[Admissio Duumvirorum] Sprechstunde der Duumvirn

  • [ADMISSIO DVVMVIRORVM]


    Zweimal wöchentlich halten die Duumvirn ihre Sprechstunde ab. Im Sitzungssaal des Ordo Decurionum sitzen sie auf Scherenstühlen und nehmen sich der Anliegen des Volkes an. Die Bewohner der Civitas können zu den im entsprechenden Aushang genannten Zeiten ihre Beschwerden, Sorgen, Wünsche oder bestimmte Anträge vorbringen. Sei es, dass einer der anderen Magistrate seinen Pflichten nicht nachkommt, sei es die Befürchtung, dass die nächste Frühjahrsüberschwemmung besonders hart ausfallen könnte. Die Duumvirn empfangen sowohl Municipes als auch Incolae, also Bewohner ohne städtisches Bürgerrecht, wobei Municipes in der Regel vorrangig angehört werden.
    Während der Audienz stehen den Duumvirn mehrere Schreiber zur Seite, die die Anliegen der Bewohner und die daraufhin ergehenden Edikte protokollieren und zur Ausfertigung vorbereiten. Apparitores sorgen für Ordnung im Saal und achten darauf, dass sich niemand ungerechtfertigt an der Schlange der Wartenden vorbeischiebt. Senatores und Equites werden selbstverständlich stets vor allen anderen Bürgern gehört, sofern sie den Duumvirn nicht sowieso ihre Probleme im persönlichen Gespräch bei einer gemeinsamen Cena vortragen.
    Gelingt es einmal nicht, alle erschienenen Personen in einer Sitzung abzufertigen, müssen die übrig gebliebenen an einem anderen Tag wiederkommen. Es gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

  • Als er im Sitzungssaal war, trat er erhobenen Hauptes vor die Duumviri.


    "Salvete, ehrwürdige Duumviri, ich bin Galeo Sergius Plautus aus Roma, ich möchte mich in Mogontiacum niederlassen und hier in Eurer Stadt Municeps werden. Wie fang ich das am besten an?"

  • | Manius Pontidius Musca


    verabschiedete grade einen Bittsteller aus dem Vicus Navaliorum, der um das Gehör des alten Duumvirs gebeten und dieses auch bekommen hatte, bevor nun der nächste Mann vorgelassen wurde. Er grüßte gleich beide Duumvirn, Pontidius ging aber darüber hinweg, zumal sein Amtskollege auch im Gespräch mit einem weiteren Bittsteller war, und erwiderte den Gruß vielleicht ein wenig zu militärisch. Der Duumvir stammte ursprünglich aus Narbo, war dann der Legion beigetreten und nach Mogontiacum versetzt worden, wo er sich nach seiner Dienstzeit niedergelassen, eine Familie gegründet und in die Stadtpolitik eingestiegen war. Hier gehörte er zu der kleinen Gruppe der neutralen Decuriones, die sich weder der Partei der Duccier, noch ihren Gegnern verbunden fühlte und daher als eine Art Komrpomisskandidaten der beiden Lager als Sieger aus den letzten Wahlen hervorgegangen war. Daher war ihm auch daran gelegen, keine der beiden Fraktionen allzu sehr zu verärgern und einen einen neutralen Kurs zu verfolgen, der auf den ständigen Ausgleich ausgerichtet war. Jeder Vorteil, den er der einen Gruppe zuteilwerden ließ, bekam auch die andere Gruppe, und jedes Exempel, dass es zu statuieren galt wurde gleichsam so fair es eben ging auf beide Lager verteilt.


