[Forum Boarium] Templum Mercuri

  • "Ohja, du kannst gerne vorbei kommen. Ich freue mich immer, wenn es mal etwas Abwechslung im Alltag gibt. =) Mars und Diana können sich ohnehin gut leiden, glaube ich..." konstatiert Aemilia, ohne ihre Aussage weiter zu begründen.
    "Ui! Ich freue mich, dass du das Projekt gut findest. Außer von den Peregrini und meinen Verwandten und so habe ich leider noch nicht viel Rückmeldung dazu bekommen. Ich hoffe nur, dass es auch den Göttern gefällt..." Aemilia seufzt leise. "In letzter Zeit war ich da irgendwie etwas unsicher. Aber das wird schon wieder..."
    Sie zwinkert ihm verschmitzt zu.


    Guter Dinge und sich angeregt unterhaltend kommen Aemilia und Victor am Merkur-Tempel an. Neugierig sieht Aemilia an der Fassade empor.
    "Auch nicht schlecht... =) Warst du schon einmal drinnen?"
    Sie will gerade hineingehen, da fallen ihr die Opfergaben wieder ein.
    "Ohja... Wir müssen ja noch was zum Opfern kaufen! Also Kekse auf jeden Fall. Jede Menge Kekse! =) Was noch? Ich würd sagen, dass ein paar Blumen auch nicht schaden können. Und... Einen Kuchen? Etwas Weihrauch? Hmm... Meinst du, wir sollten auch ein Tier opfern?"
    Aemilia setzt einen grüblerische Miene auf und schaut Victor nachdenklich an.
    "Ein kleines vielleicht? Eine Taube? Oder doch was größeres? Einen Hahn? Einen Eber? Eine Ziege?"

  • Auch Victor mustert den Tempel des Mercurius beindruckt. Er ist viel älter als der Mars-Tempel, aber anscheinend war er zwischendrin schonmal renoviert worden, so wie er glänzt. Und das muss er, schließelich ist Mercurius eine der Lichtgestalten im Götterpantheon.


    "Ein Tier opfern ist immer gut. Eine Ziege wär klasse, aber schneeweiß muss sie sein. Für die Räucherung sollten wir Mastix nehmen. Dazu Zimtkekse. Die Blumen besorgst du. Hrhr."


    Die beiden Sacerdotes trennen sich um je einige Opfergaben zu erstehen. Victor dealt eine Weile bei einem griechischen Händler, bis er eine ordendliche Menge Mastix zu einem guten Preis erhält - es soll schließlich anständig rauchen. Auch ein Kekshändler ist schnell gefunden und neben den obligatorischen Zimtkeksen kauft Victor auch noch ein paar von den besonderen Cannabis-Plätzchen. Anschließend hält er nach geigneten Opfertieren ausschau, als ihm diese auf einmal förmlich vor die Füße laufen.


    Kurze Zeit später kommt Vic vor sich hinsingend zum vereinbarten Treffpunkt vor dem Tempel. "Guru guru - guru guru... Drei weisse Tauben - die müssen dran glauben... Guru guru..." In der Hand trägt er einen kleinen Käfig mit drei schneeweiße Tauben.

