Nuptiae von Camillus Matinius Plautius et Artoria Medeia

  • Die Sonne erstrahlte in blitzenden Strahlen am Firmament, beleuchtete in schmeichlerischer Liebkosungen die Stadt Mantua, die grünen, von dem Regen feuchten, Wiesen, das Castellum und das Praetorium, dessen Fresken und Mosaike in prachtvollen Farben erstrahlte. Einige Tauben saßen auf dem Dach und gurrten beharrlich, betrachteten mit ihren schwarzen Perlaugen das Treiben im Innenhof, wo die Blüten und Blätter der Pflanzen des Viridarium noch von den zahlreichen Tropfen des nächtlichen Regens glitzerten, schön und anmutig wie klare Perlen. Rote und weiße Blütenblätter lagen auf dem Boden ausgestreut, die Simse des Daches waren mit Rosengirlanden behängt und die samtblauen Vögel vervollständigten das harmonische und festliche Bild mit dem aufgestellten Altar in der Mitte des Innenhofes. Im Stehen vor sich Hindösend wartete dort ein grauhaariger Priester, in weißer Robe, der am Morgen aus der Stadt hochgebracht worden war, ausgiebig in der Küche gefrühstückt hatte und nun auf seinen kurzen Moment während der Zeremonie wartete. Den größten Teil seiner Aufgabe hatte er schon am Morgen vollbracht, das rituelle Schafsopfer von einem reinen, weißen Lamm, was Iuno dargebracht wurde, wenn auch die Gaben noch für die Zeremonie der eigentlichen Hochzeitsformeln bereit standen, das Blut und die Eingeweide. Das Fleisch des Lammes briet bereits auf den Spießen der Culina. Doch noch waren erst die Tauben die ersten Gäste der Hochzeit, der Innenhof noch verlassen….


    …Medeia stand mit angespannter Haltung in einem der Zimmer der Praetoriums, welches ihr Patron ihr zur Verfügung gestellt hatte. Um sie herum wuselten eine neue Sklavin und ihre lang gediente Olympia, die die Launen ihrer Herrin zur Genüge kannte. „Nimm deine kleinen Pfoten von mir!“, zischte Medeia als die neues Sklavin eine Haarnadel in Medeias Locken stecken wollte. Erschrocken trat das junge Mädchen zurück. Olympia schritt heran und meinte leise. „Domina, wenn Du Dich bitte setzen würdest?“ Ungnädig sah Medeia zu der blonden Sklavin, nahm jedoch auf dem Hocker Platz. Olympia beugte sich vor und fing an, die mit Blei vermengte weiße Paste auf Medeias Gesicht aufzutragen und sie hauchdünn auf ihrer Haut zu verteilen. Ihr Kleid lag auf einem Tisch ausgebreitet bereit und es waren nur noch weniger als zwei Stunden bis die Feier beginnen würde. Medeia atmete tief ein und schloss die Augen als sie den Schwamm auf ihrer Stirn spürte. Medeias Unterlippe erzitterte einen Augenblick, dann bildete sich auf der porzellanzarten Schicht der Schminke eine feine Spur einer einzelnen Träne. Olympia verharrte in ihrer Bewegung und sah erstaunt auf ihre Herrin hinab, die sie noch nicht so gesehen hatte. „Domina?“, fragte sie leise. „Mach weiter!“, erwiderte Medeia wütend und hob die Hand, trocknete die eine Träne an ihrer Wange. Beherrsch Dich, Medeia, mahnte sie sich selber an. Überhaupt, was war nur los mit ihr? Schließlich mochte sie zwar Plautius und war ihm sehr zugetan, aber lieben tat sie ihn nicht. Oder etwa doch? Es krampfte sich durchaus etwas in ihr zusammen, wenn sie daran dachte, dass er bald in den Krieg ziehen würde, fern von ihr und ständig in Gefahr. Medeia schloss die Augen und ließ Olympia die grüne Schminke auf ihrem Oberlid auftragen und sich dann ihren Haaren zuwende. Es war schließlich nicht mehr viel Zeit, bis sie bereit sein musste und die Zeremonie begann….


    …erst als alle geladenen Gäste im Innenhof eingetroffen waren. Das eilig in die Wege geleitete Fest war womöglich doch etwas ungewöhnlich, wenn auch weiterhin in traditioneller Form. Es waren in der Hauptsache die Verwandten von ihr aus dem Castellum, aber auch Patrone und deren Verwandtschaft geladen, denn wer konnte schon innerhalb von wenigen Tagen von Rom nach Mantua kommen, außer Menschen mit viel Muse und Zeit für so etwas? In der Mitte des Hofes war ein Altar unter dem goldroten Tüchern eines Baldachins aufgebaut, purpurne und goldene geflochtene Bänder hingen am Rande hinab, Ranken aus blauen Krokussen, dem Symbol der Liebe, und roten Rosen wandten sich um den Altar, bis hinauf zum Dachfirst. Zwei junge Mädchen, kaum sechs Sommer alt, traten in den Innenhof. In ihren Händen trugen sie Körbe mit weißen Rosenblätern, die sie ausstreuten. Die Musik von von Tympanon und Kymbala mischte sich mit der Tibia, der Doppelflöte. Die Türen zu einem angrenzenden Gemach öffneten sich langsam, wohinter der Einzug der Braut beginnen sollte.

  • Imperiosus war noch in seinem Quartier und versuchte schnell seine Tunika zurecht zu rücken. Medeia wollte noch schnell vor dem geplanten Krieg Heiraten, was er auch verstehen konnte. Wer weiß ob sie ihn jemals wieder sehen würde, nach dem Krieg. Marcella,seine persöhlniche Leibeigene, war bei ihm und half dabei, er wollte schließlich gut aus sehen, seiner Tante zu Liebe.


