Der Verhörraum der Castra

  • Marcellus hatte den Centurio angewiesen, den Praefectus Pratoriae herzuholen, damit er dem Verhö beistehen konnte. Zwei erfahrene Offiziere waren besser als einer.


    Miror, setz Dich da auf dem Schemel. Wir haben einige wichtige Fragen.


    Die Reihenfolge ist jene:


    1. Attentatsplan auf den Kaiser.
    2. Die Gründe des Attentats.
    3. Die Namensliste, wer steckt hinter den Decknamen.
    4. Der Mord an des Felix Vaters, Lucius Flavius Corvinus.
    4. Der Mord an Vinicius Syrius.
    5. Der alte Mann.


    Du siehst das Verhör wird einige Stunden dauern. Die Namen auf deinen Unterlagen sind leider alles Decknamen. Selbst ein Senator steht drauf, aber er wird nur als "Asinus" geführt".

  • Hungaricus kam in den Verhörraum.


    Macrinius... Nun, für Feiern ist später noch Zeit.


    Dann realisierte er den Gefangenen, ungewaschen, stinken, unrasiert, in zerrissenen Kleidern, das blaue Auge leuchtete trotz der schlechten Lichtverhältnisse.


    Schadenfreude konnte Hungaricus nicht verhehlen.

  • Salve Hungaricus


    Macrinius sah Hungaricus nach langen Monaten wieder. Er freut sich, seinen alten Freund wieder zu sehen. Er wirkte so erhaben in dieser seiner ehemaligen Uniform, die des PP.


    Sie steht Dir gut. Ich hoffe, Du freust Dich über diesen dicken Happen hier.


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  • Das ist genau genommen ein Kopf der einer Hydris gleicht. Verstrickt in ellenlosen kriminellen Aktivitäten. Diebstähle, Anschläge, Morde und Attentatspläne. Du kennst ihn...sein Name...ist.....MIR...OR....


    Marcellus blickte in das Gesicht des PP, das sich im selben Augenblick, als die Wortsilbe "OR" fiel, versteinerte.


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  • Miror...


    Das ist nicht dein Ernst... Dieser kleine Waschlappen hier ist der meistgesuchte Mann des Imperiums?


    Er sah sich Miror nochmals an.


    Macrinius, du verdammter alter Fuchs. Wie zum Teufel hast du das hingebracht?


    Hungaricus grinste.


    Wie dem auch sei... Hat das Vöglein schon gesungen? Wenn nicht, helfe ich gerne dabei...

  • Hungaricus...sieh an...ein Lamm im Wolfsfell...ein Prätorianer...


    Wie geht es Syrius, habt ihr seine Tonstatue zuhause aufgestellt? HAR HAR

  • Hungaricus mußte sich beherrschen. Die Wut kochte bereits in ihm, aber dann fiel ihm etwas anderes ein.


    Ah, ich merke, daß sich unser Gefangener sehr wohlfühlt bei uns.


    Er setzte sich und sah Miror in die Augen.


    Macrinius hatte selten Skrupel, körperliche Gewalt anzuwenden. Ich bin da etwas subtiler, aber nur etwas. Wenn du willst, zeige ich es dir gerne, aber nur, wenn du schön schlimm bist und uns keine Antworten auf unsere Fragen gibst.


    Wir verstehen uns?

  • Jetzt reichts


    Marcellus hielt einen Strick um den Hals von Miror und schnürte diesen ein.


    Das ist auch DEIN Praefectus Praetoriae, wenn du weiterhin den Schutz eines römischen Bürgers geniessen willst, dann sei gefälligst höflicher, auch wenn das für dich dein Leben lang ein Fremdwort war. Und jetzt zurück zum Argument. Ich will dich jetzt singen hören.


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  • Hust Würg Hüstel Schneuz


    Nun gut, ich rede. Wenn der Stern des Mirors schon untergehen soll, dann auch einige andere.


    Ich bin seit meiner Volljährigkeit Mitglied einer einflussreichen Verbrecherorganisation. Wir bezeichnen uns als die "Söhne der Minerva". Kopf unseres Zirkels ist ein einflussreicher Mann, der im Alltag eine Toga trägt.Sein Beruf ist die des gesprochenen Wortes. Von daher kannte er auch den jungen Cäsar.


