[Casa Prudentia] Prudentisch - Duccische - Eheschliessung, Der Komödie erster Teil

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    Hier beginnt die Vermählung von Prudentia Callista und Duccius Marsus.


    Nach römischem Brauch beginnt der Hochzeitstag im Haus des Brautvaters
    (in diesem Fall des Brautonkels) um sich später mit dem Brautzug
    zum Haus des Bräutigams fortzusetzen.


    Sim-Off:

    Für die Gäste: Man gehe bitte davon aus, dass die Tür des Hauses weit offen steht und jeder willkommene Mensch auch unverzüglich Zugang zum Ort es Geschehens erhält.

  • Die letzten Tage seit der duccischen Hochzeit hatten die fleissigen Hände in der Casa Prudentia damit verbracht, das Haus auf Hochglanz zu polieren. So war auch das Atrium von Grund auf gereinigt worden und war nun ein Ausbund an Sauberkeit. Ein Umstand, den Balbus sehr begrüßte, als er am Morgen des Hochzeitstages das Atrium betrat um hier auf den Auguren zu warten.
    Er hatte sich, dem Anlass entsprechend, einigermaßen festlich angekleidet und trug über einer hellblauen Tunika, deren Brust ein breiter blasspurpurner Streifen zierte, eine helle Toga, an der er nun ein wenig zupfte, da einige der Falten nicht ganz seinen Wünschen entsprachen.
    Seine Frau und seine Nichte waren sicherlich noch mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt, so dass er selbst noch ein wenig die Ruhe geniessen konnte, bevor der Augur und hoffentlich auch der Bräutigam eintreffen würden. An etwaige Gäste wollte er noch gar nicht denken, denn ohne die Ankunft und die Arbeit des Auguren würde es sowieso nicht viel zu feiern geben.

  • Heute war es soweit. Witjon würde sich mit Callista vermählen und von da an auf immer mit ihr zusammenleben. Der junge Duccier war völlig nervös, was er jedoch so gut wie möglich zu verstecken versuchte. Den Weg zur Casa Prudentia hatte er gezwungenermaßen ruhig hinter sich gebracht, lieber wäre er gerannt. Nun stand er vor der Porta der Casa und klopfte an. Die Sklavin, die öffnete, musterte Witjon kurz und bat ihn dann freundlich herein. Er hatte sich erneut für eine gemischte Gewandung entschieden. So trug er eine dunkelrote Tunika, die von einem Gürtel mit prächtiger Silberschnalle gehalten wurde. Den linken Oberarm zierte ein Armreif und an seinen Füßen trug Witjon die traditionellen Bundschuhe. Auf die Toga hatte er bewusst verzichtet, sie war ihm nur lästig und behinderte ihn in seinen Bewegungen. Seit Landos Hochzeit hatte Witjon sich einen gepflegten Bart stehen lassen, was angeblich sogar in Rom momentan zur Mode wurde. So betrat er nun die Casa und fand sich in einem bienenstockähnlichen Treiben wieder. Überall wurde gewerkelt und vorbereitet, das Haus erhielt noch einen letzten Schliff bevor die Gäste eintrafen. Witjon hielt inne und schaute sich um. Callista war gewiss noch in ihrem Gemach und wurde hergerichtet, deshalb suchte er nach Prudentius Balbus und hielt auch Ausschau nach dem Augur, der hoffentlich bereits eingetroffen war.

  • Witjon fand Balbus im Atrium, wo dieser sich im Gespräch mit dem Auguren befand, der nur wenige Minuten zuvor eingetroffen war. Es handelte sich um jenen Augur, der auch bei Balbus eigener Hochzeit anwesend gewesen war und den er mit einer Menge Überredungskunst davon überzeugen konnte, dass er ihn nach Germania begleitete (die Tatsache, dass Vespa die Nichte des Pontifex Maximus war, der den Augur durchaus einfach entaugurieren konnte, war hier besonders hilfreich gewesen).
    Als Balbus der Anwesenheit des Ducciers gewahr wurde, liess er den Auguren allein, damit dieser sich auf das Einholen der Auspicien vorbereiten konnte, und wandte sich dem Bräutigam zu.


    "Willkommen Marsus." begrüßte er seinen baldigen neuen (angeheirateten) Neffen. "Ich hoffe du bist bereit für deinen großen Tag."

  • Es hatte nicht lange gedauert und doch unendlich lang gedauert, bis Callista soweit fertig war, dass sie ihr Cubiculum verlassen konnte. Alles war entsprechend der römischen Traditionen erfolgt und sie war sich nicht sicher, damit den Geschmack ihres Bräutigams zu treffen. Aber da sie von germanischen Hochzeiten immernoch kaum Ahnung hatte, musste es so reichen.


