• Auf der anderen Seite des Rhenus lag das freie Germanien. Schreckliche Verluste hatte dieses wilde Land dem Imperium abverlangt. Dachte man in früheren Zeiten an eine Lösung als neue Provinz so hatten die schrecklichen Opfer Roms ein Umdenken der strategischen Entwicklung gefordert. Klar erkennbar war, dass mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln eine Gesamteroberung Germaniens nicht machbar war. Die optimalste Lösung wäre tatsächlich eine Eroberung Germaniens bis zum Fluss Elbe gewesen. Doch durch erhebliche Widerstände der Germanen gegen eine Herrschaft Roms, für eine gemeinsame Schlacht gegen Rom waren die Germanen immer bereit, konnte diese sichere strategische Entwicklung nicht durchgeführt werden. So wurde das Imperium gezwungen eine taktische Lösung in Form der Limesstrukturierung aufzubauen wie auch durch eine erhebliche Truppenerhöhung. So war der Rhenus zur Grenze geworden, die aber immer noch löchrig genug war um die Germanen zu Streifzügen einzuladen. Reichtum in jeglicher Form lagen auf römischer Seite so dass es klar war, dass sich die Krieger Germaniens zu Überfällen eingeladen fühlten. Gur für das Imperium war jedoch, dass sich die Germanen untereinander meistens Spinnefeind waren und sich mit sich selber mehr beschäftigen als mit Rom. Doch die Besatzer waren immer auf der Hut um rechtzeitig einen Feind zu erkennen der alle Germanen einen wollte. Die Erfahrung mit Arminius hatte gelangt.


    Germanien oder besser gesagt das was wir heutzutage darunter verstehen war ein wildes Land mit reichhaltig Baumbestand, wenig Ackerboden und vielen großen und kleinen Flüssen. Das Leben war hart für die Menschen und durch Hungernöte starben die Alten und Jungen dahin wie Fliegen. Nur der Stärkste überlebte, der Tod war allgegenwärtig. Wenn ein Germane die 40er überschritt zählte er schon zu den Alten. Im Gegenzug gab es viele junge Menschen die sich dem Leben stellen mussten.


    Die Sippen- und Dorfgemeinschaften umfassten in der Regel nicht mehr wie ca. 200 Personen doch vorrangig lebten die Germanen auf einzelnen Gehöften. Dies erleichterte die Ernährung aber auch das Miteinander der Menschen. Je größer die Gemeinschaften waren, desto häufiger kam es zu Spannungen unter den Dorfbewohnern. Nur große Krieger (Stammeshäuptlinge, Fürsten und Könige) konnten es sich leisten eine größere Zahl an Menschen zu ernähren und auch sich eine eigene Truppe von Kriegern zu halten die stetig einsatzbereit waren. Ein hartes Leben wartete auf den jungen Germanen. Körperlich waren die Germanen ausgeprägt und mit 1,70 m für römische Verhältnisse sehr groß (ein Römer zählte zur damaligen Zeit 1,50 m). Die Männer waren muskulös, bedingt durch die harte Feldarbeit und erschreckten die Römer bis ins Mark.


    Bei den Germanen herrschte ungeschriebenes gleiches Recht für alle. Jeder Germane hatte bei Entscheidungen Mitspracherecht. Jede Stimme zählte gleich. Entscheidungen wurden gemeinsam beschlossen und galten dann für alle. Selten wurden Gerichtsentscheidungen getroffen die den Tod des Verursachers forderten. Für den Tod musste man schon erhebliche Initiative aufbringen. Dieser Straftatbestand wurde aber auch nicht mehr durch die Häuptlinge durchgeführt sondern durch die Priesterschaft (bekannt sind hierbei die Moorleichenfunde).


    Doch nun wollen wir eintreten in das freie von aufrechten Menschen bevölkerte Germanien. Wir sind schon sehr gespannt was uns dort erwartet.


    Sim-Off:

    Dieser allgemeine Teil wird stetig erweitert.

  • Ich bin Norwiga eine Germanin vom untergegangenen Stamm der Cherusker und eine Kriegerin. Meine Eltern sind Bernulf und Amelinde. Beide führten unsere kleine Sippe lange Jahre so gut es ging. Nun sind wir im Dorf von Gutmurt im Süden angekommen. Hier bei den Chatten unseren größten Feinden fanden wir Hilfe die wir uns so sehr gewünscht und erhofft hatten. Trotz erheblichen Widerständen innerhalb seiner Sippe nahm uns Gutmurt bei sich auf. Vermutlich lag es aber auch daran, dass viele meiner Sippe Handwerker waren und ein goldenes Händchen hatten für Werkzeuge und Waffen aller Art. Nun jedenfalls wurden wir aufgenommen und sind jetzt Chatten. Meine Sippe kümmert sich um den Fischfang und die Werkzeugherstellung.




    Das Dorf in dem ich wohne liegt 50 Meilen nordöstlich von Mogontiacum, auf dem eroberten Gebiet der Marser, in einem verschwiegenen Tal gelegen. Am Dorf führt ein kleiner Fluss vorbei der reichhaltig Fische beherbergt. Im Norden und Osten befinden sich bewaldete Anhöhen in denen man Wild, Beeren und Wurzeln finden kann. Die Felder des Dorfes tragen Gerste und Bohnen. Auf den Weiden findet man neben Pferden auch Rinder, Schafe, Ziegen und Geflügel, aber auch Hunde und Katzen sind im Dorf vorhanden. Wir sind von Wotan gesegnet, denn in den letzten drei Jahren verstarb niemand aus Gutmurts Sippe.




    Nun sind mit uns die Bewohner des Dorfes auf über 324 Personen zusätzlich der Sklaven angewachsen. Im Dorf stehen mittlerweile 39 Langhäuser und eine Palisade umfasst die gesamte Anlage. Gutmurt ist jetzt zu einem mächtigen Anführer geworden, der auch bei den Beratungen des Stammes gern gesehen und gehört wird. Er hat jetzt eine kleine Gruppe von Gefolgsleuten die von seinen bestem Krieger geführt wird … und zwar von mir. Nachdem meine Geschwister alle umkamen, versuchte ich den Eltern den Sohn zu ersetzen den sie sich für das Alter immer gewünscht hatten. In langen harten Jahren habe ich das Kriegshandwerk erlernt und nun ist mir die Ehre zuteil geworden der Anführer der 24 köpfigen Gefolgsleute des Gutmurts zu werden. Wir sind eine gute eingespielte Truppe und sehr kampfstark.



  • Einer meiner besten Freunde ist Wolfhard. Er ist sehr bodenständig und liebt den Umgang mit dem Vieh und die Bodenbearbeitung. Gerste und Hirse sind seine bevorzugten Getreidesorten. Für ihn und seine Familie ist das Leben am Schönsten, wenn er sein Haus im Winter mit Vorräten gefüllt weiß und seine Tiere sich erdenklich vermehrt haben.




