[Officium I] Legatus Augusti pro Praetore

  • Am Tag nach der offiziellen Amtseinführung (an der natürlich noch nicht gearbeitet wurde, zumindest nicht in Büros) bezog der neue LAPP sein Büro.


    Nachdem er im Sessel einmal kurz probegesessen hatte und wirklich nur ganz kurz über die Akten vor sich drübergeschaut hatte, ließ er nach seinem Magister Officiorum rufen. Dieser sollte ihn auf den neuesten Stand bringen.

  • Nach kurzem Klopfen erschien der Magister auch, der ja das Officium direkt nebenan hatte und durch eine Verbindungstür direkt zum Legaten durchgehen konnte. Witjon hatte auf dem Empfang noch nicht viele Worte mit dem Vinicier gewechselt, war er dort doch von den höherrangigen Persönlichkeiten der Provinz in Beschlag genommen worden. So begrüßte der junge Duccier seinen neuen Vorgesetzten mit einem höflichen Nicken, schloß die Tür hinter sich und trat näher. Er hatte einige Akten dabei, die seinen Bericht über den aktuellen Stand der Provinz unterstützen würden. "Salve Legatus Vinicius. Dein Magister Officiorum Duccius Marsus meldet sich zum Dienst." Er lächelte leicht. "Du hast mich rufen lassen?"

  • Unverzügliches Erscheinen war etwas, was Hungi sehr mochte. Er nickte zurück. Salve Duccius. Setz dich. Er wies mit der Hand auf den Sessel vor seinem Schreibtisch. Auf die Akten deutend fuhr er fort: Wie ich sehe, hast du dich schon auf unser Treffen vorbereitet. Sehr gut. Von einem der Leibsklaven, die immer im Hintergrund standen, ließ er sich und seinem Magister Officiorum verwässerten Wein, in illyrisch-pannonisch-norischen Gebieten salopp auch als Spritzer geläufig, einschenken. Dann wollen wir einmal. Von unnützer Zeitvertrödelei hielt er wenig, erst recht nicht am ersten Tag.

  • Mit einem knappen "Danke" leistete Witjon der Aufforderung des Legaten Folge und nahm auch den Wein entgegen, von dem er einen Schluck probierte - und nebenbei feststellte, dass dieser römische Traubensaft gar nicht mal soo schlecht schmeckte - , bevor er zu berichten begann. "Nun, wo soll ich beginnen? Vielleicht mit den wichtigsten Ämterbesetzungen der Provinz? Wobei die sich dir ja gestern zum Großteil schon vorgestellt haben." Er legte die Ämterliste erst einmal zur Seite und überlegte kurz. "Womöglich ist dir ein Bericht zur Lage der Provinz erst einmal lieber als eine Aneinanderreihung von Namen und Ämtern. Ich gehe davon aus, dass dein Vorgänger bei der Amtsübergabe bereits einen kleinen Überblick dargeboten hat? Nunja...was möchtest du zuerst von mir hören?"

  • Nein, die Ämterbesetzungen interessieren mich momentan nicht. Aber ich hätte für später gerne eine Liste mit allen höheren Amtsträgern. Er nahm einen Schluck aus seinem Becher. Mein Bruder hat mir in der Tat einen kleinen Überblick gegeben. Einen kleinen. betonte er das Wort "klein". Mich interessiert prinzipiell alles, doch vor allem aufkommende Probleme. Wasserversorgung, der Zustand der Straßen, anstehende und bereits getätigte Bauten, der Handel, Kriminalität, Stimmung in der Bevölkerung und nicht zuletzt die Lage jenseits des Limes. Zurücklehnend im Sessel blickte er seinen Magister Officiorum an. Du warst doch bis gerade Duumvir in Mogontiacum, richtig? es war dies weniger eine Frage als eine Feststellung. Dann kannst du mir auch sicher gleich Auskunft über die Stadt geben.

