Imperium Romanum » Sim-On » Restliche Provinzen des Imperiums » [ACHAIA] Athen - Haus des Aristophanes » Salve, Peregrinus [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | Thema zu Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Athen - Haus des Aristophanes
Autor
Beitrag « Älteres Thema | Neueres Thema »
Paulus von Myra

Wohnort: Roma / Italia

Paulus von Myra Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
Athen - Haus des Aristophanes Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
20.10.2019 00:35

   
Westlich des Areopag steht in Athen das Haus des Amphorenhändlers Aristophanes. Seine Front ist dicht mit Weinreben bewachsen.





20.10.2019 00:35 Paulus von Myra ist offline Beiträge von Paulus von Myra suchen Nehmen Sie Paulus von Myra in Ihre Freundesliste auf
Paulus von Myra

Wohnort: Roma / Italia

Themenstarter

Paulus von Myra Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
Die Ersinnung eines Schlachtplans - Teil 1 Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
03.02.2020 23:23

Nachdem Paulus durch seinen neuen Freund Aristophanes den einen Teil der Athener Christengemeinde kennengelernt hatte, wollte er nun daran gehen sich auch einmal die Standpunkte der anderen Gruppe näher anzuhören. Davon erhoffte er sich ein klareres Gesamtbild machen zu können und im besten Falle vielleicht sogar einen ersten zarten Trieb einer Lösung zu finden, der die gespaltene Athener Gemeinde am Ende dieses Weges wieder zu einer vereinigen könnte. Doch um das bewerkstelligen zu können, musste er erst einmal in Kontakt mit den Elpenianern (so nannte Nikanors Teilgruppe die anderen Glaubensbrüder, die sich vor über 20 Jahren nach dem Tod von Bischof Dionysios Areopagita mitsamt ihrem prominentesten Mitglied, dem dicken Elpenor, aus Uneinigkeitsgründen über die Natur Christi von ersteren abgespalten hatten) kommen und das war gar nicht so einfach. Aristophanes kannte zwar einige aus der anderen Gruppe, aber Paulus wollte speziell mit Elpenor selbst sprechen, da er sich davon am meisten Nutzen versprach. Auch wenn in beiden Teilgemeinden stets das demokratische Prinzip der Wahl und des Ältestenrats hochgehalten wurden, so stachen einige Persönlichkeiten aus den beiden Gruppen trotzdem mehr heraus als andere, was ihren Einfluss anging, so wie in der einen Gruppe der Älteste Nikanor, oder eben Elpenor bei den anderen.
Der kleine Amphorenhändler hatte Paulus den Weg zu Elpenors Stadthaus genau beschrieben, doch dort angekommen musste er hören, dass der Hausherr ihn nicht empfangen würde. In der nächsten Woche versuchte Paulus es noch ein paar mal, doch der Torwächter hatte jedes Mal dieselbe Antwort für Paulus. Brummig zog er sich wieder in Aristophanes' Haus zurück, um seine weiteren Schritte zu überdenken.
Dieser stellte ihm zurück in der guten Stube einen Becher Milch auf den Tisch und setzte sich neben ihn. "Wieder kein Glück...ich verstehe nicht wieso er sich so resolut dagegen wehrt mich zu empfangen!" mit finsterem Blick ob Elpenors Sturheit nahm Paulus einen Schluck, während Aristophanes mit dem Gesicht auf den Händen gestützt ihn ansah.