    Wolfhard wohnt in einem Langhaus, es ist dreischiffig aufgebaut, 8 m breit und knappe 60 m lang. Hier wohnt die zehnköpfige Familie mit den 8 Unfreien und den Nutztieren gemeinsam unter einem Dach. Die Tiere sind durch eine Trennwand vom Wohnraum abgesondert, geben aber im Winter eine herrliche Wärme ab, so dass es die Bewohner selten friert. Der Wohnraum ist offen und hat keine Trennwände. In der Mitte befindet sich eine Feuerstelle auf der das gemeinsame Essen gekocht wird. Im Dach befindet sich eine Öffnung durch die Rauch abziehen kann. Es gibt einen Eingangsbereich für die Bewohner des Hauses und einen größeren für das Vieh. Zusätzlich besitzt mein Freund noch zwei Speicherbauten und ein Nebengebäude in denen sich die Vorräte und Arbeitswerkzeuge befinden.




    Wolfhards Familie sind seine Gefährtin Rotraud, die beiden großen Söhne Meinhard und Knut, die drei Mädchen Ida, Hiltrud und Dietlinde, sowie der größte aller Krieger des Dorfes das Baby Hagen. Nicht zu vergessen leben Volkward und Wunna, die Eltern von Wolfhard in der Gemeinschaft. Jedes Mitglied in der Wohngemeinschaft hat seine festen Aufgaben zugeteilt bekommen.




    Am frühen Morgen verlassen Wolfhard, seine beiden Söhne und die Sklaven den Hof und kümmern sich um die Felder. Währenddessen ist Rotraud mit den Mädchen draußen beim Vieh um es zu melken und zu füttern. Wunna kümmert sich in der Zeit um das Baby und um das Essen, einen Getreidebrei. Volkward treibt sich derweil in der Scheune rum um kaputte Werkzeuge wieder zu richten. Die Mädchen sind mittlerweile fertig mit ihrer Arbeit und suchen nun nach Hühnereiern. Fleißig sammeln sie diese ein und bringen einen großen Korb mit Eiern ins Haus. Wolfhard, seine Begleiter und seine Frau sind nun auch wieder im Wohnraum und nehmen ein gemeinsames Mahl ein. So dreht sich das Gespräch meistens um die Dinge die gerade festgestellt worden sind. Nach dem gemeinsamen Mahl wäscht sich die Familie während die Sklaven wieder auf dem Weg zu den Feldern sind und sie das Vieh mit auf die Weiden treiben. Die beiden Söhne verlassen nun auch wieder den Hof um sich als Hirten um das Vieh zu sorgen. Wolfhard macht sich nun auch auf den Weg zu den Feldern und seinen Sklaven. Wolfhards Gefährtin und die Mädchen kümmern sich um die Kleidungsstücke. Löcher müssen gestopft werden, Hosen und Kittel werden am Fluss gewaschen und gereinigt. Danach hängen sie die Wäschestücke an einer Leine in den windigen und sonnigen Tag. Oma Wunna richtet die Kochstelle wieder her und bespasst den Babykrieger.




    Nachdem die Wäsche erledigt ist geht es für alle weiblichen Hausbewohner ans Käsemachen. Wolfhards Familie stellt zwei Sorten von Käse her. Zum einen wird der würzige Weichkäse hergestellt den alle gerne verzehren, zum anderen gibt es noch den Hartkäse der für die römische Grenze zum Tauschen gedacht ist. Es hängt viel Arbeit daran und alle sind mehr als beschäftigt. So vergeht der Nachmittag recht schnell. Die Mädchen dürfen jetzt zum Spielen in den Wald und sammeln neben her Waldfrüchte (Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Eicheln, Schlehen) Wurzeln, Wildkräuter, Spörgel und Honig.


    Opa Volkward hat derweil seine Werkzeuge gerichtet und so stehen diese wieder bereit zum Arbeitseinsatz. Hierzu zählen der einfache Pflug, der Scharpflug, eine Egge, mehrere Spaten, Hacken und Harken, sowie ein Sortiment von Sicheln und Sensen.



    Zwischenzeitlich hatte Wolfhard die Sklaven beaufsichtigt wie sie mit den Pflügen die Felder bearbeiteten. Wolfhart hatte letztes Jahr einige Felder brach liegen lassen die nun wieder für die Aussaat vorbereitet werden mussten. Wichtig war jedoch auch eine vernünftige Düngung mit dem Mist der Tiere. Einige Sklaven waren mit dem Mist unter auf einem Wagen mit zwei Ochsen zu den Feldern unterwegs und ein anderer Teil wartete bereits auf das Ausbringen.




    Heute allerdings müssen die männlichen Hausbewohner einschließlich der Sklaven für Gutmurt und die Sippe einen Damm weiterbauen. Er soll einen Weg zwischen den Feldern des Dorfes über das Sumpfgebiet im Norden auf festen Grund folgen, damit guter Boden für neue Felder umgewandelt werden kann. Viele Dorfbewohner arbeiten jetzt daran und so kommen die Bauarbeiten gut voran. Zuerst wird ein Knüppeldamm angelegt und fest verankert. Darauf werden dicke Dielen gelegt um auch ein Befahren zu ermöglichen. So ist der Anschluss noch gegen Abend erreicht und man kann in aller Ruhe die neuen Felder aufbauen.




    Ein Blick über Wolfhards Hof. Im Hintergrund sind die Nebengebäude zu erkennen wie auch eine Abgrenzung zu den anderen Höfen. In der Mitte befindet sich ein tiefer Brunnen der reichhaltig Wasser enthält. Im vorderen Bildteil erkennt man gut die Konstruktutionsweise des Haupthauses.




    Ein typischer germanischer Hof wie er vor allem einzel stehend oft vorkam. Der Nachbar von Wolfhard Otfried besitzt diesen Hof, er ist wesentlich kleiner als der von Wolfhard.




    Am Abend sitzen alle Hausbewohner zusammen und erzählen von den heutigen Vorkommnissen. Für die Kinder werden Geschichten über die Götter erzählt und so schleppt sich der Abend dahin. Eigentlich müsste Wolfhard noch die abgezogenen Tierhäute von letzter Woche zu Schuhen weiterverarbeiten es wird dringend Zeit das die Kinder neues Schuhwerk bekommen, da sie in dem Alter einfach zu schnell herauswachsen, aber heute ist er zu erschöpft dazu. Es war doch ein schwerer Arbeitstag und so ziehen sich die Bewohner in ihre Schlafnischen zurück um schnell oder auch weniger schnell einzuschlafen.