  • "Richtig, der war ich. Nun, also: Momentan ist alles ruhig. Der Winter war recht mild und es gab keine Hungersnöte. Die Geschäfte florieren und die kürzliche Renovierung der Rhenusbrücke hat dem keinen Abbruch getan. Weitere Bauprojekte sind am Pflaster des Forum, den Thermenbecken und einigen Straßen der Umgebung durchgeführt worden. Außerdem werden einige Tempel derzeit saniert und das Theatrum soll ebenfalls einer Reparatur unterzogen werden. Soviel zu den Bautätigkeiten.


    Die Stimmung im Ordo Decurionum ist ebenfalls momentan recht gemäßigt im Vergleich zu früheren Zeiten. Die Honoratioren der Stadt haben beschlossen, eine Statue für den Kaiser aufstellen zu lassen, was wohl in Kürze auch geschehen wird.


    Was gibt es sonst zu berichten? Nunja, Mogontiacum ist eben trotz allem eine vergleichsweise kleine Provinzstadt. Viel passiert hier nicht und wenn doch, so steht es in der Acta Diurna.
    So zum Beispiel der Verbindung meiner Sippe mit den Mattiakern, die Roms wichtigsten Verbündeten in dieser Gegend darstellen. Sie siedeln östlich von hier diesseits und jenseits des Limes und bilden eine Art...Puffer zwischen den Chatten, Cheruskern und Sugambrern und dem Imperium."


    Nach dem recht allgemein gehaltenen Bericht machte Witjon eine kurze Pause, um dem Legaten die Möglichkeit zu geben, Fragen zu stellen oder Kommentare einfließen zu lassen.

  • Dieser erste vorläufige Bericht war tatsächlich eher allgemein gehalten und er vermisste ausführliche Informationen über die Provinz.


    Was bedeutet die Stimmung ist recht gemäßigt? War sie vorher euphorisch oder ablehnend? Und für welchen Kaiser soll die Statue aufgestellt werden? Immerhin war der letzte Kaiser noch nicht so lange tot.


    Daß Mogontiacum eine Provinzstadt ist, war ihm klar. Im Vergleich zu Rom ist ja alles Provinz, erst recht für ihn als (Stadt-)Römer. Über die stabilen oder labilen Verhältnisse der germanischen Stämme untereinander bzw derer zu Rom wollte er zwar noch mit seinen Tribunen reden, aber er nützte auch hier die Gelegenheit zur Nachfrage. Diese verschiedenen Stämme... wie sind sie derzeit zu Rom eingestellt?

  • "Soll heißen, dass es im Ordo noch vor gar nicht so langer Zeit noch große Unstimmigkeiten gab. Doch mittlerweile sind die Streitigkeiten seltener geworden und die Sitzungen wieder ruhiger und konstruktiver.
    Als euphorisch kann man die Stimmung der Honoratioren dennoch bezeichnen. Sie sind mit Herz bei der Sache, wenn es um das Wohl der Stadt geht.
    Die Statue soll für den momentanen Kaiser Gaius Ulpius Aelianus Valerianus sein und die Verbundenheit Mogontiacums mit ihm symbolisieren."
    Bei Tyr, warum mussten diese römischen Namen eigentlich so ellenlang sein? (:D)


    Zu den Beziehungen der Stämme untereinander und zu Rom äußerte Witjon sich folgendermaßen: "Nun, da sind zum einen die Verbündeten Roms, namentlich die Nemeter im Osten und die bereits erwähnten Mattiaker im Nordosten. Sie sind Rom gegenüber freundlich und aufgeschlossen und der Handel an diesem Teil des Limes floriert.
    Und dann sind da die Stämme, die seit Jahrzehnten bereits ein sehr schlechtes Verhältnis zu Rom haben: Die Chatten, Usipeter, Sugambrer, Marser und Brukterer als direkte Nachbarn des Reiches. Wobei es momentan so aussieht, als seien die Stämme nach Modoroks Tod noch immer damit beschäftigt, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Die Cherusker und Hermunduren sind zum Beispiel miteinander verfeindet und werden ihr Augenmerk zur Zeit nicht auf Rom richten. Generell kann ich aber behaupten, dass es in Germania Magna durchaus ruhig ist."