    Das war aber wahrscheinlich alles vollkommen irrellevant für den schwarzhaarigen Mann, der hier vor ihm stand. Salve, Cives! Was kann ich für dich tun? sprach er danach mit etwas müder Stimme, blickte den Mann aber interessiert an und folgte seinen ersten Worten, die ihm das erste Mal an diesem Tag ein Grinsen auf das Gesicht brachte. Wie du das anfängst? Nun, wie man nun mal an einem neuen Ort anfängt. Such dir ein Heim, such dir eine Anstellung, denn wir in Mogontiacum mögen keine Tagediebe. Danach musst du ein ganzes Amtsjahr* in der Stadt leben, bevor du dich erneut an die Duumviri wenden kannst, um das Stadtbürgerrecht zu beantragen, indem du mit glaubhaften Zeugen nachweist, dass du ein Amtsjahr hier wohnst. Der füllige Duumvir lehnte sie nun ein Stück in seinem unbequemen Scherenstuhl zurück und wartete ab, ob der Mann noch weitere Fragen hatte.


    Sim-Off:

    * Ein Amtsjahr = 3 RL-Monate; hinzu kommt der SimOff-Kurs Mogontiacum.



  • Als Plautus das Grinsen im Gesicht des Duumvir entdeckte, wurde ihm klar, dass er eigentlich eine saudumme Frage gestellt hatte. Und eine ebensolche Antwort bekommen hatte. Macht nichts, sagte er sich, mit dummen Fragen kommt man durch die Welt.


    "Nichts für ungut, verehrter Duumvir. Ich hab hier zwar eine etwas dumme Frage gestellt, aber mir kam es darauf an, dass Du und Dein Amtskollege schon mal mein Gesicht kennen. Mit der Suche nach einer Heimstatt habe ich schon begonnen. Nach einer Anstellung werde ich gleich danach suchen. In Roma war ich Aquarius, aber einen solchen Posten gibt es hier nicht, wie ich schon erfahren habe. Man wird sehen. Jedenfalls danke ich Dir, dass Du Deine Zeit für mich geopfert hast. Valete allerseits bis in einem Jahr dann".

  • Er betrat den Saall ,schaute such kurz um und marschieri auf die Duumvuri zu.
    "Salve, ehrwürde Duumviri, ich bin Lucius Crassilius Lucullus, ich kehre nach langer Reise heim und lasse mich auf meinen Besitz nieder. Da ich sehr lange abwesend war, gebe ich Euch bescheid daich wieder im Lande bin. Solltet ihr einen Versorger für Eure Truppen suchen so fragt micht. Ich wünsche in das Bürgerregister aufgenommen zu werden."

  • | Manius Pontidius Musca


    fuhr sich mit der Hand über sein Kinn, an dem heute entgegen seiner sonstigen Gewohnheit ein paar Barstoppeln standen, die er sich in den letzten Tagen hatte wachsen lassen. Offekundig gefiel ihm dieses Gefühl aber nicht, sodass er in diesem Moment entschied, sich spätestens heute noch den Barbier seines Vertrauens für morgen früh in sein Haus zu bestellen, um sich von den Bartstoppeln wieder befreien zu lassen, als ein älterer Mann zu ihm vorgelassen wurde. Wie immer hörte er sich konzentriert an, was der Mann zu sagen hatten und antwortete dann ruhig. Salve Crassilius. Wenn du sehr lange abwesend warst, wird es dir sicher schwerfallen, die Voraussetzungen für die sofortige Aufnahme in das Bürgerregister zu erfüllen. Wir haben vor kurzem... Der Duumvir zögerte, denn ihm fiel grade auf, dass die Bestimmungen zum Munizipalbürgerrecht schon recht lange in Kraft waren. eine Regel dazu erlassen, die eine Mindestwohnzeit von einem Jahr vorsieht. Das Bedauern in seiner Stimme war hörbar, da man natürlich immer gerne finanzstarke Bürger in der Stadt hatte, aber Gesetz war nunmal Gesetz. Da die Stadt zudem keine eigenen Truppen unterhält würde ich dir raten, dich an die beiden Militäreinheiten zu wenden, die hier in der Stadt ansässig sind. Das wären einmal die Legio Secunda im Castellum westlich des Forums und die Ala Secunda, die südlich an der Via Bobetomaga stationiert ist. führte das Stadtoberhaupt aus und fuhr sich erneut über die unangenehmen Barstoppeln an seinem Kinn.


