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Iulia Triaria

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06.05.2019 13:35

Früher Morgen. Die flammende Sonnenscheibe stand noch halb hinter dem Horizont verborgen und tauchte die Gebäude von Athens Hafenstadt Piräus in warmes, goldenes Licht. Sanft raunte der Wind durch die Takelage der an den steinernen Piers vor Anker liegenden Handelsschiffe, trug einen Schwarm kreischender Möwen über die glatte, glitzernde Wasseroberfläche. Ein Trupp Sklaven hievte unter den noch halb geschlossenen Augen eines unbeteiligt wirkenden Aufsehers verschnürte Pakete in ein nahes Warenhaus, ihre gemächlichen Bewegungen verrieten indes keine Eile. Eine friedliche, fast andächtige Szenerie, wie sie sich dem menschlichen Auge zumeist nur zu solch früher Morgenstunden bot.
Iulia Triaria war auf halber Höhe der Treppe stehen geblieben, sog die salzhaltige Luft genüsslich in ihre Lungen und ließ ihren Blick in die Ferne wandern, dorthin, wo sich der Himmel und das Meer berührten, ... wo ihr Ziel lag. Sie war aufgeregt und nervös zugleich. Ein Teil von ihr empfand gar Furcht bei dem Gedanken, die Stadt Athen, die ihr 16 Jahre eine vertraute Heimat gewesen war, für lange Zeit zu verlassen. Womöglich gar für immer. Die Vorfreude aber auf jenen Moment, da die Stadtmauern Roms sich vor ihr erheben würden, verdrängte die Furcht und Triaria vergrub sie weitab tief in ihrem Inneren. Zu oft hatte sie diesen Moment in Tagträumen durchlebt, um jetzt zu weichen. Dass die Realität der Vorstellung nicht standhalten könnte war für Triaria schlicht nicht denkbar.
Kednes indes, der ägyptische Sklave und auserwählt, die junge Römerin zu begleiten, betrachtete die vor ihnen liegende Reise mit einem weitaus nüchterneren Blick. Er war in früheren Jahren bereits zur See gefahren und wusste, welche Gefahren auf dem just so friedlich vor ihnen liegenden Meer lauerten. Mit höflichen Geste versuchte er nun, Triaria zum Weitergehen zu bewegen. "Das Schiff wird nicht auf uns warten, fürchte ich."


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07.05.2019 14:13

Die Corbita war groß. Nicht so groß wie eine Triere, aber dennoch beeindruckend. Viele Stunden und Tage - wann immer ihre Tante es erlaubt hatte - war Triaria hier am Hafen gewesen, stets begleitet von Kednes, und hatte die ein- und ausfahrenden Schiffe beobachtet. Seit jeher übte die Fahrt zur See eine eigenwillige Faszination auf die junge Römerin aus; - gleichwohl ihre nun schon lange zurückliegende erste und bis heute letzte Reise über das Meer wenig annehmlich gewesen war. Kednes, der einst selbst auf Schiffen gedient hatte - Kriegsschiffen, wie Triaria vermutete -, wusste ihr viel über das Handwerk an Bord, die Kunst der Nautik und insbesondere die Freiheit auf dem endlosen Wasser zu erzählen. Geschichten von Abenteuern und Heldenmut. Vieles zweifellos frei erfunden, anderes wohl nur ausgeschmückt um einen wahren Kern. "Das Schiff gefällt mir", sagte Triaria, als sie schließlich am Pier standen und Kednes neben ihr das Gepäck gen Boden gleiten ließ. Selbst für den stämmigen, alten Mann waren die Taschen und Kisten nicht einfach zu tragen gewesen. "Ja", antwortete er zunächst kurz angebunden, bis er spürte, dass Triaria mehr erwartete. "Und sicher, wie mir scheint. Der Kapitän versprach, seine Besatzung sei erfahren in der Abwehr von Piraten." Triaria stemmte die Hände in die Hüfte und schien ob dieser Anmerkung weniger beunruhigt als Kednes vermutet hatte. "Achja? Steht denn ein Überfall zu erwarten?", erkundigte sich die Römerin und beinahe glaubte der Ägypter so etwas wie hoffnungsvolle Anspannung aus ihrer Stimme zu hören. "Nein, wahrlich nicht. Kaum eine Route ist so sicher wie jene, die vor uns liegt. Nur meine Sorge um dich ..." Innerlich seufzte Kednes. Er kannte Triaria seit ihren Kindertagen und seine vordringlichste Aufgabe war ihr Schutz. Keine leichte Aufgabe, doch er hatte sie im Laufe der Jahre mit mehr und mehr Freude erfüllt. Seine Sorge um ihr Wohlergehen war daher keineswegs gespielt. Bisweilen indes erschien ihm sein Schützling sehr naiv. 'Klug, aber verträumt.', hallten die Gedanken durch seinen Kopf.