    " Sitzt auch alles perfekt Marcella ? ",
    fragte er sie nochmals. Marcella schaute Imperiosus mit einem lächeln an.
    " Ja mein Herr, alles sitzt perfekt. "


    Marcella würde Tiberius zur Hochzeit begleiten und dann im Hintergrund auf seine Befehle warten, so zumindest wollte es Imperiosus.


    Nun gingen sie gemeinsam zum Praetorium,wo Medeia sicherlich schon auf sie warten würde. Nachdem er due die Türe ging, stellte sich Marcella wie befohlen in eine Ecke, während Imperiosus nach Media ausschau hielt. Als er sie endlich sah, nickte er ihr von weiten zu. Er wollte sie jetzt nicht unbedingt stören, denn sicherlich war sie aufgeregt und etwas nervös, also nahm er sich einen Becher verdünnten Wein und blieb stehen, wartend auf das, was geschehen würde.

  • Zunächst war die Zahl der Gäste für diese “Blitzhochzeit” auf einer erstellten Liste ja überschaubar gewesen. Nur ein paar Familienmitglieder, welche es von Roma nach Mantua schaffen würden, sofern sie hier nicht ohnehin in der Legio waren.
    Dann wuchs die Liste mehr und mehr. Medeias und Plautius Patron und deren Anhang, Optios und Centurioes aus der Legio kamen dazu. Die Scribas mit denen Plautius jeden Tag zu tun hatte. Klienten, an die schon gar keiner mehr gedacht hatte ...


    Schließlich hatte man bei der langen Gästeliste nur noch 3 Optionen gesehen. Plautius kaufte doch noch schnell eine patrizische Villa in Mantua um alle Gäste unter zu bringen. Oder man feierte in der Casa von Plautius im Castellum, welche die Zahl der Gäste aber wieder drastisch reduziert hätte. Oder man griff auf das größte Gebäude im ganzen Castellum zurück, welches in Sachen Größe und Platz mit jeder Villa Romas oder Mantuas mithalten konnte: das Praetorium des Legatus.


    Dieser hatte auch zugleich zugestimmt, denn zum einen betraf es nicht nur seine Klientin und einen Stabsoffizier von ihm, sondern es kam auch mal ordentlich Leben ins Castellum bzw. in sein Haus.
    Und die Unterbringung der Gäste war auch kein Thema mehr. Neben dem Praetorium mit seinen vielen Gästezimmern räumten auch etliche eingeladene Tribuni zu Plautius Verwunderung freiwillig ihre Casas und man rückte etwas näher zusammen, was auf dem Feldzug ohnehin der Fall sein würde.
    Bereits am nächsten Tag wurde gewischt und gefegt und geschrubbt und das Praetorium verwandelte sich binnen kürzester Zeit in einen festlichen Ort. Die Küche platzte fast vor Personal, welches das Festessen vorbereitete, während schaulustige Legionäre immer wieder einen Grund fanden um das Praetorium zu schleichen.

    Semper Fidelis - zum ewigen Ruhme des Imperiums und seines Imperators!

  • Eigentlich hatte er nicht erwartet seine Frau nochmal vor dem Ende des Krieges zu sehen und schon gar nicht bei solch einem Anlass. Wie das Leben aber so spielte, war halt doch alles anders :D und so geschah es, daß die beiden, Arm in Arm, auf der Hochzeitsfeier auftauchten. Appius schaute sich erstmal nach dem Hochteitspaar um.

  • Sim-Off:


    *Hust* so schick kann Plautius aussehen, wenn es zur Hochzeit geht. Plautius ist der gutaussehende Held in der Mitte :D
    /edit by MODERATOR: Bitte keine fremdverlinkten Bilder. Wer es sich anschauen mag, kann direkt zu HBO gehen: http://www.hbo.com/rome/img/episode/ep04/ep04_1.jpg



    Plautius hatte lange geschlafen, ein Kampffrühstück eingenommen (Puls nach dem Rezept von Vitamalacus, bildet im Magen einen festen Baustoff, den man garantiert vor Aufregung nicht auskotzt), ausgiebig gebadet und sich grundlich rasiert. Am Tag zuvor hatte er sich noch einmal die kurzen Haare nachschneiden lassen. Gestern Abend hatte es noch irgend so eine Creme aus Stutenmilch auf das Gesicht gegeben. Angeblich war das gut gegen Falten. Das Zeug schien Wunder zu wirken, denn im Spiegel sah Plautius keine Falten in seinem Gesicht. Hatte es da vorher welche gegeben? Schaden konnte es sicher nicht. Angeblich sollte man 10 Jahre jünger wirken, wenn man das jeden Abend auftrug.


    Er betrachtete sich in dem polierten Metallspiegel. Bauch rein, Brust raus. Hielt zwar kein Leben lang, aber zumindest mal gute 120 Herzschläge. Na ja, das viele Ausdauertraining und Manöver hatten nicht geschadet. Der Körper war bestens trainiert, die Muskeln hatten genau die richtigen Proportionen und Medeia meckerte nicht. Damit war alles in Ordnung. Frauen konnten ja so gemein sein, wenn sie sich leise über das Aussehen von Offizieren unterhielten, deren Fülle durch „Hüftweggürtel“, sprich Rüstungen, gerade noch in Form gehalten wurde. Zumindest solange die Rüstung nicht platzte.


