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Thema: [Baracke VII]
Sisenna Iunius Scato

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RE: Ein Brief von Tiberios Heute, 02:11 Forum: Cohortes Urbanae


"Bratwurst", wiederholte Ramnus wie im Trance, während er dankbar die Gabe entgegennahm.
"Bratwurst", bestätigte Tarpa, der sich demonstrativ die Caligae anzog.
In Stilos Bett kam sein Kopf hoch. "Bratwurst?"
"Bratwurst nennt man gewolftes Fleisch im Tierdarm, verfeinert mit Gewürzen, Zwiebeln und Kräutern, anschließend gebrüht und gegebenenfalls geräuchert, bevor die Wurst auf dem Grill gebraten wird", erklärte Quietus, als wäre die Frage inhaltlicher Natur gewesen. "Oft wird hierzu die Lukanerwurst zweckentfremdet."
"Bratwurst!", tönte Aspers Jubelruf und er warf seinen Löffel in die Luft.
Wie zur Bestätigung knurrte Ramnus´ Magen. Rasch biss er vom Hartkäse ab. Der Löffel landete genau in der Sparamphore. Wie gut, dass die inzwischen wieder gefüllt war, sonst hätte das ein böses Erwachen dank dieses verräterischen Löffels gegeben. Die fehlenden 5 Sesterzen würde Scato hinzufügen, sobald er das Geld beisammenhatte.

Scato wies mit dem Daumen hinter sich. "Siehst du, Lurc, man zählt auf dich. Jeder will eine. Führ uns hin!" Gedanklich merkte Scato sich die Begeisterung der Truppe. Künftig würde er verstärkt darauf achten, was sie essen wollten, damit sie später das Angebot ihrer Taberna darauf ausrichten konnten. Und gemeinsam angeln zu gehen wäre sicher auch eine gute Idee, nur nicht gerade im Tiber.
Thema: [Baracke VII]
Sisenna Iunius Scato

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RE: Ein Brief von Tiberios Gestern, 23:44 Forum: Cohortes Urbanae


"Doch, er ist mies", lachte Scato, machte eine Bewegung, als wolle er die Arme lockern und stieß wie zufällig mit seinen Fingern gegen die Handfläche von Lurco. Dann sagte er zu Ramnus: "Heute gibt es was Leckeres, etwas ganz Besonderes: Puls!" Oh, der war böse, wenn einer richtig Schmacht auf was anderes hatte. Scato gluckste. Über das bitter enttäuschte Gesicht von Ramnus konnte er dann allerdings nicht mehr lachen. "Wir haben noch Hartkäse", fügte er tröstend hinzu. "Sehr viel Hartkäse. Und Ei."

"Wieder kein Fleisch", maulte Ramnus und kickte ein Steinchen weg.

Das Herdfeuer flammte auf einmal auf, als eine brennende Flocke vom Papyrus in die Asche fiel. Wenigstens schmeckte es den Penaten.
Thema: [Baracke VII]
Sisenna Iunius Scato

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RE: Ein Brief von Tiberios Gestern, 23:11 Forum: Cohortes Urbanae


Gegenüber einem beliebigen Kameraden hätte Scato lachend abgewunken und behauptet, Tiberios sei eine leckere Zwischenmahlzeit gewesen, gewürzt mit einer erfundenen Anekdote, die ihn möglichst gut und den Griechen möglichst schlecht wegkommen ließ. Lurco aber verdiente eine ehrliche Antwort. Zum einen, weil er sich so aufopferungsvoll um Scatos Wohl kümmerte, zum anderen, weil er es ohnehin jedes Mal bemerkte, wenn Scato log. Scato schaute sich gründlich um, ob jemand sie hören konnte und vergaß auch nicht, nach offenen Fenstern Ausschau zu halten. Erst, als er sicher war, dass nur Lurcos Ohren seine Worte vernehmen würden, antwortete er.

"Ich habe mich ein bisschen in ihn verguckt", räumte er leise ein. "Er ist hübsch und jung und er bereitete mir Freude mit seinen Worten. Außerdem ist er eine manipulative kleine Ratte, die ihre Fertigkeiten ausprobiert hat. Warum sonst hätte er mich für sich gewinnen sollen, nur um dann den Schlussstrich zu ziehen? Den hätte er bequem schon vorher haben können. Aber nein, vorher musste er mich noch quälen. Er wartete nicht, bis ich den Köder geschluckt hatte - sondern bis der Haken in meinem Leib hing. Er ist nicht das Lämmchen, für das er sich ausgibt, sondern ein Herzfresser, der übt. Ich hoffe, er lässt sich das von Eireann schmecken, sofern sie eins hat."

Das alles sagte Scato auch, um sich selbst davon zu überzeugen, dass es vorbei war. Eine Schwärmerei, eine Lehrstunde und gelernt hatte er. Er faltete den Brief zusammen. Er schaute Lurco in die Augen und lächelte.

