Turma IV - Stube der Equites und Stall ihrer Pferde


  • Die Turma ist die wichtigste taktische und organisatorische Einheit der römischen Reiterei. Sie besteht aus einem kommandierenden Offizier (Decurio), zwei Unteroffizieren (Duplicarius und Sesquiplicarius, Principales genannt) und 30 Reitern (Eques, Pl. Equites). Eine Ala verfügt über sechzehn Turmae.


    Jede Turma der Ala II Numidia ist in einer eigenen Reiterbaracke untergebracht. Hier befinden sich sowohl die Unterkünfte der Reiter, als auch die Ställe der Pferde. Die Schlafkammern der Kavalleristen verfügen über keine Vorräume, dafür müssen sich aber auch nur jeweils drei Männer eine Stube teilen. Ihre Pferde sind auf der anderen Seite der lang gestreckten Baracke untergebracht, nur durch eine dünne, hölzerne Wand von ihren Reitern getrennt.


    Diese Unterkunft teilen sich drei Equites der IV. Turma.
    In der angrenzenden Stallung stehen ihre drei Pferde, die von ihnen auch versorgt werden müssen.


  • Corbulo


    Corbulo machte kein großes Gewese um die spartanisch eingerichtete Stube, die er den Tirones präsentierte.


    "Hier ist die gute Stube. Alles wie gehabt. Einfach aber nützlich. Bevor ihr's euch hier bequem macht, bringt aber erstmal eure Pferde unter. Die Ställe findet ihr auf der Rückseite der Baracke."


    Er warf den drei jungen Burschen einen Blick zu, um zu ergründen ob sie alles verstanden hatten, als ihm etwas einfiel: "Sind das eigentlich schon die Tiere, die euch offiziell zugeteilt wurden?" Er wusste, dass die Tirones zu Anfang nicht direkt ein 'eigenes' Pferd bekamen, sondern auf eigens dafür gehaltenen Tieren das Reiten lernten. Ob dies nun auch auf die Pferde zutraf, mit denen die Jungs nach Mogontiacum gekommen waren, wusste Corbulo zu seinem Ärger nicht.



  • Der Halb-Germane ließ noch Zurückhaltung walten und spähte nur aus der Distanz - schließlich hatte er noch das Pferd am Zügel - vorsichtig durch den Durchgang in das Innere der Unterkunft. Eifrig nickte er, als der Duplicarius das Rätsel zu dessen Unterbringung auch schon auflöste. "Wird gemacht, Duplicarius. Und... Nein, das sind noch die Tiere, auf denen wir Reiten gelernt haben. Vermutlich fand man es sicherer, wenn wir die lange Reise auf ihnen antreten." Schließlich handelte es sich dabei zumeist um die ruhigeren Exemplare, welche einem unerfahrenen Reiter den einen oder anderen Fehler gutmütig verziehen und somit das Risiko von Verzögerungen reduzierten. Der Tiro lächelte etwas schief und fügte hinzu: "Heißt das, dass wir vielleicht schon bald unsere eigenen Pferde zugeteilt bekommen werden...?" Amisius konnte es nicht ganz verhindern, dass sich eine Spur vor Hoffnung und Vorfreude in seine Stimme mischte. Natürlich wusste er, dass dieses Tier nicht zu seinem Eigentum würde, aber allein die Vorstellung dass es in gewisser Weise 'sein Pferd' sein würde, war für den unter ärmlichen Umständen aufgewachsenen jungen Mann etwas sehr besonderes.


    Indes wurde Tiro Vilmar von größerer Neugier hinsichtlich der neuen Unterkunft angetrieben. Er drückte die Zügel seines Pferdes kurzerhand Swidger in die Hand und drückte sich an dem Duplicarius vorbei, um einen Blick ins Innere des Raumes zu werfen. "Starke Sache..." fand die Unterkunft schnell seinen Beifall. Im Gegensatz zu Amisius, der in einem größtenteils römischen Umfeld aufgewachsen war, verfügte sein Latein noch über einen deutlich stärkeren, germanischen Akzent. "...und die is' wirklich nur für uns drei allein, oder kommen da noch mehr?" wollte er sich bei dem Duplicarius vergewissern und wendet sich dabei wieder zu selbigem um, mit einem breiten Grinsen im Gesicht. In Confluentes war die Ausbildungsturma gemeinsam in einem einzigen größeren Raum untergebracht gewesen.

  • Corbulo


    Der Duplicarius nickte zustimmend auf Amisius' Frage hin. "So ist es. Am besten ladet ihr euer Zeug erstmal hier ab und bringt dann die Pferde in ihre neuen Ställe."


    Dass einer der Tirones sich so forsch an Corbulo vorbeischob, quittierte dieser mit einer Grimasse. Die darauf folgende fast ungläubige Frage ließ den Duplicarius dann allerdings lachen.
    "Na sicher, die ist nur für euch drei. Mehr kommen da nicht. Oder willst du noch jemanden in deinem Bett unterbringen?", sagte er spöttisch.


    Anschließend wandte er sich wieder an alle drei Tirones: "Also, Abmarsch Pferde wegbringen. Da fragt euch einfach durch, ich weiß ja selbst noch nicht wo die Ställe hier sind. Morgen bei Sonnenaufgang geht eure Ausbildung weiter. Wehe, ihr seid spät dran!"



  • "Wird gemacht, Duplicarius!" quittierte Flavus Amisius sogleich mit erleichtertem Eifer. Nach der langen Reise war es für ihn eine wunderbare Perspektive, endlich ihr finales Quartier zu beziehen, welches zudem nichtmal in Form eines Zeltes als Provisorium ausfiel, was er während der langen Reise von Confluentes nach Mogontiacum schon einige Male befürchtet hatte.