    Nach einer ausgiebigen Massage ging es erst mal auf die Latrine und dann erst zum Ankleiden. Abgesehen davon, dass eine Toga ein unglaublich hinderliches Kleidungsstück sein konnte, war es eine absolute Kunst damit zur Latrine zu gehen. Wie schafften das nur die Senatoren im Senat, wenn ganz lange Sitzungen anstanden? Vermutlich zogen alle nach Betreten der Senatshalle die Togas aus und die Versammlungen fanden nur in Tunikas statt. Und nach Ende der Senatssitzung wickelten sich alle schnell wieder mit Hilfe von Palastsklaven ein.
    Etliche Zeit später trug Plautius seine beste Tunika und seine beste Toga, welche jedem Senator, ja sogar dem Imperator, zur Ehre gereicht hätte. Nur war zu bezweifeln, dass der Imperator eine andere Farbe als Purpur in der Kleidertruhe hatte. Andererseits stand so die Augusta nie vor dem Problem, ob ihr Kleid zur Farbe des Imperators passte, denn der trug ja immer dieselbe Farbe.
    Plautius hatte sich bei der Farbe für eine leuchtend rote Tunika mit breiter, goldener Borte entschieden. Seine Tunika harmonierte dazu in einem dezenteren Weinrot. Ein Sklave, davon gab es seit Medeias Ankunft und Beinahe-Einzug in seine Casa immer mehr in seinem Haus, hatte ihm beim Anlegen der Toga geholfen. Alle Falten saßen an der richtigen Stelle. Nach kurzer Überlegung hatte er auf einen Dolch in einer der Falten verzichtet, denn schließlich war man ja im Castellum und nicht in Roma. Plautius seufzte.
    „Murrus, hilf mir wieder aus der Toga. Ich muß doch noch mal auf die Latrine. Ich glaube, ich bin doch ein klein wenig aufgeregt.“


    Eine erneute Togaeinwicklung später und 4 Tassen Kräutersud mit Honig leichter betrachte sich Plautius noch einmal im Spiegel. Also jetzt gab es nichts mehr zu verbessern. Nun wurde es ernst. Und er konnte nur noch auf das Zeichen warten, dass alles soweit fertig war.


    Bis dahin war Plautius relativ ruhig gewesen, wie er es in der Vergangenheit oft in Schlachten war. Nun, unmittelbar bevor es losging, tigerte er jedoch in seinem Zimmer auf und ab. Er war nervös. Eine Feldschlacht gegen Germanen war eine Sache, aber heiraten. Da war es als Soldat doch sicher erlaubt nervös zu werden.


    “Salve Praefectus! Es geht gleich los. Du kannst kommen. Es sei denn ich soll noch schnell ein Pferd für deine Flucht organisieren. So bin ich damals auch zur Legio gekommen. Die Frau die mir mein Vater ausgesucht hatte war aber auch 40 Pfund schwerer und 1 Kopf größer als ich. Im Gegensatz zu deiner Verlobten. Praefectus.” meinte einer seiner Scribas, als er den Kopf ins Zimmer steckte.


    Plautius schnitt eine Grimasse.
    „Ist meine Verlobte soweit?“


    „Praefectus! Ich weiß nicht, ob sie schon fertig ist, zumindest ist sie noch nicht da. Aber ich kann dich beruhigen. Sie ist auch noch nicht aus dem Castellum geflohen. Sie befindet sich nach wie vor im Praetorium. Praefectus!“


    „Gut. Dann wollen wir mal.“

    Semper Fidelis - zum ewigen Ruhme des Imperiums und seines Imperators!

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  • Alleine erschien ich auf der Hochzeit.. Wen hätte ich schon mitnehmen sollen? Die Mutter meiner Töchter? Welche ich irgendwie aus den Augen verloren hatte oder aber Aquila welche ich kaum kannte? Oder mein Pferd? Wohl noch am ehesten aber das wäre etwas seltsam gewesen und so entschied ich mich dazu alleine aufzutauchen und mit den Freunden bei der Legio einen netten Tag zu verbringen...

    'Hannibal wusste wie man Siege erringt, aber nicht wie man damit umzugehen hat.'

  • Mela war einer der ersten, wie sich rausstellte. Er passierte die Wachen am Eingang und schenkte dem Schmuck der die Wände zierte kaum Beachtung. Frauenangelegenheiten halt. Da musste alles aufeinander abgestimmt sein, rot und orange geht schon mal gar nicht, und selbst blau ist nicht hübsch zu rot, weil es doch irgendwie lila wirkt. So ging er rein und sah sich um. Außer "seinem" Tribun war auch noch der neue Tribun anwesend und einige Leute, die Mela nicht oder noch nicht kannte. Er grüßte die Anwesenden und nahm sich dann ein Weinbecher vom vorbeilaufenden Sklaven. "Salvete."

  • Da er irgendwie nur die Stabsoffiziere kannte (was bei einer Truppe von über 5000 Mann auch nicht verwunderlich war) und sonst niemanden hatte er sich entschlossen bei allen anderen die er nicht kannte nur freundlich zu lächeln und ihnen zuzunicken, so sie nicht das Gespräch mit ihm suchten. So konnte er wenigstens nichts falsch machen :D

  • "Bona Dea! Bin ich aufgeregt!" Eilig eilt Lucilla in das Praetorium hinein. Auf dem Weg ist sie mehr als einmal recht rot geworden, denn dass eine Dame in festlicher Garderobe ihr Kleid rafft und durch das Lager eilt, scheint man hier nicht allzu oft zu sehen. Irgendwie hat sie auch das Gefühl, dass das alles hätte anders laufen können, sollen, müssen, doch irgendwie ist und bleibt sie eben doch ein Landei aus der Provinz und in der Provinz geht man eben überall zu Fuß hin. Zumindest dann, wenn man sich freiwillig auf kein Pferd setzt. In Rom könnte man sich natürlich überall mit einer Sänfte hin transportieren lassen, aber trotz allem findet Lucilla das immer etwas albern und außerdem völlig langweilig und meist dauert dann alles noch viel länger, weil die Sänften nicht durch das Gedränge kommen. Und mit einer Sänfte durch das Lager der Legio I getragen zu werden, das wäre Lucilla noch alberner vorgekommen, als mit gerafftem Kleid zu Fuß zu eilen.


