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Manius Purgitius Lurco

Wohnort: Roma / Italia

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30.05.2020 10:14

Lurco grinste Scato an. Was sich das Stöckchen immer für Sorgen machte. Er war ja fast so schlimm, wie Lurco selbst.

"Alles Bestens Scato, ich kann Dich riechen. Heisst Dein Duft gefällt mir, genau wie der Rest. Zudem ein bisschen Parfüm kannst Du ruhig nehmen. Aber hüte Dich davor nur einen Tropfen zuviel zu benutzen. Bestenfalls hält man Dich für einen eitlen Gecken. Schlimmstenfalls halten sie Dich für jemanden von anderen Ufer. Wie das gewertet wird weißt Du. Sei was Du willst und bist, nur lass Dich bloß nicht dabei erwischen. Die Strafe darauf dürfte Dir bekannt sein.

Was hier hinter unseren Mauern geschieht, sieht niemand und geht auch keinen etwas an. Aber draußen gelten andere Regeln, drum pass auf Dich auf. Auch duftender Weise", antwortete Lurco freundlich, beugte sich zu Scato und tippte auf seine Anhänger.


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Tiberios

Wohnort: Roma / Italia

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30.05.2020 13:21

Casa Leonis, oberes Stockwerk


Tiberios öffnete die Tür ganz und trat ein.
Betont fröhlich sagte er:
„Ich wurde gerade erst mit etwas zu essen nach oben geschickt und möchte nach dir sehen, Terpander!“

Er fasste das Tablett mit beiden Händen und verbeugte sich kurz.

Dominus Viridomarus sprach ihn freundlich an wie schon zuvor, und der furische Sklave lächelte nun:
„ Du erschrickst mich nicht, kyrios, und niemand macht mir Angst, weshalb sollte das auch so sein ?“,

sagte er und bemühte sich, seiner Stimme einen unbekümmerten Klang zu geben. Anstatt dominus entfuhr ihm jedoch das griechische kyrios ,und solche Fehler machte Tiberios nur noch, wenn er sehr nervös war.

Er hätte gerne noch einmal den Preis für die Düfte für seine domina angesprochen – vielleicht konnte dominus Viri ab und zu einen Scriba brauchen, dann könnte er einen Teil abarbeiten – aber der leutselige Geschäftsmann hatte es nun eilig, wieder nach unten zu gehen.
Verdenken konnte man es ihm nicht, das obere Stockwerk der Casa Leonis war noch wenig einladend.

Tiberios setzte sich neben Terpander auf die Teppichrolle und schob das Tablett zu ihm hin. Er bemerkte, dass der Maiordomus älter aussah als sonst und feine Schweißtropfen den Halsausschnitt seiner Tunika dunkel gefärbt hatten.
Terpander tat ihm nicht Leid, Tiberios hatte nicht die Anmaßung, dass Terpander Mitleid von jemandem
wie ihm brauchte, doch es tat ihm Leid, dass er ihm ab und zu gedroht und das Ganze für ein scherzhaftes Gedankenspiel gehalten hatte.

Ob Terpander wußte, dass er, Tiberios, so ziemlich alles von Anfang mit an gehört hatte, wenn auch gegen seinen Willen? Der Mann war ein spartiatischer Krieger. Er hörte vermutlich die Flöhe husten. Tiberios war ja auch auf der Treppe nicht leise gewesen – warum auch?

Tiberios wagte Scatos Sklaven kaum anzusehen, doch er legte ganz leicht die Fingerspitzen auf seinen Unterarm:

„Salve, Terpander“, sagte er freundlich und ernst und betonte die erste Silbe des Vornamens:
„Möchtest du etwas trinken und essen? Dominus Scato hat dir eine Lukaner Wurst und Datteln aufgepackt, und ich Posca und Brot.“



VILICUS - GNAEUS FURIUS PHILUS

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30.05.2020 13:21 Tiberios ist offline E-Mail an Tiberios senden Beiträge von Tiberios suchen Nehmen Sie Tiberios in Ihre Freundesliste auf
Terpander

