Unterkünfte der Nautae - Die Barracke mit dem Krebs

  • Die Unterkünfte der Nautae sahen auf den ersten Blick aus wie jede andere Unterkunft in einem beliebigen Militärlager wohl auch. Lagergassen, an deren Seiten sich links und rechts je eine lange Barracke befand. Viele Stuben nebeneinander, davor ein überdachter Gang, am Kopfende eine größere Wohnung für den Kommandeur der Einheit. Nur die Details machten sie unterscheidbar: Rüstungen und Waffen sah man hier weniger herumstehen, dafür mehr Tauzeug und anderes seemännisches Gerät. Und die Zeichnungen an der Stirnwand der Barracke, die sie auch für diejenigen unterscheidbar machten, die nicht lesen konnten, hatten alle mit dem Meer zu tun. Hier also der Krebs, gegenüber ein runder Fisch, nebenan eine Seeschlange, weiter hinten eine Muschel und so weiter.


    Morgens sammelten sich die Nautae vor ihren Stuben, um nach dem Frühstück ihre Tagesbefehle entgegenzunehmen. Für die meisten ging es an Deck oder zumindest zu einem Schiff, für andere in die Werkstätten und manchmal auch ins Umland, um Besorgungen zu machen. Oder für längere Zeit nach Rom, um im Amphitheater die Segelsetzer abzulösen, die dort die großen Sonnensegel bedienten, um für Schatten zu sorgen.

  • Zum Glück hatte heute morgen am Tor die gleiche Wache Dienst. Sonst wäre ich wahrscheinlich nie hinein gelassen worden. Nach dieser furchtbaren Nacht, sah ich wirklich so aus, als wäre ich dem Tode näher als dem Leben. Natürlich hatte niemand eine Unterkunft für mittellose Halunken frei. Und natürlich wollte niemand eben jene kostenlos bewirten.


    Entsprechend sahen mich meine zukünftigen Kameraden auch an, als ich sichtlich ermattet den Gang zum Büro des Trierarchus entlang trottete. Ob das Bad im Meer meinem Körpergeruch abträglich war, konnte ich selbst gar nicht mehr einschätzen.


    Der Gang kam mir endlos lang vor, doch schließlich erreichte ich endlich das am Kopf des Ganges liegende Büro des Trierarchus. Mit einem vorsichtigen Blick um die Ecke konnte ich ausmachen, dass der Kapitän zugegen war. Ich trat also mutig ein und versuchte mich noch einigermaßen zackig zu melden.
    Salve Trierarchus Charidemus! Mein Name ist Hegetor. Ich habe gestern erfolgreich die Musterung durchlaufen und sollte mich heute bei dir melden!

  • Der Trierarchus war von drahtigem Körperbau und trug dichtes, schwarzes Haar, welches in zumindest recht jung für seinen Rang aussehen ließ. Vielleicht bildete es aber auch nur einen guten Kontrast zu den Falten in seinem Gesicht, die von der Seeluft zu stammen schienen und ihm insgesamt ein etwas undefinierbares Alter gaben. "Salve", antwortete er mit kräftiger Stimme und schien informiert zu sein, dass er heute neue Mitglieder für seine Einheit bekam. "Schön, dass du pünktlich bist. Keine weiteren Habseligkeiten dabei?" Ein Gepäckbündel oder ähnliches konnte er zumindest auf den ersten Blick nicht erkennen. "Da soll heute noch einer kommen, Du weißt nicht zufällig, wo er steckt?"

