Imperium Romanum » Sim-On » Italia » Roma » Gärten des Sallust | Schimmernde Winde » Salve, Peregrinus [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | Thema zu Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Gärten des Sallust | Schimmernde Winde
Autor
Beitrag « Älteres Thema | Neueres Thema »
Manius Flavius Gracchus

Wohnort: Roma / Italia

Manius Flavius Gracchus Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
Gärten des Sallust | Schimmernde Winde Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
04.07.2019 22:04

Es war ein lauer Sommerabend wie er angenehmer kaum konnte sein, der Himmel bedeckt von einem seichten Wolkenflaum, welcher allzu große Hitze an diesem Tage von der Stadt hatte abgehalten, dazu ein leichter Windhauch aus westlicher Richtung, eine angenehme Brise vom fernen Meer heranwehend. Nach einer frühen, leichten Cena, welche Gracchus hatte alleine eingenommen - seine Gemahlin fühlte sich unpässlich ob der voranschreitenden Gravidität, sein Großneffe war noch in der Stadt unterwegs - stand ihm der Sinn nach der Schönheit des Sommers, welche im Rom sommerlicher, trockener Hitze nur wenig zu finden war. Eine Ausnahme hierzu stellten die öffentlichen Gärten dar, welche nur dann nicht mehr wurden bewässert wenn Rom kurz vor dem Notstand war. Die Gärten des Sallust zwischen der Aurelianischen und Servianischen Mauer gehörten Gracchus dabei zu den Liebsten, nicht nur aufgrund der Tatsache, dass seine Sänfte sich nicht durch Roms Zentrum musste schlängeln, um hierher zu gelangen, sondern auf dem Quirinal konnte bleiben, sondern auch da die Gärten derart weitläufig waren, dass es unzählige Schönheit und Anmut zu sehen gab. Manchen Tages bevorzugte der Flavier eines der kleinen Laubwäldchen, an anderen das Nymphäum, einen der Obelisken oder eine Statue, einen der beiden kleinen Tempel der Venus, den Ruhepavillon des Lucullus mit seinen Wasserspielen, die Labyrinthgärten oder die von Wasserkaskaden durchzogenen Terrassen. An diesem frühen Abend hatte Gracchus nach einem Spaziergang an der Aqua Sallustiana entlang eine steinerne Bank auserkoren, deren Blickfeld zwischen den Bäumen hindurch auf die Kollonaden des Cryptoporticus ging und deren Seiten gesäumt waren von prächtigen Oleanderbüschen. Genussvoll sog er den Blütenduft in die Nase und fragte sich, ob wohl Lucullus bisweilen in diesen Gärten nicht nur Speisen, sondern auch die Natur hatte verköstigt.

Sim-Off: Offen für ein gemächliches Spiel in jedwede Richtung.



IUS LIBERORUM
04.07.2019 22:04 Manius Flavius Gracchus ist offline E-Mail an Manius Flavius Gracchus senden Homepage von Manius Flavius Gracchus Beiträge von Manius Flavius Gracchus suchen Nehmen Sie Manius Flavius Gracchus in Ihre Freundesliste auf
Norius Carbo

Wohnort: Roma / Italia

WiSim: Rang #32
Sehr hungrig
Essen
Mit Dach über'm Kopf
Wohnen
Ordentlich aussehend
Leben
Kulturbanause
Luxus

Norius Carbo Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
RE: Gärten des Sallust | Schimmernde Winde Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
08.07.2019 04:39

Wieder einmal hatte Carbo einen ereignisreichen Arbeitstag gehabt. Es war beim Cursus Publicus hoch hergegangen heute, was ja an sich schon genug Arbeit bedeutete, jedoch im Falle Carbos, war auch noch seine leichte Grünohrigkeit hinzugekommen, wo er ja noch nicht allzu lange Stationarius war. Es war nicht immer alles völlig klar gewesen, ein oder zwei mal hatte er sich auch Hilfe holen müssen, um den einen oder anderen Sachverhalt zu klären, doch jetzt am Ende des Tages konnte er mit Stolz auf sein Tagewerk zurückblicken. Immerhin hatte er es wieder einen Tag mehr geschafft, kein völliges Chaos anzurichten, eine gute Nachricht für die Stadt.