  • Heute ist ein besonderer Tag für das gesamte Dorf. 14 Jünglinge aus dem Dorf werden zu Männern erhoben. Hierzu sind die Priester, Gutmurt als Häuptling und die Ältesten zusammengekommen um das Ritual der Mannbarkeit durchzuführen. Frauen und Kinder dürfen nicht daran teilnehmen mit Ausnahme meiner Wenigkeit der einzigen Kriegerin des Dorfes. Und so treten die Jünglinge immer zu zweit vor Gutmurt der sie in der alten Sprache unter Anrufung von Wotan in den Kreis der Männer aufnimmt. Es ist eine sehr feierliche Zeremonie als die jungen Männer nun ihren Schwertgurt erhalten. Die Augen der Väter leuchten vor stolz auf die Söhne und so wird dann hinterher ordentlich gefeiert. Nun sind auch die Frauen und Kinder dabei, versorgen die Feierenden so dass für manchen der erste Rausch zustande kommt. Es tut immer gut, wenn das Dorf etwas zu feiern hat und man wieder ordentlich lachen kann. Viel zu selten geschieht dies in diesen Tagen.




    Doch für die jungen Männer wird der Tag nach ihrer Erhebung eine wesentlich ernstere Veränderung nach sich ziehen. Ab Morgen gehören sie mir und den Gefolgsleuten Gutmurts. Sie werden im Kampf geschult, lernen den Umgang mit den meisten Waffen und Schilden und vor allem wie sie gegen Legionäre kämpfen müssen um zu siegen. Das hat es früher nicht gegeben, das ist eine Besonderheit hier im Dorf. Gutmurt weiss sich durchaus der Gefahr ausgesetzt, dass die Römer jederzeit in Germanien einfallen können und sein Dorf jederzeit von römischen Truppen erreicht werden kann. Er will darauf vorbereitet sein und so werden in letzter Zeit alle kampffähigen Männer gedrillt.


    Diese Geschichte hat sich auch bei den anderen Dörfern herumgesprochen und so kommen in letzter Zeit immer mehr junge Männer zu uns um sich der Waffenausbildung zu stellen. Gutmurt ist sich mit den meisten anderen Anführern darüber einig geworden, dass sie für die Zeit des Training den Unterhalt ihrer Männer tragen. Was daraus werden soll kann ich noch nicht genau sagen, aber es kommt meinem Ziel immer näher Tod und Verderben in das Imperium zu tragen.


    Auf jeden Fall sind mittlerweile alle Dörfer in der Nähe zum Limes mit Palisaden versehen und die Waffen wie auch Ausrüstung in guter Eisenqualität werden angeschafft. Auch sind von den jeweiligen Gefolgsleuten der Anführer immer kleine Gruppen als Späher unterwegs um die Grenze nicht unbeobachtet zu lassen.




    So entgeht uns nicht die geringste Veränderung auf römischer Seite. Dies ist auch wichtig, denn wie schnell sich die Lage ändern kann bei den römischen Hunden wissen wir alle zur genüge. Gutmurt wie auch ich wollen vorbereitet sein falls es den Römern einfallen sollte sich wieder einmal bei uns umzusehen.



  • Nun ist es soweit, Gutmurts Gefolgsleute, also wir, sind ausgewählt worden zu einem besonderen Unternehmen. Wir sollen uns an den Limes begeben und dann versuchen einzusickern. Das heißt schon im Vorfeld das diesseitige von den Römern kontrollierte Gebiet ungesehen zu durchqueren um dann auf der anderen Seite des Rhenus wieder zusammenzufinden. In kleinen Gruppen von 2-3 Kriegern sollen wir uns an die Querung machen. Sobald wir im römischen Gebiet sind sehen wir uns um nach Befestigungen aller Art ohne selber gesehen zu werden. Nun wir werden sehen wie alles funktionieren wird.

  • In der Zwischenzeit bis zur Rückkehr Norwigas hatte Gutmurt in Absprache mit den anderen Anführern die ausgebildeten Krieger versammelt. Hierzu wurde ein Kriegerthing angesetzt der für alle bindend war. So kamen die ersten Gruppen zusammen in Gutmurts Dorf. Als alle beisammen waren staunten die Dorfbewohner die 204 Krieger an. Es fehlten nur die Kämpfer aus Gutmurts Dorf. Ein erster entscheidender Schritt war getan um eine kleine aber gute Streitmacht zusammen zu bekommen. Sollten die Römer versuchen eines der Dörfer zu bedrohen so würden sie jetzt eine böse Überraschung erleben. Mit Norwiga hatte auch eine passende Anführerin für die Krieger, da sie ihr Hass auf Rom immer weiter vorantreiben würde. Die Zeit würde es zeigen was sich aus dieser Situation noch entwickeln würde.




    Die Krieger vom Dorf des Ansgar (20 Krieger)




    Die Krieger vom Dorf des Ekwin (50 Krieger)




    Die Krieger vom Dorf des Gandalf (30 Krieger)




    Die Krieger vom Dorf des Holmar (29 Krieger)





    Die Krieger vom Dorf des Rodewin (75 Krieger)

  • Endlich waren Gutmurts Krieger einschließlich Norwiga zurück, erfolgreich zurück. Sie hatten alles was wichtig war ausgekundschaftet und als wichtigsten Teil festgestellt, dass die Römer sorgloser geworden waren. Die Grenze war löchriger geworden und die Bewachung erfolgte in den gewohnten Abläufen. Zur Ablenkung hatten Gutmurts Krieger einige römische Bauernhöfe geplündert und dann in Brand gesetzt. Die Spuren die sie hinterlassen hatten sollten rein auf Plünderer hinweisen. Nun diese Sache war erledigt und nun sollte Norwiga ihren Plan darstellen wie die Krieger für den einen möglichen Kampf vorbereitet werden müssten.


    Zu seiner Überraschung hatte Norwiga ein Pergament in der Hand auf der Notizen standen. Also konnte Norwiga schreiben und lesen wie die Römer. Diese Frau sinnierte er war verdammt gefährlich. er möchte sie nicht als Feind haben wollen.



    Meine Planungen gegen Rom


    Organisation unserer Heere
    Bisher war es so, dass germanische Streitkräfte als Stammesaufgebot auftraten. Aus diesem Aufgebot wurden die 100 besten Krieger eines Gaus (Centini) gewählt und bildeten Elitekämpfer. Weiterhin kamen dann noch die Kämpfer aus den Gefolgschaften hinzu (Comitatus) und bildeten das Aufgebot der Elitekämpfer. Somit hatte man zwischen 150 bis 200 Elitekrieger pro Gau. Der große Rest bestand aus dem Stammesaufgebot.


    Diese Aufstellung hat sich in der Vergangenheit als wenig schlagkräftig gegen römische Heere erwiesen, daher stellen wir aus den Centini und Comitatus eine neue Kriegerkaste von Chattischen Elitekriegern auf, die man anhand einer symbolischen Fessel (Sklavenhalsband) erkennen kann. Diese Kämpfer werden extra ausgebildet und bleiben stetig unter Waffen und zwar bis ins hohe Alter. Ausgestattet sind diese Kämpfer mit einer Vollbewaffnung von Speer, Schwert und Schild. Die Krieger werden von den jeweiligen Ortschaften in denen sie wohnen versorgt. Im Gegenzug verzichten die Chattischen Krieger auf Hab und Gut und sind nur für den Kampf da.