    Witjon kramte eine Skizze auf einer Tabula heraus und legte sie dem Legaten vor, während er berichtete. Auf der Wachstafel war in groben Zügen die Küste des Mare Frisicum eingezeichnet. Von Norden nach Süden zog sich dann die Grenze des Reiches quer über die Karte und jenseits dieser Linie hatte Witjon Kürzel für die verschiedenen Stämme eingeritzt, um dem Statthalter deren Lage zu verdeutlichen.

  • Hungi verkniff sich ein paar bissige Kommentare. Zum einen glaubte er nicht, daß die Honoriatioren euphorisch und vor allem ums Wohl der Stadt besorgt wären. Das hatte er bisher noch nie erlebt und würde er wohl auch nie erleben. Und die Verbundenheit Mogontiacums mit dem amtierenden Kaiser war wohl auch mehr eine Pflicht oder ein Versuch, sich mit dem Kaiser gut zu stellen als ein tatsächliches Herzensbedürfnis.


    Einen Kommentar konnte er sich hingegen nicht verkneifen. Gut, gut, gut. Sollen sich die Leute selber niedermetzeln, solange sie keine Probleme auf dieser Seite machen. schloss er das Thema der Germanenfrage um ein anderes aufzunehmen. Mir fehlt noch die allgemeine Lage in der Provinz. Denn zuvor hatte der Magister Officiorum nur über Mogontiacum referiert.

  • Tullia klopfte an die Türe des Officiums und schlüpfte kurz darauf hinein.
    Sie glitt 8) grazil auf den neuen Legaten zu und blieb mit der Post unter dem Arm zwei Schritte vor dem Schreibtisch stehen. Sie vollführte eine vollendete Verbeugung und sagte mit fester Stimme,
    Tullia Maestrale, Legatus Vinicius,...Sriba...ich bringe deine Post...


    ANTE DIEM IV NON MAI DCCCLIX A.U.C. (4.5.2009/106 n.Chr.)



    An den Senator und LAPP
    Marcus Vinicius Lucianus
    Regia Legati Augusti pro Praetore
    Mogonticum, Germania Superior



    Geschätzter Vinicius Lucianus!


    Unser letztes Aufeinandertreffen ist nun einige Zeit her und es freut mich dir mitteilen zu können, dass ich mich mittlerweile sehr gut eingelebt habe und mit der Ala II Numidia alles zum Besten steht. Aufgrund des derzeit regen Zulaufs an Perigrini habe ich verstärkte Ausbildungsmaßnahmen angeordnet. Bei nächster Gelegenheit sollten wir uns darüber unterhalten, ob wir die Einheit nicht in eine Ala Militaria umwandeln könnten.


    Der Grund meines heutigen Schreibens ist jedoch ein Decurio, der unter meinem Kommando dient. Sein Name ist Justinianus Cupidus und er steht seit ANTE DIEM VII KAL OCT DCCCLVI A.U.C. (25.9.2006/103 n.Chr.) im Dienste der Ala. Ich habe ihn seit meinem Eintreffen in Confluentes als hervorragenden Offizier kennen gelernt, der bisher immer ausgezeichnete Führungsqualitäten bewiesen hat, mir von Beginn an eine wichtige und nicht wegzudenkende Unterstützung war und wohl zu den Besten dieser Einheit gehört. Auch in seinen Personalakten habe ich nur positive Beurteilungen meiner Vorgänger finden können.