    Sim-Off:

    Es ist üblich, dass Neubürger ein SimOn-Amtsjahr = 3 SimOff-Monate in Mogo ansässig sind, bevor sie sich in das Bürgerverzeichnis eintragen lassen können. Da du nach dem Tabularium seit dem 26.02. hier gemeldet bist, wäre das frühestens der 26.05.



  • Plautus hatte in der Schlange der Antragssteller gewartet, bis er an der Reihe war.


    Dann sagte er: "Verehrte Duumviri, ich bitte darum, mich in das Bürgerregister der Stadt Mogontiacum aufzunehmen. Ich wohne nun etwas mehr als ein Jahr in der Stadt, besitze ein Haus und habe eine Anstellung als Scriba Provincialis".

  • | Manius Pontidius Musca


    tupfte sich mit einem Tuch den Schweiß von der Stirn. In der Halle der Curia Mogontiaci war es zwar viel kühler als außerhalb, dennoch schwitzte der Duumvir, während er die Reihe der Antragsteller abarbeitete. Irgendwann trat dann auch Galeo Sergius Plautus vor, dessen Gesicht Musca wiedererkannte. An den Namen des Mannes konnte er sich dagegen nicht erinnern, lediglich daran, dass er das römische Bürgerrecht besaß. Das war wichtig für die Erlangung des Munizipalbürgerrechtes, denn als römischer Bürger hatte man die Gebühr von fünfzig Sesterzen nicht zu entrichten.


    "Dies ist Galeo Sergius Plautus", flüsterte sein Schreiber dem Duumvir ins Ohr. Musca nickte beeindruckt. Sein Sekretär hatte ein übermenschliches Namensgedächtnis, was ein gewichtiger Grund dafür gewesen war ihn einzustellen.


    "Galeo Sergius Plautus, ich freue mich darüber, dass du in unserer schönen Gemeinde Fuß gefasst hast", sagte der Duumvir nun. "Ich weiß, dass du vor über einem Jahr einmal hier gewesen bist, ebenso weiß ich, dass du seit längerem bei der Provinzverwaltung angestellt bist. Wir können also darauf verzichten, deine Angaben von einem Dritten bezeugen zu lassen." Etwas gönnerhaft lächelte er Plautus an.
    "Ich stelle daher fest, dass du alle Voraussetzungen zur Erlangung des Munizipalbürgerrechts erfüllst. Als römischer Bürger musst du auch keine Gebühr entrichten - sehr wohl aber einen Eid."


    Er sah seinen Accensus an, der heute auch die Aufgabe hatte, den Bürgereid zu verlesen:


    "Ich, Galeo Sergius Plautus, schwöre bei Apollo Grannus Mogoun, Divus Augustus und allen Divi Augusti, beim Genius Cornelii Palmae und allen Göttern, der Lex Cornelia Municipalis, allen Decreta der Decuriones Mogontiaci und den Weisungen der Magistrate des Municipium Cornelium Mogontiaci zu jeder Zeit Folge zu leisten. Ich schwöre, diese Gesetze zu halten, solange ich als Municeps diesem Municipium angehöre."


    Nun musste Plautus den Eid nur noch nachsprechen - dann war er ein Municeps!



  • Ja, das Imperium teilt an seine Bürger mit vollen Händen Wellness aus. Man braucht also nur zu sagen 'civis romanus sum', und schon hat man 50 Sesterzen gespart. Echter Kundendienst, dachte Plautus für sich.