"Den werde ich den Penaten unseres Herdfeuers zu futtern geben."
Thema: [Baracke VII]
Sisenna Iunius Scato

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Ein Brief von Tiberios Gestern, 14:17 Forum: Cohortes Urbanae


<< Lupanarbesuch-Versuch Nr. 2

Der Tag nach dem Lupanarbesuch begann als ein Traum von einem Tag. Scato sah, wie Lurco das prophezeit hatte, aus wie ein aufgequollener Frosch, weil sein Kumpel dermaßen übernächtigt war und trotz einer gewissen Zurückhaltung zu viel für seine Verhältnisse getrunken hatte. Trotz seines grauenhaften physischen Zustands strahlte Scato während des Diensts und war die Ruhe selbst. Dinge, die das Nervenbündel sonst rasch in Rasche versetzten, perlten heute an ihm ab wie Regen an einer gut geölten Rüstung. Da er schon immer Lurcos bester Freund gewesen war und die beiden ständig zusammen herumhingen, merkten die Kameraden an ihrem Verhalten zueinander keinen Unterschied und sie mussten sich nicht verstellen. Obendrein schien die Sonne, die Frühblüher schoben ihre Knospen aus der Erde und die Bevölkerung war brav. Keine besonderen Vorkommnisse.

Bis Scato des Feierabends einen Brief von Tiberios überreicht bekam.

Dazu gab es ein schweres Säckchen, das voller Münzen zu sein schien. Als er den Absender las, flüchtete er damit in eine schattige Gasse zwischen den Baracken, um ihn still für sich zu lesen. Tiberios gab ihm das Geld zurück, abzüglich einer Aufwandsentschädigung. Mit Lurcos Worten im Hinterkopf erweckte das Schreiben nicht den kaltherzigen Eindruck, den sein Autor vermutlich beabsichtigt hatte. Mit gemischten Gefühlen las Scato die Zeilen mehrmals, ehe er zurück in die Baracke kehrte. Er wartete, bis er Gelegenheit hatte, das Geld unauffällig in die Spar-Amphore klimpern zu lassen, dann schnappte er sich Lurco und zeigte ihm den Brief.
Thema: Posteingang
Sisenna Iunius Scato

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RE: Tiberios war faul Gestern, 13:46 Forum: Allgemeines


großes Grinsen
Thema: Posteingang
Sisenna Iunius Scato

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Tiberios war faul Gestern, 12:36 Forum: Allgemeines


Ich muss eine Meldung machen.

Der sonst so gewissenhafte Sklave Tiberios war FAUL und erweckte den Unmut des edlen Bürgers Scato, dem es nicht gelang, sein Schreiben in den überfüllten Postkasten zu stopfen und daher unverrichteter Dinge wieder abziehen musste.

Tiberios, bitte einmal Briefkasten leeren! großes Grinsen
Thema: [Subura] Lupanarbesuch-Versuch Nr. 2
Sisenna Iunius Scato

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RE: Lupanarbesuch-Versuch Nr. 2 Gestern, 01:42 Forum: Roma


Das Gegenteil von Lurcos Vorschlägen geschah. Als seine Hand über die Haut seines Kameraden strich und in sein feuchtes Haar fuhr, wurde Scatos Herz leicht, als würde er das Dunkel von ihm abstreichen mit segnender Hand. Bald begann Scato leise zu blödeln, ehe er Lurco in seine Arme zog und alle Worte endeten. Ganz ohne Lupo und Lupa, ganz ohne die sehenden und hörenden Wände, wiederholten sie zu zweit, was vielleicht von Anfang an zu zweit hätte stattfinden sollen. Dies war das Ritual des Lebens, das Faunus ihnen schenkte und Scato trug noch immer den unanständigen Anhänger, den Lurco ihm zugesteckt hatte und der nun im Takt schwang, als würde er mitmachen. Und vielleicht tat das heilige Schmuckstück es auch auf einer anderen Daseinsebene, wer wusste schon, was es alles zwischen Himmel und Erde gab. Als Scato erschöpft auf Lurco niedersank, war er glücklich. Diesmal blieb er auf ihm liegen und schenkte ihm die Liebkosungen, die er zuvor erhalten hatte, zurück, bis er spürte, wie sein Freund sich gänzlich entspannte. Dann rutschte er von ihm herunter, um sich von der Seite an ihn zu schmiegen.

Auf dem Heimweg ging Scato neben Lurco aufrecht und nur mit leichtem Torkeln durch die Porta Praetoria, wo er die Kameraden dermaßen freundlich grüßte, dass sie fragend die Brauen hoben. Eine Erklärung blieb er ihnen schuldig. In Baracke VII war es still und dunkel, vom Glimmen des nie erlöschenden Herfeuers abgesehen. Ramnus schnarchte, Tarpa hatte das Kissen um seinen Kopf gewickelt, um es nicht zu hören, und schnarchte auch. Selig lächelnd kletterte Scato hoch und kuschelte sich in sein Bett, wo er lauschte, wie Lurco es sich unter ihm gemütlich machte, so dass das Doppelstockbett leicht knarrte und wackelte, ehe wieder Stille einkehrte.