  • Etwas verunsichert schaute ich mich selbst einmal an. Natürlich hatte ich nichts dabei. Die Reise hatte buchstäblich das letzte Hemd gekostet.
    Nein Trierarchus. Ich habe nur das, was ich auf dem Leib trage!Und selbst das war augenscheinlich nicht mehr viel. Und auch darauf lege ich keinen besonderen Wert mehr. Ich freue mich sehr auf meine Aufgaben!Und natürlich auf die Dienstausrüstung. In den Lumpen, die ich an hatte, wollte ich keinen Moment länger unterwegs sein. Außerdem waren sie ein Sinnbild der alten, ständig vom Mangel geprägten Zeit, welche nun zu Ende ging. Kurz innehaltend fuhr ich fort. Meinen Kameraden hatte ich zuletzt auf dem Stützpunkt gesehen. Er war hier etwas länger beschäftigt als ich. Ich hatte daher gestern den Stützpunkt vor ihm verlassen. Er machte aber auf mich einen sehr soliden und verlässlichen Eindruck. Er kommt mit Sicherheit noch!Jedenfalls war das der erste Eindruck, den ich in der kürze der Zeit gewonnen hatte. Ob ich richtig lag, würde man sehen. In der Vergangenheit hatte mich aber meine Menschenkenntnis nie im Stich gelassen. Sinnlos herum stehen brachte aber trotzdem nichts. In jedem Fall war ich für Zeitverschwendung nicht zu haben. Kann ich die Wartezeit evtl. irgendwie sinnvoll nutzen Trierarchus? , wollte ich daher wissen.

  • Dem Trierarchus gefiel die Auskunftsfreudigkeit und Tatendurstigkeit des neuen Rekruten. Konkrete Aufgaben für einen unvereidigten Rekruten, der auf seine Einweisung wartete, hatte er zwar normalerweise nicht in der Hinterhand, aber er wäre wohl ein schlechter Vorgesetzter gewesen, wenn er einem arbeitslosen Untergebenen nicht spontan eine Aufgabe hätte verpassen können. "Immer tatendurstig, das gefällt mir! Hol dir einen Besen und feg den Gang hier durch!" Damit sollte sich die Wartezeit etwas überbrücken lassen und der Trierarchus konnte gleich einen Eindruck gewinnen, wie gewissenhaft der Neue war.

  • Gesagt getan. Ich sah mich kurzerhand im Raum um und konnte hinter einem Kartenschrank einen alten Besen entdecken. Ein kurzer Blickkontakt und ein zustimmendes Nicken, und schon griff ich mir das Ding, welches sicher schon bessere Tage erlebt hatte. Nach den ersten Besenschwüngen aber konnte man sehen, dass der Gute noch recht tauglich war.
    Ich fegte also so vor mich hin. Erst den Eingangsbereich der Unterkunft des Trierarchus, dann folgte der Gang und die entsprechenden Eingangsbereiche der Kammern, in denen die Kameraden untergebracht sein mussten. Im Prinzip war das so ganz praktisch. Ich konnte mir einen Überblick darüber verschaffen, wer wo genau untergebracht war. Es waren nicht viele Kameraden vor Ort, doch von denen die da waren, konnte ich die neugierigen und in Teilen argwöhnischen Blicke vernehmen. Ich mied jeglichen Blickkontakt und versuchte mich auf meine Arbeit zu konzentrieren und trotzdem zeitgleich ein paar Informationen zu erhaschen. Wo war der Velarius untergebracht? Wo Proretra, Gubernator und Symphonicus? Und vor allem, wo würde ich unterkommen?
    Als ich am Ende des Ganges angekommen war, stellte ich frustriert fest, dass ich überhaupt nichts aufklären konnte! Mürrisch fegte ich den inzwischen auf einen stattlichen Staubhaufen angewachsenen Dreck ins Freie und verteilte diesen dort.
    Beide Hände auf und zu bewegend hielt ich nach dem anderen Rekruten Ausschau, der eigentlich noch kommen sollte. Als ich keine Person erkennen konnte, die ihm ähnlich sah, verdunkelte sich meine Mine erneut. Zum Einen wollte ich nun endlich aufgenommen werden und zum Anderen ärgerte ich mich jetzt schon über meine überschwängliche Aussage, dass der Kamerad verlässlich sei. Ich kannte ihn im Grunde genommen gar nicht.
    Verärgert kehrte ich zum Trierarchus zurück in der bitteren Annahme, mich bereits am ersten Tag blamiert zu haben.
    Als ich die Unterkunft erreichte, nahm ich trotzdem Haltung an und meldete deutlich: Auftrag ausgeführt Trierarchus!