    Gaugemeinschaft des Gutmurt: 50 Krieger
    Gaugemeinschaft des Ansgar: 50 Krieger
    Gaugemeinschaft des Ekwin: 80 Krieger
    Gaugemeinschaft des Gandalf: 70 Krieger
    Gaugemeinschaft des Holmar: 60 Krieger
    Gaugemeinschaft des Rodewin: 110 Krieger
    Gesamt 420 Krieger


    Stammesaufgebote der verbündeten Dörfer
    Gau des Gutmurt: 60 Krieger
    Gau des Ansgar: 60 Krieger
    Gau des Ekwin: 97 Krieger
    Gau des Gandalf: 85 Krieger
    Gau des Holmar: 73 Krieger
    Gau des Rodewin: 134 Krieger
    Gesamt 509 Krieger


    Die Gesamtstärke unserer Krieger beläuft sich auf 929 Krieger. Diese können wir den Römern bei einem Angriff entgegenstellen.


    Das Stammesaufgebot wird mit der Regelbewaffnung ausgestattet d. h. Speer und Schild.



    Regelung des Kriegsdienstes kraft Gesetz
    Mit der Volljährigkeit erhalten unsere jungen Männer Schild und Lanze vor der Volksversammlung und werden feierlich als Krieger aufgenommen. Der Waffendienst ist bindend, bei Nichterscheinen zum Waffendienst wird der Betreffende durch die Priester im Moor versenkt.
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    Bewaffnung
    Für eine kampfstarke Streitmacht bedarf es vorrangig Waffen auf einem hohen Niveau. Also Schwerter, Speere, Schilde u.v.a. aus Eisenerz um mit den Römern gleichzuziehen. Die Waffen die bisher bei den Stammesaufgeboten in Gebrauch waren bestehen zum Großteil nur aus angespitzten Speeren. Das ist lächerlich und führt bei einem Kampf zum Verlust der damit ausgestatteten Krieger.



    Lange Stoßlanzen ca. 5000 Stück
    Mittlere Stoßlanzen ca. 5000 Stück
    Wurflanzen in Art des Pilums ca. 20000 Stück
    Bogen ca. 5000 Stück und 50000 Pfeile
    Schilde ca. 20000 Stück
    Schwerter ca. 25000 Stück

  • Auf einem weitern Pergament hatte Norwiga neuartige Kampftaktiken und Einheitenaufstellungen gegen die Römer zusammen gefasst.



    Die leichte Bewaffnung und Ausrüstung unser Krieger gestattet uns eine große Beweglichkeit im Kampf und vor allem eine offensive Taktikanwendung. Unsere normale Kampfweise ist der Infanteriekampf, dies ist unsere Stärke und da sind wir den Römern weit überlegen. Allerdings nur dann, wenn wir uns nicht auf das Gefecht der verbundenen Waffen der Römer einlassen. Infanteriekampf in Verbindung mit der taktischen Komponente des Geländekampfes geben uns alle Vorteile in die Hand. Damit sind wir den Römern absolut überlegen. Hauptpunkt muss im Kampf gegen die Römer der schnelle Angriff sein, damit der Gegner nicht seine Distanzwaffen zum Einsatz bringen kann. Problem dabei ist allerdings der große Verlust an Kämpfern bis wir am Gegner sind. Also heißt es ab jetzt wie die Römer denken, Wälle anlegen daraus hervorbrechen und dem Feind Verluste zufügen ohne eigne zu bekommen. Das Gelände, das Wetter und was auch immer einwirkt muss wesentlich besser genutzt werden. Eine offene Feldschlacht gegen die Römer ist absolut tödlich für uns und muss mit allen Mitteln verhindert werden. Erst wenn wir genügend Chattische Elitekämpfer haben können wir eine Feldschlacht gegen die Römer starten.


    Um den Sturmangriff noch besser zu entwickeln habe ich für unsere Krieger die Eberkopfformation (Cuneus) entwickelt. Es ist eine Ableitung der römischen Keilformation, allerdings nicht als eine einzelne Spitze sondern als ein Haufen der von allen Seiten gleich groß ist also 20 Mann breit und 15 Glieder tief. Der Abstand zwischen den einzelnen Gliedern muss das Doppelte der Seitenabstände der einzelnen Rotten betragen. Das wären dann 1 m Frontbreite und 2 m in die Tiefe. Der Anführer und die vornehmsten Krieger sind in der ersten Schlachtreihe und die anderen Krieger reihen sich dann dahinter ein. Damit haben wir eine Dichte von 300 Kriegern die im Gleichschritt ihre Waffen auf ihre Schilde schlagen und dazu den Schlachtgesang erheben. So dann haben wir zwei Möglichkeiten: 1. Wir durchstoßen die römische Schlachtlinie mit der tiefen Staffelung, sind dadurch geschützt und rollen dann alles auf oder 2. Wir werden aufgehalten und kommen nicht weiter, dann lösen sich die hinteren Reihen auf und orientieren sich jeweils links oder rechts an der Schlachtlinie und wir stehen dann als Phalanx vor den Römern. Dadurch erhöhen wir permanent den Druck auf die römische Schlachtreihe bis diese zurückweicht oder zerbricht. Das Ergebnis dürfte klar sein. Sollten die Römer wiedererwarten zu stark sein so können wir uns auf von uns vorbereitetes Gelände zurückziehen.


    Für die Defensive benötigen wir eine Abwehrformation die einen Angriff der Römer aufhält und auf splittet. Ich nenne diese Formation den Schildwall (Schlachtreihe). Diese Formation ist flexibel und kann 4 bis 16 Glieder tief gestaffelt sein. Unterstützung können wir uns durch unsere mitgeführten Wagen erhalten in dem wir diese als Wagenburg auffahren. Damit haben wir noch eine zusätzliche letzte Verteidigungsstellung. Was wir neu erlernen müssen ist auch die Abwehr aus vorbereiteten Befestigungen ganz wie die Römer und wenn wir nachts lagern errichten wir zukünftig Befestigungen hinter denen wir lagern. Wir müssen disziplinierter sein als der römische Feind.


    Ich möchte weiterhin anmerken, dass wir mit den aufgeführten Kampfweisen eine Feldschlacht gegen die Römer bestehen können, wir uns jedoch nur darauf einlassen wenn wir alle Vorteile auf unserer Seite wissen. Ansonsten empfehle ich die Kampfform des zerstreuten Gefechts. D. h. durch die natürlichen Gegebenheiten des Geländes den an der Entfaltung und Entwicklung seiner Kräfte gehinderten Gegner durch plötzliche, blitzartige Angriffe möglichst viel Schaden zuzufügen ohne eigene große Verluste. Großer Vorteil ist weiterhin der, dass römische Gegenschläge ins Leere laufen da die Römer sich nicht voll entwickeln können. Durch stetige Überfälle und Hinterhalte zermürben wir die Römischen Hunde bis sie besiegt oder vernichtet worden sind.


