[Vor der Castra] Die Schenkung

  • Wie mit Optio Appius Furius Cerretanus vereinbart, fand sich Hairan, der sich in Roma den Künstlernamen "Anis von Alexandria" zugelegt hatte, umweit der Porta der Castra ein, um die Sklavin Eireann in Empfang zu nehmen.


    In seinem Gepäck trug er zwei Abschriften eines aufgesetzten Vertrages, um später auch beweisen zu können, dass die Frau sein Eigentum war:



    Schenkungsvertrag


    zwischen Optio Appius Furius Cerretanus, im Folgenden Schenker
    genannt
    und
    Anis von Alexandria, im Folgenden Beschenkter genannt,
    beide wohnhaft in Roma



    1.Vertragszweck
    Der Schenker und der Beschenkte sind sich darüber einig, dass dem Beschenkten von dem Schenker unentgeltlich der in 2. bezeichnete Schenkungsgegenstand zugewendet werden soll.


    2.Schenkungsgegenstand
    Der Schenker wendet dem Beschenkten
    den Gegenstand Eireann Serva zu.
    Zwischen den Parteien besteht Einigkeit hinsichtlich der Unentgeltlichkeit der Zuwendung.


    3.Vollzug
    Die Schenkung vollzieht sich durch die vorstehende Einigung sowie die Übergabe des Schenkungsgegenstandes


    4.Transport
    Der Beschenkte ist für den Transport verantwortlich und übernimmt die hierfür anfallenden Kosten.



    Die Schenkung wird mit keinerei Auflagen verbunden.,


    ANTE DIEM III KAL IUL DCCCLXX A.U.C.


    Unterschriften Schenker und Beschenkter

  • Gut zwei Wochen nach der Freilassung Eireanns ,aus dem Carcer, trafen sich nun die beiden Veetagspartner.
    Der Treffpunkt war eine Ironie des Schicksals könnte man meinen denn es geschah vor der Castra.
    Appius selbst war bereits vor Ort. Schliesslich war die Castra sein Zuhause. Wobei es dies nicht immer war.
    Ungeduldig wartete der Furier nun vor dem Haupttor auf Eireann, die unter der Aufsicht eines alten Freundes stand und die Verantwortung übernommen hatte dass die Sklavin die gestellten Auflagen ja einhielt.
    Hairan erblickte er erst nachdem er die nähere Umgebung abgesucht hatte. Mit langsamen, ruhigen Schritten näherte er sich dem Mann und blieb vor ihm stehen.


    " Salve, Anis von Alexandria. Es freut mich zu sehen dass du pünktlich bist. Eine Eigenschaft die so manchen fremd ist." begrüßte er den Wahrsager neutral.
    " Etwas Geduld bitte noch."meinte er dann beruhigend. " Das Objekt deiner Begierde wird gleich hier sein. Du hast den Vertag aufgesetzt?"

  • Hairan war in prächtige lange Tunika und einen seidenen safrangelben Mantel bekleidet; nun legte er beide Hände gegeneinander und deutete ein Nicken an. Er war alleine gekommen, da er keinen Sklaven besaß; seine Sklavin sollte Eireann nun werden.
    An der Seite trug er einen Beutel, der wohl gefüllt war; Hairan hatte wenig Sorgen, sich durch die Subura zu bewegen. Er war bewaffnet; obgleich Zivilpersonen Waffen verboten waren, trug er unter seinem weiten Mantel ein clunaculum, einen kleinen Opferdolch hinten im Gürtel, bei dem er durch einen besonderen Mechanismus Gift auslösen konnte, aber bereits sein Ruf hielt ihm unerwünschtes Gelichter für gewöhnlich vom Hals.


    „Salve, Sohn des Mars“, sprach er langsam:
    „Ich wünsche dir den Segen der Gottheit. Ein befreundeter Notar hat mir den Vertrag aufgesetzt, und ich bringe ihn in doppelter Ausführung.“


    Er reichte dem Römer beide Schriftrollen, damit der sich vom Inhalt und dass der Text in beiden Ausfertigungen identisch war, überzeugen konnte.

  • " Danke dir, Anis von Alexandria." Appius nahm die beiden tRollen entgegen, verglich sie und inspirierte deren Inhalt. Seinem Ermessen nach war alles in Ordnung. Es gab keine komplizierten Textpassagen und auch keine die sich selbst widersprachen.


    " Ich denke somit ist unser Handel erfolgreich abgeschlossen" meinte Appius freundlich und deutete mit einer Handbewegung in südliche Richtung. Dort kam sein Freund mit Eireann in Begleitung.
    Nicht lange dauerte es und beide waren ebenfalls vor Ort.