Mit leicht brummendem Schädel und schmerzendem Rücken vom vielen Sitzen, nahm Carbo sein Abendmahl in der Taverna Apicia ein, ehe er auch kurz nochmal hoch aufs Zimmer ging, um sich frisch zu machen. Heute würde er nicht den restlichen Abend in der Taverne, oder in der Bibliothek am Trajansforum verbringen, jede Faser seines Körpers schrie nach Bewegung nach der stundenlangen Fesselung am Schreibtisch. So verließ er die Taverne wieder und machte sich auf den Weg. Im Stadtkern kannte er sich inzwischen ziehmlich gut aus, doch da es öde war, immer nur diesselben Straßen und Gassen abzuklappern, beschloss er spontan heute einmal etwas weiter von seiner Bleibe wegwandern zu wollen. Hinaus in die Peripherie der Stadt und dort entdecken, was sich jetzt noch im Verborgenen halten mochte!
Carbos Entdeckerlust wurde belohnt, beim Quirinal entdeckte er eine wunderschöne Gartenanlage. Staunend wandelte er auf den Wegen und betrachtete die Wunder dieses außergewöhnlichen Menschheitswerks. Die Statuen und Wasserspiele und sonstige Blumen, Bäume und Pflanzen ergaben ein derart harmonisches ganzes, wie es Carbo zuvor noch nie wo gesehen hatte. Immer noch voller Ehrfurcht ließ er sich auf einer steinernen Bank nieder, um seine Umgebung besser auf sich wirken lassen zu können. Doch Carbo war nicht lange alleine, da ein schon etwas älterer Römer bald des Weges kam. Da Carbo von je her schon immer ein sehr höfliches Wesen in sich trug, grüßte er den anderen ganz automatisch, sogar noch ehe er Zeit dazu hatte, näher nachzuschauen, wer denn der Passant sein mochte: „Salve“.

Carbos Geste verriet jedem Städter gleich seine ländliche Herkunft, denn das war hier gar nicht üblich. Wo man dafür in der großen Stadt jedoch Erstaunen, oder gar leichtes Misstrauen erntete, so war es am Lande hingegen vollkommen normal auch fremde Passanten zu grüßen. Eigentlich hatte er dieses Verhalten vorübergehend ablegen wollen, nachdem er nach dem zweiten, oder dritten Mal nur schiefe Blicke, anstatt eines Gegengrußes geerntet hatte, doch er konnte nun mal einfach nicht aus seiner Haut und so hatte er es jetzt schon wieder getan, ehe Carbo auch nur im entferntesten Zeit gehabt hatte, die Senatorenstiefel mit lunula seines Gegenübers zu bemerken.



MUNICEPS - MOGONTIACUM

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Norius Carbo: 10.07.2019 14:23.

08.07.2019 04:39 Norius Carbo ist offline E-Mail an Norius Carbo senden Beiträge von Norius Carbo suchen Nehmen Sie Norius Carbo in Ihre Freundesliste auf
Manius Flavius Gracchus

Wohnort: Roma / Italia

Themenstarter

Manius Flavius Gracchus Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
RE: Gärten des Sallust | Schimmernde Winde Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
09.07.2019 08:30

Sim-Off: Ich habe dies versäumt explizit zu erwähnen, doch an diesem Abend ist Gracchus als Privatmann unterwegs, respektive ohne toga praetexta. Einen Hinweis auf seine Herkunft geben somit nur die feinen Stoffe seiner Kleidung und die Senatorenstiefel mit lunula.