    Hier ein Auszug seines Werdegangs:
    - ANTE DIEM VIII ID MAR DCCCLIX A.U.C. (8.3.2009/106 n.Chr.)
    Student (Examen Secundum) - Academia Militaris Ulpia Divina
    - ANTE DIEM III NON NOV DCCCLVIII A.U.C. (3.11.2008/105 n.Chr.)
    Student (Examen Primum) - Academia Militaris Ulpia Divina
    - ANTE DIEM VII KAL OCT DCCCLVIII A.U.C. (25.9.2008/105 n.Chr.)
    Decurio - Ala II Numidia
    - ANTE DIEM XIII KAL AUG DCCCLVIII A.U.C. (20.7.2008/105 n.Chr.)
    Phalera: Verdienste im Kampf gegen die Banditen in Borbetomagus - KAL IUL DCCCLVIII A.U.C. (1.7.2008/105 n.Chr.)
    Candidatus Cursu Rei Vulgarium - Schola Atheniensis
    - ANTE DIEM XIV KAL IUL DCCCLVII A.U.C. (18.6.2007/104 n.Chr.)
    Duplicarius - Ala II Numidia
    - ANTE DIEM IV NON APR DCCCLVII A.U.C. (2.4.2007/104 n.Chr.)
    Eques - Ala II Numidia
    - ANTE DIEM VII KAL OCT DCCCLVI A.U.C. (25.9.2006/103 n.Chr.)
    Probatus - Ala II Numidia


    Ich möchte dich daher darum bitten, dem Peregrinus Justinianus Cupidus das Bürgerrecht zu verleihen. Er hat in seiner bisherigen Dienstzeit nicht nur unter Beweis gestellt, dass er ein hervorragender Soldat ist, sondern auch das er mit Sicherheit einen ehrenhaften Römer abgeben wird und bei entsprechender Förderung noch eine ansehnliche Karriere vor sich haben könnte.


    Ich hoffe auf deine Zustimmung und verbleibe in Erwartung deiner Antwort



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    Lucius Iunius Silanus




    ANTE DIEM V ID MAI DCCCLIX A.U.C. (11.5.2009/106 n.Chr.)



    An den Senator und LAPP
    Marcus Vinicius Lucianus
    Regia Legati Augusti pro Praetore
    Mogonticum, Germania Superior



    Geschätzter Vinicius Lucianus!


    Zum Zeitpunkt meiner Versetzung nach Germanien bzw. der Abreise aus Alexandria hat die Legion XXII mit einer Truppenübung begonnen, in die auch andere Einheiten der näheren Umgebung eingebunden waren. Für mich war diese Idee bis dahin neu, jedoch bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es vermutlich nicht falsch wäre, auch hier in Germania Superior eine solche durchzuführen.


    Zum einen bietet sich sowohl den Männern eine Gelegenheit ihre Kampferfahrung zu trainieren und zu verbessern und zum anderen hätte ich selbst auf diese Art die Möglichkeit meine neue Truppe in Kampfsituationen kennen zu lernen bzw. mich besser mit den taktischen Eigenheiten einer berittenen Einheit vertraut zu machen.


    Mit deiner Erlaubnis würde ich mich gerne mit der nahe gelegenen Legio II in Verbindung setzen, um gemeinsam mit den zuständigen Stabsoffizieren eine solche Truppenübung zu besprechen und gegebenenfalls auch durchzuführen. Ich hoffe diese Idee findet deinen Zuspruch und verbleibe in Erwartung deiner baldigen Antwort.



    [Blockierte Grafik: http://img301.imageshack.us/img301/5134/iuniasiegelpapyruscx7.gif]


    Lucius Iunius Silanus




    Vielleicht könnte man ja mal den Praefectus informieren, daß inzwischen ein Ämterwechsel stattgefunden hat ?(

  • Der besagte neue Legat blickte durchaus erstaunt auf. Ein weiblicher Scriba? Wie außergewöhnlich... schon fast dekadent! Wer weiß, vielleicht würde die Nachwelt diese Tullia da als antike Erscheinungsform einer Sekretärin betiteln?