  • Aemilia hat schnell den richtigen Händler gefunden. Auch ein guter Preis ist recht schnell ausgehandelt, da sie den guten Mann schon länger kennt und seiner Frau bei ihrer Entbindung geholfen hat. Nach einem kleinen Plausch über das Wohlbefinden der kleinen Tochter wird man sich handelseinig und die kleine Sacerdos ersteht einen kräftigen weißen Widder. Der Händler reicht ihr den Führstrick und Aemilia macht sich auf den Rückweg zum Treffpunkt.
    Dies ist nun der Zeitpunkt, an dem die Probleme beginnen. Dem störrischen Widder scheint es bei seinem ehemaligen Besitzer recht gut zu gefallen und er macht keinerlei Anstalten, sich auch nur einen Milimeter vom Fleck zu bewegen. Aemilia seufzt. Teilweise mit der Unterstützung des Händlers zieht sie alle Register. Erst redet sie dem Tier gut zu... Dann versucht sie, es mit ein paar Leckereien zu locken... Anschließend probiert sie es mit Gewalt und zerrt mit aller Kraft an dem Seil um seinen Hals, während der Händler von hinten schiebt. So gelingt es ihnen schließlich unter großem Kraftaufwand, den Widder einige Schritte voranzubewegen. Dann jedoch bleibt das Tier wieder unverrückbar stehen. Aemilia seufzt und bedankt sich bei dem Händler.
    "Danke für deine Hilfe. Ich will dich nicht weiter aufhalten. Das bekommen wir schon hin. Victor wird mir sicher helfen..."
    Sie lächelt ihm zu und zerrt den sich noch immer sträubenden Widder langsam, sehr langsam hinter sich her. Als sie in die Nähe des Treffpunkts gelangt, sieht sie Victor bereits ungeduldig wartend dort stehen.
    "Ähm.. Victor? Kannst du mir hier mal kurz helfen?"
    Bittend sieht Aemilia zu dem starken jungen Mann hinüber. Für ihn dürfte es ein leichtes sein, das Tier einfach aufzuheben und zu tragen.
    "Ich hoffe nur, dass er später beim Opfer nicht mehr so störrisch ist und sich dem Gott bereitwillig opfern lässt..."
    Sorgenvoll runzelt Aemilia die Stirn und wartet darauf, dass der strahlende Retter ihr zu Hilfe eilt. :D

  • Vic lässt alles stehen und liegen, als Aemilia ankommt und schaut tadelnd auf das Tier hinab.


    "Junge, Junge, du bist doch was ganz Besonderes. Dem großen Mercurius selbst wirst du geopfert werden, wenn dat mal nix is. Also komm schon." Ohne auf eine Antwort des Tieres zu warten, packt er den Widder und hebt ihn hoch. Er hat in seiner Jugend auf dem Landgut, wo er aufgewachsen ist, genügend Fohlen durch die Gegend geschleppt, als dass er mit so einem Widder Schwierigkeiten hätte. Dem Widder scheint das auch ziemlich gut zu gefallen, dass er nun getragen wird und nicht mehr selber seine Füße bewegen muss, denn er sträubt sich nicht länger.


    "Siehst du, er kanns kaum erwarten." Victor grinst Aemilia zu und nickt dann zu seinem eigenen kleinen Oopferhaufen hin. "Meinst du, du kannst das alles tragen? Oder solln wir noch nen Tempeldiener suchen?"



    /edit: Natürlich nen Widder und kein Stier, der wär mir dochn bisschn zu schwer 8)

  • Erleichtert atmet Aemilia auf, als sich das Tier brav tragen lässt. Sie grinst verschmitzt zu Victor hinauf.
    "Kein Wunder! Wenn ich von dir getragen werden würde, dann wär ich auch brav und zufrieden..." :P
    Mit irritiertem Blick tritt Aemilia auf einmal direkt an Victor heran und lauscht an dem Tier.
    "Sag mal... Schnurrt der?" -.^ :D
    Sie schüttelt den Kopf. Das kann einfach nicht sein. Dann eilt sie zu den vielen Opfergaben, die er gekauft hat und besieht sich das ganze erst einmal genau.
    "Wunderbar! =) Du hast ja an alles gedacht! Da wird Merkur sich sicher freuen..."
    Vergnügt sammelt sie die Gaben ein. Natürlich ernten dabei auch die hübschen Tauben einen anerkennenden Blick.
    "Wie süß... =) Fast zu schade zum opfern..."
    Doch gnadenlos packt Aemilia auch diesen Käfig und macht sich schließlich vollbeladen auf den Weg in den Tempel. Victors skeptischen Blick beantwortet sie mit einem Grinsen.
    "Keine Sorge. Das bekomm ich schon hin..." =)
    Gemeinsam betreten sie den Tempel und laden alles vor einem freien Opferaltar ab. Zufrieden sieht Aemilia sich um.
    "Ja, der ist gut. Hier haben wir unsere Ruhe... Womit fangen wir an?" =)

  • Als Aemilia nachfragt, ob der Widder schnurrt, antwortet Vic fast, dass er das wohl ist - *rrrrrr* 8) Doch so quirlig wie sie alles begutachtet, zusammenpackt und in den Tempel marschiert, bleibt ihm nicht mehr viel übrig, als ihr einfach zu folgen.