Als Gracchus an den Oleanderbüschen vorbei trat wurde er sich des jungen Mannes gewahr, welcher auf der von ihm auserkorenen Bank saß. Innerhalb eines Herzschlages trieben diverse Gedanken durch seinen Geist: ein Bedauern darüber, dass die Bank bereits belegt war, sowie die Überlegung sich ein neues Ziel zu suchen. Andererseits verspürte er ein leichtes Zwicken in seiner Hüfte - woraus ein Seitengedanke entsprang, dass er allfällig wieder regelmäßige Ertüchtigung in der Therme sollte absolvieren -, ob dessen er die Entfernung zur nächsten Rastgelegenheit abschätzte, welche ihm sodann zu weit erschien. Noch ehedem er dazu konnte übergehen den Sitzenden zu mustern, um eine Entscheidung zu treffen, ob eine kurze Pause an seiner Seite akzeptabel war - zwar hatte der Flavier wenig zu befürchten, achtete doch stets irgendwo im Hintergrund sein Vilicus auf ihn, doch gab es in Roms Öffentlichkeit bisweilen Gestalten, welchen er Iieber nicht mochte zu nahe kommen - war bereits der Augenblick einer Wahl vorrüber, da der junge Mann ihn freundlich grüßte. Gracchus war durchaus gewohnt, dass man ihn grüßte, hatte er doch in seiner Position als Pontifex und Consular oberflächlich stets mit vielen Menschen zu tun, gleichwohl er aus dem selben Grund nicht jeden der ihn grüßte konnte memorieren, geschweige denn zuordnen. Da der Gruß zwischen gänzlich Fremden in Rom indes sonstig unüblich war nahm der Flavier dies zum Anlass anzunehmen, dass es dem Mann wenig würde ausmachen die Bank - zumindest für einige Augenblicke - zu teilen.
"Salve"
, grüßte er zurück und wies auf die Bank.
"Darf ich?"
Aus schlichter Gewohnheit - da es weder privat, noch in der Öffentlichkeit kaum je geschah, dass jemand ihm eine solche Bitte würde verweigern - nahm Gracchus Platz noch ohne eine Antwort abzuwarten und ein Seufzen der Zufriedenheit echappierte seiner Kehle. Er zog sich einen Zweig des Oleander vor die Nase, um an den Blüten zu riechen und wandte sich sodann beseelt von einer leisen Euphorie über die Schönheit der Natur seinem Sitznachbarn zu. Auch in dessen zwar ein wenig müde wirkenden, dennoch gefälligem Antlitz war die Natur nicht geizig gewesen mit ihren Gaben - tatsächlich glaubte Gracchus gar eine eigentümliche Vertrautheit darin zu erkennen.
"Ist es nicht wahrhaft deplorabel, dass die Welt Roms Sommer stets nur in stinkenden Kloaken, dem brackigen Wasser des ausge..dörrten Tibers und stickiger Luft in den engen Gassen der Täler bemisst? Was suchen all die Menschen nur jeden Sommer auf ein Neues auf dem Lande, was an diese Schönheit"
er umfasste eben diese Schönheit mit einer ausladenden Geste durch den Garten,
"je könnte heranrei'hen?"



IUS LIBERORUM
09.07.2019 08:30 Manius Flavius Gracchus ist offline E-Mail an Manius Flavius Gracchus senden Homepage von Manius Flavius Gracchus Beiträge von Manius Flavius Gracchus suchen Nehmen Sie Manius Flavius Gracchus in Ihre Freundesliste auf
Tiberia Maximilla

Wohnort: Roma / Italia

Tiberia Maximilla Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
RE: Gärten des Sallust | Schimmernde Winde Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
10.07.2019 13:39

|Hymeas

Der Sommer war wieder eingekehrt, doch gereichte dieser Maximilla nicht wirklich zur Freude. Nach den Wirren der infamen Unruhen, welche vom Sklavengesindel angeführt wurden, war es der alten Dame nur logisch erschienen, an der Küste nach der ihr wohlverdienten Ruhe zu suchen. Doch auch Kampanien schien nicht weit genug entfernt, um das Schicksal sie nicht ereilen zu lassen. Auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollte, so war der Verlust von Verus, ihrem Neffen, doch ein arger gewesen und mit einem Schlage war es einsam geworden in der Villa, welche sie seit einigen Tagen wieder bewohnte. Zurückgezogen und grollend gegenüber den Göttern. Doch nun, nach einer Weile war es wohl an der Zeit den Verdruss beiseite zu schieben, um dem Vergnügen neuerlichen Platz zu machen. Wäre die Hitze nicht so drückend und Rom nur eine Stadt, in welcher es sich auch zu dieser Jahreszeit wohl leben ließe. Doch das war es nicht. Selbst die Thermen – zu jeder anderen Zeit ein wahrer Hochgenuss – wollten nicht recht die Stimmung heben, weshalb ihr eine gute Bekannte vorgeschlagen hatte, die bessere Stimmung doch in den Gärten des Sallust zu suchen, welche Schönheit und Abwechslung versprachen. In Ermangelung eines besseren Zeitvertreibs war Maximilla auch darauf eingegangen und hatte eine Weile gelangweilt aus der Sänfte geschaut, bis die ein oder andere Laube sie jedoch verlockt hatte, selbst die Füße auf das Gras zu setzen und einige Schritte zu gehen.