    Und so sprach er mit Freuden den Eid nach, der von ihm verlangt wurde. "Ich, Galeo Sergius Plautus, schwöre bei Apollo Grannus Mogoun, ..." schon wieder diese germanisch-gallisch vermanschten Götter, schoss es ihm durch den Kopf, bevor er weiter sprach: "... Divus Augustus und allen Divi Augusti, beim Genius Cornelii Palmae und allen Göttern, der Lex Cornelia Municipalis, allen Decreta der Decuriones Mogontiaci und den Weisungen der Magistrate des Municipium Cornelium Mogontiaci zu jeder Zeit Folge zu leisten. Ich schwöre, diese Gesetze zu halten, solange ich als Municeps diesem Municipium angehöre."


    "Ich danke Dir, Duumvir Pontidius, dass Du mir Gelegenheit gegeben hast, in Euer Municipium aufgenommen zu werden". Er schaute sich zufrieden um.

  • | Manius Pontidius Musca


    achtete genau darauf, dass der Eid fehlerfrei gesprochen wurde. Bei Galeo Sergius Plautus war dies der Fall.


    "Wunderbar. Dann erkläre ich dich hiermit offiziell zum Municeps Mogontiaci. Du wirst in die Bürgerrolle eingetragen werden.", verkündete der Duumvir deshalb zufrieden und gab seinem Scriba einen Wink. Der wusste natürlich auch ohne Geste, was zu tun war. Einige Beistehende applaudierten, andere betrachteten den neuen Municeps bloß neugierig. Man durfte gespannt sein, ob und wie er sich zukünftig in Mogontiacum engagieren würde.


    "Nun, Sergius, meinen Glückwunsch. Ich freue mich auf deinen eifrigen Einsatz für unser Gemeinwesen. Kann ich dir noch irgendetwas Gutes tun?" So gut gelaunt die Worte klangen, so routiniert arbeitete der Duumvir die Sätze ab. Business as usual.



  • Das Leben hielt sich nie an einen bestimmten Plan, soviel hatte Carbo inzwischen gelernt. Was hatte er nicht alles an Plänen gehabt! Das römische Bürgerrecht in der Armee zu erwerben und dann nach Rom gehen. Doch wie war es am Ende gekommen? Er hatte sich hier in Mogontiacum mit einem Soldaten unterhalten, hatte einen Antrag auf eine Scriba-Anstellung gestellt, um etwas Geld zu verdienen und über seinen Beitritt zur Armee näher nachdenken zu können und war anschließend von einem Verrückten aufgrund haarsträubender Gerüchte niedergestochen worden!
    Nur der fürsorglichen Pflege der guten Susina Alpina verdankte er es überhaupt noch am Leben zu sein. Hinzu kam noch diese verstörende Vision von der Carbo immer noch nicht so recht wusste was er von ihr halten sollte. Doch seis wies ist, dieser Vorfall hatte bewirkt, dass er sich dazu entschlossen hatte doch noch länger hierzubleiben, um noch mehr Geld anzusparen für eine Reise zum Orakel von Cumae, um sie bzgl seiner Vision näher zu befragen. So war Carbo Stadtschreiber in der Curia geblieben und eh er sichs versah war er schon ein ganzes Jahr hier!
    Wie nur die Zeit verging!


