Eine Strasse - Ein Putzexperiment

  • Am vorgesehenen Abend und nach etlichen Besuchen im Pumpwerk und den Läden, welche diese Strasse säumten, begaben sich die 4 für die Strassenreinigung zuständigen Vigintiviri wie verabredet zum Treffpunkt.


    Es waren arbeitsame Tage gewesen, seit meiner Vorsprache beim Praefectus Urbi. Alle Ladenbesitzer mussten persönlich darauf vorbereitet werden, dass ihre Strasse für ein Experiment bei der Strassenreinigung vorgesehen war und dass sie deswegen nicht wie gewohnt die ganze Nacht hindurch mit ihren Wagen anliefern durften, sondern diese Wagen sich eine halbe Stunde früher aus dem Gebiet entfernen mussten, damit die entsprechende Reinigung schnell und ungestört durchgeführt werden konnte.


    Einige der Ladenbesitzer hatten ziemlich aufbegehrt, doch nach der Versicherung, dass es eine einmalige Behinderung ihrer Tätigkeit sein würde und bei einem Erfolg die Strasse schneller sauber würde als normal und die Lärm- und Geruchsbelästigung zudem ebenfalls geringer sein würde, sowie einem nicht unbeträchtlichen Handgeld, von dem niemand wusste woher es gekommen war, liessen sich alle zur Befolgung unserer Anweisungen überreden.


    Da die ausgewählte Strasse noch nicht wirklich innerhalb der berüchtigten Subura lag, aber dennoch bereits zu diesem Viertel zählte, trauten wir uns auch ohne allzu grosse "militärische" Schutzmassnahmen dorthin. Trotzdem wurden wir an diesem Abend von einem guten Dutzend Männern mit Knüppeln und anderen Gegenständen begleitet.


    Wir beobachteten von unserem Treffpunkt am oberen Ende der Strasse aus, wie sich die Wagen in der Strasse drängten, während die Ladenbesitzer mit flüchtigen Blicken in unsere Richtung und lauter werdenden Beschimpfungen ihrer Sklaven zu verstehen gaben, dass sie sehr wohl wussten, was von ihnen erwartet wurde.


    Sim-Off:

    Offen, falls jemand will. Ziel des Plots bei mir über PN zu erfahren.

  • Tiberius hatte es sich an diesem Abend nicht nehmen lassen, bei dieser erstaunlichen Aktion des Vigintivirn mitzuwirken.
    Soweit er das erkennen konnte, ging es hier um mehrere Dinge. Einmal ging es darum, auszutesten, wie die Reinigung einer typischen Straße Roms so vonstatten gehen konnte. Die Schwierigkeiten zu Beginn waren schon offensichtlich. Die Ladeneigner waren nicht eben erfreut gewesen, dass der Karrenverkehr eingeschränkt werden musste. Mit solcherlei Widerständen musste auch anderswo gerechnet werden. Das sollte eingepreist werden.


    Zum anderen ging es wenn man Tiberius fragte auch darum, zu zeigen, dass die Vigintivirn tatsächlich etwas unternahmen und das Problem bei der Wurzel auf der Straße anpackten.
    Daher, fand Tiberius sollte man diese Aktion so gut es ging propagandistisch nutzen.


    Er hatte sich deshalb die Freiheit genommen, ein Banner erstellen zu lassen, das ankündigte, was hier eigentlich passieren sollte.


    - HIER BEFREIEN DIE VIGINTIVIRES DIE STADT VOM DRECK -


    Tiberius ging zu Annaeus Florus und zeigte ihm das Banner. Es war schließlich für den Amtsträger zu entscheiden, was bei dessen Aktin gezeigt wurde.


    "Was denkst du? Die Leute sollten wissen, was wir hier treiben, damit sie angemessen dankbar sein können, meinst du nicht?"