    Reichlich nervös und mit dem typischen Schleier ausgestattet tapste sie schließlich ins Atrium und beobachtete die wuselnden Menschen um sich herum. Irgendwie wünschte sie sich, dass schon alles vorbei war. Das würde ein sehr langer, aufregender und anstrengender Tag werden.

  • Von Nanta am kurzen Führstock geführt und eine Hand auf deren Schultern liegen lassend folgte sie der älteren Silzilianerin mit gesenktem Kopf hinterher. Ihre Ohren versuchten alles aufzunehmen soweit es ihr möglich war. Überrumpelt über die vielen Stimmen rückte sie die schwarze Augenbinde zurecht und umklammerte den Führstock ein wenig fester. Nanta flüsterte ihr zu, dass sie Callista entdeckt hatte und brachte sie zu dieser hinüber.


    Mit einem freundlichen Nicken begrüßte die freie Frau die Braut und gab Crista einen leichten Stups. "Oh.. sind wir schon bei ihr!? Salve, Callista..." begrüßte sie die ehemalige Reisebegleiterin und nette Frau. "Wie gehts dir? Bist du sehr aufgeregt? Ich freue mich so für dich, dass dein großer Tag nun gekommen ist." plapperte Crista drauflos, während Nanta neben ihr stehenblieb. "Hat man schon dein Kleid bewundert?" fiel ihr noch als mögliches Gesprächsthema inmitten dem Gästegewusel ein.

  • Verfolgt wurde Callista von Vespa. Sie selbst konnte sich noch einen Moment im Hintergrund halten. Erst später wenn die Opfer überstanden waren und die Götter der Hochzeit ihren Segen gegeben hatten, würde Vespa die Hände der Brautleute ineinander legen und somit den Bund festigen. Ihre anderen Aufgaben warteten noch auf sie. Kurz bevor die Hochzeitsgesellschaft sich auf den Weg machen würde und im Zug zur Casa Duccia laufen würde, musste Vespa das Brautbett herrichten. Hier würde sie natürlich die Hilfe ihrer Sklavin in Anspruch nehmen. Alles was sie benötigte war schon zusammen gesucht. Es musste dann nur verteilt und dekoriert werden.


    Doch jetzt musste erst abgewartet werden ob die Götter dieser Verbindung genauso positiv entgegensahen wie sie.

  • Für eine Weile hatte Callista alleine herumgestanden, dicht bei ihr Vodafonis, die wie immer die Ruhe in Person war. Callista hatte das flammeum, den leuchtendrotend Schleier, zurück geschlagen. Er hatte als Sinnbild der Vitalität der Braut eine lange Tradition, doch behinderte er auch und so lange es noch nicht richtig losging, wollte Callista noch viel sehen. Vor allem blieb ihr Blick an Marsus hängen, der mit ihrem Onkel sprach. Auch er hatte sich herausgeputzt und sie fand, er sah sehr stattlich aus. Das Kulturengemisch seiner Herkunft spiegelte sich auch heute in seiner Erscheinung, ganz so wie bei ihrer ersten Begegnung. Sein Bart fiel ihr auf, etwas, dass er bisher noch nicht getragen hatte und sie war sich nicht sicher, ob sie das gut fand. Eigentlich sah es gar nicht mal schlecht aus, nur ungewohnt, weil er sich sonst immer sehr ordentlich rasiert hatte, bevor sie sich begegneten. Ob er das nur wegen ihr getan hatte? Und sonst immer Bart trug? Wie sich das wohl anfühlte? Es machte den Eindruck, dass er alleine hierher gekommen war und Callista nahm an, dass die anderen hinzustoßen würden, sobald klar war, ob die Hochzeit auch tatsächlich stattfinden würde. Etwas, worüber der Augur später entscheiden würde.


    Gerade als sie zu ihm gehen wollte und ihn begrüßen, erklang eine bekannte Stimme, die Callista sofort mit ihrem Gast in Verbindung brachte. Auch Tiberiana Crista war schon anwesend und bestürmte die Braut in ihrer neugierigen Art mit Fragen, was aber Callista schon gewöhnt war. Es war der Blinden zu verdanken, dass sie schon um einiges lockerer geworden war, denn Crista machte es einfach mit ihr zu reden. Und so antwortete Callista auch prompt, wenn auch etwas leiser um nicht die Aufmerksamkeit aller zu erregen.