    Indes wandte Vilmar sich mit einem breiten Grinsen nach ihrem Unteroffizier um und entgegnete mit einem schelmischen Grinsen: "Naja, das kommt ganz darauf an, was für ein Jemand das wäre, hehe... Hab' da auf unserem Weg durch die Stadt schon 'n paar recht fesche Weibsbilder abgecheckt..." Natürlich wusste er, dass die angedeutete Unterbringung einer weiblichen Bettgefährtin gänzlich indiskutabel war, aber Corbulos ungewollte Vorlage für diesen Spruch konnte er einfach nicht widerstehen.
    Swidger schnaubte dazu nur abfällig und gab es seinem Kameraden gleich zurück: "Glaub' ja nich', dass ich vorhab mir Nacht für Nacht seelenruhig dein brünftiges Gestöhne anzuhören... Die Alte wär' hier achtkantig rausgeflogen, schon bevor der Duplicarius davon Wind bekäme!" Ein unheilvolles Grinsen begleitete seine letzten Worte.


    Ein verhaltener Seufzer entfuhr Amisius und verzog gequält das Gesicht, während sich vor seinem inneren Auge schon eine turbulente Zukunft mit den beiden Zimmergenossen abzeichnete. Ehe das Geplänkel noch weiter eskalieren konnte, versuchte er sodann die beiden Kameraden verbal einzufangen und auf das für den Moment wirklich Wesentliche zu besinnen. "Okay, Leute... Das könnt ihr wirklich besser später ausdiskutieren. Lasst uns erstmal ankommen... vielleicht gibt's ja in den nächsten Tagen bald 'ne Gelegenheit, sich in der Stadt umzusehen." Gänzlich konnte er insgeheim nicht leugnen, dass ihn ebenfalls Neugier auf das neue Umfeld und - in verglichen mit Swidgar und Vilmar deutlich zurückhaltender und vorsichtiger Weise - die hiesige Frauenwelt beseelte.

  • Decurio Tubero


    Der Decurio machte halt vor der Unterkunft, die direkt neben Flavus Amisius' Stube lag.* Vor der Stube saß ein Soldat in Tunika und polierte seinen Helm.


    "Degenar, das ist Marbod. Er ist dein neuer Zimmergenosse. Marbod, das ist Eques Degenar. Ihr könnt euch später miteinander bekannt machen."**


    Der Decurio wies auf die Tür zur Stube und befahl Marbod: "So, Klamotten abladen, zack zack. Als nächstes geht's zur Vereidigung. Wir haben gestern einen Schwung neue Rekruten aus Augusta Raurica bekommen, denen schließt du dich jetzt direkt mal an."



    Sim-Off:

    *Auf dem Grundriss die vierte Stube von Links.
    ** Du kannst den NSC spielen wie du möchtest. In der Stube ist dann noch Platz für einen weiteren Tiro, der vielleicht irgendwann mal zur Ala kommt.

  • Grundgütiger, Marbod jetzt hast du aber vollends in den Mistkübel gegriffen, sagte er zu sich selber. Bei dem Auftritt und dem Ausspruch des Decurio, von wegen unterstehst meiner absoluten Befehlsgewalt, ahnte er, dass hier möglicherweise keine berauschende Zukunft vor ihm lag. Doch was sollte es, die Alternative dazu wäre bestimmt noch schlimmer geworden.
    Schon ging es los und ganz wie gedacht, man wurde von irgend einem schlecht gelaunten Typen angeraunzt.
    Mit seinem ganzen Krempel beladen, hatte Marbod seine liebe Mühe und Not zu folgen und Schritt zuhalten, seinen Nachbarn konnte er nur im vorbei hasten zu nicken. Da ertönte auch schon das erwartete Zack, Zack . „Klamotten abladen jawohl“ schlüpfte ihm da einfach raus. Dämlich grinsend und die Zähne zusammenbeißend, befolgte er den Befehl, bevor es zur Vereidigung ging.



    Sim-Off:

    letzteres hoffe ich doch sehr :)

  • Decurio Tubero


    Tubero fixierte den Rekruten mit verkniffener Miene, während der sein bisschen Habe in die Unterkunft brachte. Als Marbod Sekunden später wieder heraustrat, drehte der Decurio sich auf dem Absatz um und wies Marbod lakonisch an: "Folg mir!"

  • Der macht mir Spaß, maulte Marbod in sich hinein. Diese Fuhre nennt er Gerödel. Das hier passt auf einen Karren und ich soll das jetzt schnappen und auch noch hinter ihm herhetzten, womöglich will er auch noch einen besonderen Gruß oder Blick zum Abschied.


    Irgendwie hatte Marbod es dann geschafft, den ganzen Kladderadatsch nach draußen hinterher zu schleppen und schon
    war weg, dieser Decurio.
    Hilflos hinter seinem Plunder versteckt versuchte er den Weg zu seiner Stube zu finden, was ihm schließlich dann auch irgendwie gelang. Er ließ alles zuerst einmal auf sein Bett fallen, dabei hörte und spürte er das Rumoren in seinem Magen. Hunger verdammt ich habe Hunger aber vom Essen hat mir keiner was erzählt. Wo bekomme ich hier etwas zu Essen?

  • Ocella betrat das Cubiculum, suchte sich eine freie Pritsche, kramte seine Habe ein und machte sich auf zu seinem neuen Vorgesetzten.

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