"Ich möchte den Kapitän kennen lernen", bestimmte Triaria entschlossen und ging forschen Schrittes auf die Holzbrücke zu, die das Schiff mit dem Pier verband. Ein Seemann, trotz der morgendlichen Frische mit kaum mehr als einem Lendenschurz bekleidet, sah der Römerin abwartend entgegen. Das Funkeln in seinen Augen gemahnte Kednes, dass er an Bord stets ein Auge auf seinen Schützling haben musste. Nicht dass ein Seemann es wagen würde, sie war immerhin eine Iulierin und die Strafe kaum zu ermessen. Andererseits blieb vieles, was zur See geschah, auch eben dort. "Iulia Triaria", stellte sich die junge Frau dem Seemann vor und wies auf die Corbita. "Für mich wurde ein Platz auf diesem Schiff erworben. Wann stechen wir in See?" Kednes schmunzelte, als die Römerin sich der nautischen Sprache bediente. "Bald. Käpt'n is noch nich zurück", murmelte der Seemann auf Latein mit gebrochenem, griechischem Akzent und seine sehnigen Schultern hoben sich. "Könnt's Zeug aber an Bord bringen", fuhr er fort und deutete auf die Reisehabe, die Kednes erneut aufgeladen hatte. "Vielen Dank!", antwortete Triaria und die Sohle ihrer Sandale berührte die Holzbrücke, noch bevor der letzte Ton verklungen war.


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08.05.2019 15:36

Während der Hafen von Piräus allmählich kleiner wurde, mehr und mehr mit der Landmasse zu einem schmalen Strich am Horizont verschmolz, stand Triaria an der Reling und starrte in die Ferne. Ihre Hände pressten sich so fest um das raue Holz, dass die Fingerköchel unter der samtigen Haut weiß hervortraten. Indes lag das nicht an den schlingernden Bewegungen der Corbita, während die im Wind geblähten Segel das Schiff mit zunehmender Fahrt über die aufschäumende Gischt der Wellen gen Rom trugen. Vielmehr wurde Triaria in eben diesem Moment bewusst, dass die Reise eben keine kurze Episode war, sondern ein einschneidender Wendepunkt in ihrem Leben; - womöglich ohne Wiederkehr. Begonnen hatte er mit einem Brief ihrer Tante an Senator Lucius Iulius Centho. Unwirklich war der jungen Römerin damals die Aussicht erschienen, schon bald tatsächlich in der Hauptstadt des Imperiums zu sein. Zwar hatte sie begonnen, die nötigen Vorbereitungen zu treffen - ihre Habe packen, Vorräte einkaufen -, aber die Aufregung hatte jeden Gedanken an Konsequenzen verschluckt. Nun wurde Triaria mit eben jenen erstmals bewusst konfrontiert. Und die Erkenntnis trieb ihr die Tränen in die Augen.

Kednes stand mit verschränkten Armen einen Schritt hinter seinem Schützling. Er hatte keine Mühe, sich gegen das Auf und Ab der Corbita auf den Beinen zu halten. Was in Triaria vorging, ahnte er. Im Grunde hatte er gewusst, dass dieser Moment kommen würde, seit Herminia Atratina beschlossen hatte, es sei für Triaria an der Zeit, nach Rom zurück zu kehren. Die Entscheidung, den Abschied schon an der Porta zu vollziehen und nicht am Hafen, war weise gewesen. Andernfalls stünde Triaria nun vielleicht am Pier und nicht hier an Deck. "An dieser Schwelle bist du zu mir gekommen und von hier wirst du auch wieder gehen." Vermutlich hatte sie das Wort 'verlassen' bewusst nicht gewählt. Wie auch immer ... nun gab es kein zurück mehr.

"Glaubst du, eines Tages werde ich auch einmal ein Schiff führen?", fragte Triaria unvermittelt mit bebender Stimme und im Affekt hätte der alte Ägytper beinahe 'Natürlich nicht' geantwortet. Stattdessen wandte er seinen Blick zu dem Kapitän der Corbita, einem bärtigen, untersetzten Griechen, der so wortkarg war wie ein Stein. Die Unterhaltung zwischen ihm und Triaria war zur Enttäuschung der Römerin denkbar kurz ausgefallen. Waren es mehr als zehn Worte gewesen? "Vielleicht", erwiderte Kednes schließlich. "Wenn Bellona dir wohlgesonnen ist", fügte er hinzu, um mit der Erwähnung von Triarias so bewunderter Göttin ein wenig Trost zu spenden.


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08.05.2019 15:36 Iulia Triaria ist offline Beiträge von Iulia Triaria suchen Nehmen Sie Iulia Triaria in Ihre Freundesliste auf
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