    Er musste zugeben er hatte sich eingelebt. Er mochte die Stadt und er mochte auch seine Arbeit in der Stadtverwaltung. Ganz stolz war er natürlich darauf, dass er es gewesen war, der das städtische Archiv nach dem Umbau der Curia wieder auf Vordermann gebracht und empfindlich zu einer Neuorganisation des Stadtschreiberbüros beigetragen hatte. In letzter Zeit hatten sich deswegen Gedanken in den Sinn des Jungen geschlichen, von denen er bei seiner Ankunft nie gedacht hätte sie einmal zu haben. Was, wenn er dauerhaft hier blieb?
    Diesen Gedanken trug er gut zwei drei Wochen mit sich herum, ehe er eine Entscheidung gefällt hatte. Er wollte diesem Impuls nachgeben und sich stärker an die obergermanische Provinzhauptstadt binden. So trat er eines Morgens zur Sprechstunde der Duumvirn in den Sitzungssaal des Ordo Decurionum ein, doch dieses Mal nicht als Protokollar der Stadtherrn (wie schon so einige Male zuvor), sondern als Bittsteller.
    Als es an ihm war zu sprechen trat Carbo vor und begann: "Salve, mein Name ist Norius Carbo, Peregrinus aus Noricum und erfahrener Stadtschreiber unseres schönen Mogontiacums seit gut einem Jahr. Bisher habe ich immer fleißig meine Schreiberspflicht mit bestem Wissen und Gewissen erfüllt und ich habe mich auch um eine Neuordnung des städtischen Archivs bemüht, von deren baldiger Vollendung ihr noch einen offiziellen Bericht von mir erhalten werdet. Ich bin heute hier und habe von all dem erzählt, da ich offiziell um das Munizipalbürgerrecht ansuchen möchte." sagte er formell. Die Duumvirn kannten ihn zwar höchstwahrscheinlich, doch Carbo hatte es trotzdem vorgezogen sich formell noch einmal vorzustellen und sein Anliegen zu nennen. Immerhin ersuchte man ja nicht jeden Tag um ein Bürgerrecht an.


    Sim-Off:

    Ich weiß, dass Norius Carbo bereits seit zwei Jahren angemeldet ist, doch ist es für die Geschichte logischer, wenn er simOn erst seit einem Jahr als Stadtschreiber arbeitet. Immerhin war ich simOff auch länger mal mehrere Monate zeitweise inaktiv und in der Geschichte selbst ist Carbo mit der Neuordnung des Archivs immer noch nicht fertig, da ist ein Zeitrahmen von nur einem Jahr realistischer.

  • [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/e-roemer-maenner/22.jpg]| Volusus Haterius Catulus


    "Salve", erwiderte der Duumvir die Begrüßung des jungen Mannes freundlich. Er kannte Norius Carbo, der regelmäßig Niederschriften für ihn anfertigte, sei es bei den Sprechstunden oder bei Ratssitzungen.


    "Norius Carbo, du hast für die erforderliche Zeit deinen Wohnsitz in unserem Municipium unterhalten. Ich selbst kann bezeugen, dass diese Voraussetzung erfüllst. Und ich weiß dein Engagement in unserer Stadtverwaltung zu schätzen." Mit leicht gönnerhaftem Ton sprach der Duumvir diese Worte.


    Dann, etwas geschäftsmäßiger, fragte er: "Wie du weißt, erhebt das Municipium von Peregrini eine Gebühr von fünfzig Sesterzen für die Verleihung des Municipalbürgerrechts. Führst du den Betrag mit dir?"



  • Kaum hatte der Duumvir seinen Satz beendet, als auch schon ein helles Klimpern aus Carbos Tasche erklang. Offenbar konnten es die Münzen dort drinnen gar nicht mehr erwarten den Besitzer zu wechseln. "Oh, äh, ähm natürlich habe ich das Geld hier!" Er beeilte sich ganz nach vorn zum Duumvirn zu treten und ihm 50 Sesterzen auf einen kleinen Beistelltisch hinzulegen.
    Dann trat er wieder zurück. "Natürlich weiß ich auch was jetzt kommt, immerhin war ich als Scriba schon das eine, oder andere Mal dabei. Jetzt liegt es an mir den Schwur zu leisten." Und gleich darauf brachte er sich in eine noch etwas förmlichere Position und verkündete feierlich: "Ich, Norius Carbo aus Noricum schwöre einen feierlichen Eid auf Apollo Grannus Mogon, den Genius Augusti, die kapitolinische Trias und alle Divi Augusti, dass ich der Lex Municipalis, allen Decreta Decurionum und den Anordnungen der Magistrate stets Folge leisten und ein braver Bürger sein möchte. Ich schwöre, diese Gesetze zu halten, solange ich als Municeps diesem Municipium angehöre." Er atmete tief aus und lockerte seine Haltung wieder, während er den Duumvir beobachtete. Es war vollbracht.