  • In der Zeit, in der der neue Rekrut fegte, ging der Trierarchus seinen morgentlichen Pflichten nach, was vor allem bedeutete, dass er mit seinem Scriba gegen die Bürokratie kämpfte. Er schien damit auch noch nicht fertig zu sein, als sich der Rekrut wieder zurück meldete. "Ist der Gubernator noch hier?", fragte er seinen Scriba, was dieser jedoch verneinte. "Nun gut, dann halt anders", stellte er fest, erhob sich und verließ seine Unterkunft. "Blesamius! Her zu mir!" rief er den Gang entlang und wenige Augenblicke später kam aus einer der Stuben ein Mann angelaufen und meldete sich. "Wir haben einen neuen Rekruten. Weise ihm eine Stube zu und erklär ihm das wichtigste. Vereidigung machen wir heute Nachmittag beim Antreten." Dann wandte er sich an den Rerkruten und stellte ihm den anderen Mann vor. "Er ist unser Celeusta. Er kümmert sich fürs erste um dich." Damit war für den Trierarchus alles gesagt und er kehrte in seine Unterkunft zurück.


    Der Celeusta setzte ein freundliches Gesicht auf, als er den Rekruten ansprach. "Salve erstmal. Blesamius ist mein Name. Ich bin hier der Rojermeister. Wir werden also demnächst häufiger mit einander zu tun haben. Wie heißt du? Woher kommst du?"

  • So schnell wie der Trierarchus hier die Kommandos gab, konnte ich kaum folgen. Noch bevor ich ein klares „Jawohl!“ heraus bringen konnte, war er auch schon wieder mit anderen Dingen beschäftigt. Soweit hatte ich wenigstens mitgeschnitten, dass sich nun Blesamius meiner annehmen würde. Ich beantworte daher sogleich seine Fragen, während wir erneut, dieses Mal aber Gott sei Dank ohne Besen, den Gang entlang schritten. Mein Name ist Hegetor. Ich komme aus Germanien. Da ich mich hier weder mit der Ausbildung, noch mit irgendetwas anderem auskannte, und Blesamius außerdem recht nett und aufgeschlossen wirkte, setzte ich gleich zu eigenen Fragen an. Schließlich musste ich ein Bild der Abläufe und der Verantwortlichkeiten gewinnen. Es galt Fehltritte unbedingt zu vermeiden. Sag Blesamius, welche Stube bekomme ich und wer sind meine Mitbewohner? Kannst du mir ungefähr den Ablauf der Ausbildung schildern? Bei der Musterung musste ich nämlich angeben, dass ich gerne zum Deckpersonal gehören möchte. Ich würde gerne Velarius werden musst du wissen.
    Gespannt wartete ich auf seine Antwort. Als Rudermeister war er zwar für die Unterdecks verantwortlich, mit seinem Rang und seiner Erfahrung aber dürfte er mit Sicherheit auch einen größeren Überblick haben. Zumindest hoffte ich das.

  • Der Neue schien viele Fragen zu haben. "Deine Stube? Zeige ich dir sofort, wir sind schon auf dem Weg dahin. Deine Kameraden stellen sich dann am besten selber vor. Sonst vergisst du ja doch wieder alle Namen." Und schon standen sie vor der Stube, die der Celeusta dem Neuen zugedacht hatte. Er öffnete die Tür und schaute sich selber kurz um. "Hier kommst du jetzt unter. Die Kameraden sind schon im Hafen. Das Bett da rechts ist noch frei. Das ist jetzt deines. Du hast kein Gepäck?" Die Frage nach der Ausbildung und den Einsatzmöglichkeiten hatte er nicht vergessen, ging aber erst einmal nur mit einer Rückfrage darauf ein. "Kannst du nähen?"

  • Mit jedem Schritt wurde mir mulmiger zu Mute. Mich ereilten Zweifel. Würden mich die Kameraden willkommen heißen, oder würde man hier knallhart die inoffizielle Rangordnung ausfechten müssen. Ich ging zunächst jedoch vom positiven aus. Als wir an Ort und Stelle waren lauschte ich aufmerksam den Worten des Celeusta, während mein Blick enttäuscht den Raum durchfuhr. Unnötig hatte ich mir Gedanken gemacht. Die Zimmergenossen waren alle ausgeflogen. Aus den Worten schloss ich aber, dass ich sie wohl heute noch kennenlernen würde. Das ist doch ganz hübsch hier! Kommentierte ich gewissenhaft die Unterkunft, um dann gleich auf die nächste Frage einzugehen. Nähen kann ich. Ich musste ja zu Hause auch stets die Netze und Segel des Bootes flicken Celeusta. Gepäck habe ich nicht. Ich hoffte hier keine Ausrüstung mit bringen zu müssen..Davon abgesehen, hätte ich mir völlig pleite ohnehin nichts davon leisten können.