    "Salve Crista, ja, ich bin sehr aufgeregt. Es wundert mich, dass ich überhaupt noch ein Wort rauskriege, in meinem Hals klemmt ein riesengroßer Stein, der einfach nicht rutschen will." Ehrlich gab Callista zu, wie sie sich fühlte. Die leichten Magenschmerzen blieben nur unerwähnt, weil sie kein Mitleid erheischen wollte. Da war das nächste Gesprächsthema schon viel angenehmer. "Im Moment trage ich die tunica recta, also das weiße, lange stolaähnlcihe Kleid, was jede Braut traditionell trägt. Man schläft auch die Nacht vor der Hochzeit darin. Meine Mutter und ich haben es zusammen gewirkt, das bringt Glück. Dazu trage ich einen wollenen Gürtel, den mir Aelia Vespa geknotet hat. Eigentlich müsste das meine Mutter machen, wenn sie noch am Leben wäre. Es gibt da einen speziellen Knoten, den nodus Herculis, mit dem man den Gürtel bindet. Dieser Knoten hält Übel fern und stärkt und schützt mich gegen alle schädlichen Einflüße." Erklärte sie ausführlich und rief sich nochmal alle Details selbst in Erinnerung. Ihre Hand langte zu ihren Haaren, deren Aufmachung auch ganz traditionell war. Aber alles saß noch an Ort und Stelle. Es trübte ihre Freude etwas, dass Crista sie nicht sehen konnte. "Das Kleid, dass du für mich geschneidert hast, werd ich erst morgen anziehen. Wenn alle Feierlichkeiten abgeschlossen sind und ich ganz offiziell mein Leben als Ehefrau beginne. Heute werde ich den ganzen Tag die tunica recta tragen." Callista lächelte und wurde rot. Den ganzen Tag und die Nacht oder wenigstens den Anfang der Nacht dachte sie und lächelte eisern. Sie war ja sooooo nervös.

  • Sie lächelte verständnisvoll über die Worte über den großen Stein im Kloß. So einen hatte sie auch gehabt bis sie sich mit Hilfe von Nanta überwunden hatte auf diesem besonderen Fest zu erscheinen. "Ich kenne dieses Gefühl, Callista." merkte Crista nickend an. Mit leicht zur Seite geneigtem Kopf versuchte sie den Worten von Callista zu folgen und sich das weiße Kleid vorzustellen. Vorsichtig streckte sie die Hand vor, suchte den Gürtel mit dem erwähnten Knoten und betastete für eine ganz kurze weile. "Du siehst bestimmt ganz toll darin aus und dieser Knoten ist in meinen Fingern sehr interesssant. ich danke dir für deine genaue Beschreibung!" bedankte Crista sich ehrlich und zog zugleich die ausgestreckte Hand zurück.


    "Mit Cato habe ich mich schon verlobt, es ist nur noch nicht offiziell eingetragen. Einen Hochzeitstermin haben wir auch noch nicht gefunden. Vielleicht kannst du mir diesen Knoten machen wenn ich heirate?! Ich finde, ich habe genug Übel erlebt." Ein leiser Seufzer rutschte über Cristas Lippen. Callista wusste bestimmt, wa sdieser Seufzer bedeuten sollte, nämlich, dass sie sich wieder einmal wünschte wieder sehen zu können. Die Hoffnung auf ein Wunder schwand von Tag zu Tag ein bisschen mehr. "Dein Ehemann, er liebt es bestimmt dich darin und in den anderen Kleidern zu sehen... wie sieht er aus? Groß und schlank? So wie mein lieber Cato? Oder sehen die germanischen Männer ganz anders aus?" Nanta machte sich an ihrer Seite bemerkbar, drückte Crista einen Fruchtsaft in die Hand und bot Callista sowie Vodafonis einen weiteren Becher an. "Oh.. danke, Nanta. Callista? Darf ich schon auf dich trinken?"

  • Als Crista so traurig seufzte, legte ihr Callista kurz die Hand auf die Schulter und strich tröstend über sie. Für eine herzliche Umarmung, die in diesem Fall wohl der bessere Trost gewesen wäre, fehlte Callista der Mut und die Gelassenheit. "Vielleict kann Cato nachher mit dem Auguren sprechen, dann kann sich dieser um einen Termin kümmern. Spätestens dann könnt ihr euch ins Eheregister eintragen lassen." Meinte sie erklärend, wobei sie aber eher das gefühl beschlic, dass Cato nicht wirklich interessiert war. Sie hütete sich aber, auch nur ein Wort von ihrem bösen Verdacht kundzutun. Sie kannte sich mit diesen Dingen zu wenig aus um einen Mann wirklich einschätzen zu können und gönnte ihrer Bekannten von ganzem Herzen, dass sie falsch lag.