So ging es nun – gefolgt von der nunmehr leeren Sänfte – an den Kollonaden des Cryptoporticus entlang, zur Freude der treuen Gärtner wohl ein weiteres Mal halbwegs über den Rasen, wobei die zunehmend alternde Dame ganz versunken in die liebliche Stimme ihres Sklaven war, der dazu befohlen worden war, ihr einige Verse aus dem Tithonos der Sappho zu rezitieren. Die schwermütigen Zeilen kamen dem jungen Macedonen geradezu lieblich über die Lippen, auch wenn deren Inhalt schon an Maximillas Gemüt zerrte:
“Eilt ihr, zu der veilchenduftbusigen Musen schönen Gaben,
Kinder, und der sangesliebenden, helltönenden Leier!
Mir aber hat nunmehr die einst zarte Haut das Alter ergriffen,
weiß aber wurden die Haare, die einst schwarzen;
Schwer ist mir das Herz geworden, die Knie tragen mich nicht mehr,
die einst doch flink genug waren, zu tanzen gleich einem Reh.
Darüber stöhne ich oft; doch was könnte ich tun?…


Auch Maximilla selbst trug eins schwarzes Haar. Doch nun, weit in die Jahre gekommen, war sie es gewöhnt dieses mit guten Perücken zu verdecken und sich in schöne Stoffe zu hüllen, die ein Normalsterblicher wohl als ‚schrill‘ bezeichnet hätte. Ein schwerer Duft von Lavendel umspülte ihr leicht dickliche Gestalt und es blieb ihr wieder einmal nichts mehr als mit dem lyrischen Ichs des Poems um die Wette zu seufzen. “Ist meiner Herrin nicht wohl?“, wollte Hymeas verzagt wissen. Immerhin stand zu befürchten dass mit der Laune der Herrin auch ihre Gunst ihm gegenüber für diesen Tag sank. “Ich fürchte Hymeas, nein...“ Schwer kamen Maximilla ihre Worte über die Lippen, doch in einiger Entfernung sah sie nun eine Bank, die offenbar aber schon besetzt schien. Doch ging wohl auch kein Weg an dieser vorbei, zumal noch eine weitere Bank am Wegesrand zu erwarten war. “Nur weiter, Hymeas!“, forderte sie dann, woraufhin der Sklave wieder ansetzte. “… frei von Alter kann man als Mensch nicht werden.
Soll doch auch einst, den Tithonos tragend, mit rosigen Armen
Eos, von der Liebe verwirrt, zu der Erde Ränder gegangen sein, ...

Langsam flanierend kam man der Bank näher, auf der zwei Männer saßen. Maximilla nickte ihnen in einem Gruße zu und sprach ein vernehmliches “Salvete!“ in deren Richtung. Dann blieb sie stehen, denn in zumindest einem von ihnen schien sich ein bekannteres Gesicht zu verbergen. Vielleicht war es aber auch nur ein weiterer Trug, denn manchmal, so schien es ihr, suchten bereits jetzt die Gespenster sie heim.


10.07.2019 13:39 Tiberia Maximilla ist offline E-Mail an Tiberia Maximilla senden Beiträge von Tiberia Maximilla suchen Nehmen Sie Tiberia Maximilla in Ihre Freundesliste auf
Norius Carbo

Wohnort: Roma / Italia

WiSim: Rang #32
Sehr hungrig
Essen
Mit Dach über'm Kopf
Wohnen
Ordentlich aussehend
Leben
Kulturbanause
Luxus

Norius Carbo Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
RE: Gärten des Sallust | Schimmernde Winde Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
10.07.2019 14:44

Sim-Off: @Manius Flavius Gracchus
Oh, Sry, ich dachte Senatoren würden die immer so als normale Bekleidung tragen. Ich hab es jedenfalls angepasst!