Aristophanes, Amphorenhändler

"Hm, und wenn du ihm einen Brief schreibst und den dann an ihn abgibst? Oder dir einen Termin geben lässt?"
Paulus winkte ab.
"Habe ich schon versucht, doch keine Chance. Der Torwächter hat ihn mir gar nicht erst angenommen."
"Und wenn du Nikanor um Vermittlung bittest? Immerhin haben ja die Ältesten beider Gemeinden regelmäßig Kontakt miteinander."
"Auch daran habe ich schon gedacht, aber nein, auch das ist kein gangbarer Weg."
Verwundert machte der kleine Mann ganz große Augen.
"Warum das denn?"
"Weil ich dann befangen wäre und keine unparteiische Person mehr. Bitte ich Nikanor um Hilfe, dann werden mich die Elpenianer als einen aus eurem Lager ansehen und gerade von einer neutralen Warte verspreche ich mir den meisten Erfolg, wenn ich zwischen beiden Lagern vermitteln kann, ohne zu einem von beiden zu gehören."
Aristophanes schnalzte mit der Zunge.
"Tut mir leid, aber ich fürchte dieser Wagen ist abgefahren."
"Wie bitte?"
"Na dass du unparteiisch bist. Die abweisende Haltung Elpenors dir gegenüber spricht Bände und das obwohl er dich nicht einmal persönlich kennt! Ich vermute du bist letztends mit mir von einem oder mehreren Elpenianern gesehen worden, wie wir auf dem Weg zu Aeons Haus gewesen waren. Danach hast du unseren Gottesdienst besucht und du lebst unter meinem Dach, was dich wiederum mit unserer Teilgemeinde verbindet. Aus den Augen der anderen gehörst du voll und ganz zu uns vermute ich."
Auch solche Gedanken waren Paulus jetzt am Ende schon durch den Kopf gegangen, als jeder Kontaktversuch mit Elpenor gescheitert war und das wieder und wieder, sodass man die Sache nicht einmal mehr auf dessen eventuelle Geschäfte oder andere Termine schieben konnte. Seufzend stützte jetzt auch Paulus sein Gesicht auf seine Hände.
"Eine schöne Bescherung...dass ich euren Gottesdienst besucht habe spricht noch lange für keine Gruppenzugehörigkeit meinerseits zu euch. Ich würde ja selbes auch bei ihnen machen, um beide Seiten möglichst gleichwertig kennenzulernen. Wie aber nur, wenn man mich nicht lässt? Es muss doch einen Weg geben!"

Eine Weile schwiegen beide und jeder hing seinen Gedanken nach. Ob er es vielleicht doch bei einem anderen elpenianischen Ältesten versuchen sollte? Aber selbst wenn dies eher gelingen würde, dann hätte er den störrischen Einfluss Elpenors trotzdem immer noch gegen sich. Nein, wenn er Erfolg haben wollte, dann musste er den größten Trotzbrocken gleich als erstes auf seine Seite ziehen. Es brachte keinen Gewinn mehrere kleine Anführerchen zu überzeugen, nur damit Elpenor sie alle am Ende mit seiner übermächtigen Meinung plättete und Paulus' ganze Arbeit für die Katz gewesen war. Also zurück zum Anfang. Inzwischen konnte er das langjährige Spaltungsproblem der Athener Gemeinde noch besser verstehen. Nicht nur, dass es an der Diskussionsfreudigkeit, dem Demokratieempfinden und der Standpunkttreue der Athener lag -so wie Aristophanes behauptet hatte- es wunderte Paulus wirklich nicht, dass nichts weiterging, wenn so gewaltige Sturköpfe wie Elpenor beteiligt waren! Trotz aller Versuche war Paulus diesem illustren Manne immer noch nicht begegnet, aber inzwischen konnte er sich ein sehr gutes Bild von dessen Charackter machen anhand seiner persönlichen Erfahrungen mit ihm und aus diversen Erzählungen des Amphorenhändlers.

"Wie wäre es, wenn du es mit einer Täuschung versuchst? Rasier dir den Bart ab und gib dich als Händler aus, oder lasse dich als Diener anstellen und dann im rechten Moment sprichst du ihn..."
"Das soll wohl ein Scherz sein, oder?" unterbrach ihn Paulus tonlos. Er fühlte sich sehr müde.
Aristophanes verstummte und zog eine Grimasse. "Ja...natürlich....ein Scherz..."
Wieder verfielen beide in tiefes Schweigen.
Wie traf und sprach man eine fremde Person, die partout mit einem nicht in Kontakt treten wollte? Wieso machte Elpenor das überhaupt? Was war der Grund dafür? Wieso lehnte er jede Anbahnung eines Kontakts ab? Mit Nikanor und den anderen Ältesten sprach er doch auch, wenn es sein musste? Eine Täuschung war vermutlich nicht der beste Weg, es war immer am besten alles auf die offenste und ehrlichste Art zu regeln, dieser Ansicht war Paulus so oder so, egal ob er jetzt dem christlichen Glauben anhing, oder nicht.
Der kleine Amphorenhändler brummte und stand vom Tisch auf.
"Mir ist dieses ewige Grübeln zu dumm geworden für heute. Ich werde Abendessen machen, willst du auch etwas?"


03.02.2020 23:23 Paulus von Myra ist offline Beiträge von Paulus von Myra suchen Nehmen Sie Paulus von Myra in Ihre Freundesliste auf
Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Imperium Romanum » Sim-On » Restliche Provinzen des Imperiums » [ACHAIA] Athen - Haus des Aristophanes
Homepage des Imperium Romanum  |  Impressum
Powered by: Burning Board 2.3.6 © 2001-2003 WoltLab GmbH