    "Marsus? Oh, ich würde sagen er sieht nicht wie ein typischer Garmane aus. Aber mir ist bisher sowieso nur ein blonder Germane begegnet, dass ist mein Lehrer Verus. Marsus ist größer als ich, aber das ist ja auch kein besonders Kunststück. Er hat braune Augen und dunkelbraune Haare, heute trägt er sogar einen kurzen Bart. Seine Haare sind kurz, aber sie sehen irgendwie immer etwas wild aus, weil sie so wuschelig sind. Ich finde er hat ein sehr männliches Gesicht und auch einen männlichen Körper." Callista stockte, das hörte sich ganz anders an als sie es gemeint hatte und sie korrigierte sich schnell. "Also, dafür dass er ja in der Verwaltung tätig ist und den ganzen Tag im Officium ist, ist er doch sehr muskulös und nicht dick, meinte ich. Er kann auch kämpfen und trainiert mit dem Sax, das ist eine Art germanisches Schwert oder so. Das kommt auch bei den germanischen Hochzeitsriten vor, jedenfalls haben Elfleda und Lando zwei ausgetauscht. Aber ich weiß nicht warum, weil deren Hochzeit komplett auf germanisch abgehalten wurde." Ja, das klang schon besser. Schnell griff sie den Becher mit Saft und stürzte die erste Hälfte seines Inhaltes hinunter, doch auch das beruhigte sie kaum. Je näher die Zeremonie rückte, desto ruheloser wurde sie. Am liebsten hätte sie sich irgendwo versteckt. Doch Cristas letzte Frage wollte noch beantwortet werden.


    "Mhh, besser nicht. Bis der Augur nicht verkündet hat, dass die Götter dieser Ehe gewogen sind, mag ich nicht darauf trinken. Das wäre, als würde man von ihrem positiven Urteil schon ausgehen und das würde ich vermessen finden." Callista überlegte einen Moment, worauf konnten sie denn sonst trinken!? "Lass uns anstoßen auf die Tatsache, dass wir hier sind, dass es uns gut geht und dass von nun an alles anders wird." Zu kitschig? Zu poetisch? Zu mädchenhaft? Callista hoffte ihr Trinkspruch würde Anklang finden,e s war der erste, den sie sich jemals hatte einfallen lassen müssen.

  • "Das ist eine gute Idee. Ich werde es ihm sagen, solange er noch nicht von selbst draufgekommen ist mit dem Auguren zu sprechen." erwiderte Crista, getröstet über Callistas Berühung. "Hin und wieder mag ich nicht an alles oder für ihn denken müssen. Ich hoffe das legt sich. Und unter uns.. so manchen Moment glaube ich, er ist noch nicht so wirklich in unserer neuen Heimat angekommen."


    Wieder lauschte sie mit leicht schief gelegtem Kopf Callistas Beschreibung über ihren zukünftigen Ehemann und konnte ihn sich asbald vor ihrem inneren Auge beinahe lebhaft vorstellen. So gut beschrieb die Braut Marsus... ein amüsiertes Schmunzeln überflog ihr Gesicht, wie die Statur des Brautigams beschrieben wurde. "Ich kann ihn quasi vor mir 'sehen'. Eine Kampfwaffe bei der Hochzeit tauschen? Das ist seltsam! in meinen Augen.. ehm.. Ohren zumindenst. Aber du sagst ja, dass es eine germanische Hochzeit war."


    Callista hatte recht viel erzählt! Crista fand ihre Erzählungen unheimlich spannend und interessant. "Magst du mir später einmal von dieser Hochzeit berichten? Ich habe mich nicht hin getraut... bestimmt waren noch dort mehr Leute als hier anwesend." Sie nickte einverstanden zu Callistas Trinkspruch. "Ich mag das was du gerade gesagt hast... darauf möchte ich ebenso trinken. Auf uns!" Crista sprachs und tats dann auch. "Sehr lecker. Sag mal... halte ich dich mit meinem Geplapper ab oder kann ich etwas für dich tun oder machen?" Vielleicht hatte die Braut eine Idee oder Crista fiel noch etwa sein, womit sie ihren Aufenthalt als wirklich blinder Gast rechtfertigen konnte. Heute mal nicht die blinde Schneiderin sein sondern einfach die blinde Crista sein.

