Erholung vom Nichtstun

  • Ah, ist das ein Tag heute! Agrippa streckte sich stöhnend und verließ gemächlichen Schrittes die Umkleide. Es war einer dieser vollkommen unproduktiven Tage, deren Verlauf schon am Morgen prophezeit werden kann. Erst hatte er keine Lust gehabt, aus dem Bett zu gehen, dann hatte ihn von irgendwoher ein hinterhältiges Kopfweh heimgesucht – kurz: es war kein erfreulicher Tag! (Obwohl das Wetter anderer Meinung zu sein schien…)


    Träge und müde war er – das beschrieb seinen emotionalen Zustand wohl am besten. Und wofür nutzte man so einen Tag am besten? Na, für einen Besuch der Thermen natürlich! Ein Ort der Entspannung und des Wohlbefindens – hatte man ihm jedenfalls gesagt. So hatte sich Agrippa auf den Weg zum Marsfeld gemacht, zu den Thermae Agrippae.


    Nach dem Verlassen der Umkleide ging es sofort in´s calidarium. Agrippa machte es sich in einem der heißen Wasserbecken bequem und genoss das heiße, ihn umschmeichelnde Wasser. Mhhhh, endlich … nichts tun.

  • Mit geschlossenen Augen hatte Agrippa schon eine ganze Weile in dem Wasserbecken gesessen. Das heiße Wasser hatte seine Muskeln entspannt und aufgeweicht. Irgendwie hatte er jetzt überhaupt keine Lust, sich zu bewegen oder – noch unvorstellbarer! – das Becken zu verlassen und mit der unangenehmen Kälte konfrontiert zu werden. Denn diese Kälte lauerte schon, nur darauf wartend, dass der junge Mann hier das Becken verließ, dass er den Schutz des heißen Wassers hinter sich ließ.


    Eine prekäre Lage! Und ohne wirklichen Ausweg. Aber eines konnte er tun: Das Verlassen des Beckens so weit wie möglich verzögern. Ja, das konnte er machen.


    Das wird dann wohl ein langes Bad. Um dieses nicht ausschließlich mit seinen Sorgen und Gedanken zu verbringen, öffnete Agrippa die Augen und sah sich um. Er war schließlich nicht der einzige Gast in den Thermen und vielleicht spielte sich um ihn herum ja etwas Interessantes ab. Er sah sich um und betrachtete das Geschehen im calidarium.


    Sim-Off:

    Ach ja: Ich freue mich über Gesellschaft :)

  • Manchmal findet selbst das blindeste Huhn ein Korn...


    Senator Avarus badete nicht oft öffentlich. Immerhin besaß der eine Casa in Rom die diesen Komfort mehr als nur erlaubte. Aber ab und zu sah er einen Nutzen darin auch die Bäder jenseits seines Hauses aufzusuchen.


    Nach einer kalten Dusche kam ein frisches Bad in angenehm kühlen Wasser, danach eine Massage und das obligatorische abschruppen. Dann wanderte er die Becken ab und suchte nach einem weniger frequenzierten...


    "Salve, du hast doch nichts dagegen, wenn ich mich dazu geselle oder?!"


    Egal! Er wartete eine Reaktion nicht ab sondern enterte das Wasser mit seinem atlethischen über (Ü) sechzig Körper. :D


    "ah ist das herrlich." :]

  • „Nein, nein, mach´s dir bequem“, antwortete Agrippa automatisch dem älteren Mann, der sich zu ihm gesellen wollte. Doch dieser hatte Agrippas Reaktion gar nicht abgewartet und befand sich schon im Wasser, bevor er überhaupt den Satz hatte beenden können. Ein bisschen ungewöhnlich war das Verhalten schon. Entweder hat er mich als besonders freundlich eingestuft oder er ist ein bisschen komisch. Wer wusste schon? Besonders die Art, wie sein neuer „Mitschwimmer“ sich bewegte – auf eine leicht abwegige, athletische Art – sprach für die besondere Eigenart seiner Persönlichkeit ;)


    „Du sagst es! Ich könnte hier ewig sitzen.“ Vielmehr würde er hier ewig sitzen, bzw. bis die Therme schloss. Er wollte ja nicht raus aus dem Becken, zur Kälte. „Ich bin heute zum erstem Mal hier, aber ich werde mit Sicherheit öfters hierherkommen. So gut entspannt habe ich mich lange nicht mehr! Besuchst du regelmäßig die Thermen?“, versuchte sich Agrippa mit ein bisschen Smalltalk, denn interessant fand er seine neue Bekanntschaft schon.