Nachdem der Gruß dem Schlunde des Norikers entsprungen und es ohnehin schon zu spät zur Umkehr war, hatte Carbo die Zeit und Muse sich den Fremden im Bruchteil einer Sekunde näher zu besehen. Er schien auf jeden Fall zu den wohlhabenderen Kreisen Roms zu gehören, der Art seiner feinen Kleidung nach. Das es sich bei seinem Gegenüber sogar um einen sehr einflussreichen Senator handeln könnte, darauf kam er nicht, da Carbo keinerlei Ahnung davon hatte, dass es für Senatoren auch noch andere Erkennungszeichen gab, außer ihre Purpurstreifen auf ihrer Toga.
Da diese jedoch bei dem Herrn fehlten, nahm er also einfach an, dass es ein bloßer reicher Römer sein musste, der sich da zu ihm setzen wollte und so nickte er ohne Scheu und wies einladend auf den Platz neben sich.
"Einen angenehmen Abend wünsche ich", gab er dann nochmal als persönlichere Begrüßung von sich. Er stellte sich darauf ein, dass er wohl jetzt ein kleines Gespräch mit dem Fremden haben würde, doch als der dann seinen Mund aufsperrte, fühlte sich Carbo für kurze Zeit so, als hätte er auf einen Schlag alle Lateinkenntnisse verloren, derer er habhaft war. Er verstand nämlich nur einen Bruchteil dessen, was Gracchus gesagt hatte. Deporabel? Irgendwer bemaß etwas mit Roms stinkenden Kloaken? Keine Ahnung von was da die Rede war. Doch den zweiten Satz hatte er verstanden. Wieso die Menschen im Sommer aufs Land fuhren, anstatt hier zu sein. Carbo legte die Stirn kraus, als er nachdachte. "Hm, ich weiß das leider auch nicht so genau. Ich selbst bin erst seit kurzer Zeit hier in Rom, denn eigentlich lebe ich in Mogontiacum. Aber es stimmt, diese Gärten hier sind wirklich eine Augenweide. Vielleicht tun sie das, weil sie viele sind und auch die Gärten begrenzt sind? Mehr oder weniger aus Rücksicht? Denn würden ständig Massen von Menschen hier durchtrampeln, ich bin sicher die Gärten wären schnell nicht mehr so ruhig und lieblich und viel wäre verschmutzt und niedergetreten. Jedoch ist das nu eine Vermutung und ich weiß auch nicht, welche nennenswerten Reiseziele es in Italia sonst noch gibt, außer Roma und Cumae." Dabei musste er wieder an das Orakel dort denken und seinem jahrelangen Plan es einmal aufzusuchen. Er musste das endlich in die Tat umsetzen!

Doch ehe er in Gedanken abschweifen, oder gar das Gespräch mit dem Mann fortsetzen konnten, gab es eine kleine Unterbrechung für sie. Die wohl eigentümlichste und auffälligste frau, die Carbo je zu Gesicht bekommen hatte, hatte ihnen einen Gruß zugesandt (was also jetzt?! War es üblich oder nicht Passanten in Rom zu grüßen?! Carbo verstand es einfach nicht!), was ihn dazu bewog aufzublicken und die.. "Dame" zu begutachten.



MUNICEPS - MOGONTIACUM
10.07.2019 14:44 Norius Carbo ist offline E-Mail an Norius Carbo senden Beiträge von Norius Carbo suchen Nehmen Sie Norius Carbo in Ihre Freundesliste auf
Manius Flavius Gracchus

Wohnort: Roma / Italia

Themenstarter

Manius Flavius Gracchus Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
RE: Gärten des Sallust | Schimmernde Winde Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
11.07.2019 17:03