    Außerdem ist es nun sowieso egal, denn sie hat das Praetorium auch so erreicht - wenn auch nicht ohne Verluste, denn ihre Sandalen sind mit einer hässlichen Schicht Staub überzogen. "Schnell, Ambrosius, geh nochmal mit dem Lappen über das Leder." Sie wartet kaum, bis der Sklave über ihre Schuhe gewischt hat, sondern strebt schon in das Gebäude hinein. Sie ist schon äußerst gespannt auf den Verlobten von Medeia. Ein Praefectus ist ja nicht schlecht, aber Lucilla wollte trotzdem keinen Soldaten heiraten. Nach der Hochzeit zieht er dann in den Krieg und wer weiß, ob er wieder zurück kommt. Diese Hochzeit ist also einerseits so völlig romantisch und gleichzeitig so völlig tragisch. "Hast du genügend Taschentücher, Ambrosius? Wo ist denn Medeia? Siehst du Livianus irgendwo? Ah, da hinten sind ja alle."


    Ein wenig konfus tritt Lucilla in den Kreis der Gäste. Eine Menge Soldaten sind da, zumindest sehen sie alle aus wie Soldaten. In einem Legionslager natürlich nicht unbedingt verwunderlich, aber für den Anlass doch irgendwie irritierend. Daneben sind kaum Frauen anwesend. So sticht Lucilla in ihrem mondänen Kleid aus edlem, dunkellilanen Stoff mit goldenen Stickereien, dazu goldener Schnürung und einer passend Sonnen-goldenen Palla vielleicht doch ein wenig aus den übrigen Gästen heraus. Allerdings macht ihr das recht wenig, denn das hat sie noch nie gestört. "Salvete," grüßt sie in die Runde und schaut, ob sie nicht doch irgendwen von den Anwesenden kennt. Ein Paar kommt ihr zumindest ein wenig bekannt vor, zumindest der Mann, vielleicht ein Politiker. Der Name will ihr aber nicht einfallen, Politiker gehen und kommen so oft, dass sie sich kaum Namen und Gesichter merkt, vor allem, da sie meist eh nur die Namen für die Arbeit in der Acta Diurna kennt.

  • Die Stimmen drangen schon von weitem aus dem praetorium als sich Marcus den privaten Teil des legatus näherte. Eigentlich hatte er sich noch in Schale werfen wollen, die toga gezückt und somit passender auf einer Hochzeit gewirkt. Aber der Dienst war ihm dazwischen gekommen, somit hatte er keine Zeit gehabt für das lange Prozedere mit der toga. Schnell mit Wasser hatte er sich erfrischt, seine Rasur nochmals erneuert und dann sich auf dem Weg zum praetorium gemacht, wo er, nach dem er den Wachen der Ersten zugenickt hatte, eintrat und sich im Raum umsah. Seinen Vorgesetzten sah er noch nicht, dafür einige Männer der Reiterei, ebenso einige unbekannte Gesichter, was Marcus nicht sonderlich erstaunte. Er kannte zwar Plautius, doch weder die Braut noch deren Bekanntschaft und Verwandtschaft…bis auf…ja…Avitus trug doch denselben Namen? Ob das ein Zufall war. Grübelnd trat Marcus hinein, winkte einen Sklaven heran und ließ sich einen Becher vom Appetitmacher reichen. Wobei das bei Marcus nie notwendig war, der konnte jederzeit und immerzu essen. Gut gelaunt schlenderte Marcus durch die Reihen der Gäste als er erstarrte.


    Schwarze, glänzende Haare, die Hautfarbe von sattem Gold oder dem warmen, feinen Sand im Sonnenschein, dunkle Augen, die fröhlich ihren Esprit verstrahlten, und eine anmutige Gestalt, die ihm tief in sein Gedächtnis gebrannt wurden vor doch nicht allzu kurzer Zeit- Decima Lucilla. Marcus atmete tief ein und sah die Frau an, die er in seinen Gedanken schon schlecht hin als die Traumfrau erhoben hatte. Eine, die alles, was Marcus begehrte und verlangte in sich vereinte. Witz und Humor, genau der Typ von Schönheit, den er so sehr mochte- kein blasses Mädchen- dazu noch eine erfrischende und fröhliche Art, die anzustecken und verzaubern vermochte. Marcus war glatt versucht den Becher auf das Tablett zurück zu stellen, sich um zu drehen und schnell die Hochzeit zu verlassen. Schließlich hatte er erst kurz vorher seine eigene Verlobung zelebriert. Aber Marcus konnte nicht. Er starrte Lucilla von hinten an, bemerkte, daß ihm der Mund offen stand und schloß ihn eilends wieder. Vielleicht war es auch eine Fügung, ein Wink der Götter, daß sie ihm die Frau, von der er noch lange geträumt hatte, deren Name ihm gut in Erinnerung war, kurz vor dem Krieg noch mal vor Augen führten. Marcus atmete tief ein, straffte seine Gestalt und sah an seiner Rüstung herunter. Immerhin trug er eine gute rote Militärtunica und hatte sich noch mal gewaschen, während sein Sklave die Rüstung poliert hatte. Ein Lächeln trat auf sein Gesicht und er trat an die Seite von Lucilla.


    „Das Brautpaar kann glücklich sein, denn wie ich sehe, ist Venus herab gestiegen ihnen den Segen persönlich zu bringen. Salve, Decima Lucilla.“


    Wieder sprach er ihren Namen genüsslich aus und lächelte sie dabei an.

  • Cunctator hatte die Einladung des PC zu dessen Hochzeit erhalten. Das hatte ihm zum jetzigen Zeitpunkt gerade noch gefehlt. Er hatte alles andere im Sinn als Feiern und Fröhlichsein. Aber hier gab es keinen Ausweg, handelte es sich bei dieser Einladung womöglich um einen indirekten Befehl (falls es so einen überhaupt gab!).