  • "Wer ewig sitzt, wird nichts für Rom leisten können."


    Avarus grinste kurz. Das Wasser hatte eine vorzügliche Temperatur und war äusserst frisch. Letzterer Tatbestand schien auch auf seinen Neffen und dessen gute Arbeit zurück führen. Aber das war jetzt weniger von Belang.


    "Ab und an bade ich hier, ja. Roms Thermen sind wirklich gut. Selbst dann, wenn man ein grösseres Bad zu Hause hat."


    Kurz untertauchen und wieder hoch.

  • "Eine ziemlich verdrossene Einstellung", erwiderte Agrippa auf die Aussage seines Nachbarn, ebenfalls mit einem Grinsen.


    "Ja, wirklich beeindruckend die Thermen - vor allem ihre Größe! Ich bin ja eigentlich nur Provinzbäder gewöhnt." Verglichen mit den öffentlichen Bädern in Tarraco war dieser Ort wirklich riesig. Und voll. Von überall herum hörte man das Plantschen in den Becken und das Geplauder der Leute.


    Sim-Off:

    Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat :)

  • Nach dem Showdown auf dem Markt schlenderte Plautus an den Thermae vorbei, blieb kurz stehen und entschloss sich dann doch, dort hinein zu gehen, obwohl er erst gestern das sergische Balneum genossen hatte. Die Thermen hier waren tatsächlich viel interessanter.


    Zögernd schaute er sich um und ging dann zum Calidarium, in dem ein Römer wie ein Wal herumschwamm, kurz prustend auftauchte, um dann wieder unter der Wasseroberfläche zu verschwinden. Ein anderer Römer saß regungslos im Wasser und schaute dem ersten zu. Ganz kurz kam ihm Ovids Gedicht über die Frösche in den Sinn, aber er hielt sich zurück, daraus zu zitieren. Stattdessen blieb er am Rand stehen.


    "Salvete, meine Herren, gewährt ihr mir noch ein Plätzchen in diesem herrlichen Becken?"

  • Die beiden Herren im Becken saßen tatsächlich schon eine halbe Ewigkeit dort. Nach ihrem kurzen Wortwechsel und ein paar bescheidenen Scherzen von beiden Seiten hatte nun eine entspannte Stille den Small Talk verdrängt, sodass Agrippa nun leicht verträumt neben seiner neuen Bekanntschaft im Becken weilte.


    Als sich plötzlich noch jemand dazu gesellen wollte. "Natürlich, komm rein! Ich hoffe nur, mein Nachbar hier macht sich nicht zu breit!", sagte Agrippa in fröhlichem Ton. "Sag, wie lange bist du schon in Rom? Ist dies dein erster Besuch der Thermen?"

  • Ein eher stiller Gast am Beckenrand schrubbte dem Senator den Rücken. Er tat dies sehr unauffällig sodas ihr Gespräch nciht beeinträchtigt wurde. Den neuen "Wannen"-Benutzer begrüßte er mit einem Nicken. So war das eben in einer öffentlichen Therme. Aber man ging da auch nicht hin um seine Ruhe zu haben, das konnte -wenn man konnte- man zu Hause haben.


    "Ohja Roms Thermen sind schon etwas anderes, als die teils behelfsmäßigen Bäder in den Provinzen. Wobei es durchaus gute Badeanstalten gibt. In Mogontiacum zum Beispiel oben in der Provinz Germanien. Aber auch unten in Mauretanien hab ich schon vorzüglich gebadet. Kleine Bäder müssen ja nicht sofort schlechter sein als diese Thermen hier."


    Der Schrubber war fertig und hielt sich jetzt daran dem Senator etwas stark verflüssigten Wein einzuschenken. Dieser wollte nicht alleine trinken.


    "Oh wie unhöflich von mir, wollt ihr auch einen Becher?"

  • Plautus zögerte nicht lange und ließ sich in das Becken plumpsen. Zu dem Sitzgast sagte er: "Ich bin erst ein paar Tage hier, sozusagen noch funkelnagelneu und das erste Mal in den Thermen. In Neapolis, wo ich herkomme, hatten wir nur eine ziemlich bröcklige Therme, ich bin aber meistens im Süden der Stadt in eine winzige Therme gegangen, die heißes Wasser hatte."