  • "Das ist gut. Dann kann es was werden mit dem Velarius. Aber um meine knallharte Ruderausbildung kommst du trotzdem nicht herum." Der Celeusta grinste selbstsicher, schaltete das Grinsen aber schnell wieder ab. "Dann haben wir ja einiges vor heute. Soldvorschuss abholen und dann schauen wir mal, dass wir jemanden finden, der dich in einen ansehnlichen Zustand für die Vereidigung bringt." Die Worte des Celeusta ließen erahnen, dass er das nicht alles selber machen wollte.


    Sim-Off:

    Für die Vereidigung mache ich schon einmal einen Thread auf, damit du bald deine Signatur bekommst. Wir können hier trotzdem noch weiterspielen.

  • Bei dem Gedanken diese riesigen Ruder in einem stickigen Deck bewegen zu müssen drehte sich mir der Magen gleich zweimal um. Es hatte aber sicher irgendwo seinen Sinn, einmal alles im nautischen Bereich kennengelernt zu haben. Wer weiß in welche Position es einmal gehen wird. Da war es sicher vernünftig auch ein Verständnis für die anderen Abteilungen zu gewinnen. So soll es Sein Celeusta! Ich bin für alle Schandtaten bereit. Wenn ich zunächst aber aus dieser Kluft herauskommen würde(Ich traute mich schon gar nicht mehr an mir selbst zu riechen.) wäre ich schon sehr dankbar! Wo soll ich mein Zeug abholen?



    Sim-Off:

    Gerne. Ich muss ja bestimmt noch die ein oder andere wichtige Person kennenlernen. :)

  • "Zeug abholen?" Der Celeusta schüttelte den Kopf. "Eine Rüstung oder ähnliches, was dir die Armee direkt stellt und was du dann abbezahlen musst haben wir hier im nautischen Teil nicht. Du bekommst gleich einfach einen Vorschuss auf deinen ersten Sold und kannst dir davon Klamotten kaufen und was du sonst noch so brauchst. Ich gebe dir zwei deiner neuen Kameraden mit, damit dich kein Händler übers Ohr haut." Damit machte er eine Geste durch die Tür nach draußen. "Aber erst einmal Geld abholen. Sonst wird das nix mit dem Einkaufen."


    Der Celeusta ging voran, betrat die Unterkunft des Trierarchus, machte Meldung, sprach kurz mit seinem Vorgesetzten und dann etwas länger mit dem Scriba. Der hantierte daraufhin geschäftig mit einigen Dokumenten und einer kleinen Truhe und winkte dann den Rekruten zu sich. "Hier, die Hälfte der ersten regulären Soldzahlung als Vorschuss." Er zählte einige Münzen auf den Tisch. Dann schob er eine gekalkte und schon beschriftete Holztafel herüber sowie eine Schreibfeder und Tinte. "Empfang einmal hier quittieren, sofern du schreiben kannst."

  • Ist gut Celeusta. Ich hatte nur gehört, dass auch die nautischen Angehörigen der Flotte eine spezifische Ausrüstung erhalten. Seemäntel, Geschirr, Messer, Lot, Nähzeug und so. Ist das falsch?
    Doch der Celeusta hatte zunächst anderes im Kopf, und wollte mir zügig etwas Sold zukommen lassen. Ich war sicher, dass er diese Frage noch beantworten würde. Zunächst aber folgte ich ihm artig zurück ins Büro des Trierarchus und wartete an der Tür, bis ich hinein gerufen wurde. Als der Scriba fragte, ob ich schreiben könne, konnte ich mir ein selbstbewusstes Selbstverständlich kann ich schreiben! nicht verkneifen. Ich nahm die Schreibfeder, tauchte sie in das ohnehin bereit stehende Tintenfass, und unterschrieb mit meinem Namen in der Folgezeile unter dem Namen meines Vorgängers. Allerdings fehlte hier etwas. Mit Verlaub Scriba, hier müsste doch noch der auszuzahlende Betrag stehen, oder? Bemerkte ich freundlich und zeigte mit dem linken Zeigefinger unter den zuletzt eingetragenen Geldbetrag der Vorgängerzeile.