    Cunctator legte sich in Schale und strebte dem praetorium entgegen. Die Posten am Eingang ließen ihn passieren. Da war er nun! Er grüßte artig nach rechts und nach links, entdeckte den Kommandanten der Legionsreiterei ... und damit war sein Bekanntenkreis auch schon erschöpft. Nachdem er sich einen Becher Wein, den ihm ein Sklave entgegenhielt, genehmigte, hielt er nach weiteren Bekannten Ausschau und harrte der Dinge, die noch auf ihn zukommen sollten.

  • Zitat

    Original von Marcus Flavius Aristides
    Schwarze, glänzende Haare, die Hautfarbe von sattem Gold oder dem warmen, feinen Sand im Sonnenschein, dunkle Augen, die fröhlich ihren Esprit verstrahlten, und eine anmutige Gestalt, die ihm tief in sein Gedächtnis gebrannt wurden vor doch nicht allzu kurzer Zeit- Decima Lucilla. Marcus atmete tief ein und sah die Frau an, die er in seinen Gedanken schon schlecht hin als die Traumfrau erhoben hatte. Eine, die alles, was Marcus begehrte und verlangte in sich vereinte. Witz und Humor, genau der Typ von Schönheit, den er so sehr mochte- kein blasses Mädchen- dazu noch eine erfrischende und fröhliche Art, die anzustecken und verzaubern vermochte. ...... Ein Lächeln trat auf sein Gesicht und er trat an die Seite von Lucilla. „Das Brautpaar kann glücklich sein, denn wie ich sehe, ist Venus herab gestiegen ihnen den Segen persönlich zu bringen. Salve, Decima Lucilla.“


    Die Rechnung hatte er vermutlich ohne Epicharis gemacht, die natürlich ebenfalls geladen war und die unwissend nur kurz nach Aristides das Praetorium betreten hatte. Die Luft im Raum war trocken, und so hatte sie sich zuallererst ein Glas Wasser organisieren lassen müssen, welches sie in kleinen Schlucken getrunken hatte. Nun hatte sie ihren Verlobten erblickt und steuerte ihn gerade an, denn sie kannte hier so gut wie niemanden und erhoffte sich, dass er ihr die wichtigsten Personen kurz vorstellen würde. Was sie sich allerdings nicht erhofft hatte war, dass Aristides, sobald man ihm den Rücken kehrte, mit anderen anbändelte, was das Zeug hielt. Sicherlich wähnte er sie noch nicht hier.


    Eifersüchtig ob des Blickes, den er ihr zuwarf, steuerte sie durch die anwesenden Soldaten - ihre purpurne Tunika erschien nun wohl wie ein Funken, der kurz vor dem Überspringen war - und schaffte es trotzdem irgendwie, ihre Fassung und das aufgeschlossene Lächeln zu bewahren, als sie just in jenem Moment neben Aristides stehen bleib, in dem er einer anderen venusgleiche Schönheit nachsagte. Epicharis' Lächeln dauerte fort, doch sie legte Aristides eine Hand auf den Unterarm und ritzte mit einem der manikürten Fingernägel in seine Haut, während sie gleichzeitig sagte: "Lucilla, wie schön dich ebenfalls hier zu sehen. Welch hübsche Tunika du trägst! Sicher betörst du viele Männer am heutigen Tag mit deiner Erscheinung." Und bei ihrem eigenen hatte sie angefangen. Jetzt musste Epicharis nur noch herausfinden, ob Lucilla es darauf anlegte... Dass sie Lucilla zuerst begrüßt hatte, war sicher auch Aristides nicht entgangen.


    Wenn die hübsche Claudierin eines war, so war es besitzergreifend in diesem Punkt. Sie warf Aristides ein zuckersüßes Begrüßungslächeln zu und konnte sich nicht entscheiden, ob sie nun Lucilla gegenüber skeptisch oder Aristides gegenüber sauer sein sollte. Vorerst wartete sie jedoch besser Lucillas Reaktion ab, natürlich höflich lächelnd. Insgeheim konnte sich Epicharis auch nicht vorstellen, dass Lucilla... Nein, sie hatte doch diesen Senator, mit dem sie Verlobt war, der sie aber nicht heiraten wollte. Zumindest sagte man das so.

  • Imperiosus schaute sich still um. Viele von denen, die hier geladen waren, kannte er natürlich, doch es gab auch einige, die er nicht kannte. Man konnte nicht erkennen, wer Soldat war oder Civilist, denn Medeia hatte ja ausdrücklich die Uniform verboten, darum hielt sich Tiberius auch daran.


    Er suchte nach Avitus der anscheinend imemr noch nicht zugegen war. Irgendwie fühlte er sich unwohl, bei der Menge von Gästen, aber sicherlich würde er früher oder später mit dem einen oder anderen ins Gespräch kommen, oder natürlich mit einer netten Dame.

  • Lange hatte Lucius überlegt hierher zu kommen, doch seine Schwester hatte ihm keine Ruhe gelassen. Sie wollte nicht auf die Hochzeit verzichten, schließlich ging es um ihre Tante und die Verwandschaft musste man pflegen, ihrer Meinung nach.


    Nachdem sie mit der Wache am Tor gesprochen hatten und von den Feierlichkeiten erfuhren, hatten sie sich auf den Heimweg zur Tabernae gemacht, wo er es sich reiflich überlegt hatte auf das Fest zu gehen. Aber da Crista darauf bestand dort hin zu gehen und er keine andere Wahl hatte als sie zu begleiten, tat er ihrer Bitte gleich.


    Arm in Arm betrat das Geschwisterpaar also festlich gekleidet das Praetorium. Sogleich erkannte Lucius ihren Bruder Imperiosus, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte und trat auf ihn zu.
    Nebenbei nahm er sich einen Becher Wein, um damit die Gedanken an Medeia zu vertreiben.