  • Ein kurzer Anflug von Mitgefühl und sogar etwas Mitleid schlich sich über Callistas sommersprossiges Gesicht, als Crista in einem Nebensatz erwähnte, dass Cato etwas ... Unlust zu haben schien. Er war anscheinend nicht sehr begeistert in Mogontiacum zu sein und Callista erinnerte sich, dass die Idee der Reise ganz alleine von Crista ausgegangen war. Anscheinend war das dann wohl doch keine so gute Idee gewesen und die Prudentia hoffte inständig, dass die beiden noch zueinander finden und schließlich heiraten würden. Ihrer Meinung nach passten sie gut zusammen und vor allem wie liebevoll er mit ihr umging, war herzerweichend. Oder war das nur sein Mitgefühl? Fühlte er sich für sie verantwortlich, weil sie blind war? Callista war froh, dass Crista den bekümmerten Ausdruck in ihrem Gesicht nicht sehen konnte und straffte dann wieder ihre Haltung. Es war ein glücklicher Tag und sie sollte versuchen, dieses Glück auch auszustrahlen, wie man das von einer Braut erwartete! "Wenn es soweit ist würde ich mich sehr geehrt fühlen als deine Brautmutter aufzutreten. Dann helfe ich dir bei allen Vorbereitungen, flechte dein Haar, knote den nodus Herculi und bereite dann auch das Hochzeitsbett vor. Das alles macht eine Brautmutter und bei der Hochzeit selbst legt sie die Hände des Brautpaares ineinander und besiegelt somit die Verbindung." Sie wudnerte sich etwas, dass Crista sowenig mit den Hochzeitsriten vertraut zu sein schien, denn eigentlich kannte jedes Mädchen diese in- und auswendig. Vielleicht lag es dran, dass sie eine Freigelassene war? Kam sie überhaupt aus Rom? Da hatten sie schon soviel Zeit miteinander verbracht und kannten sich doch so wenig...


    "Die Hochzeit dauerte auch einen ganzen Tag, aber sie war viel festlicher. Mit viel mehr Worten und Gesten und Riten, da gab es das austauschen der Waffen, die Eheleute haben sich Versprechen gemacht, es wurde geopfert und sie sprangen über ein Feuer. Dan wurde Met getrunken und getanzt und es war alles sehr laut und fröhlich. Insgesamt war es sehr romantisch, glaube ich, leider habe ich ja nichts verstehen können. Aber Elfleda schien sehr glücklich, sie ist wirklich nett." Da fiel Callista noch etwas anderes ein. "Ab morgen werde ich übrigens in der Casa Duccia wohnen, wobei du und Cato und natürlich auch Laris gerne noch hierbleiben könnt. Falls mein Onkel nichts dagegen hat, aber das glaube ich nicht. Aber nur unter einer Bedinung, Crist,a du musst mich oft besuchen kommen, ja?" Callista schmunzelte, sie hoffte die gelegentliche Anwesenheit der von ihr so liebgewonnen Scheniderin würde ihr die Eingewöhnung erleichtern. Denn bei der Verlobung und auch an einigen anderen Stellen hatte sie feststellen müssen, dass es einiges für sie zu tun gab. Allem voran das Erlernen des Germanischen!


    "Eigentlich war ich grade auf dem Weg zu meinem Onkel und Marsus, komm, wir gehn zusammen. Du kennst ja beide noch nicht."

  • "Würdest du das für mich machen? Ich fände das toll. Meine Eltern leben nicht mehr und ich habe sonst niemanden außer Cato und dich, der diese wichtigen Dinge machen für meine eigene Hochzeit würde." erwiderte Crista mit strahlender Miene. Ein paar nicht minder große Steine vom Herzen. Die Einsamkeit als Waise und alleinstehende erblindete und verlobte junge Frau war ihr noch nie so bewusst gewesen wie jetzt. "Einen ganzen Tag? Oh.. da war ja viel los." Mit ihrer Blindheit hätte sie nimmer soviel von der Hochzeit mitbekommen.. irgendwie war es dann doch ganz richtig sich nicht hin getraut zu haben.


    "Morgen schon bist du weg...? das ging jetzt ein wenig schnell "Ich werde dich vermissen und glasklar wie ein Fenster besuchen kommen!" versprach Crista nickend. Nanta nickte mit.. ihren Schützling würde sie so oder so ohnehin begleiten beziehungsweise hin bringen müssen. "Nein, ich kenne die beiden noch nicht." fügte sie hinzu und reichte Callista ihre schmale Hand, wenn diese sie führen wollte. Ansonsten würde Nanta es mit Hilfe des Führstockes tun.


    "Wissen die zwei schon etwas über mich? Ich bin gespannt... ganz bestimmt bin ich die erste Blinde in ihrem Leben." Mit langsamen Schritten tastete Crista sich durch die Menschenmenge, trank den Saftbecher unterwegs aus. "Sagst du's mir wenn wir da sind?" Ein leises Flüstern...