    Sim-Off:

    50 Sesterzen an Mogontiacum überwiesen

  • [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/e-roemer-maenner/22.jpg]| Volusus Haterius Catulus


    Klimpernde Münzen, ein so wundervolles Geräusch. Der Duumvir lächelte. Den Eid sprach Norius Carbo dann gänzlich unaufgefordert und ohne Notwendigkeit eines Vorsprechers, wie es sonst üblich war. Offenbar hatte der Scriba den Eid auswendig gelernt. Der Eifer beeindruckte den Duumvir schon ein klein wenig.


    "Nun denn, Norius Carbo, ich erkläre dich hiermit offiziell zum Municeps Mogontiaci", verkündete Haterius schließlich feierlich.


    "Municeps Norius Carbo, meinen Glückwunsch. Ich freue mich auf deinen weiteren eifrigen Einsatz für unser Gemeinwesen. Kann ich dir noch irgendetwas Gutes tun?" So gut gelaunt die Worte klangen, so routiniert arbeitete der Duumvir die Sätze ab. Business as usual.



  • Das Herz pochte in Carbos Brust wie wild. Er war Bürger! Er war mogontiacinischer Bürger! Das war zwar nicht ganz ein römisches Bürgerrecht, aber egal! Um drei bis fünf Ecken war er jetzt trotzdem irgendwo eine Art Bürger Roms und das freute ihn ungemein. "Vielen Dank für diese Ernennung! Sie bedeutet mir viel!" sagte er fast sprachlos vor Aufregung in Richtung seines Vorgesetzten. Dieser hatte Carbo angeboten noch für weitere Auskünfte zur Verfügung zu stehen, was ihm gerade ganz gelegen kam. "Ja da wäre noch etwas" begann er "Und zwar habe ich mir überlegt als nunmehriger offizieller Bürger von Mogontiacum als Magister Vici kanditieren zu wollen. Was meinst du dazu, Duumvir? Wäre ich dafür bereit? Und wie würde sich das auf meine Anstellung als Stadtschreiber auswirken?"

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    Der Duumvir lächelte gönnerhaft, sagte aber nichts weiter. Es war eben sein Job, Municipes zu ernennen, sobald die Voraussetzungen dafür vorlagen. Es freute ihn allerdings immer, wenn jemandem so viel daran lag, das Bürgerrecht zu erlangen.


    Anschließend horchte Haterius interessiert auf. "Ich denke, du wärst bereit", sagte er schmunzelnd. "Aber meine Meinung ist nicht entscheidend. Die Municipes müssen dich auch wählen. Eine Kandidatur könntest du also zur nächsten Wahl verkünden. Solltest du dann gewählt werden, wäre eine Beschäftigung als Stadtschreiber allerdings für die Amtszeit nicht möglich."



  • "Ich verstehe." murmelte Carbo nachdenklich. So etwas ähnliches in der Art hatte er schon erwartet. Natürlich liebte er seine Anstellung als Schreiber, gleichzeitig war es aber auch nur logisch, dass ein Stadtmagistrat (wenn er denn dann überhaupt sowas war) nicht gleichzeitig niedere Schreibdienste vollrichten konnte, aber ja von irgendwoher musste man ja Geld nehmen, wenn man ein regelmäßiges Einkommen wollte. Das jedoch würde ihm für die Dauer seiner Amtszeit fehlen, wie sich dem wohl abhelfen ließe? Vielleicht wusste sein Vorgesetzter ja Rat und Hilfe. "Duumvir Catulus, da wäre noch etwas. Falls ich zur nächsten Wahl kanditieren sollte und das Amt erhalten würde, dürfte ich nach Ablauf meiner Amtszeit dann wieder als Stadtschreiber weiterarbeiten? Denn abgesehen von meinem Stadtschreibergehalt habe ich keine regelmäßigen Einkommen und als Magister Vici erhalte ich ja ebenfalls kein Geld, was mir meine Einkünfte für eine volle Amtszeit kosten würde. Deshalb wäre es schön die Gewissheit zu haben, dass ich hernach wieder in meinen alten Posten zurückkehren kann in dem folgenden Jahr das ich pausieren müsste."