    Vorsichtig begann er "Salve Bruder, erkennst du mich noch?" wisperte er dem Mann zu. Ebenso war er gespannt auf die Reaktion seines Bruders, dass Crista auch hier war.

  • Als ihr Name, gleich nach dem von Venus, neben ihr fällt, dreht sich Lucilla erstaunt zur Seite. Augenblicklich steigt ihr auf das Kompliment hin die Röte in die Wangen, zum Glück ist ihr Cousin noch nicht in der Nähe. "Oh, salve, Flavius Aristides." Es ist nicht so, dass Lucilla seine Anwesenheit erstaunt, immerhin ist er Soldat der Legio I, aber trotzdem hat sie nicht erwartet, ihn hier zu treffen, einfach aus dem Grund, weil sie den Flavier schon fast vergessen hatte. Zwar sind ihr die Vinalia rustica noch gut in Erinnerung, weil es wirklich ein angenehmer Abend und ein rundum gelungenes Fest gewesen war, aber da Lucilla ständig mit irgendwelchen Leuten nette Gespräche führt, merkt sie sich nicht wirklich alle. Doch nun, da er sie wieder mit der Göttin vergleicht, dämmert ihr die letzte Begegnung wieder herauf.


    "Venus ist auf allen Hochzeiten anwesend, da wird diese keine Ausnahme sein. Ich habe sie allerdings noch nicht gesehen," antwortet sie noch immer etwas verlegen lächelnd, als Epicharis, die neue Lectrix der Acta Diurna neben den Soldaten tritt. "Epicharis, so eine Freude!" strahlt Lucilla ehrlich erfreut, nicht nur darüber, dass nicht nur Soldaten anwesend sind. "Hat Medeia also die ganze Redaktion eingeladen? Oder kennst du sie schon länger? Oh, du siehst aber auch ganz hinreißend aus, ist das ein Kleid von Armanicus? Ich habe die Tage auf den Mercatus erst gesehen, dass er nun endlich seine Sommerkollektion herausgebracht hat. Und das Warten hat sich wirklich gelohnt, bei ihm stimmt der Spruch 'was lange währt wird endlich gut' tatsächlich. Eigentlich wollte ich auch zugreifen, aber dann habe ich dieses Kleid von Versaccus gefunden, ich liebe seine luftigen Kreationen, da musste ich einfach zugreifen. Zum Glück habe ich das dann auch gemacht, obwohl ich noch gar nichts von dieser Hochzeit wusste. Ich bin völlig überhastet aus Rom aufgebrochen, um es noch rechtzeitig zu schaffen. Aber eine Hochzeit kann ich mir einfach nicht entgehen lassen, vor allem war ich noch nie auf so einer 'Spontanhochzeit'. Vielleicht sollte ich meinen Verlobten doch auch in den Krieg schicken, dann würde das mit unserer Hochzeit auch noch etwas werden." Sie lacht fröhlich über ihren Scherz, obwohl sie genau weiß, dass sie Avarus niemals in den Krieg schicken würde.


    "Außerdem werde ich die Zeit nutzen und meinem Cousin Livianus ein wenig auf die Nerven fallen. So ist das als Decima, man muss ständig seine Verwandtschaft ertragen." Sie grinst ein wenig verlegen. "Kennst du den Bräutigam, Aristides? Ist er ein netter Mann? Ich kann mir kaum vorstellen, dass Medeia einen Mann heiratet, der nicht nett ist."

  • Avitus hatte sich eine feine, brandneue rotfarbene Seidentunika - ein Geschenk aus Rom, dass er erst kürzlich erhalten hatte - übergezogen. Dieses Kleidungsstück gehörte zu den wenigen Exemplaren, die er in Seide und viel zu selten trug. Viele Gelegenheiten gab es bei der Legio auch nicht wirklich, um sich herauszuputzen. Entsprechend ungewohnt war es, ein solch kostbares Kleidungsstück zu tragen. Über der Tunika hatte er eine ebenso neue, schneeweiße Toga an, deren Faltenwurf er sich von seinen Sklaven hat zurecht machen lassen. Nicht nur aus reiner Gewohnheit trug er sein Cingulum Militare, verdeckt durch die Toga.


    Langsam betrat Avitus das Atrium. Er entdeckte einige bekannte Gesichter, bei der großen Zahl von Soldaten, die anwesend waren, nicht weiter verwunderlich. Höflich begrüßte er dennoch jeden einzelnen mit einem kurzen Nicken. Jeden anzusprechen wäre dann wohl doch zu viel des Guten gewesen und viel zu zeitraubend. Ein Sklave war herbeigeeilt, als er den Artorier hereinkommen sah und bat ihn, ihm zu folgen, auf dass der Sklave ihn zu einer freien Kline geleiten konnte. Avitus folgte brav, ließ sich sitzend nieder und nahm ersteinmal einige Weintrauben zu sich, die er einzeln verputzte. Da der Geschmack den Durst nach Wein geweckt hatte, ließ sich Avitus einen Becher füllen, verlangte jedoch, dass der Wein stark verdünnt sein solle. Er wollte einen klaren Kopf behalten und Herr seiner Sinne bleiben.


    Dass Plautius und Medeia gezwungen waren, ihre Hochzeit vorzuverlegen, war für sie natürlich unerfreulich, aber manchmal diktierte das Schicksal - oder das Leben - eben seine eigenen Bedingungen ohne Rücksicht auf die Wünsche Sterblicher. Deiesen blieb in diesem Fall nichts weiter übrig, als sich danach zu richten.