    Der Wal hatte sich schrubben lassen und bekam dann von seinem Sklaven Wein gereicht, was ihn veranlasste, auch den beiden anderen etwas davon anzubieten. "Oh, danke vielmals, trinken wir darauf, dass man hier von innen und außen nass werden kann!"

  • Er war sich gänzlich sicher, das auch in Neapolis eine Vielzahl ausreichender bürgerlicher Badehäuser vorhanden war. Diese Stadt war ja nicht mit Eryx auf Sicilia zu vergleichen. Neapolis ist eine berühmte Kultur- und Wirtschaftsmetropole und kein Kaff. Avarus sah sich gefordert etwas dazu zu sagen.


    "Darf ich fragen welchen elitären Familiennamen Du trägst? Mir ist nämlich Neapolis mehr als Kulturzentrum der griechischen Gelehrten bekannt und das gute Baden gehört dazu wie Wasser zum Wein."


    Vielleicht badete man ja nur gut, wenn Nashornejakulat das heiße Wasser auffrischte. -.^


    Er trank einen Schluck, um den Becher dann zurück auf das immer zur Verfügung gestellte Tablett abzustellen. Der Senator streckte sich im Becken. Es war wirklich genug Platz dafür, wenn, ja wenn nicht noch mehr Bürger gerade jene feuchte Wanne bevorzugten.

  • "Das ist wahr.. Mogontiacum, sagst du?", sagte Agrippa, als man ihm von den Thermen außerhalb Roms erzählte. Er hatte ja Germanien für so eine wilde Gegend gehalten - und jetzt erzählte man ihm, dort könne man angenehm baden? "Meine Cousine Musa ist vor Kurzem dort hingereist, um einen Verwandten zu besuchen. Ich bin gespannt, was sie zu erzählen haben wird..."


    Zu einem Becher Wein sagte Agrippa natürlich nicht nein. "Eine ausgezeichnete Idee! Wie man in meiner Familie schon immer zu sagen pflegte: In vino veritas!*" Ja, auf so etwas konnte man wirklich stolz sein! Dann begannen die beiden anderen zu diskutieren über die Thermen Neapels, und Agrippa gönnte sich ein paar Schlücke des verdünnten Weines - er war gespannt auf die Antwort des Neuen. "Ich gebe zu, ich habe auch viel Gutes über diese Gegend gehört. Befindet sich dort nicht auch Baiae? Das ist doch ein bekannter Badeort."

  • Zitat

    (Avarus): "Darf ich fragen welchen elitären Familiennamen Du trägst? Mir ist nämlich Neapolis mehr als Kulturzentrum der griechischen Gelehrten bekannt und das gute Baden gehört dazu wie Wasser zum Wein."


    Plautus war kurz untergetaucht und wischte sich das Wasser aus dem Gesicht.


    "Elitärer Familienname? Achso, Du meinst meinen Gentilnamen: der ist Sergius. Verzeiht, dass ich mich eben am Beckenrand nicht vorgestellt habe. Ich bin Galeo Sergius Plautus. Du hast grade solch schöne Worte über das Kulturzentrum Neapolis gefunden. Leider verwandelt sich das zur Zeit in nichts anderes als eine hübsche Reminiszenz an die vergangene Griechenzeit. Weil auch die Decuriones in Neapolis keine Weltmeister in Sachen Freigebigkeit sind, bröselt allenthalben der Putz und wenn man durch Neapolis geht, hat man den Eindruck, in einem ausrangierten Kurort zu sein, dem der Zeitgeist und die Kurgäste abhanden gekommen sind."


    Zitat

    (Agrippa): ".. Befindet sich dort nicht auch Baiae? .."


    Plautus wandte sich dem Sprecher zu. "Richtig, mein Freund. Gut, dass Du Baiae erwähnt hast. Der einst in Neapolis ansässige Zeitgeist hat sich nämlich jetzt nach Baiae geflüchtet. Es sind ja bloß neun Meilen. Mittlerweile flattert in den prächtigen Thermen von Baiae die halbe Schickeria aus Roma herum. Ob die aber so gebildet ist, wie ehedem die Griechen in Neapolis, das darf man bezweifeln."

  • Ach die Querulanten Gens wollte Avarus schon laut sagen, aber er verkniff es sich. Dieser Spross schien eh von dem städtischen Zweig weit entfernt und hatte womöglich noch nicht viel Worte in deren Haus gewechselt.


    Er trank aus, um dann zu den Treppen zu plantschen.