    Hierzu benötigen wir schnelle kombinierte Truppen die sich schnell entfalten oder auch wieder zurückziehen können. Diese Einheit soll aus einem Reiter und einem Fußkrieger bestehen, wobei der Fußkämpfer genauso schnell sein soll wie der Reiter. Sie stellen eine gemeinsame Einheit dar die entweder zu Pferd und Fuß oder aber nur Fuß kämpfen können. Die Pferde müssen dabei in der Lage sein an dem Ort an dem ihr Reiter sie verlassen hat stehen zu bleiben bis dieser wiederkommt.



    Sim-Off:

    Anhand meiner Recherche konnte ich feststellen, dass es diese Chattischen Elitekämpfer tatsächlich gab. Ebenso sind die aufgeführten Kampftaktiken bei den Chatten nachgewiesen. Weiterhin waren die chattischen Krieger wirklich so diszipliniert wie im Text angedeutet und lagerten hinter Feldbefestigungen ganz wie die Römer. Die Chatten waren allerdings der einzige Stamm der diese Art der Kampftaktiken angewendet hat. Siehe hierzu u.a. Das Heer des Arminius von Strassmeier und Gagelmann, ebenso Berichte des Tacitus.

  • Norwiga hatte mit Hilfe ihrer Zettel vor der Versammlung der Gaufürsten gesprochen. Es hatte so viel gegeben dass erwähnt werden musste. Vieles lief falsch und so wie bei den Römern die Aufmerksamkeit nachließ und nur noch dahinplätscherte, so war es auch bei den Germanen. Bis auf gelegentliche Überfälle hatten schon lange keine großen Auseinandersetzungen mehr mit den Römern stattgefunden. Auf beiden Seiten des Limes war Ruhe eingekehrt. Die Römer hatten sogar Zeit sich einen Bürgerkrieg zu gönnen. Zu früheren Zeiten wäre das für die Germanenkrieger eine Einladung gewesen über die Grenzregionen herzufallen. Selbst jetzt waren die Möglichkeiten noch da ordentlich zu zuschlagen. Die Legionen an der germanischen Grenze waren alle noch nicht auf ihrer Sollstärke von 5000 Mann, die Iststärke war weit geringer. Die Verluste der Römer waren sehr hoch gewesen beim sich selber gegenseitig abschlachten. Norwiga hatte sich gefreut und war begeistert über jede Schlacht die die Römer geschlagen hatten. Denn egal wer gewann es starben immer wieder die verhassten Römer.


    Nun hatte sie ihre Pläne vor den Gaufürsten dargelegt und wartete darauf was diese dazu meinten. Was sie überraschte war das lange Schweigen das ihrem Vortrag folgte.


    Endlich räusperte sich Gutmurt als Gastgeber:
    „Als erstes möchte ich Norwiga danken für ihren Vortrag. Vieles was du angemerkt hast stimmt und könnte unsere Schlagkraft erhöhen. Nicht umsonst habe ich dich zur Anführerin meiner Krieger gemacht. Ich sehe allerdings ein Problem in der Beschaffung von Eisenwaffen. Wir haben von diesen einfach zu wenig und selber machen können wir diese nur bedingt. Wo also sollen wir sie hernehmen?“


    Gaufürst Ansgar meldete sich zu Wort: „Auch ich sehe dasselbe Problem wie Gutmurt, woher nehmen und nicht stehlen. Zu deinen sonstigen Anregungen Norwiga stimme ich dir vollen Herzens zu. Damit könnten wir den Römern ordentlich Schläge verpassen.“


    Gaufürst Ekwin lächelte nur und sagte: „Norwiga ich unterstelle dir meine Krieger. Nur ein toter Römer ist ein guter Römer.“


    Gaufürst Gandalf: „Ich weiss nicht, ich weiss nicht das ist so …. neu …. so römisch irgendwie.“


    Holmar der geizige Gaufürst meinte: „Ich bin dagegen das provoziert ja regelrecht einen Angriff der Römer. Und dann diese Unkosten für den Unterhalt und die Waffen, oh je das kostet sicherlich so viel.“


    So erhob sich zum Schluss Rodewin der größte der Gaufürsten. Er stellte mit seinen Kriegern einen großen Teil der neuen Elitekämpfer: "Freunde wir sollten uns erst einmal klar werden was uns Norwiga vorschlägt. Mit neuen Methoden den Römern den größtmöglichen Schaden zu zufügen. Natürlich würden die Unterhaltungskosten sehr hoch sein, doch der Nutzen wäre weitaus höher. Allein wenn wir an das von den Römern kultivierte Land denken und das viele Vieh sowie die Schätze die uns in die Hand fallen könnten. Wir würden reichlich entschädigt werden.“
    Wieder trat Stille ein und die Anführer überdachten das bisher gesagte. Als sich Rodewin nochmals erhob starrten ihn alle gespannt an.
    „ Freunde Norwigas Pläne sind genau das was wir brauchen um aktiv gegen die verhassten Römer vorgehen zu können. Ohne wenn und aber unterstütze ich ihre Vorgehensweise. Was aber auch in Betracht gezogen werden muss sind die Kosten für Verpflegung und Anschaffung. Dies können wir nicht selber stemmen. Daher schlage ich vor, dass ich noch einige befreundete Gaufürsten anspreche ob sie sich uns anschließen. Je mehr wir sind desto erfolgreicher kommen wir voran. Selbst wenn wir von den anderen nur Nahrungsmittel erhalten wäre uns damit schon gedient. Ich schlage weiterhin vor, dass Norwiga mit der Ausbildung der Krieger sofort beginnt und wir Gaufürsten versuchen an Waffen und Erze heranzukommen. Lasst euch dazu was einfallen. Wer dafür ist hebt die Hand.“
    Einstimmig waren alle Anführer dafür Norwigas Plan zu unterstützen.




    In Gutmurts Dorf dröhnte es von den Äxten und Hämmern als die Krieger daran gingen eine Art kleiner Kaserne aufzubauen. In ihr sollte zukünftig geübt werden.

  • Das Dorf platzte förmlich aus allen Nähten. Die vielen Krieger nahmen sehr viel Platz in Anspruch. Doch die Bevölkerung rückte zusammen und half wo es ging. Für sie begann eine neue Zeit. Unter dem Schutz von vielen Kämpfern entfaltete das Dorf einen großen Schub nach vorne. Alles was bisher ein Schattendasein führte kam nun zum Vorschein und brachte neue Ideen und altes Wissen zum Vorschein. Dies war der erste Schritt die Germanen des eigenen Stammes wach zu rütteln. Der nächste würde dazu führen, dass die wenigen Kämpfer immer mehr wurden um das Römergesindel zu bekämpfen.


    Schlechte Nachrichten kamen von den Werbeversuchen der Stammesführer. Kaum ein Dorf hatte Interesse daran sich der Gemeinschaft anzuschließen. Jedes Dorf unter jeder Gau plante für sich selber. Rom war weit, so weit dass der nächste feindliche Stammesteil wichtiger war als die wirklichen Invasoren. Die Pest an den Hals der Römer.