    Im Tempel herrscht tatsächlich eine andächtige Stille. Die einzige Person, die Victor auf dem Weg zum Altar auffällt, ist ein alter Tempeldiener der durch die Vorhalle schlurft und Vic ein wenig an seinen Adoptiv-Oppa Flaccus erinnert. Wahrscheinlich ist er mindestens schon genau so alt.


    Am Altar lässt Victor den Widder ab und zieht das Seil, welches um seinen Hals gelegt ist durch einen der Halteringe am Boden. Immerhin steht auf dem Altar eine Schüssel glühender Kohlen, man scheint also durchaus immer auf Opfernde vorbereitet zu sein. Vic reibt sich die Hände. So ein Doppelopfer ist schon wat feines, vor allem, mit dieser Sacerdos zusammen. Und dann noch für eine beiden kultfremde Gottheit, das grenzt ja schon an interkultische Zusammenarbeit, eine richtige kleine Ökumene.


    "Zuerst die Räucherung um eine gute Verbindung nach Oben herzustellen, dann die Blumen und Kekse, sozusagen als Voropfer, die Tauben als Appetithäppchen und schließlich den Widder?"

  • Aemilia grinst breit. :D
    "Ich seh schon... Du bist ganz schön zielstrebig, hm? Klein anfangen, immer stärker werden und dann das große Finale? 8) Wir könnten uns die hübschen Tauben auch für den Nachtisch aufheben. Hmm... Ja, das gefällt mir!" :P
    Verschmitzt zwinkert sie Victor zu.
    "Na, dann mal los..." ;)
    Aemilia ordnet die vielen Blumen und die Kekse dekorativ neben dem Altar an, sicherheitshalber außerhalb der Reichweite des hungrig aussehenden Widders. Dann schnappt sie sich das Mastix und verstreut es großzügig und schön gleichmäßig auf der glühenden Kohle. Wohlriechender Rauch steigt auf und sogleich fühlt die kleine Sacerdos sich von der ganz speziellen Stimmung ergriffen, die sie bei jedem Opfer spürt. Sie lächelt zufrieden, tritt etwas zurück und sieht dem Rauch, der hinauf zum Gott steigt, ehrfurchtsvoll nach. Einen kleinen Seitenblick wechselt sie mit Victor und dann tritt sie zu den frischen Blumen. Es ist ein bunter Strauß mit vielen verschiedenen Farben. Aemilia hat darauf geachtet, dass auch hier wohlriechende, trockene Kräuter zwischen den bunten Blüten versteckt sind. Vorsichtig legt sie den ganzen großen Bund in die Schale. Schon verstärkt sich der aufsteigende Rauch und bekommt einen neuen, angenehmen Duft. Sie lächelt zufrieden und tritt wieder zu Victor. Das Opfern der Kekse soll ruhig er übernehmen, damit sie hinterher beim Widder, und somit dem wirklich interessanten Teil, wieder an der Reihe ist.

  • Längst die Welt außerhalb des Tempels vergessend, tritt Victor nun an den Altar heran. Er atmet tief den Rauch ein, der wabernd in der Luft hängt, und nimmt sich der Kekse an.


    "Mercurius, Herrscher über die Wege, Beschützer der Handelnden und der Reisenden, Bote der Götter, schenke uns einen Augenblick deiner Zeit und erhöre unseren Dank. Diese Kekse sollen dir gehören, denn du hast sie dir wahrlich verdient. Jeden Tag begleitest du Tausende von Reisenden auf ihrem Weg, verhilfst den Händlern des Imperiums zu Einnahmen und führst die Seelen der Sterbenden in die Unterwelt hinab. Und als wäre das nicht genug, verkündest du auch noch den Willen der Götter! Oh, Mercurius, nimm diese Gaben an als Dank für deine Gunst!"


    Vic bringt die goldgelben Kekse dar und schaut einen Augenblick verträumt auf den Altar.


    Dann greift er zu seinem Gürtel und zückt das Opfermesser. Endlich mal wieder ein Blutopfer. Natürlich würde er es durchführen, Frauen sind bei so was ja immer ein bisschen sensibel. 8)


    Er wartet, bis Aemilia den Widder gereinigt und ihm die mola salsa auf die Stirn gestrichen hat. Dann nickt er Aemilia zu, dass sie den Widder nun festhalten soll.