Wohnort: Roma / Italia

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30.05.2020 13:44

Als Tiberios 'kyrios' sagte, zuckte Terpander tatsächlich zusammen, weil er im ersten Moment dachte, er würde 'Kyriakos' sagen. Tatsächlich waren die beiden Worte nicht nur phonetisch ähnlich, sondern auch semantisch verwandt - kyrios bedeutete 'Herr' und Kyriakos hieß 'zum Herrn gehörend'. Als Griechischlehrer wusste Terpander um die Organik der Sprache. Nur Terpanders Augen bewegten sich, als sein Blick auf den Teller fiel. Die Wurst und die beiden ovalen Datteln waren so angeordnet, dass sie eine unanständige Form ergaben. Ein scherzhafter Gruß von Scato. Tiberios schien das gar nicht bemerkt zu haben. Terpander griff nach dem Becher Posca und trank ihn in einem Zug aus. Er hatte Durst.

"Du hast alles mit angehört", urteilte er.

Die zarten Finger an seinem Arm registrierte er, ein Versuch von Tiberios, die von Viridomarus mit Worten geschlagene Kluft durch eine Berührung zu überbrücken. Doch Terpander fühlte sich, als stünde er nun völlig allein auf einer immer weiter abbröckelnden Insel. Sieben Jahre lang hatte er versucht, sich ein neues Leben aufzubauen, aber dem Fluch, den Kyriakos ihm hinterhergeschickt haben musste, konnte er nicht entkommen. Wie es aussah, hatte er seinen alten Mentor am Ende ihres letzten Kampfes doch noch besiegt.



SKLAVE - SISENNA IUNIUS SCATO
30.05.2020 13:44 Terpander ist offline E-Mail an Terpander senden Beiträge von Terpander suchen Nehmen Sie Terpander in Ihre Freundesliste auf
Tiberios

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30.05.2020 14:10

Tiberios nickte nur und machte keine Ausflüchte.
Terpander schien nicht böse zu sein, dass der furische Sklave die Angelegenheit mit angehört hatte:

„Jetzt ist zu überlegen, was zu tun ist.“, sagte er ruhig und streichelte sanft Terpanders Arm:
"Du kannst es auf sich beruhen lassen und hoffen, dass da nie etwas kommt. Es kommt nicht immer was nach."

Auch Tiberios hatte sich einst dem Tavernenwirt Archias um einen Gefallen verpflichtet, ohne dass er wieder von ihm gehört hatte:

Und du könntest es immer noch zur Bedingung machen, dass dominus Viri die gens Iunia in Ruhe lässt. Genau wie ich bist du ja verpflichtet, deine familia mit deinem Leben zu verteidigen.
Ich frage mich allerdings, warum dominus Viridomarus dich überhaupt unter Druck setzen kann: Du warst ein freier peregrinus und wurdest versklavt, das kommt vor. Nur ein römischer civis ist vor solch einer Willkür durch Gesetz geschützt.
Du hast damals einen Mann getötet oder fast getötet. Wenn er tot ist, ist er schon lange ein Schatten im Hades, wenn nicht, so hat er dir die ganzen Jahre nicht geschadet.
Keinen Menschen, auch deinen dominus nicht, interessiert das noch.
Was genau ist der wirkliche Grund, weshalb die Lage dir so aussichtslos erscheint, Terpander?"



VILICUS - GNAEUS FURIUS PHILUS
30.05.2020 14:10 Tiberios ist offline E-Mail an Tiberios senden Beiträge von Tiberios suchen Nehmen Sie Tiberios in Ihre Freundesliste auf
Terpander

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30.05.2020 15:05

"Ich berichtete dir von dem Fluch, der auf mir lastet ... sieben Tage Unheil wurden mir prophezeit, eine milde Strafe für sieben Jahre Pein. Ich habe niemanden ermordet, Tiberios. Ich habe jemanden gerettet. Aber ich bezweilfe, dass er oder jemand anderes das versteht. Augenscheinlich hat er mir einen Fluch auf den Hals gehetzt, mich jagen die Erynien oder vielleicht ist es auch ein kakodaimon? Wie lange wird er mich noch jagen und wie lange verfolgt er mich schon? Diese sieben Tage sind nur die Spitze des Eisberges. Es geht nicht nur um diesen fetten Erpresser!"