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  • Salve Valerius Flaccus. begrüsste ich den überraschenden Zaungast. Ich hatte in der Tat nicht damit gerechnet, dass sich Schaulustige einfinden würden.


    Ein schönes Banner, allerdings wurde die Nachbarschaft bereits im Vorfeld über unser Vorhaben informiert, daher befürchte ich, dass hier schon alle wissen, was passiert. Trotzdem finde ich es äusserst freundlich, dass du unseren Versuch in dieser Art unterstützen möchtest!


    Ich versuchte dies in einem so freundlichen Tonfall zu äussern, dass sich meine neue Bekanntschaft auf gar keinen Fall angegriffen oder zurückgewiesen fühlen konnte, denn ich freute mich wirklich darüber, dass nicht alle Menschen der Umgebung das Gefühl hatten, wir würden sie lediglich in ihrer Arbeit behindern.

  • Flaccus rollte das Banner wieder ein.
    "Wie du meinst. Du bist der Chef. Ich dachte mir bloß, dass wir so viel Aufhebens um deine gute Idee machen sollten wie möglich. Damit es auch jede mitkriegt. Hehe.
    Soll sich doch herum sprechen, dass der Vigintivir anpackt. Aber gut."


    Erwartungsfroh sah er sich in der Gasse um. Hier gab es viel zu tun.


    "Also? Wo fangen wir an?"

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  • Da hast du absolut Recht, es dürfen ruhig viele Leute merken, dass etwas gemacht wird. Allzu oft passieren hier in Rom wichtige Dinge und keiner merkt es, bis es entweder zu spät ist oder bis alles schon vorbei ist.


    Die Einstellung meiner neuen Bekanntschaft gefiel mir wirklich.


    Wenn du wirklich helfen möchtest, so müssen wir zuerst alle grossen Abfallprodukte von der Strasse entfernen. Zerbrochene Kisten, verlorene Schuhe, grober Abfall von den Waren, einfach alles was wir nicht bloss in die Cloaca spülen sollten.


    Wie fast auf Befehl kamen aus einer der Querstrassen einige Männer mit Karren und Kisten. Scheinbar war es nun Zeit und die Putzmannschaft war angekommen.


    Eigentlich ist dies die Arbeit dieser Männer, die du gerade ankommen siehst und meine Aufgabe ist es bloss zu überwachen und zu beobachten.
    Ich erwartete nicht, dass der Valerier wirklich mitanpacken würde und gab ihm daher noch eine andere Möglichkeit.
    Da ich jedoch nicht überall gleichzeitig sein kann würde es mir sehr helfen, wenn du von hier oben den ganzen Ablauf beobachten könntest. Ich selbst müsste fast schauen, dass die Putzleute die Arbeit richtig machen. Immerhin ist dies ein Experiment, es hat also noch niemand das so gemacht und die Anweisungen des Praefectus Urbi, dass nur die Fäkalien und Dinge die man daraus nicht entfernen konnte in die Cloaca geschwemmt werden sollen, waren sehr deutlich.

  • Tiberius nickte und sah zu einem Teil der Mannschaft herüber.


    "Ihr habts gehört. Die großen Abfallprodukte zuerst. Kisten und Gedöns. Passt auf, dass ihr nichts weg räumt, was anderen Leuten noch lieb und teuer ist, sonst kann ich euch morgen führ noch in der Basilika wegen Diebstahls verteidigen, hehe. Aber das werdet ihr ja schon mitkriegen.Dann werden wir mal loslegen, wie?"

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  • Auf der Suche nach Arbeit hatte Andronikos schließlich den Aufruf des Vigintivir gehört und hatte sich zur Putzaktion gemeldet. Er hatte kein Problem damit, Dreck von der Straße zu schüppen. Hatte nicht auch Christus sich mit dem Niedrigsten des Niedrigsten abgegeben? Wenn der das konnte, dann konnte der das auch.
    Nun würde er seine christlichen Gedankengänge natürlich nicht hier auf der Straße heraus posaunen. Diese waren im Moment nicht gern gehört und es war nicht besonders sicher, wenn man offen als Christ herum lief.