    /edit: Wichtiges Detail

  • Entsetzt zieht Aemilia die Luft ein, als Victor zum Opfermesser greift.
    "Hey! Das ist mein Widder..."
    Mit einem drohenden Blick schiebt sie den anderen Sacerdos beiseite und zückt ihr eigenes, geliebtes, rasiermesserscharfes Opfermesser. :P
    "Lass da mal den Profi ran..."
    Sie grinst. Männer. Immer müssen sie sich vordrängeln, aber ein gescheites Blutopfer wissen sie meist überhaupt nicht wirklich zu würdigen. So wird Victor auf den ihm zustehenden Platz verwiesen und sie blickt ihn auffordernd an, den Widder nun endlich festzuhalten, während sie selbst sich für den Schnitt bereit macht.

  • "Wat...?" Vic ist erstmal sprachlos. Sie will doch nicht etwa tatsächlich? Aber doch, sieht ganz so aus. Hrhr, dat is ja mal ne scharfe Sacerdos! Ob sie wohl noch zu haben ist?


    Aber nun ist keine Zeit für solche Fragen. Victor steckt sein Messer wieder weg und stellt die Opferschale bereit. Dann greift ein wenig bedauernd den Widder an den Hörnern. Natürlich verzichtet er für Aemilia gern auf das Blutopfer, aber das tut nichts zur Sache, dass er es eigentlich viel lieber selber machen würd. So ein Blutopfer macht man schließlich nicht alle Tage.


    Mit einem Ruck zieht er den Kopf des Widders, der ganz still steht, nach oben, so dass die Kehle für Aemilia frei ist.

  • Aemilia schaut erstaunt und dann anerkennend zu Victor auf. Sie kann sich garnicht erinnern, einen so fachmännischen Opferhelfer gehabt zu haben. :D Verschwörerisch lächelt sie ihm zu und konzentriert sich dann wieder auf den Widder. Lautlos bewegen sich ihre Lippen, als sie ein kleines Gebet an den Gott formen.


    Dann tritt Aemilia zu dem Tier, setzt das Messer an und führt zielgerichtet einen tiefen, kräftigen Schnitt durch die Kehle. Dunkelrot quillt das Blut hervor und ergießt sich in die bereitstehende Opferschale. Ein wenig besorgt beobachtet Aemilia das Sterben des Widders. Er zuckt, wird jedoch gut von Victor festgehalten, wird langsam schwächer und sinkt schließlich bewusstlos zu Boden. Langsam blutet das Tier weiter aus, während sich das Blut zu einer ansehnlichen Menge in der Schale sammelt. Mit einem stillen Lächeln schaut Aemilia zu und tauscht nur einen kurzen, verständigen Blick unter Kennern mit Victor aus.


    Als der Widder endlich ausgeblutet ist, kniet sie an der Seite des Körpers nieder und öffnet mit einem fachmännischen Schnitt den Bauch des Tieres. Tief greift sie hinein, um die Eingeweide zu untersuchen. Um das Blut, welches sich dadurch über ihre gesamte Tunika verbreitet, kümmert sie sich nicht im geringsten. Hochkonzentriert untersucht Aemilia die Eingeweide, eines nach dem anderen, um zu überprüfen, ob das Opfer angenommen wurde...

  • Fasziniert schaut Victor dem sich in die Opferschale ergießenden Blutstrom zu. Ein Kribbeln geht durch seinen Körper und er nimmt sich vor, dass mindestens eine Taube ihm gehört, Frau hin oder her. Neugierig schaut er Aemilia über die Schulter und versucht einen Blick auf die Eingeweide zu erhaschen.

  • Er kam die großen Treppen empor und sah die Eingangshalle desTempels...
    Er ist so groß...
    Er ist so prächtig...
    Er ist so alt, so schön...


    Der Schmerz der Schließung des Mercuriustempels in Ostia ward schnell vergangen, Freude überkam ihn, als er, nachdem er einen langen Gang voraus gegangen war, die Mercuriusstaue erblickte...
    Vor staunen fehlten ihm die Worte...
    Nach langem Zögern brachte er es hervor..


    " O heilliger Mercurius, ich bin es, dein Diener Titus Iulis Imperiosus, ich bin glücklich, einfach glücklich hier zu sein...Der Zugang zu deinem anderen Tempel in Ostia ward mir vewahrt, es bestand Einsturzgefahr."


    Er blickte empor...