    "Keine gute Zeit, um die Alpen zu überqueren, aber bestimmt hatte Deine Cousine Glück mit dem Wetter. Mogontiacum ist wirklich eine viel schönere Stadt, als was man sich so vorstellt, wenn man an die dunktlen Wälder des Nordens denkt. Voallem im Winter macht der reichliche Schnee die Landschaft zu einem fantastischen Landstrich."


    Und er machte die Nächte vorallem auch kürzer, weil er so schön rein und weiß da lag, während die Sonne sich die meiste Zeit hinter dem Mond versteckte. Die bittere Kälte musste man dabei aber ausblenden, sonst wurde das nichts mit der Romantik.


    "So ich glaube ich muss aus dem Nass raus. Sonst verliere ich noch meine Haut."


    Avarus lachte kurz selbst über diesen Blödsinn, ließ sich dann aber von seinen Sklaven in ein wuschliges Badetuch einschlagen.


    "Wünsche noch gut zu Baden, die Herren."

  • Der ältere Badegast, den der Sergius Plautus (der sich eben vorgestellt hatte) als 'komischen Vogel' bezeichnete, verließ das Becken und ließ die anderen beide - mit seinem Wein - im calidarium zurück. Der hat wohl schon genug von uns. "Na, er war doch ganz nett... - und die Erfrischung war es auch wert!", lachte Agrippa und hob den Becher mit dem Wein. "Oh, ich habe mich ja auch noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Aulus Matinius Agrippa, auch erst seit ein paar Wochen in Rom... Eine ganz schön überfüllte Stadt, muss ich sagen. Was treibt dich denn hierher?"

  • "Ich grüße Dich, Matinius Agrippa. Na, da sind wir ja beide frischgebackene Römer. Aber nicht lange, bald werden wir hoffentlich alle Tricks und Manöver gelernt haben, mit denen man sich in Roma erfolgreich durchwrengeln kann."


    Der Hinweis des Matiniers auf die Nettigkeit des verschwundenen Badegasts löste bei Plautus ein kurzes Augenrollen aus. "Ich räume ja ein, dass ein Becher Wein ganz nett ist, aber der Herr war doch etwas von oben herab, meinst Du nicht auch?"


    "Was mich hier her getrieben hat? Die Liebe war es nicht, Matinius Agrippa, sondern die Korruption in Neapolis. Klar, das ganze Imperium ist korrupt, aber in Roma ist es, verglichen mit Neapolis, ein kleines Häppchen besser, sagt mir wenigstens mein Bauchgefühl."

  • "Oh ja, die Tricks und Manöver... Es wundert mich, dass es dir hier weniger korrupt vorkommt. Schließlich haben wir hier in Rom doch den Senat - und von dem kann wohl keiner behaupten, er sei nicht korrupt", sagte Agrippa. "Außer die Senatoren selbst natürlich", fügte er mit einem Lachen hinzu. Wobei der Kommentar ein bisschen unpassend erschien, war doch sein Großvater ebenfalls ein Senator. "Ja, von oben herab... das beschreibt ihn wohl am besten. Hast du dich schon ein wenig mit der Stadt bekannt gemacht?"

  • Ein korrupter Senat, Senatoren aber nicht inbegriffen. Plautus prustete los.


    "Schau, Matinius Agrippa, in Neapolis sind ausnahmslos alle Decuriones korrupt und sie lassen sich von niemand in der Welt darin übertreffen. Nur der Ordo Decurionum ist absolut nicht korrupt, garantiert."


    Ob er sich schon mit der Stadt bekannt gemacht hätte? Plautus grinste fröhlich.


    "Wie Du siehst, bin ich gerade dabei."

  • "Das verstehe ich nicht, Sergius", sagte Agrippa überrascht. Worauf wollte der Sergier hinaus? Das machte doch keinen Sinn, was er sagte! Was hat er denn auf einmal? "Wie kann der Ordo Decurionum nicht korrupt sein, wenn die Decuriones alle korrupt sind? Die Decriones sind doch im Ordo", sagte er in freundlichem Ton. Wer wusste schon, wie empfindlich sein Gegenüber war. Also besser vorsichtig sein. Und lächeln, ja. Agrippa setzte ein leichtes Lächeln auf. Der Sergius Plautus war also gerade dabei, die Stadt zu erkunden. "Ah, ich auch. Ich bin derzeit auch auf der Suche nach einem netten Zeitvertreib neben der Arbeit. Nur will mir nichts gescheites einfallen. Hast du diesbezüglich etwas am Laufen?"

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