  • Der Schreiber lies sich durch den Hinweis nicht aus der Ruhe bringen, nickte nur und nahm die Tafel wieder an sich. Dann warf er noch einmal einen prüfenden Blick auf die ausliegenden Münzen und vervollständigte die Eintragungen, bevor er die Dokumente wieder zur Seite legte. "So, das war's von meiner Seite. Viel Spaß damit und willkommen bei der Truppe." Dann blickte er zum Celeusta, ob sonst noch etwas anlag, aber der schüttelte den Kopf und verabschiedete sich wiedewr. Auch den Rekruten dirigierte er wieder nach draußen.


    "Das hätten wir also. Wo waren wir stehengeblieben?" Er sah seinen neuen Kameraden an. "Ach ja, spezifische Ausrüstung. Klar, das Zeug gibt es alles und wirst du brauchen. Aber es ist wohl ein weit verbreiteter Irrtum unter Neulingen, dass es hier irgendwo ein großes Gebäude gäbe, in dem stapelweise solches Zeug herumliegt und wo man nur rein gehen muss und alles übergeben bekommt." Der Celeusta schien diese Vorstellung zumindest sehr belustigend zu finden. "Haben wir aber nicht. Keine Ahnung, ob andere Einheiten sowas haben, aber bezahlen müssen die ihr Zeug auch selber. Wäre mir neu, dass irgendwo jeder Neuling ein Messer geschenkt bekommt, zum Beispiel. Ist hier also nicht anders. Werkzeug gibt's in der Fabrica. Kannst du entweder kaufen, dann ist es deins, oder du bekommst es nur für deine Aufgabe ausgehändigt. Dann ist es nicht deins. Und glaub' mir, bei Klamotten und Geschirr und vielen anderen Dingen willst du ganz bestimmt, dass es deins ist! Also selber kaufen gehen." Während sie sprachen, spazierte der Celeusta Richtung Lagertor. "Wir müssen runter zu den Schiffen. Alle deine Stubenkameraden sind schon dort. Lernst du gleich den Weg kennen."

  • Ein kurzes Danke Kamerad! Konnte ich dem Schreiber noch zu werfen, während ich hastig die 5Sz zusammenkratzte um anschließend dem Celeusta hinterher zu stürmen. Schade eigentlich. Ich hätte den Mann gerne noch gefragt, wie er heißt. Den Schreiber des Trierarchus beim Namen zu kennen, konnte schließlich nicht schaden. Zum Glück drosselte Blesamius ein wenig sein Tempo um mir die Sache mit der Ausrüstung zu erklären. Was er ausführte war schlüssig, und so beschloss ich mir mein Zeug selbst zu kaufen. Bloß wie?. In Ordnung Celeusta hab’s verstanden. Manchmal hört man ja so allerhand Seemannsgarn. Im Ernst! Ich bin wirklich davon ausgegangen, dass ich eine Grundausrüstung gestellt bekomme. Während wir uns scheinbar zum Hafen bewegten, fuhr ich fort. Irgendwie musste ich mich ja organisieren. Sag, gibt es evtl. eine Art Einkaufsliste, die ich abarbeiten kann? Ich werde den Krempel ja unmittelbar brauchen. Das kann man doch bestimmt nicht vom ersten Sold bezahlen. Ich überlegte laut weiter: Besteht die Möglichkeit, dass die Einheit in Vorklasse geht, und dafür regelmäßig einen Teil des Soldes einbehält? Jedenfalls so lange, bis Alles abbezahlt ist.


    Ich nickte ihm freudig kurz zu als er mir mitteilte, dass wir zum Hafen hinunter mussten. Immerhin würde ich dort endlich meine Stubenkameraden kennenlernen.
    Wie hieß eigentlich der Schreiber im Büro des Trierarchus und welchen Dienstgrad hatte er Celeusta?, wollte ich auch noch wissen.