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    "Natürlich", bejahte Duumvir Haterius Carbos weitere Frage. "Ich wüsste nicht, was dagegen spräche. Du hast ja bisher eine ordentliche Arbeit gemacht, soweit ich weiß. Da stehen die Chancen gut, dass du wieder eingestellt würdest." Er zuckte lächelnd mit den Schultern. Wer wusste schon, was kam?


    "Andererseits könntest du dir natürlich auch bei einem wohlhabenden Gönner einen gewissen Betrag leihen, um dich nach einer Amtszeit als Magister Vici weiterhin zu finanzieren. Bedenke auch, dass man für den Wahlkampf finanzielle Mittel aufwenden muss, die man als Stadtschreiber nicht unbedingt hat. Das wäre wohl spätestens bei einer Kandidatur zum Aedil akut. Jedenfalls wäre das Aedilat der nächste Schritt nach dem Magister Vici."



  • Carbo fiel ein Stein von Herzen. Also war zumindest sein -inzwischen ans Herz gewachsener- Schreiberposten nicht völlig verloren. Was das Geldproblem bezüglich der Wahlkämpfe anging, so hatte der Herr der Stadt nicht ganz unrecht. "Stimmt, daran hatte ich noch gar nicht gedacht" murmelte er. Naja, immerhin waren heute schon Ereignisse passiert, die zuvor alles andere aus Carbos Geist verdrängt hatten. Immerhin hatte er es schon einmal zu einem ordentlichen mogontiacischen Bürger gebracht!


    "Was das Geld angeht, so weiß ich von den Einlagen, die man für jedes weitere Amt nach dem Aedil zahlen muss. Doch was das angeht, so hoffte ich meine Einkünfte als Aedil in späterer Folge dafür verwenden zu können. Doch an den vorhergehenden Wahlkampf hatte ich wirklich nicht gedacht." Kurz dachte Carbo nach. Sollte er sich's erneut getrauen? "Duumvir Catulus, verzeihe, falls ich dich noch ein weiteres Mal mit meinem Unwissen belästigen sollte, doch ich hätte gerade über diese Sache mit einem Gönner nachgedacht. Ich denke ich werde wirklich so einen brauchen, wenn ich es zu Amt und Würden bringen will. Kannst du mir vielleicht einen Namen eines solchen reichen Philantropen nennen, an dessen Tür ich klopfen könnte?"

  • [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/e-roemer-maenner/22.jpg]| Volusus Haterius Catulus


    Der Duumvir schmunzelte vielsagend. "Oh, keine Sorge. Ein bisschen Belästigung hat noch niemandem geschadet. Da gibt es jedenfalls ein paar", erklärte er. "Zunächst einmal kannst du den Statthalter als Gönner gewinnen. Das dürfte allerdings die schwierigste Variante sein." Haterius verzog leicht den Mund.


    "Daneben sind für dich als Scriba wohl die Decuriones Mogontiaci die Personen, die am ehesten als Gönner infrage kommen. Da wäre beispielsweise Galeo Laetilius Fecenianus (NSC). Oder Aulus Patulcius Merula (NSC). Er hat sich als langjähriger Duumvir einen Namen gemacht. Marcus Petronius Crispus ist ein Veteran der Legio Secunda, ein verdienter Centurio. Aber der weilt momentan draußen auf seinem Landgut und genießt die Ruhe von der Politik. Und natürlich Numerius Duccius Marsus, ebenfalls langjähriger Duumvir und aktuell Procurator in der Provinzverwaltung."


    Der Duumvir machte eine kurze Pause, bevor er hinzufügte: "Im Übrigen kannst du auch die Kommandeure der hiesigen Einheiten für dich gewinnen. Die bekommen auch ein ganz ordentliches Salär."



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