  • Die Tage vergingen und Norwiga war glücklich mit ihrer Aufgabe die Krieger auszubilden. Den ganzen Tag konnte man die Schwerter und Schilder hören wie sie bearbeitet wurden. Und man konnte auch erkennen das diese Ausbildung Früchte trug bei den Germanen. Auch die Krieger selber merkten das sie besser wurden und ihre kämpferische Leistung sich deutlich erhöhte. So war alles in Ordnung in dem kleinen germanischen Dorf.


    Doch dunkle Wolken breiteten sich über Norwiga und ihre Germanen aus. Die zentralisierte Ausbildung machte andere Stämme sehr unruhig. So unruhig, dass diese ein Gegengewicht aufbauen wollten um diese vermeintliche Gefahr für sie zu beseitigen. Doch Norwigas Stammesführer machten sich darüber wenig Gedanken, die Strukturen hatten schon angeschlagen und sollten die Gegner wirklich versuchen wollen über sie herzufallen, dann würden sie ihr blutiges Ende erleben.

  • Wie jeden Morgen war Norwiga schon früh auf den Beinen um sich auf den heutigen Tag vorzubereiten. Heute sollten große Teile der Krieger Richtung Limes ziehen und sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut machen. Wichtig war dabei nicht aufzufallen und vor allem nicht gesichtet zu werden von den römischen Wachen. Diese Aktion sollte zwei Tage dauern mit einem Zwischenhalt vor der Grenze und dem Bau eines befestigten Lagers. So wimmelte es an diesem frühen Morgen schon überall von Germanischen Kriegern die ihre Ausrüstung aufnahmen und dann loszogen zu einer größeren Übung. Das Dorf selber wurde nur von einigen verletzten Kriegern und dem Dorfaufgebot bewacht. Wer sollte auch dem Dorf schaden wollen. Die Römer waren weit weg und überall herrschte Friede.


    So zogen Norwigas Krieger los und waren bald in den dichten Wäldern verschwunden. So langsam zog wieder Ruhe ins Dorf ein und alles ging seinen gewohnten Trott. Auf den Feldern wurde die Ernte eingeholt, das Vieh wurde gemolken und gefüttert und Frauen und Kinder gingen ihren täglichen Arbeiten nach. Der Tag war besonders sonnig und erwärmte mit seinen Strahlen Norwigas Dorf. Doch unsichtbare Augen verfolgten jede Bewegung im Dorf. Nichts entging ihnen, die geringste Kleinigkeit wurde aufgenommen und registriert. Vor allem die Verteidigungsmöglichkeiten und die Anzahl der vorhandenen Krieger schien für diese unsichtbaren Augen wichtig zu sein. Unsichtbare hasserfüllte Augen sahen zu dem Dorf hinunter und warteten.


    Aber auf was warteten diese Augen und vor allem wer waren diese Augen. Zu wem gehörten sie und warum waren sie so voller Hass. Lauter Fragen und keine Antworten???????

  • Der Nachmittag zog so langsam herauf und in dem uns wohl bekannten germanischen Dorf ging alles seinen gewohnten Gang. Die Vögel zwitscherten, die Bienen summten, .... HALT! .... Irgendetwas stimmte hier nicht mehr, denn man hörte keine Vögel im Gegenteil war alles auf einmal zu ruhig. Godeskill der zur Zeit die Aufsicht über das Dorf hatte bemerkte diese Anzechen und sah zu den Wachen die aufgestellt wurden hin. Alles klar kam von diesen, alles ist ruhig, nichts ist los. So war er erst einmal beruhigt, wenn schon die Wachen nichts gesehen hatte dann bildete er sich was ein. Wahrscheinlich würde ein Sturm oder Regen aufziehen und deswegen war es so komisch ruhig. Doch so ruhig wie es schien war es nicht, denn rings um das Dorf befanden sich fast 130 Krieger mit einem einzigen Ziel über das Dorf herzufallen und alles auszulöschen was darin lebte. Und von den Wachen war auch keine mehr am Leben. Sie waren schlicht und einfach ersetzt worden.


    Und so kam es wie es kommen musste plötzlich schlugen die Fremden zu und vielen über das Dorf her. Schnell waren sie in Zentrum und vernichteten jeden ernsthaften Widerstand. Die Dorfbewohner fielen wie die Fliegen und ein schreckliches Gemetzel eintwickelte sich jetzt. Kinder, alte wie junge Männer, Sklaven egal einfach alles bis auf die jüngeren Frauen alles wurde gemeuchelt. Die Angreifer zeigten keine Gnade und ließen ihrer Mordgier freien Lauf. Als jeglicher Wiederstand zusammen gebrochen war fielen die Bestien über die Frauen her und hatten ihren fürchterlichen Spaß. Kein Frau und keines der größeren Mädchen entkamen ihrem Schicksal. Die geschändeten Frauen wurden einfach wie ein Stück Dreck liegen gelassen, denn nun machten sich die Unbekannten über alles her was man als Beute mitschleifen konnte. Ein riesiger Zug von Tieren mit Beute beladen verließ das niedergemezelte Dorf.


    Und eine Ruhe herrschte auf einmal vor, eine unheimliche Ruhe. Nichts war mehr zu hören nur ab und zu ein kleines Geräusch wie wenn jemand leise vor sich hinwimmern würde. Die Siedlung lag nun wieder einsam wie zu vor da.

  • Gut gelaunt kehrten die Krieger nach ihrer Exkursion wieder zurück um sich im Lager auszuruhen. So fiel es den meisten der Männer auch gar nicht auf, dass es für diese Zeit viel zu ruhig war. So lärmte die Horde sich ihren weg vom waldesrand Richtung Dorf. Doch Norwiga spürte eine Anspannung in ihr wie wenn sie vor einem Kampf stand. So hob sie schnell ihre Hand und die Unterführer reagierten sofoert und unterbrachen das Geschwafel der Männer und forderten wieder Disziplin ein. Das Dorf lag ruhig vor ihnen, still und verträumt, doch da stimmte etwas nicht. Normalerweise müsste man das geschrei der Menschen und Tiere hören. Die Kinder würden um die Zeit am Wasser sein und rumplanschen und das war immer mit einer gehörigen Lautstärke verbunden. Auf ein Zeichen Norwigas hin gingen die Krieger in Schlachtordnung über, die Spannung hatte nun wirkliche jeden der germanen ergriffen, gingen dabei sich gegenseitig deckend gegen das Dorf vor. Schließlich langten sie an und erkannten das schreckliche Gemetzel. Tränden der Wut überkamen Norwiga wie auch die anderen Krieger und manch einer der seine Familie hier hatte konnte nur noch ihre toten Körper vor sich sehen. Es sah schrecklich aus was der unbekannte Feind den friedlichen Menschen angetan hatte. Norwiga konnte nicht mehr an sich halten und rannte zur Hütte von Wolfhards Familie. Wolfhard schrie sie laut in ihrer Verzweiflung doch nur der tote Blick der männlichen Familienangehörigen starrten sie an. Überall Zerstörung und Verwüstung. In der Hausecke hörte sie ein leises Wimmern und so folgte sie dem Geräusch. Vor sich sah sie einige Körper die fürchterlich zugerichtet und geschändet worden waren. Nach genauerem Hinsehen erkannte sie Rothraud, die Frau von ihrem toten Freund Wolfhard wie sie jammernd die toten Körper ihrer Kinder Ida, Hiltrud und Dietlinde in den Armen hielt und nicht losließ. Norwiga beugte sich zu ihr hinunter und wollte sie in die Arme schließen, doch Rothraud zuckte nur erschreckt zusammen und stieß Töne wie ein wildes Tier aus. Sie war verrückt geworden. Norwiga liefen die Tränen hinunter als sie so dahockte und die geschundene Frau und Freundin so sah. Und dann kam der Augenblick an dem sie es nicht mehr aushielt und nach draußen flüchtete und vor lauter Verzweiflung einen Schrei ausstieß:
    AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH JAAAAAAAAAAAAAAAAAAA