    "Oh Mercurius, bitte erzürne nicht, dass dir die Menschen nicht die Achtung geben, die du verdienst. Es wird sich ändern, ich werde dabei helfen."


    Er sollte schonmal damit anfangen...er lief aus dem Tempel um Opfergaben zu besorgen...


    Da sein mikriger Discipulusverdienst nicht für gescheite Opfergaben reichen würde, kaufte er verschiedene, süß schmeckende, Früchte,um den Gott gnädig zu stimmen.
    An die Worte seines Sacerdos denkend, welcher sagte, dass die Intensität einer Opfergabe zählt, nicht der Wert, ging er geschwind zum Tempel..


    Legte die Früchte in die Opferschale und sprach ein Gebet, während die Früchte verbrannten...
    Nachdem er fertig war, sah er ein paar Blutstropfen auf dem Marmorboden..


    "AAAh, hier hat wohl eine blutende Opferung stattgefunden."


    Fröhlich, dass sich doch noch einige Römer Mercurius zuwandten, küsste er die Statue zum Abschied und ging langsam aus dem Tempel hinaus um sich auf den nächsten Tag mit dem Sacerdos vorzubereiten.

  • Zitat

    Original von Didia Aemilia
    Hochkonzentriert untersucht Aemilia die Eingeweide, eines nach dem anderen, um zu überprüfen, ob das Opfer angenommen wurde...


    ..und zog eine tiefschwarze Niere hervor. Das Tier war zu Lebzeiten krank geworden und erweckte nicht die Aufmerksamkeit Merkurs.

  • Erschrocken zieht Aemilia die Luft ein, als sie die schwarze Niere entdeckt. Ihr entsetzter Blick zu Victor spricht Bände.
    "Schau... :( Ganz schwarz... Ohje... Das war wohl nichts... Alles noch einmal von vorn, nicht wahr?"

  • Mit Erfurcht betrat ich den Tempel des Gottes Mercurius. Riesengroß war die prächtige Halle, die ich betrat. Vielleicht sogar noch größer als die in Ostia. Mit Sicherheit aber älter. Ich schritt weiter in die Eingangshalle hinein, um dann meine Bitte und mein Opfer dem Gott Mercurius zu übermitteln, das aus sehr vielen Keksen, Kuchen, Blumen und Weihrauch bestand.


    Oh heilliger Gott Mercurius, Gott des Handels, Schutzgott der Wege, Bote der Götter und Seelenführer, der die Seelen der Verstorbenen aus ihren toten Körpern ins Totenreich geleitet. Ich spreche für die gesamte Bevölkerung deiner geliebten Handelsstadt Ostia.


    Ich ersuche dich aus einer der schlimmsten Krisen. Dein Tempel gleicht immer mehr einer Ruine, sodass ihn die Stadt gezwungender maßen schließen lassen musste, damit kein Leben gefährdet ist. Ich bitte dich, lass uns für diese unweigerliche Tat nicht deinen Zorn spüren. Ich bitte dich, vergib uns Sterblichen.


    Oh Seelenführer, würde es deinem Willen entsprechen, Seelen aus deinem heiligen Tempel ins Totenreich zu geleiten, wenn dieser einstürzt? Bitte verzeih mir, diese anmaßende Frage zu stellen, doch das Wohl der Menschen liegt mir ebenso am Herzen, wie dein Wohl und deine Zufriedenheit, heiliger Gott Mercurius.
    War Ostia nicht immer als Handelsstadt dir treu ergeben. Wir wissen von deinen großen Taten, wir wissen, dass du uns groß gemacht hast und werden es nie vergessen.


    Nimm dieses bescheidene Opfer von unserer Stadt als Entschädigung an. Ich verspreche dir, dass die Stadt alles erdenkliche tun wird, damit dein Tempel in Ostia wieder aufgebaut wird und noch prächtiger wird, als der alte. Ich verspreche dir im Namen der Stadt, dass ein großes Fest zu deinem Ehren in Ostia stattfinden wird, wenn der Tempel wieder steht.


    Ich legte die Gaben in die Opferschale, kniete nieder und sprach ein Gebet.

  • Zitat

    Original von Didia Aemilia
    Erschrocken zieht Aemilia die Luft ein, als sie die schwarze Niere entdeckt. Ihr entsetzter Blick zu Victor spricht Bände.
    "Schau... :( Ganz schwarz... Ohje... Das war wohl nichts... Alles noch einmal von vorn, nicht wahr?"