    " Maximus" sprach der Furier seinen Bekannten an. " Ich freue mich dich pünktlich zu sehen. Etwas anderes habe ich auch nicht angenommen. Und wie ich sehe ist Eireann wieder soweit hergestellt. Ich wusste dass ich mich auf dich verlassen kann."


    Maximus stammte ebenfalls aus der Provinz Noricum. Dass sich die beiden wieder sahen, hier in Rom, war reiner Zufall.


    " Cerretanus. Was blieb mir den anders übrig. Schliesslich war ich dir noch eine Gefallen schuldig. Und soviel Aufwand hatte es ja nun auch wieder gemacht." Maximus blickte kurz zu Eireann und sagte zum Abschluss:" Falls du es einrichten kannst...komm dich Mal wieder vorbei. Aber vllt nicht in dem Zeug da dass du jetzt gerade trägst. Etwas informeller wäre besser. Ich muss aber nun wieder weiter. Es wartet noch Arbeit auf mich. Vale, Cerretanus."


    Anis von Alexandria bedachte er mit einem Kopfnicken bevor er in die Richtung eilte aus der er gekommen war.


    " Hiermit ist es nun offiziell. Sie gehört dir."

  • Nachdem Eireann die mehrschwänzige Peitsche des Miles zu spüren bekommen hatte. Hatte schlußendlich ihr Körper kapituliert und ließ ihren Geist von einer gnädigen Ohnmacht umfangen. Somit war es für den Bekannten des Optio, Maximus aus Noricum ein leichtes, die Keltin auf Geheiß des Furiers mitzunehmen. In einem abgelegenen Haus in der Subura wurde Eireann gesund gepflegt. Ein Medicus versorgte nicht nur ihre Peitschenstriemen. Sondern auch sämtliche weiteren Verwundungen. Dabei stellte der Medicus keine Fragen.


    Der ältere Mann nahm die Münzen und verschwand auch schon. Während Eireann allmählich aus ihrem Dämmerschlaf erwachte, in den sie der Medicus versetzt hatte. Mit großen Augen blickte sich die Dunkelhaarige um. So vergingen fünf weitere Tage, bis Maximus diie Silurerin für wiederhergestellt betrachten konnte. Die Striemen auf ihrem Rücken würden verheilen und Narben würden zurück bleiben. Bis es jedoch so weit war schärfte Maximus der Keltin ein das sie darauf achten sollte keinen Dreck in die Wunden dringen zu lassen. Um ihren Rücken zusätzlich zu schützen bedeckte Maximus die Wunden Eireanns mit einem leichten Tuch, welches er verknotete. Schließlich hüllte er ihren Körper in eine
    orange-gelbe Tunika. Zufrieden betrachtete Maximus sein Werk und setzte Eireann zu guter letzt einen Stechginsterkranz in ihre dunklen Strähnen. Währenddessen hatte Eireann kein Wort gesagt. Und so griff Maximus nach dem Sklavenkragen, der sich noch immer um Eireanns Hals schmiegte.


    Ohne Hast und dennoch resoluten Schrittes durchquerte das merkwürdige Gespann die Subura und näherte sich schließlich der Castra. Augenblicklich spannte sich Eireanns Körper an und ein zittern befiel ihren Leib. Und dennoch verließen keine störrischen Worte ihre Lippen. Lediglich ihr Blick irrte für einen kurzen Augenblick über die Mauern der Castra. Bis sie ihren Blick auch schon niederschlug und den Staub zu ihren Füßen fokussierte.

  • Hairan unterschrieb beide Exemplare des Schenkungsvertrages im Beisein des Optios und reichte sie ihm zur Unterschrift weiter.
    Vermutlich hatten die Urbaner die Sklavin während des Verhöres gefoltert, aber so etwas respektierte der Parther.
    Soweit er beurteilen konnte, war die Frau von diesem Maximus wieder aufgepäppelt worden, so dass sie ihm nicht gleich weggsterben und dann entsorgt werden musste.( auch eine billige Beerdigung kostete Geld, wenn man den Leichnam nicht in den Tiber warf)
    „Von meiner Seite wäre alles in Ordnung, Optio Cerretanus und auch nochmals Dank für die Pflege, Maximus. Vale Bene und der Segen der Götter euch Beiden, sprach Hairan und dann zu Eireann:
    „Ich hoffe, du kannst eine gute Strecke laufen. Weder wirst du getragen werden noch werde ich eine Sänfte mieten.“



    >>> Subura Anis & Aethra (Hairan & Eireann)

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