  • Zitat

    Original von Tiberius Prudentius Balbus
    ~Begrüßung~


    Der Hausherr kam auf Witjon zu und begrüßte diesen. Der junge Duccier neigte den Kopf leicht und lächelte so selbstsicher er konnte. "Salve Balbus. So bereit wie ein Mann nur sein kann." Er sah sich anerkennend um und versuchte sich ein wenig abzulenken. "Wie ich sehe ist alles bestens vorbereitet. Fehlt nur noch die Braut..."


    Zitat

    Original von Prudentia Callista
    ~Callista und Crista kommen hinzu~


    Dann erblickte er seine Versprochene. Und war sprachlos. Ihr Anblick verzauberte Witjon so sehr, dass er einen Moment lang nur dümmlich starren konnte. Ihr Lächeln war umwerfend und in ihrer tunica recta sah sie so wunderschön aus wie er sie noch nie zuvor wahrgenommen hatte. Er liebte die Sommersprossen auf ihrer Haut, die Haare, die heute vom roten Schleier verdeckt wurden, und er konnte seinen Blick nur schwerlich von diesen braunen Augen abwenden, die ihn so sehr faszinierten. Und diese Frau würde er heiraten! Was er doch für ein Glückspilz war. Im Stillen dankte er den Nornen, sandte ein Stoßgebet zu Freya und Frigg und hoffte inständig, dass sie ähnlich über ihn dachte. Seine Knie wurden noch ein bisschen weicher und sein Herz begann zu rasen, während sein Mund einmal mehr trocken wurde und der Kloß sich wieder in seinem Hals einnistete. Witjon war so nervös wie noch nie in seinem Leben, nicht einmal damals vor dem Zweikampf hatte er solch einen Bammel.
    "Wie bildhübsch du aussiehst, Callista..." hauchte er, als sie vor ihm stand. Dann registrierte er die Frau neben seiner Verlobten. Verlegen räusperte Witjon sich und blickte fragend von Callista zu der Unbekannten und zurück. Balbus war mit einem Mal etwas in den Hintergrund gerückt, was er Witjon hoffentlich nicht übel nahm. Der junge Mann war einfach zu sehr abgelenkt.

  • Callista nahm Crista sanft bei der Hand und bahnte sich den Weg vorsichtig durch die umherwuselnden Sklaven, darauf achtend, dass Crista nicht gegen etwas oder jemanden stieß. Die beiden älteren Frauen, Vodafonis und Nanta, folgten und plauderten leise miteinander, immer ein wachsames Auge auf Braut und Begleiterin. Doch die ausgelassene Stimmung hatte auch sie bereits angesteckt und so was gerade die Ägypterin etwas ausgelassener als sonst. Als Callista bei den beiden Männern ankam, die sich wohl gerade begrüßt hatten, drückte sie kurz Cristas Hand. "Wir stehen jetzt genau vor ihnen." flüsterte sie und blickte erst zu Marsus, dann zu ihrem Onkel und wieder zurück.


    Noch bevor sie etwas sagen konnte, hatte Marsus schon gesprochen und das Gesagte trieb Callista eine tiefe Röte ins Gesicht. Er sah so nervös aus wie sie sich fühlte und sie vermochte beinahe seinen tastenden Blick zu spüren, war sie etwa die erste römische Braut die er sah? Aber er sah sie ja an! Erschrocken weiteten sich Callistas Augen! Sie war ja so dumm, so dumm. Sie hatte den Schleier vergessen! Der hätte eigentlich runter sein müssen, oh wie dumm, wie dumm. Verlegen drehte sie sich zur Seite und schaute auf den Boden, sollte sie ihn nun herunter ziehen? Oder war es jetzt eh schon zu spät. Für einen Moment schossen ihr Tränen in die Augen und sie blickte hilfesuchend zu Vodafonis, die ihr mit einem Audruck mütterlicher Güte den Schleier herunter zupfte. Das lange, rote Stück Stoff reichte ihr sowohl hinten wie vorne bis weit über die Schultern und war so gewirkt, dass sie hindurch sehen konnte, man aber sie nicht mehr erkannte. Es war sehr dunkel darunter, wie in einer Höhle und Callista brauchte einen Moment sich darunter zurecht zu finden.


    Eigentlich wollte sie jetzt Crista vorstellen, doch als sie ihren Mund öffnete kam nur ein klägliches Krächzen heraus. Ach, wenn der Tag doch schon vorbei gewesen wäre!?!? Sie räusperte sich und wandte sich wieder zu den anderen. "Darf ich vorstellen, dass ist Tiberiana Crista, eine gute Freundin von mir. Sie hat mich aus Rom hierhin begleitet und ist Schneiderin." Was für ein komisches Bild sie abgeben mussten, die Brünette mit ihrer schwarzen Augenbinde und die Rothaarige mit dem roten Schleier. "Crista, das sind Tiberius Prudentius Balbus, mein Onkel und Numerius Duccius Marsus, mein Verlobter."