  • So hart wie Norwiga sich immer nach außen hin gab, so weich wurde sie hier und jetzt bei diesem sinnlosen Gemetzel. Tränen liefen ihr über das Gesicht und so weinte die harte Kriegerin wie ein kleines Mädchen über das Elend hier in ihrem Dorf. Wieder hatten Macht und Gier dafür gesorgt, dass Germanen von Germanen umgebracht wurden. So langsam beruhigte sich Norwiga und stattdessen kam eine gnadenlose Härte zu tage. Sie rief die Krieger zusammen und wählte 12 schnelle Kämpfer aus die sich auf die gut sichtbaren Spuren der Feinde setzen würden. Der große Rest sah zu dass die Toten eine würdige Trauerzeremonie erhielten und unter die Erde kamen.


    Das Aufräumen und die Beerdigungen hatten eine lange Zeit in Anspruch genommen, so dass der erste der Späher bereits wieder zurück war und Norwiga die Richtung der Plünderer nennen konnte. Ein kleiner Trupp Germanen verblieb im Dorf und das Gro der Krieger hastete hinter den Feinden her. Schnell hatten sie den Standort des nächsten Spähers erreicht und dieser wies sie in seine Erkenntnisse ein. So ging es Stunde um Stunde immer weiter hinter den Feinden her ohne Pause nur mit dem einen Gedanken Rache für das geschundene Dorf zu nehmen.


    Endlich war der Punkt erreicht an dem die letzten Späher den Kriegern entgegen kam und meldete das der Feind ein Nachtlager errichtet hatte und sind zwanglos dem Suff hingab. Tiere, Frauen und Kinder waren zusammengepfercht worden und so konnte Norwiga ohne große Sorgen mit der Planung für den Überfall beginnen. Die Krieger waren in Gruppen um das Lager aufgeteilt und warteten nur noch auf den Angriffsbefehl. Norwiga schritt mit gezogenem Schwert Richtung des feindlichen Lagers und stand bald im Kreise der überraschten Krieger. Ein trunkener Germane wollte sich an Norwiga vergreifen, doch so schnell konnte man gar nicht hinsehen wie der Mann wie vom Blitz getroffen umfiel. An Norwigas Schwert troff das erste vergossene Blut herunter, doch es stammte nicht von den verhassten Römern, sondern von einem Germanen. Sie schrie den Germanen zu, dass sie alle den Tod heute finden würden und dies war auch das Angriffszeichen für ihre Krieger die nun über die unterlegenen Feinde herfielen und sie wie Schafe schlachteten. Keine Gnade wurde ihnen gewährt, jeder musste für den Überfall bezahlen. Ein paar Germanen ergaben sich voller Furcht Norwiga. Diese ließ die Männer fesseln und für später aufheben. Tod und Verderben herrschte auf dem Lagerplatz und die Krieger Norwigas waren in einem wahren Blutrausch verfallen. Den Toten wurden Köpfe, Arme und Füße abgehackt und das Schlachtfeld verhandelte sich in einen Blutacker. Keiner der Krieger sah noch wie ein Mensch aus. Blutbespritzt von Kopf bis Fuß standen sie vor Erschöpfung da und atmeten die blutdurchtränkte Luft ein. Wie blutrünstige Tiere hechelten sie sich gegenseitig an. Die Krieger begannen die eigenen Toten und Verletzten, die Waren, Tiere und Menschen wieder nach Hause zu führen ebenso die gefangenen Germanen. Was würde jetzt passieren, wie würde sich Norwiga orientieren?

  • Nachdem die Krieger ihren Blutdurst gestillt hatten kamen sie mit dem von den Angreifern gestohlenen Resten des Dorfes in der gewohnten Umgebung an. Die Trauer und die Verzweiflung waren bei allen sehr groß und so wendete sich der ganze Hass gegen die Gefangenen. Tritte und angespukt zu werden waren noch die geringsten Übel die ihnen passierten. Für Norwiga war klar das die Gefangenen unter schrecklichen Qualen sterben mussten. Die Priester waren bereits bei ihr gewesen und hatten die Herausgabe der Gefangenen gefordert und Norwiga war gewillt ihnen diesen Wunsch zu erfüllen. So übernahmen die Priester die Gefangenen und führten sie an das nahegelegene Moor. Doch zuerst begannen sie die bemitleidenswerten Kreaturen zu foltern. Auf eine glühende Feuerstelle wurden die Gefangenen geröstet. Ihre Schreie drangen weit in die Wälder und verklangen dort in der Tiefe Germaniens. An der Feuerstelle stank es nach verbranntem Fleisch und Norwiga verspürte einen Kloß in ihrem Hals. Doch die Zuschauer hielten tapfer durch, genährt durch einen vernichtenden Hass und feuerten im Gegenteil die Priester zu immer neuen Grausamkeiten an. Den Verzweifelten wurden Gliedmaßen abgehackt oder die Augen, Ohren und die Zunge herausgeschnitten und alle erdenklichen Grausamkeiten mussten sie über sich ergehen lassen. Endlich wurden die Gemarterten mit langen Stangen ins Moor gedrückt wo sie verzweifelt um ihr Leben kämpften. Doch an Händen und Füßen gebunden konnte es kein Entkommen für sie geben. So versank einer nach dem anderen im Moor dass tückisches Gesicht über eine nun wieder ruhige Landschaft ausbreitete.


    Die Krieger um Norwiga begannen nun wieder das Dorf aufzubauen und schon bald konnte man wieder die laute der Tiere und die emsige Geschäftigkeit der Handwerker hören. Norwiga aber hatte sich mit den Anführern der Krieger zu einer Beratung zusammengesetzt um darüber zu sprechen was nun weiter geschehen sollte. Man einigte sich darauf blutig Rache an den Stämmen zu üben die sich zu diesem Überfall auf Norwigas Dorf hatten hin reißen lassen. Die Dörfer würden diesen Überfall bereuen. Außerdem mussten Tiere Frauen und Kinder sowie Sklaven her um das Dorf wieder mit Leben zu erfüllen. So begannen nun die Planungen für die Feldzüge gegen die Mörder Norwigas Dorf.

