichtigere Vorgänge."
    "Lass es mich so sagen: Im Grunde genommen ist alles wichtiger als ein Lupanar ohne Lupas. Wenn dort der Praefectus Classis aufgetaucht wäre, das hättest du schreiben können. Sowas interessiert immer."
    "Aber das ist doch niveaulos."


    Olympus, vor mir saß der Urahn von Cato dem Zensor!
    "Tja, so ist die Welt heutzutage nunmal. Keiner will etwas von armen, überfahrenen Katzen wissen..."
    "Es ist nicht zu fassen."
    Dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen war das wirklich sein ernst. War denn niemand im Dienste des Staates normal?

  • Den Rest des Nachmittags verbrachte ich hauptsächlich damit, Lollius, Lurius, oder wie auch immer dieser Kerl denn nun hieß, nickend und ab und an einen zustimmenden Laut von mir gebend, zuzuhören wie sehr doch die Sensationssucht der heutigen Zeit die Gesellschaft zerstöre.
    Olympus ich schrieb diese Berichte für den Statthalter Italiens, nicht für das Volk von Rom, die Gesellschaft kriegte die 'Sensationen' über die wir schrieben nie zu lesen.


    Unglaublich aber wahr, ich kriegte ihn noch vor Einbruch der Nacht dazu, endlich das officium zu verlassen und sich eine Bleibe zu suchen (von der aus er so schnell wie möglich nach Hause zurückkehren sollte, versteht sich).
    Ich fand, allein dafür hatte ich heute eine Auszeit verdient. Nach einem resignierten Blick auf die Informationspergamente aus den Städten würde das wohl sogar gehen. Es tat sich einfach nichts, über das sich zu schreiben lohnte...jedenfalls nichts, das einen Bericht füllen würde.


    Da die Hoffnung jedoch zuletzt starb begab ich mich in die übliche Ausgangssituation (Beine von sich gestreckt, Arme verschränkt...Augen geschlossen :D ) und bereitete mich psychisch auf eingehende Nachrichten vor.

  • Krack.
    Uah...das hatte sich ungesund angehört.
    Langsam setzte ich mich wieder richtig hin und verdrängte den leisen Aufschrei meiner Knochen.
    Mein Scriba Bolanus schlich sich gerade zur Ausgangstür, als ich ihn mit kurzem Winken zu mir bat.
    "Sag mal, hat die neue Scriba in den letzten Tagen hier etwas abgegeben?"
    "Äh...nein?"
    "Ist das eine Frage, oder die Antwort?"
    "Also, ich weiß von nichts, vielleicht hat Larius sie irgendwo dazwischen geschoben..."
    "Larius ist im anderen officium."
    "Dann wohl eher nicht."


    Mit einem Laut der Resignation nickte ich und bedeutete dem Scriba, dass er gehen könne.
    Eigentlich wollte sie doch bis Ende der letzten Woche diesen Prospekt für Italia machen. Hoffentlich blieb das nun nicht wieder an mir hängen.

  • Kaum kam ich einen Tag später wieder in mein officium fand ich auch schon die Nachricht von Aventurinus. Oh weh...und Jentia hatte immer noch nichts von sich hören lassen -.-
    Naja, half ja nichts. Ich machte kehrt und begab mich zum officium des Comes...

  • Schon seit knapp 2 Stunden bemühte ich mich, das Gemurmel der beiden Scribae im Nebenzimmer zu ignorieren, nicht ganz so einfach, bei den intelektuellen Themen, die sie anschnitten.
    Ich gab den Versuch endgültig auf, als es an die Tür klopfte. "Herein?", rief ich.

  • Nach der Auffordung betrat ich das Officum und ging direkt zu ihr.


    "Salve, ich muss mich entschuldigen für die Verspätung, aber ein Civi Names Sextus Licinius Latinus hat mich doch glatt aufgehalten. Ich hoffe Ihr nimmt es mir nicht übel?"


    Ich übergab ihr mein Vorschlag.


    Provincia Italia


    http://www.remus-rpg.de/IR/Italia2.jpg



    Salve, möchtest Du im Zentrum der Macht leben?


    Die Provinz Italia ist die älteste Provinz des Reiches, von hier aus werden alle Fäden, in allen Richtungen, im ganzen Reich gezogen.


    Italia die Provinz der Macht, der Kultur, des Handels, der guten Beziehung, der Diplomatie, der Gastfreundschaft, der Rechtssprechung, der verschiedenen Götterkulte. In Italia gibt es Städte wie Rom, Ostia, Mantua und Misensum. Jede einzelne Stadt würde sich freuen, dich als Besucher oder sogar als neuen Einwohner zu begrüßen. Werde ein Teil des Ganzen, werde Bürger in Italia.


    Die Provinz bietet jedem Bürger, einen sicheren und guten Arbeitsplatz, es gibt viele Möglichkeiten in der Verwaltung zu arbeiten, egal ob für eine der Städte oder sogar für die Provinz. Frag einfach nach, man wird dich herzlich begrüßen und vielleicht bekommst du deinen angestrebten Posten.


    Es gibt für die männlichen Bürger auch die Möglichkeit, sich in einer der berühmten militärischen Einheiten von Rom zu bewerben. Der Palast und der Kaiser selbst müssen rundum die Uhr bewacht werden, dies vollbringt die Cohortes Praetoriae. Die Straßen Roms werden überwacht von der Cohortes Urbanae oder möchtest du lieber Bürger vor Brände schützen, dann schau mal bei der Cohortes Vigilae vorbei. Oder möchtest Du für den Kaiser auf dem Schlachtfeld stehen und dein Land vor Feinden schützen, dann wäre die Legio I Traiana Pia Fidelis in Mantua, genau das Richtige für dich. Oder bist du gar ein Seemann und möchtest die Weltmeere bereisen, Piraten jagen, dann wäre die Classis Misenensis in Misenum dein Ansprechpartner.


    Italia bietet auch viele Götterkulte, denen du dich anschließen könntest, um vielleicht später einen Tempel zu führen.


    Aber nicht nur Arbeit bietet die Provinz Italia, sondern auch jede Menge gesellschaftliche Angebote, wie zum Beispiel gibt es in jeder Stadt größere und kleinere Märkte, dort kann man alle möglichen Waren kaufen. Oder in den späten Abendstunden, kann man Gesellschaft in einer der Tavernen suchen. Und oft lernt man neue Bürger kennen und schießt Freundschaften. Oder bist du ein Anhänger von Wagenrennen und Theater, dann besuch das Panem et Circenses in Rom.


    Nun Bürger, es erwartet Dich einiges und es gibt noch viele andere Dinge in der Provinz Italia zu entdecken, lass Dich selbst überzeugen.


    Wir wünschen Dir viel Spaß und Erfolg im Römischen Reich.


    "Und wie findet Ihr meinen Vorschlag?"

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