  • Balbus wollte gerade noch einige aufmunternden Worte an Marsus richten, als Callista hinzukam. Das kleine Versäumnis mit dem Schleier war in Balbus Augen nicht ganz so schlimm, aber er hoffte dennoch, dass der Augur es nicht unbedingt gesehen hatte.
    Als sie dann ihre Begleiterin vorstellte, lächelte Balbus, auch wenn sie es nicht sehen konnte und sagte mit freundlicher Stimme: "Es freut mich dich kennenzulernen, Tiberiana. Und ich möchte dir nochmal danken, dass du meiner Nichte bei ihrer Reise Gesellschaft leistetest."


    Von der Seite trat der Augur, der natürlich in seiner voller Amtstracht gekleidet war, an Balbus heran und teilte ihm mit, dass er bereit war die Auspicien einzuholen.
    Balbus nickte und sagte ihm, dass er anfangen solle. Der Augur nickte und begab sich an einen Punkt, an dem er gut durch das Compluvium sehen konnte. Er hob seinen Lituus und begann, unter völlig unverständlichem melodischem Gemurmel mit dem Krummstab das Templum in den Himmel zu zeichnen. Nachdem dies erledigt war, begann er angestrengt den Himmel zu beobachten.


    Balbus hatte einen Moment lang zugesehen und dann seine Aufmerksamkeit wieder seiner Nichte, ihrem Bräutigam und ihrer Begleitung gewidmet, da er wusste, dass die Arbeit des Auguren dauern konnte.

  • "Danke.." erwiderte Crista dankbar zurück und versuchte in die hoffentlich richtige Richtung zu schauen, nämlich geradeaus nach vorne. Mit ihrer schwarzen Augenbinde, die ihre blinden Augen verbarg, fiel sie ohnehin ganz bestimmt den Männern und Gästen auf.


    Ein verstehendes warmes Lächeln umspielte ihre Mundwinkel sobald sie Marsus Worte über Callistas Aussehen wahrnahm. Von dem Problem mit dem Schleier ahnte sie nichts... hatte Callista diesen überhaupt in der Kleidbeschreibung erwähnt? Sie hörte etwas Stoffgeraschel und wartete geduldig weiter, immer noch Callistas Hand sachte festhaltend. Mit der anderen hielt sie den Führstock, ihre einzige Verbindung zu Nantas helfende Anwesenheit.


    "Salve." begrüßte sie die Männer, blieb ruhig auf der Stelle stehen. Wer war Balbus, wer war Marsus? Der rechte oder der linke Mann? Und was sagte man noch beim ersten Kennenlernen? "Ich freue mich euch kennenzulernen und freue mich immer noch Calllsta getroffen zu haben. Es war ein reiner Zufall und eine schöne Reise von Rom bis nach hierher. Wir waren im Reisegefährt nicht untätig. Ich denke, ihr werdet morgen es sehen. Euch gratulieren darf ich noch nicht, hat Callista gesagt... das hole ich nach der Vermählung nach."


    Cato musste irgendwo sein.. wenn er denn überhaupt auf diesem Fest erschienen war. "Mein Verlobter Tiberianus Cato und mein Adoptivsohn Laris sind gerade absent. Ich bitte beider Abwesenheit zu entschuldigen."

  • Was hatte er denn jetzt schon wieder getan? Der Schleier fiel und Witjon wurde plötzlich ganz anders. Hatte er etwas falsches gesagt? War das was er gesagt hatte etwa zu direkt gewesen? Hoffentlich würde Balbus ihn nicht einen Kopf kürzer machen, wenn er recht hatte mit der Annahme, dass Römer offenbar ziemlich sensibel waren, was solche Dinge anging. Witjon hatte ohnehin bemerkt, dass er mit Callista wohl etwas behutsamer umgehen musste. Auf ihrer Verlobung hatte er den Eindruck gehabt, dass seine Nähe sie beinahe zum Zerspringen gebracht hatte, woraufhin er in den letzten Tagen sich etwas zurückgehalten hatte. Doch seine Worte hatten sie jetzt offfensichtlich wieder sehr erschrocken und der arme Bräutigam kam sich reichlich blöd vor. Er versuchte die Peinlichkeit zu übergehen und wandte sich an Crista, deren Augenbinde ihn erst leicht verwirrte, bis er verstand weshalb sie diese ganz offensichtlich trug. "Tiberiana, es ist mir eine Freude dich kennen zu lernen." Er wusste gar nicht, wie oft er diese Floskel schon auf Landos Hochzeit sowie auf seiner Verlobung von sich gegeben hatte und war des Redens langsam aber sicher müde, doch das würde ihm nicht helfen. Bald gab es noch eine ganze Menge zu sagen. Cristas nicht-gratulieren brachte Witjon zum Schmunzeln, was diese freilich nicht sehen konnte. Ihre Entschuldigung jedoch tat er leichthin ab. "Sollten die beiden später zur Feier hinzustoßen, so soll es mir recht sein, tun sie es nicht, so ist das auch kein Ding." Er lächelte aufmunternd, erinnerte sich dann jedoch, dass Crista das ja immer noch nicht sehen konnte und war froh, als plötzlich der Augur zu ihnen herantrat. Die Zeremonie konnte beginnen. Gespannt beobachtete Witjon, was der Mann dort tat. Er zeichnete Dinge in die Luft und schaute gen Himmel, während er vor sich hin betete...oder so etwas.