  • Oh welche Freude hatte sie doch verspürt, als Lucius ihrem Entschluss, die Feierlichkeiten ihrer Tante zu besuchen, zugestimmt hatte. Viel Geduld und Überredungskunst hatte es sie gekostet, aber sie hatte es geschafft.


    Stolzen Hauptes schritt sie neben ihm. Es war nicht nur Medeias Hochzeit ein besonderer Anlass an diesem Tag für sie..nein, sie würde offiziel in die Gesellschaft eingeführt werden, der sie so lange verwehrt geblieben war.


    Lucius lies sie deshalb auch nicht aus den Augen, was sie immer wieder feststellen musste, doch andererseits war sie ganz froh darüber. So viele fremde Männer...da konnte man nie wissen.
    Ein breites, strahlendes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, als sie ihren Bruder erkannte.


    "Imperiosus!!" fiel sie Lucius ins Wort und schämte sich gleich darauf in kurze Hysterie ausgebrochen zu sein.

  • Irgendwann zwischen dem ersten und dem letzten Gast trudelte auch meine Wenigkeit ein. Die Torwachen scheuchten mich mit einer Schar weiterer Gäste durchs Tor und wiesen den Weg ins Praetorium. Irgendwie lustig, wie sich alle Standlager einer Legion doch ähnelten.
    Ein wenig konfus ob der vielen Militärtuniken, die sich im Raum tummelten, hielt ich Ausschau nach einem roten Lockenschopf. Medeia würde ich wohl am ehesten erkennen, obwohl ich auch den Bräutigam in Germania kennen gelernt hatte... was ich in diesem Moment natürlich nicht mehr wusste.
    Begleitung hatte ich keine mitgebracht... von den Sklaven abgesehen, aber die galten wohl kaum als Begleitung. Irgendwie konnte ich auf die schnelle keinen meiner Verwandten dazu bewegen. Faules Pack.
    Neben den vielen unbekannten männlichen soldatischen Gesichtern stachen die wenigen Frauen eindeutig heraus. Und, oh wunder, ich kannte sogar welche. :D
    Ich raffte meine safrangelbe Tunika ein wenig und erkämpfte mir irgendwie den Weg durch das allgemeine Gewusel.
    "Puh.", keuchte ich, als ich an meinem Ziel angekommen war. "Hier gehts ja zu wie auf dem Mercatus. Achja, salve Lucilla."
    Meiner 'Chefin' den gebührenden Respekt zollend, grinste ich fröhlich in die Runde. Ich überlegte kurz, ob ich die junge Frau bei ihr kennen müsste, konnte allerdings im Moment keinen Namen zuordnen. Der Mann war meines Wissens einer der Flavier. Welcher nun auch immer... Patrizier sahen für mich irgendwie immer einer wie der andere aus :D
    "Salvete auch euch. Germanica Aelia.", sagte ich also und deutete auf mich selbst.

  • Schnell aufflammend, aber auch leicht wieder abebbend war Marcus in der res amatoria. So konnte es ihm leichthin passieren, daß er sich Hals über Kopf und schnell in eine Frau verliebte, meist hatte er sie jedoch schon wieder nach einigen Wochen, mehr noch nach wenigen Tagen vergessen, ebenso ihren Namen. Bei Lucilla war Marcus länger verliebt gewesen, womöglich, weil er sie nach dem Fest nicht mehr wieder gesehen hatte und daher sehr verklären konnte. Marcus Augen blitzten somit sehr fröhlich auf, wähnte er sich doch schon in wundervoller Gesellschaft und womöglich konnte er Lucilla weiter umgarnen an jenem Abend. Doch jäh wurde Marcus aus allen Träumen heraus gerissen, die Lucilla betrafen und schon vor seinen inneren Augen aufstieg, denn schmerzhaft bohrten sich Fingernägel in seinen Arm hinein. Nicht des unbedeutenden Schmerzes wegen, sondern weil Marcus es schlicht nicht erwartet hatte, holte er tief Luft und sah zur Seite, dem Quell dieses Schreckens. Es war tatsächlich seine Verlobte. Himmel und alle guten Geister! , schoß es Marcus in den Geist. Hatte sie es gerochen, daß sich etwas hier anbahnen könnte? Wo…überhaupt…warum? Marcus sah etwas verdattert drein, denn mit seiner Verlobten hatte er bei der Feier wahrlich nicht gerechnet. Hatte sein praefectus sie gar eingeladen? Marcus atmete tief ein, konnte jedoch nicht verhindern, daß er ertappt aussah. Er warf Epicharis ein schwaches Lächeln zu und verstand kein Wort, was Lucilla von sich gab. Irgend so ein schreckliches Frauenthema…Schminke oder Kleider, oder so! Marcus war jedoch mehr dabei, nach jemandem Ausschau zu halten, der ihn aus dieser Situation retten konnte. Denn den Abend mit der Frau, in der er verschossen war, und seiner Verlobten gemeinsam zu verbringen würde wohl eine wahre Tartarusfahrt werden. Marcus fand aber niemandem, der ihm aushelfen konnte. Zudem sprach ihn Lucilla auch noch an. Marcus sah zu ihr, etwas verständnislos, bis ihm die Frage aufging.


    „Ähm…nun, eigentlich kenne ich die Braut nicht, deswegen kann ich wohl kaum etwas dazu sagen, ob sie nette Männer bevorzugt.“


    Herrje, ihm fielen auch nur dümmliche Antworten ein, befand Marcus und sprach schnell weiter, um jene zu überspielen.


    “Ja, der Bräutigam wird wohl ihr Mann werden…“


    Marcus hätte sich an die Stirn greifen können, denn seine Worte wurden von Mal zu Mal schlimmer. Marcus holte tief Luft und versuchte die Fassungslosigkeit, die ihn derart aus dem Konzept brachte, zu überwinden. Es gelang ihm nicht gut.