    Also hatte er für diese Aufgabe die Identität des einfachen grichischen Immigranten angelegt, der in der ewigen Stadt (pah) sein Glück versuchen wollte.


    Und so wartete er auf das Signal des Vigintivirn zum Beginn der Aktion. Einen Hilfsaufseher hatte der sich immerhin schon mal zugelegt. Offenbar ein Anwalt.. Nun, das konnte nützlich sein, wenn hier mal irgendwas schief lief.

  • Neben den Männern der offiziellen Putzkolonne, welche diese Arbeit jeden Tag machten und sich von unseren neuen Ideen auch eine Erleichterung ihrer Arbeit versprachen, gesellten sich auch noch andere Menschen zu uns.
    Scheinbar war es hier, selbst am Rande der Subura, nicht alltäglich, dass so gut sauber gemacht werden sollte.


    Nun ja, mir konnte dies natürlich nur Recht sein.


    Also dann, ihr habt es gehört, an die Arbeit. Alles was nicht Fäkalien oder kleine Speisereste sind, wird eingesammelt und in diesen Kisten zum Abtransport bereit gemacht.


    Sofort machten sich alle aus der Putzkolonne an die Arbeit.

  • Tiberius machte sich daran, eine Gruppe zu beaufsichtigen, als ihm noch eine Frage kam.


    "Sag mal, was machen wir eigentlich mit dem Mist, der nicht in die Kisten soll? Eigentlich muss der Dreck in die Cloaca. Wenn du mich fragst ist die Scheiße"


    hier fand er diesen ungehobelten Begriff durchaus angemessen.


    "das größte Problem hier. Du hast nicht zufällig mal angefragt, ob man für alle paar Straßenzüge einen Skalven abstellen könnte, der diesen Unrat zusammen schüppt und in die Cloaca kippt? Dann würds in der Gegend auch nicht so stinken wie Sau."


    Für einfach Bürger würde sich das kaum geziehmen. Und sicher würde einer der reicheren Poltiker sich gern beim Pöbel beliebt machen, wenn er als Opfer für das Gemeinwesen ein paar Sklaven für eben dieses Gemeinwesen abstellen würde. Der Praefectus vielleicht?

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  • Bei der Frage des Valerius konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, zeigte sie doch, wie wenig die "normalen" Bürger der Stadt über die Strassenreinigung in ihrer Stadt wussten.


    Genau dafür gibt es uns Quattuorviri viis in urbe purgandis und die uns unterstellten Männer. Jedes Quartier hat zugeteilte Putzkolonnen, so wie die Männer, welche du da soeben ankommen sahst. Diese putzen jeden Morgen, nachdem die Wagen aus der Stadt verbannt wurden, alle Strassen, damit die Bürger am Morgen sich nicht die Schuhe im Pferdedreck der vergangenen Nacht dreckig machen.


    Dass dies nicht abnormal war, dass man als Bürger nichts davon bemerkte, hielt ich dem Valerius nicht vor, was er hoffentlich auch an meinem Tonfall hören konnte. Immerhin war zu dieser Zeit jeder einigermassen anständige Römer im Bett und schlief.


    Dann wird der ganze Mist zusammengekehrt und entweder in die Cloaca entsorgt, oder zur Verbrennung ausserhalb der Stadtmauern gebracht. Um diese Arbeit etwas zu erleichtern habe ich beim Praefectus Urbi um das heutige Experiment ersucht. Wir werden heute die Strasse nur vom groben Dreck säubern und dann Wasser vom Pumpwerk dort oben in diese Strasse einleiten. Wenn alles so verläuft wie meine Kollegen und ich das angedacht haben, so wird dann die Reinigung der Strasse viel einfacher und schneller gehen, weil das Wasser uns dabei behilflich sein wird, die Fäkalien bis in die Cloaca zu spülen.