  • Callista hörte das sanfte Gespräch zwischen den dreien und lächelte still, was aber natürlich niemand sehen konnte. Sie trat unmerklich näher zu Marsus, als der Augur begann und alle ihm die nötige Aufmerksamkeit schenkten. Ganz leise, so dass es wohl nur Marsus und ganz vielleicht Crista noch hören konnte, erklärte sie sein Handeln.


    "Der Augur führt ein sogenanntes Auspicium durch, das heißt er versucht herauszufinden ob die - römischen - Götter unserer Hochzeit gewogen sind. Er blickt durch das Compluvium, die typische Öffnung die römische Häuser haben, und beobachtet den Himmel. Das ist das sogenannte augurium ex caelo, wobei ich glaube er wartet eher auf ein auspicium ex avibus. Also er wartet auf vorbeifliegende Vögel, wobei es da sehr viele Unterschiede gibt, viele Vögel sind ein gutes Zeichen und selbst der Gesang von Singvögeln wird gedeutet." Sie lächelte schon wieder. Ihre Unruhe verflog etwas, jetzt, da sie von etwas sprach, womit sie sich auskannte und sich auch etwas ablenken konnte. "Nun heißt es nur noch abwarten." Sie wußte nicht in wie weit Marsus mit diesen Riten vertraut war und ob ihm vielleicht Verus erklärt hatte was heute geschehen war, aber es konnte nicht schaden es noch einmal zu erklären. Sie betete, dass er es ihr nicht übel nehmen würde und betrachtete durch den rötlichen Schleier ebenfals den Himmel. Ihre Gedanken schweiften zu Iuno und sie sandte ihr ein Stoßgebet, dass alles gut verlaufen würde.

  • Immer noch Callistas Hand fest haltend, hörte Crista die Worte der anderen Umherstehenden. "Also ich fand es ganz natürlich Callista als ihre Gesellschafterin zu begleiten. Ich hatte zu dem Zeitpunkt unseres zufälligen Zusammentreffens vor Rom zu verlassen und wusste noch nicht wohin wir gehen sollten. Nach Süden wollte ich nicht unbedingt, weil die Sommer noch heisser sind als in Rom. Ich entstamme genau wie meine Begleitung Nanta aus Sizilien und kenne die Insel und deren Wetter ziemlich gut. Ich kam als vererbte Sklavin und ging als freie Frau." erwiderte sie zu Balbus, neigte dankend den Kopf für das Lob.


    Und dann antwortete sie Marsus. "Ich freue mich, dass es für dich kein Ding ist. Es ist mir unangenehm die beiden zu entschuldigen, weil mir fällt kaum etwas ein was sie abhalten könnte mit mir zusammen zu erscheinen." Callista flüsterte ihr etwas neues Interessantes zu, es geschah etwas in der Umgebung, was die Hochzeit betraf. Crista bewegte den Kopf zur Seite, 'sah' Callistas Profil an und 'sah' zurück zu Marsus. "Ihr tut sehr viel für euren großen Tag, ich kann dies nur gebührend mitbewundern." Ein sanfter Druck ging von Cristas Hand in die von Callista aus. 'Nur Mut, du schaffst diesen Tag!' sollte es heissen.


    Und was sagte man noch? Noch ein bisschen von sich erzählen? "Mein Verlobter ist Hauptverwalter der ländlichen Güter des Legaten Quintus Tiberius Vitamalacus. Cato habe ich bei einem kleineren Unfall in der Villa Tiberia getroffen, den wir beide gut überstanden haben. Erst nach einiger Zeit traf uns der sogenannte Pfeil des Amor. Seitdem sind wir zusammen. Wenn ich fragen darf, oder bevor es losgeht... wie war es bei euch?" Crista hatte keine Ahnung, dass Callista das enge Verhältnis von ihr und Cato eingehend beobachtet hatte.

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