    „Der praefectus castrorum, mein Vorgesetzter. Er gehört zu den Soldaten, die mit aus Germania zur legio prima versetzt wurden. Und er ist zwar ein seltsamer Kauz, aber ein sehr gebildeter Mann und recht anständig. Ich würde ihm zumindest in jede Schlacht folgen…“


    Daß das wohl kaum ein Argument für eine Frau war, einen Mann zu heiraten, ging Marcus gewiß in jenem Augenblick nicht auf. Inständig hoffte er, daß die Hochzeit bald beginnen würde, denn im Moment würde er keine längere Konversation vernünftig bestreiten können. Schwach und unfähig noch Manieren zu offenbaren, nickte Marcus der jungen Frau zu, die hinzutrat.


    "Salve..."

  • Sim-Off:

    @Avitus:
    <<<Avitus hatte sich eine feine, brandneue rotfarbene Seidentunika - ein Geschenk aus Rom <<<
    Ist das die Acta-Tunika mit dem Aufdruck? :D



    Der Bräutigam erscheint


    Plautius betrat die Feier und wurde mit großem “Salve” begrüßt. Man mußte schon ein sehr guter Beobachter sein um eine Spur der Nervosität jetzt an ihm zu bemerken.
    Bei der Zusammenkunft der Gäste ging es bereits gesellig zur Sache. Plautius nahm Glückwünsche entgegen und schüttelte viele Hände, begrüßte Freunde und Kollegen, unterhielt sich mal mit diesem und mit jenem.
    Ein Blick über die Menge zeigte ihm, daß von seiner Verwandschaft keiner auf den ersten Blick zu sehen war. Aber auch das war nicht ungewöhnlich. Seine nichtsnutzigen Neffen gingen ihm hier sicher aus dem Weg und Agrippa kostete sicher bereits ausgiebig den Wein.
    Die Zivilisten ließen sich von den Militärs sehr leicht unterscheiden und sehr viele Centuriones und Optiones waren seiner Einladung gefolgt. Die eine Hälfte trug in der Tat ihre Militärtunikas, welche im Castellum und rund um Mantua mindestens genauso gesellschaftsfähig war wie eine Toga bei einer Audienz beim Kaiser. Immerhin war dies ein Militärstützpunkt. Die andere Hälfte hatte Togas entstaubt oder sich in Rüstung geworfen und die Phaleras poliert. Man konnte schließlich nicht wissen, wer alles kam. Frauen standen angeblich auf Helden in Rüstung und Phaleras. Die Militärs erkannte der aufmerksame Beobachter aber allesamt am Schuhwerk, Modell “10.000-Meilen und dann noch bis zum Hinducus”, und dem militärisch üblichen Kurzhaarschnitt, den fast jeder vor dem Feldzug noch einmal hatte nachschneiden lassen.


    Ein Heer von Sklaven und Bediensteten in weissen Tuniken versorgte die Gäste mit Getränken und füllte mit scheinbar unerschöpflichen Vorräten die Tische und Platten mit kleinen Häppchen immer wieder auf.
    Hier hatte Plautius als treuer Acta-Leser unter anderem auf die Kochrezepte von Pollux dem Gallier, dem berühten Acta-Koch, zurück gegriffen. Den Gästen schien es zu munden, obgleich einige Häppchen schon seine Bedenken zunächst geweckt hatten. Otternasen und gesalzene Nachtigallenzungen kannte man ja, aber marinierte Weinbergschnecken, gegrille und in Butter geschwenkte Froschschenkel, Krebsfleischstückchen auf einen Ministückchen Brot etc.. Leckereien, damit im Bauch etwas in den Getränken schwimmen konnte, aber satt wurde man davon im Leben nicht. Die Häppchen galten laut dem Gallier-Koch nicht einmal als Vorspeise. Also war gewährleistet, daß keiner nachher beim Essen schon satt war. Und da hatte er mal einen ganzen Küchenstab mit seinen Wünschen an seine Grenzen gebracht. Alle würden satt werden. Und wehe er hörte Gemecker von einer der anwesenden Frauen, daß sie gerade am Abnehmen waren!


    Ach du Scheisse, dachte Plautius. Da stand eine Frau in purpurner Kleidung neben Flavius Aristides. Hatte Medeia etwa die Augusta eingeladen? Und wie vertraut sie den Unterarm des Centurios streifte. War Flavius Aristides als Patrizier so vertraut mit dem Kaiserhaus? Verdammt! Wenn das die Augusta war, dann war die aber noch ziemlich jung. Plautius hatte gar nicht gewusst, daß der Imperator auf so junges Gemüse stand. Der Mann war doch irgendwo zwischen 50 und 75 Jahren alt. Die andere Frau kannte er: Decima Lucilla, Cousine des Legatus Decimus Livianus und Schwester von Senator Decimus Meridius. An die hatte sich Aristides damals auf dem Weinfest bei Medeia ran gemacht und war wohl auch ziemlich erfolgreich gewesen, wie man sich so gerüchteweise erzählte. Angeblich waren sie in einer Kammer verschwunden und erst nach Stunden wieder aufgetaucht. Aber das ging ihn nichts an. Aber zu wem gehörte die Frau in der safrangelben Tunika? Hatte etwa einer der Centurionen sich noch eine Hetäre in der Stadt als Begleiterin organisiert? Also eine safrangelbe Tunika hätte woanders sicher für einen Skandal gesorgt, Gelb war so eine gewisse Berufsfarbe, aber Plautius stand als zweifacher Lupanarbesitzer über solchen Dingen. Und erst recht heute, wo ihn nur eine Frau interessierte und der all sein Augenmerk galt. Medeia war noch nicht da. Wenn sie nicht kam, dann würde er sich aber betrinken, daß er erst wieder in Parthien zu sich kam.

    Semper Fidelis - zum ewigen Ruhme des Imperiums und seines Imperators!

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