    Aha. Salve. grüßte er die Scriba. Na dann her damit. Schon betont salopp nahm er die Post an sich und las sie durch. Die Bürgerrechtsverleihung war ihm relativ egal, also konnte er sie haben. Er hoffte dann allerdings, daß dieser dann unter einem anderen Cognomen bekannt sein würde. Und zweiteres... Tullia, richtig? Hast du etwas zum Schreiben mit? Ich möchte etwas diktieren.

  • Etwas unwohl war Lando ja schon... er hatte bisher die Möglichkeit gehabt, dem neuen Legaten so weit es ging aus dem Weg zu gehen, doch jetzt ging es um ihr großes Projekt, und das wollte Metellus erst seinem Patron vorschlagen. Dem neuen Legaten.


    Nicht, dass Lando Vorbehalte gegen den neuen Legaten hatte. Aber er hatte welche gegen den alten. Beziehungsweise: die Beziehung der beiden Männer war trockener als die Sahara. Da brauchte man keine Vorbehalte, um sich unwohl zu fühlen... Lando tat es einfach, während er darauf wartete dass die Tür sich öffnete.


    "Erübrigt sich die Frage, ob du einen Termin hast? Ich als Scriba würde dir den Kopf abreißen, wenn du einfach an meinem Officium vorbei zum Chef marschieren würdest...", er lächelte, hatte er doch genau das früher schon des öfteren getan. Bei den Göttern, war das lange her...

  • Tiberius bedachte seinen Begleiter mit einem Seitenblick und grinste.


    "Nun ja, der Legatus..."


    Da hörte man auch schon ein dumpfes Herein, und Tiberius unterbrach seine begonnene Erklärung.


    "So, überlass das Reden am besten zunächst mir..." raunte er noch, dann öffnete er die Türe und trat ein, dicht gefolgt von dem Duccier.


    "Salve, Legatus Vinicius Hungaricus. Es freu tmich, dass du uns sogleich empfängst." grüßte er, deutete dann auf Lando:


    "Das hier ist Tiberius Duccius Lando, er war lange Zeit einer meiner engsten Mitarbeiter der Regionalverwaltung."


    Er wusste nicht, ob die zwei Männer sich bereits kannten, daher ging er auf Nummer sicher.


    "Ich hoffe du konntest dich bereits in die GEschäfte einarbeiten?"

  • Tullia hatte natürlich immer eine Tabula dabei,...der alte Legatus hatte auch die Unart sie jedesmal mit Arbeit zu versorgen.
    Sie zauberte die Tabula aus einer Falte ihres Gewandes und lächelte den Vinicier freundlich an,
    ...bitte sehr...

  • Zitat

    Original von Tiberius Caecilius Metellus


    Eigentlich dachte Hungi, daß der Scriba oder der Magister Officiorum anklopfte, denn eigentlich sollten ja alle, die was von ihm wollten, einen Termin mit dem Magister Officiorum vereinbaren. ;) Dazu war dieser ja da. :D


    Caecilius Metellus. rief er aus. Mit dir habe ich gerade nicht gerechnet. fuhr er wahrheitsgemäß fort. Dem vorgestellten Duccier nickte er zu, dunkel konnte er sich erinnern, ihn schon auf dem Empfang gesehen zu haben. Allerdings wusste er auf die Schnelle nicht, welches Amt dieser bekleidete. Und sein Souffleursklave war gerade nicht da.


    Mehr oder weniger. Ich bin gerade dabei. beantwortete er die letzte Frage und wies dann den Herrschaften einen Sitzplatz mit der Hand zu. Einen Moment später winkte er mit der anderen Hand einem Sklaven zu, er möge den Gästen eine Spritzer einschenken.