Terpander, sonst wortkarg und wenig emotional, redete sich immer weiter in Rage.

"Du weißt, dass die Seele aus einer anderen Welt, als Strafe für eine Schuld, an den Leib gefesselt ist. Sie muss eine lange Wanderung vollziehen, bevor sie erlöst werden kann. Ich werde nach meinem Tod nicht mal eine Grabinschrift erhalten. Ich bin ein alter Mann, Tiberios, mir bleibt nicht mehr viel Zeit, irgendetwas gut zu machen. Meine Zeit läuft schneller ab, als ich Schritt halten kann. Auf der anderen Seite wartet man auf mich, aber wie es aussieht, werde ich mein Versprechen nicht halten können, bald nachzukommen. Ich muss einen anderen Weg gehen nach meinem Ableben und wieder in irgendeiner erbärmlichen Hülle landen, noch schwächer als diese, damit die Lektion auch wirkt. Und mit dem neuen Leben werde ich ihre Gesichter vergessen haben und es wird mir noch schwerer Fallen, meine Schuld zu tilgen."

Tiberios war noch jung, vermutlich waren seine Gedanken ganz auf Diesseits gerichtet. Das war gut, doch Terpander kam nicht umhin, jeden Tag in seinen schmerzenden Knochen zu spüren, wie der immer hungrige Chronos an ihm fraß und seine Lebenszeit ablief. Dieser weitere Rückschlag, den Viridomarus ihm verpasst hatte, war sehr hart. Und wenn es ganz übel kam, war damit seine Zeit endgültig vorbei.



SKLAVE - SISENNA IUNIUS SCATO
30.05.2020 15:05 Terpander ist offline E-Mail an Terpander senden Beiträge von Terpander suchen Nehmen Sie Terpander in Ihre Freundesliste auf
Tiberios

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30.05.2020 15:44

Tiberios spürte, wie sich ihm die Nackenhaare aufstellten. Am liebsten wäre er aufgesprungen und hätte sich entfernt, um sich nicht dem Fluch Terpanders auszusetzen. Die daimones , die Erinyen, er wußte, dass sie immer um die Sterblichen waren und streng und unerbittlich auf die Taten eines Mannes blickten.

Aber er hielt aus und zog die Hand nicht weg:
„Wenn der Knabe mit der gesenkten Fackel zu dir kommt...“, gebrauchte er eine alte Todesmetapher:
"..werde ich den Grabstein setzen, auch wenn ich nicht viel mehr als „ Lysander – geboren zu Sparta , gestorben in Roma " darauf schreiben kann. Und ich verspreche dir, ich werde dir die Münze für Charon unter die Zunge legen. “, sagte er sehr ernst:
„ Es wird Zeit, dass du die Fluchtafel des Magus vergräbst und das Blutritual vollstreckst – ich habe ja gesagt, ich komme mit. Wann möchtest du aufbrechen?“

Tiberios‘ Herz klopfte ihm bis zum Halse. Das waren keine erfreulichen Aussichten. Wieder wäre er am liebsten weggelaufen – in das untere Stockwerk, dort wo Licht, Lachen und Gemütlichkeit warteten.

Er dagegen war gerade mit Terpander auf einem eisigen Gipfel. Wie einsam Terpander sein musste!
Tiberios dachte daran, wie der ältere Grieche ihn in einer Umarmung getröstet hatte – doch für Terpander gab es keinen Trost.

Dennoch lehnte sich Tiberios an die Seite des älteren Griechen und versuchte durch seine Körperwärme wenigstens Zuneigung und Freundlichkeit zu übertragen. Und sanft führte er dessen Hand zu dem Essen vor sich - erst jetzt fiel Tiberios die anspielungsreiche Anordnung der Datteln und der Wurst auf ....

" Dominus Scato erinnert uns gerade an die starken Kräfte des Lebens.", sagte er lächelnd.



VILICUS - GNAEUS FURIUS PHILUS

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30.05.2020 15:44 Tiberios ist offline E-Mail an Tiberios senden Beiträge von Tiberios suchen Nehmen Sie Tiberios in Ihre Freundesliste auf
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