    Des Imperators offensives Verhalten im Osten, die Grenzplänkeleien liesen unsere Warenimporte schwinden. Nur ausgesuchte Händler wie jene aus Tylus konnten reibungslos importieren. Wir, die hingegen vor allem am schwarzen Markt tätig waren, konnten die Nachfrage nicht mehr decken.


    Die Männer, die an der Spitze der "Söhne der Minerva" stehen, investieren ihre gesamten Erlöse in Hispania. Edelmetalle und Landwirtschaft. Der Kaiser machte ihnen da einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.


    Im Frühjahr gab es in einer Taverne in Rom ein Treffen. Nach der Schliessungzeit trafen die feinen Herren hintereinander ein und gaben uns einen konkreten Auftrag. Der Kaiser muss fallen, ob durch Gift oder Dolch war egal.


    Der "Alte Mann" stellte die Verbindung zu Cäsar her. Cäsar verspielte durch Würfel und andere Spassigkeiten Unmengen an Sesterzen. Er hatte anscheinend sogar Spielschulden, doch das entzieht sich meiner Kenntniss. Er wurde unter Druck gesetzt. Und...nein das kann ich nicht sagen...

  • Brech Würg


    Ja, ja doch...


    Miror blickte genervt in die Gruppe vor ihm. Schaumiger Speichel floss aus seinen Mundecken runter und bildete auf der Tischplatte ein unwürdiges Konglomerat an menschlichen Sekreten.


    und...er sagte zu...er war gewillt, die Taten des Brutus, des Cäsars Ziehsohn, zu wiederholen. Ziel war, es wie ein Unfall aussehen zu lassen. Damit hätte er keine Geldprobleme, wäre neuer Kaiser und hätte sich mit den Parthern arrangiert....und unsere Warenflüsse hätten wieder begonnen zu funtkionieren.

  • Marcellus blickte in das Antlitz des Hungaricus und nickte.


    Das habe ich auch herausgefunden.


    Und wer ist Asinus, der Senator? Ist es der "Alte Mann"? Der Kopf eurer Bande? Er hat die grössten Beträge in Hispania investiert, hat eine Menge Betriebe in Tarracco.


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  • Marcellus merkte, dass Mirors Stirn vollbesetzt mit Schweissperlen war und dass sein rechter Arm zitterte. Er wollte jetzt nicht, dass der Wurm an Unwohlsein zusammenbricht.


    Nun gut, behandeln wir den nächsten Punkt.


    Marcellus zeigte Hungaricus das gesammelte Material zu diesem Fall.


    4. Der Mord am Vater von Secundus Felix


    Leg los...


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  • Da gibt es nicht viel zu erzählen...das war ziemlich am Anfang der ganzen Geschichte hier. Felix Vater war damals zuständig für die Reichsfinanzen. Er hat Unregelmässigkeiten bei gewissen Lohnzahlungen bemerkt. Warum auch, wir haben einen Scriba geschmiert, der immer wieder einmal ein paar Beträge abgezweigt hat und uns überwiesen hat. Felix Vater hat sich eines Abends die Akten mitgenommen, den Scriba angebrüllt und ihm seine Entlassung angedroht und da sahen wir einen guten Grund, ihn ins Jenseits zu befördern. Ich bin aber unschuldig, ich führte nur Befehle aus.

  • Marcellus blickte den Miror an und schüttelte den Kopf.


    Ihr habt euch das Leben auch zu leicht gemacht, beim geringsten Widerstand einfach weg, ihr elendes Pack.


    Schnurzieh enger.....


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  • Festus, ich denke wir sollten jetzt den Imperator informieren. Bring das Schreiben dem Kaiser....schone sein Gemüt...es wird ihn sicher umhauhen, wenn Tote aufwachen, auch wenn er göttliche Geschicke zu verstehen mag ;)


    Hungaricus, befrag Miror zu Syagrius, er war schliesslich Dein Blutsverwandter.


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