    Ich nehme nicht an, daß du deine Salutatio jetzt nachholen möchtest? fragte er den Caecilier.

  • Zitat

    Original von Tullia Maestrale


    Natürlich hatte sie etwas zum Schreiben mit. Eigentlich ging er davon aus, denn was wäre ein Scriba ohne etwas zum Schreiben? Wie ein Fisch auf dem Trockenen. Oder so etwas ähnliches.


    Also... begann er sinnierend. Einen Brief an den Präfekten Iunius Silanus. Heutiges Datum. Salve Praefecte Komma. Zunächst möchte ich dich darüber informieren, daß Vinicius Lucianus vom Kaiser nach Rom abberufen wurde und ich seit einigen Tagen seinen Posten übernommen habe. Als neuer Legatus Augusti pro Praetore... du kannst es auch mit LAPP abkürzen, ich bin da nicht so... wo war ich? Ahja... Als neuer Legatus Augusti pro Praetore werde ich im Laufe des Spätsommers und Herbstes eine Rundreise durch die Provinz antreten und dabei auch die Ala besichtigen. Zuvor aber möchte ich eine Besprechung zur militärischen Lage der Provinz abhalten, den genauen Termin werde ich noch bekanntgeben. Absatz. Zu deinen Anliegen... Er nahm den ersten Brief und blickte darauf. Dem Peregrinus Justinianus Cupidus wird das Bürgerrecht gewährt, sobald er der Administration seinen künftigen Namen bekannt gibt, damit die Urkunde entsprechend ausgestellt werden kann. Er legte den ersten Brief weg und nahm den zweiten. Absatz. Zum zweiten Brief. Der Idee einer Truppenübung kann ich sehr viel abgewinnen, doch möchte ich sie erst nach besagter Besprechung durchführen. Es steht dir natürlich frei, dich vorher mit mir und meinen Stabsoffizieren in Verbindung zu setzen zwecks Planung dieser Übung. Absatz. Vale bene Komma. Er legte nun den zweiten Brief weg.


    Übertrage bitte diesen Brief in Reinschrift und lege ihn mir dann vor.

  • Zitat

    Original von Marcus Vinicius Hungaricus


    Tiberius' Gesicht überflog ein frostiges Grinsen, welches jedoch so schnell verschwand wie es gekommen war. Mit ihm rechneten in der Tat wenige, so war ihm. Mit einem dankbaren Nicken nahm er zunächst auf dem ihm angebotenen Sitzmöbel mit begrenztem Komfort platz.


    "Die Salutatio, nein, wenn du auf meine Abwesenheit am heutigen Morgen ansprichst so muss ich sagen dass ich all meine Arbeitskraft in den Dienst der Regiongestellt und ob dieser Verpflichtungen nur wenig Zeit finde, doch dieses Versäumnis werde ich natürlich alsbald nachholen, und ich bin überzeugt davon dass du es mir nachsehen wirst."


    Mit einem Mal wurde ihm wieder bewusst wie lästig es war wenn der Patron in unmittelbarer Nähe residierte; Als er weit weg in Rom oder gar in Hispania gewesen war hatte er das Problem mit der recht lästigen Salutatio leicht verdrängen können...


    "Uns treibt ein Anliegen zu dir, welches die Regio, sogar das gesamte Imperium Romanum betrifft."


    Er machte eine kurze Pause, halb beabsichtigt um seine WOrte wirken zu lassen, halb um nachzudenken wie er fortfahren sollte.


    "Die Verwaltungsstruktur der Provinzen des Imperium Romanum wie sie in der Lex Provincialis festgelegt wurde ist unserer Ansicht verbesserungswürdig, ja, sie ist mancherorten gar schädlich für die Entwicklung der römsichen Zivilisation. Und daher umtrieb uns der Gedanke, ob man dies nicht verbessern könne, was nach langen Diskussionen und Überlegungen zur Niederschrift einer neuen Lex Provincialis führte."

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