  • Anscheinend hatte der Celeusta tatsächlich einiges erzählt, was Außenstehende nicht wussten. Wenn man erst einmal ein paar Jahre bei der Armee war, war einem das wohl gar nicht so bewusst, welches Wissen man hatte, das andere nicht hatten. "Ich gebe dir eine lebende Einkaufsliste in Form deiner Kameraden mit. Die werden dich beraten. Vorschuss hast du gerade bekommen, mehr gibt es nicht. Aber die meisten Händler kennen das und wenn die Kameraden dabei sind, werde sie auch Anzahlungen nehmen und es dich später abbezahlen lassen. Sie leben schließlich vom Geschäft mit uns und wissen, dass wir zuverlässig sind." Der Celeusta warf einen prüfenden Blick auf den neuen Kameraden, als wollte er sich vergewissern, dass dieser ebenso zuverlässig war.


    Sim-Off:

    Realistische Preise für den meisten Kram werden sich ohnehin nicht finden lassen, geh daher ruhig mal davon aus, dass deine Vorausszahlung deutlich mehr als 5 Sesterze sind (die römische Armee zahlte nicht wöchentlich wie unsere WiSim) und das du damit zumindest die Anzahlungen für alles nötige hinbekommst.


    "Er heißt Thearidas", antwortete er dann auf die nächste Frage nach dem Kameraden im Büro des Trierarchus. "Dienstgrad? Er ist auch ein Nauta, wie die meisten. Er hat halt nur eine von Dutzenden Sonderaufgaben, die es in der Armee gibt. Sein Postens chimpft sich Exceptor, aber Scriba ist auch in Ordnung. Eigentlich macht der Beneficiarius Trirarchi die Soldauszahlung, aber der war gerade nicht da. Ist wahrscheinlich im Horreum, denn für den Provinat ist er auch zuständig."


    Damit kamen sie langsam am Hafen an und der Celeusta steuerte zielstrebig auf eines der Schiffe zu. Er machte Meldung beim Gubernator und bat um die Erlaubnis, zwei Kameraden aus der Stube des Neuen abzuziehen, damit sie mit ihm die Einkäufe machen konnten. Dann holte er genau diese zwei zu sich und stellte sie ihrem neuen Kameraden vor. "Das sind Dracontides und Gannascus. Jungs, das ist Hegetor. Er ist unser neuster Neuzugung und ab heute in eurer Stube. Soldvorschuss haben wir schon abgeholt. Kümmert euch um ihn, damit er für die Vereidigung heute Nachmittag ordentlich eingekleidet ist und morgen alles hat, was er für den Dienst braucht."

  • Aufmerksam hörte ich zu und versuchte mir alle Verantwortlichkeiten zu merken. Eine kleine Wachstafel konnte ich über die Reise retten. Zum Abend auf der Stube nahm ich mir vor, die Informationen darauf nieder zu schreiben.
    Am Hafen angekommen, wurde ich dann auch endlich mit meinen beiden Zimmergenossen bekannt gemacht. Augenscheinlich waren beide schon etwas länger dabei, sonst wären Sie vermutlich nicht für mich abgestellt worden.
    Schön euch kennen zu lernen Kameraden! Ergänzte ich meine Vorstellung durch den Celeusta., und nickte beiden dabei freundlich zu. Ich nahm an, dass wir drei nun direkt in die Stadt verlegen würden, wartete aber ab, was die beiden nun entscheiden würden.

  • "Salve!", grüßte derjenige zurück, der als Gannascus vorgestellt worden war und der andere nickte zur Begrüßung. "Willkommen in unserer Stube. Hegetor ist dein Name? Woher kommst du?"


    Du Männer vergewisserten sich noch kurz, dass sie wirklich den Befehl zum sofortigen Abtreten in Richtung Stadt hatten und führten den Neuen dann zum Markt.

  • Noch während ich antwortete, machten sich die Kameraden auf. Ich folgte ihnen in der Hoffnung, mich endlich einkleiden zu können.Ja genau! Hegetor. Ich stamme aus Germanien. Genauer aus dem freien Germanien aus der Nähe des Rhenus.

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