  • Norwiga überlegte sich genau die weitere Entwicklung. Sie hatte 420 Krieger zur Verfügung. Etliche Verletzte waren dabei so dass es am klügsten war mit 300 Kriegern gegen den Feind zu ziehen und die Verletzten sowie schlechteren Männern als Bewachung des Dorfes zurück zu lassen. Einen kleinen Teil dieser Männer sollten als Späher Richtung Grenze und die Römerhunde beobachten.


    Norwiga trieb die Männer an damit sie so schnell wie möglich in den Kampf ziehen konnten. Waffen und Ausrüstung war vorhanden und ausgebessert worden, ebenso war genügend an Lebensmitteln und Wasser vorhanden. So zog die Streitmacht Richtung römischer Grenze um dem ersten Dorf einen Besuch abzustatten.

  • Die Germanen waren unterwegs um Rache zu nehmen. Das Dorf Odoakers sollte ihr erstes Ziel werden. Es lag relativ nahe zur römischen Grenze und Odoaker hatte daher eine Überheblichkeit angenommen, da er durch die Nähe zu Rom meinte dass er keine angriffe zu befürchten hätte. Norwiga wollte ihn eines besseren belehren. Odoaker hätte schon hinter dem Limes wohnen müssen um Norwigas Rache zu entgehen. So zogen die Krieger um Norwiga grimmig und entschlossen ihren Weg.


    Odoakers Dorf war das erste germanische freie Dorf wenn man die Limesgrenze überschritt. Oft kamen Händler selten Späher der Römer ins Dorf um nach dem rechten zu sehen. Seinem Dorf ging es gut und es reich für germanische Verhältnisse. Nur durch das zutun der Priester hatte er sich dem Raubzug gegen die neue Allianz der Germanen angeschlossen. Beunruhigt wartete Odoaker auf seine Krieger und ihre Beute. Sie hätten eigentlich schon da sein müssen. Doch hatten sie vermutlich nach ihrem Sieg zu tief in die Becher geschaut und mussten ihren Rausch ausschlafen. Hätte der Häuptling gewusst, dass von seinen Kriegern keiner mehr am Leben war und sich eine große Kriegerschar gegen ihn und sein Dorf wendete, wäre er mit hab und Gut zu den Römern gegangen. Doch so wartete er gespannt auf seine Krieger und vor allem wartete er auf seinen Untergang.

  • Endlich waren Noriwga und ihre Krieger am Ziel, vor ihnen lag das Dorf Odoakers. Still und verträumt stand es da und man hörte das Geräusch der Tiere. Die Hunde bellten kaum, so dass die Krieger nicht erfasst werden konnten. Der Kreis um das Dorf wurde rasch und sorgfältig gezogen. Unzählige Augenpaare beobachteten unablässig das Dorf, nichts sollte dem Zufall überlassen werden. Friedvoll lebten die Dorfbewohner vor sich hin und machten ihre Scherze. Niemand ahnte, dass sich in wenigen Minuten die Hölle aufmachen würde und sie alle verschlingen würde.


    Norwiga hatte bevor es jetzt losgehen sollte darüber informiert wer verschont werden sollte. Alle Bewaffneten, alte Männer und alte Frauen sollten getötet werden, nur Frauen und Kinder sowie unbewaffnete Männer sollten überleben. Das Dorf musste dem Erdboden platt gemacht werden. Nichts sollte daran erinnern, dass hier mal Menschen gelebt hatten. So griffen dann die Krieger auf ein Zeichen Norwigas an. Schnell waren die Krieger niedergemacht und die Krieger konzentrierten sich auf das Abschlachten der Alten. Frauen und Kinder wurden zusammengetrieben sowie einige Männer die sich ergeben hatten. Auch das Vieh wurde wie alles was man gebrauchen konnte eingesammelt und fortgeführt. Der Rest der Krieger machte sich über die Reste des Dorfes her und plünderten, brandschatzen und zerstörten Haus für Haus. Eine große Rauchwolke erhob sich in den germanischen Himmel als dort wo bis vor kurzem noch ein Dorf gestanden war nur noch ein Flammenmeer tobte. Der Rauch war weit hin zu sehen und auch am Limes würden die römischen Soldaten den Rauch beobachten können. Doch diesen Feinden Norwigas drohte vorerst keine Gefahr, zuerst mussten die Feinde unter den Germanen vernichtet werden.


    Norwiga stand oberhalb des brennenden Infernos und ihre Augen leuchteten vor Hass und Genugtuung. Oh ja so würde es allen Dörfern ergehen die sich an dem Überfall beteiligt hatten. Einige Stunden später waren nur noch die schwellenden Trümmer des Dorfes sowie die zahlreichen Toten zu sehen. Aber auch diese würden bald von Wölfen und Aasfressern beseitigt werden. An dem Wege der vom Limes in die germanischen Wälder führte waren Schädel von Toten angenagelt zur Mahnung. Die germanischen Wälder waren nun aber wieder ruhig und der Lauf des Lebens in den Wäldern ging seinen gewohnten Gang.


  • Das Feldzeichen Norwigas


    Norwiga hatte sich schwer verändert. Bei ihr kam jetzt eine gewisse Härte durch und ihr ehemals schönes Gesicht hatte sich sehr verändert, es war jetzt tatsächlich das Gesicht eines Kriegers geworden. Im Laufe der letzten Wochen hatten die Krieger um Norwiga noch zwei Überfälle durchgeführt und die betroffenen Dörfer in Schutt und Asche verwandelt. Aber auch das kleine beschauliche Dorf Norwigas veränderte sich sehr. Mittlerweile lebten dort über 1.000 Menschen. Eine dermaßen große Wohnstatt hatte es in Germania noch nie gegeben seit sich Norwiga zurückerinnern konnte. Hinzu kamen jetzt fast 800 Krieger aus den befreundeten Stämmen und aus auf der Wanderschaft zum Dorf stoßenden Germanen oder Versprengte aus diversen Auseinandersetzungen.


    Der Anführer der jetzt kleinen Stadt Gutmurt musste jetzt erheblich um planen um die Menschen alle unterzubringen und vor allem ihnen die Möglichkeit zur Selbstversorgung zu geben. Doch dies war nur ein Teil der aufkommenden Probleme. Durch die stetigen Überfälle musste jetzt eine vernünftige Palisadenwand errichtet werden. Sie sollte groß, stabil und sicher sein, so sicher das auch die Römer Probleme mit einer Erstürmung hätten. Tag aus, Tag ein schleppten jetzt die Sklaven Steine und Baumzeug heran um der Ortschaft jetzt Schutz und Sicherheit zu geben. Was würde noch alles passieren und wie sehr würde Norwigas Dorf sich verändern???

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