    "Ouououo." Genau so, wie er es sagt, meint Vic es auch. Eine schwarze Niere kann nur eines bedeuten, Mercurius ist grad auf dem Weg in die Unterwelt oder ihm hat das Opfer nicht gefallen. Egal was, das Opfer ist auf jeden Fall nicht bei ihm angekommen.


    Victor schüttelt den Kopf. "Der Widder war von anfang an zu störrisch. Lass uns das beenden, bevor Mercurius noch sauer wird, und ein wirklich prächtiges Tier besorgen. Irgendwo auf den Märkten wird sich doch noch mehr finden lassen, als vor dem Tempel, oder?"


    Er hofft nur, dass Aemilia sich in Rom auskennt, denn bis er den Markt finden würde, wäre dieser schon geschlossen.

  • Aemilia seufzt und steht wieder auf.
    "Ohja... Du hast recht... Hoffentlich haben wir ihn nicht zu sehr erzürnt. :( Lass uns schnell auf den Markt gehen. Die Tauben können wir sicher hier im Tempel irgendwo in Verwahrung geben und den Widder geben wir direkt in die Küche..."
    Sie wischt sich die blutigen Hände notdürftig an ihrer Tunika ab, die ohnehin schon dreckig ist. Zum Glück bewahrt Aemilia für solche Fälle immer eine Ersatztunika im Diana-Tempel auf. 8)
    "Lass uns auf die Trajansmärkte gehn! Ich kenn da einen guten Händler. Der Stand ist zwar nicht allzu groß und auch ein bißchen versteckt, aber er hat immer gute und gesunde Tiere auf Lager. Manchmal ist auch etwas exotischeres dabei..."
    Sie grinst Victor verschmitzt an.
    "Er erzählt immer, er hätte auch schonmal einen Elefanten verkauft, aber das glaube ich ihm nicht..." =)
    Schnell räumt die kleine Sacerdos die Sachen beiseite und gemeinsam tragen sie die Tauben zum Aufbewahren für später und den Widder zum Kochen in den Tempel hinein. Anschließend treten sie wieder heraus und machen sich auf den Weg auf die Märkte.
    "Auf gehts!" übernimmt Aemilia kurzerhand die Führung und eilt Victor voran in Richtung Trajansmärkte.

  • Mit der weißen Antilope im Schlepptau betreten Aemilia und Victor erneut den Tempel. Bei jedem Schritt verursacht das Opfertier durch seine Paarhufe ein Klackern, welches durch den ganzen Tempel hallt.


    "Zu überhören sind wir schon mal nicht. Da könnten wir uns fast das Rauchopfer sparen. Aber doppelt hält besser, nicht, dass es wieder schiefgeht."


    Am Altar angekommen, bindet Victor das Tier an einem der Halteringe fest und schaut sich dann suchend um. Die Kekse sind fort. Victor kneift die Augen zusammen und murmelt vor sich hin, dass sich sicher direkt der alte Tempeldiener auf sie draufgestürzt hat, sobald sie den Tempel verlassen hatten.
    Während Aemilia die Tauben holt, packt er eine neue Räucherung aus. Dann ist alles für die Wiederholung des Opfers bereit.


    "Und... wer... opfert die Antilope?" Schon während er die Frage stellt, wird Victor klar, dass es die Falsche war. 8)

  • Aemilia grinst breit. :D
    "Nagut... Es ist zwar meine Ziege, aber ich seh ja, wie gern du es machen würdest... Nur zu..." =)
    Sie zwinkert Victor verschmitzt zu und macht sich dann an die Arbeit, das Opfer vorzubereiten. Sie holt ein neues Stück Kohle hervor, lässt es gut durchglühen und legt es dann in die Schale. Dann nimmt sie den Beutel mit Mastix an sich, stellt sich vor die Schale und sammelt ihre Gedanken. Konzentriert holt Aemilia eine großzügige Portion der Mastix-Körner hervor und verstreut diese nach und nach gleichmäßig über die Kohle. Genießerisch atmet sie ein wenig von dem wohlbekannten Geruch ein und tritt dann lächelnd beiseite. Auffordernd nickt sie Victor zu, dass er das Blutopfer vollziehen möge. Sie stellt sich bereit, falls sie ihm assistieren soll...

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