    Während dieser Ausführung zeigte ich nach oben zum Pumpwerk.


    Gleichzeitig behielt ich die Arbeiter im Blick, welche eifrig dabei waren, den groben Mist vom Dreck zu trennen.

  • In der Zwischenzeit hatten sich die Gefässe, Behälter und Holzkisten des Putztrupps beachtlich gefüllt. Es schien in dieser Strasse eine Menge an grösserem Unrat zu geben und trotzdem war der Strassenbelag noch immer bedeckt von den Exkrementen der Pferde, welche die Fuhrwerke zogen, der Maulesel, welche ihre Lasten trugen und dem Dreck, den ein ganzer Tag in Rom halt sonst noch mit sich brachte.


    Es wurde also an der Zeit, dass ich mich in Richtung Pumpwerk aufmachte, um dort den Befehl für die Spülung zu geben. So verabschiedete ich mich von Valerius, nicht ohne ihm anzukündigen, dass ich ihn in den nächsten Tagen einmal besuchen wollte, und machte mich auf den Weg.


    Beim Pumpwerk angekommen vergewisserte ich mich, dass die Arbeiten in der Strasse soweit abgeschlossen waren. Mein Blick zeigte, wie die Kisten und Behälter auf grosse Handkarren geladen wurden und niemand mehr beim Sammeln war. Einige der Arbeiter hatten sich mit ihren Besen bereits aufgestellt, um die Exkremente mit dem Wasser zusammen die Strasse hinunter zu wischen.


    So, nun sind wir bereit! meldete ich dem Pumpmeister. Schon vor der ganzen Aktion war ich natürlich bei ihm gewesen und hatte mit ihm den Ablauf angeschaut.


    Wasser marsch! befahl dieser dann auch und schon wenig später schoss aus dem Pumpwerk ein kräftiger Wasserstrahl in die Strasse hinaus.


    STOP!!!!!! Nicht so viel! brüllte der Pumpmeister und der kräftige Strahl verringerte sich zu einem gemütlichen Plätschern.


    Das Wasser strömte die Strasse hinunter, bedeckte dabei die ganze Fläche um 2-3 Fingerbreiten, aber wurde nie hoch genug, um die erhöhten Eingänge zu den Häusern und Geschäften, oder die eingelegten Trittsteine für einen sicheren Übergang zu überschwemmen.
    Die Männer des Putztrupps wischten nun mit ihren Besen die Exkremente von der Strasse und durch die zusätzliche Hilfe des Wassers rutschte alles viel leichter den Hügel hinunter. Innert kürzester Zeit war die Strasse nur noch nass, wie wenn ein ein Regen sie sauber gefegt hätte und der ganze "Mist" war am unteren Ende wie normales Abwasser in die Cloaca abgeflossen.


    Das sollte reichen. sagte ich zum Pumpmeister und dieser brüllte sofort Wasser STOP!


    Ich bedankte mich beim Pumpmeister noch für die gute Zusammenarbeit und bat um einen Bericht seinerseits, der Probleme und Schwierigkeiten genauso enthalten solle wie die leichten Dinge. Dann ging ich die Strasse wieder hinunter, welche von den Männern des Putztrupps nochmals inspiziert wurde.


    Das Resultat konnte sich in der Tat sehen lassen. Innerhalb kürzester Zeit war eine beachtlich lange Strasse gereinigt worden, so wie es sonst nur ein starker Regen hätte erreichen können. Die Steine glitzerten und blinkten im Schein der Fackeln.


    Unten angekommen, sammelte ich den Trupp, überwachte die Verteilung der weiteren Aufgaben und bedankte mich für die Arbeit.
    Dann ging es für mich in Begleitung eines Schutztrupps wieder zurück in die Domus Annaea, während die Männer den groben Abfall noch ausserhalb die Stadtmauern bringen mussten.

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