Mogontiacum - augenblicklich empfand der Flavier Mitleid mit seinem Gesprächspartner, schien ihm doch die Germanische Provinz - gleichwohl er sie noch niemals mit eigenen Augen hatte erblickt - als eine der schlimmsten, in welcher man konnte wohnhaft sein. Andererseits erweckte diese Eröffnung eine gewisse Neugierde in ihm, denn da er selbst ungern reiste blieb die Fremde ihm verborgen, übte indes gleichzeitig den Reiz des Unbekannten auf ihn aus, dem somit nur durch die Erzählungen anderer beizukommen war. Ehedem er indes näher darauf konnte eingehen äußerte Carbo seine Vermutung, welche Gracchus' linke Braue deutlich in die Höhe trieb und einen Herzschlag lang ihm die Sprache verschlug.
"Dies ist ... ein wahrhaft bemerkenswerter Gedanke"
, musste er zugeben.
"Aus... Rücksicht..."
Weil die Römer Rom liebten verließen sie es. Brilliant.
"Andererseits macht uns dies selbst zu rücksi'htlosen Einwohnern der Stadt, welche schamlos an der Jovialität anderer sich gütlich tun"
, gab er die Konsequenz zu bedenken, ohne dabei Carbo als Einwohner Mogontiacums und somit augenscheinlichem Besucher der Stadt auszunehmen. In diesem Augenblicke wurde Gracchus der Frau sich gewahr, welche vor der Bank stehen geblieben war und sie nun grüßte.
"Salve"
, grüßte der Flavier schon aus reinem Höflichkeits-Reflex zurück und suchte im gleichen Moment sich zu entsinnen, woher er sie kannte. Denn zweifelsohne hatte er diese wenig unauffällige Person schon einmal getroffen. Die Frage nach dem "wann" und "wo" indes trat in den Hintergrund in Anbetracht der bedeutsamen Überlegung, welche ihrem Erscheinen vorangegangen war. Gracchus war keine Person, die mit Fremden - nicht einmal mit weitläufigen Bekannten - in banale Gespräche verfiel, doch wenn sein Geist die Spur einer tiefsinnigen Erörterung hatte aufgenommen, vergaß er bisweilen Raum und Stand, nur um einer Erkenntnis hernachzujagen.
"Verzeih"
, wandte er sich darob an die Tiberia.
"Wir sind gerade einer womöglich gar philosophisch relevanten Causa gewahr geworden, und ob der schlichten Tatsa'he wegen, dass du heute hier bist, vermagst du uns allfällig zu helfen. Sofern diese Frage dir nicht zu nahe tritt - weshalb weilst du in diesen sommerlichen Tagen hier in Rom und nicht wie viele andere außerhalb der Stadt?"



IUS LIBERORUM
11.07.2019 17:03 Manius Flavius Gracchus ist offline E-Mail an Manius Flavius Gracchus senden Homepage von Manius Flavius Gracchus Beiträge von Manius Flavius Gracchus suchen Nehmen Sie Manius Flavius Gracchus in Ihre Freundesliste auf
Norius Carbo

Wohnort: Roma / Italia

WiSim: Rang #32
Sehr hungrig
Essen
Mit Dach über'm Kopf
Wohnen
Ordentlich aussehend
Leben
Kulturbanause
Luxus

Norius Carbo Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
RE: Gärten des Sallust | Schimmernde Winde Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen
15.07.2019 16:48

Augenscheinlich hatte Carbo etwas richtiges gesagt, denn der fremde wohlhabende Römer zeigte sich sehr beeindruckt von seiner Äußerung. Das machte ihn schon etwas stolz.
Doch währte es nicht lange, denn kaum kamen wieder Wörter aus dem Munde des anderen heraus, so verfehlten sie Carbos Sprachzentrum, also der Ort wo der Sinn gehörter Worte ausgewertet wurde. Was zum Hades war Jovialität und was hatte sie mit der Rücksichtslosigkeit der Römer zu tun?!
Doch Carbo war Fortuna hold. Ihm blieb es erspart darauf eine Antwort geben zu müssen (von der er selbst jetzt noch nicht den leisesten Schimmer hatte, wie sie wohl aussehen könnte), da nun auch der Mann die exzentrische Frau entdeckt und angesprochen hatte.
So also saß Carbo stumm auf seinem Platz und blickte interessiert auf die Dame in Erwartung ihrer Antwort.



MUNICEPS - MOGONTIACUM
15.07.2019 16:48 Norius Carbo ist offline E-Mail an Norius Carbo senden Beiträge von Norius Carbo suchen Nehmen Sie Norius Carbo in Ihre Freundesliste auf
Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Imperium Romanum » Sim-On » Italia » Roma » Gärten des Sallust | Schimmernde Winde
Homepage des Imperium Romanum  |  Impressum
Powered by: Burning Board 2.3.6 © 2001-2003 WoltLab GmbH