Scato war pleite, die Gruppenkasse war leer, Lurcos Geldkatze vermutlich auch und Tiberios war fort. Im Gegenzug hatte Lurco ihm etwas geschenkt, das man für Geld nicht kaufen konnte. Scato wusste nun, was das war. Und das alles war geschehen, weil er losgezogen war, um einen Kochtopf für das Contubernium zu kaufen. Er stand unscheinbar beim Herd und glitzerte im Schein der Glut. Sein Funkeln war das Letzte, was Scato sah, bevor ihm die Augen zufielen. Dieser Topf war wahrlich ein "Goldtopf".

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Thema: [Subura] Lupanarbesuch-Versuch Nr. 2
Sisenna Iunius Scato

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RE: Lupanarbesuch-Versuch Nr. 2 Gestern, 00:05 Forum: Roma


"Was ich will?" Er schaute ihn mit verquollenen roten Augen an. Ganz dicht rutschte er zu Lurco, damit er leise sprechen konnte und Lurco ihn trotz seiner inzwischen undeutlichen Aussprache verstand. "Was ich vorhin schon gesagt hatte. Ich will kuscheln, möchte, dass wir zusammen in einem Bett liegen und du mich bedauerst! Stattdessen gibst du mir Ratschläge, einer klüger als der andere und hast auch noch mit jedem Wort recht, das kotzt mich an, weil es mir zeigt, wie dumm ich war, aber gleichzeitig könnte ich dir dafür die Füße küssen, dass du dir solche Gedanken um mich machst und mir helfen möchtest."

Nur war sein Wunsch weder hier, noch in der Castra möglich, selbst wenn Lurco das tun würde. So rollte Scato sich am Beckenrand ein und versank noch tiefer in Selbstmitleid, wenn ihn schon sonst niemand bedauerte. Eine Sekunde später hob er wieder den Kopf, die Augen auf den Jüngling gerichtet. Würde er sich eben von dem trösten lassen. So was boten viele Thermen an. Dann fiel Scato ein, dass er ja pleite war. Er hatte schon die Zeche im Lupanar geprellt und Lurco hatte die Würste bezahlen müssen. Jetzt trank Scato noch auf seine Kosten die Weinvorräte der Therme aus. Alles nur wegen dem vermaledeiten Tiberios!

"Darf ich noch etwas Wein bringen?", erkundigte sich der Jüngling, der seinen Blick bemerkt hatte.

"Du darfst abhauen", fauchte Scato und verscheuchte ihn mit einer unwirschen Handbewegung wie ein lästiges Insekt.
Thema: [Subura] Lupanarbesuch-Versuch Nr. 2
Sisenna Iunius Scato

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RE: Lupanarbesuch-Versuch Nr. 2 07.04.2020 23:02 Forum: Roma


Scato schaute weg. Lange Zeit sagte er nichts mehr. "Ich hatte gehofft, dass er mich ein bisschen mag, ja. Aber das ist jetzt auch egal. Ihn ziehen zu lassen, ist das beste für uns beide, er tröstet sich ja schon ganz gut. Na ja, mich zu ersetzen ist wohl auch nicht sonderlich schwer. Ich werde die finanzielle Sache vernünftig mit ihm klären und dann gehen wir getrennter Wege, wie es sich das gehört."

Er zuckte missmutig mit den Schultern. Mit einem Fingerzeig rief er einen Jüngling heran und bestellte noch mehr Wein, den er auch gleich geliefert bekam. "Ich wusste nicht, ob du nach der Geschichte mit Tiberios noch mit mir ins Lupanar möchtest." Mit einem Zug war der Wein weg. Mit dem Zeigefinger schob er den Becher über den bunten Mosaikfußboden. Ein älterer Herr schaute auf eine Weise herüber, als ob er sich von dem nervigen Geräusch, dass dabei entstand, gestört fühlen würde. Scato schaute streitlustig zurück uns und ließ das Glas weiter klimpernd über die Kacheln rutschen. Der Jüngling löste die Situation, indem er in die Blickachse schritt und weiteren Wein anbot.

"Mach voll", murrte Scato. Dann sah er wieder Lurco an und ignorierte den alten Mann. "Wann?"
Thema: [Sklavenmarkt] Eireann
Sisenna Iunius Scato

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RE: Eireann 07.04.2020 21:11 Forum: Mercatus Urbis


Scatos ohnehin schon dienstliches Gesicht wurde nun extrem neutral, als Lurco zufällig seine Waffen überprüfte. Das neutrale Gesicht bei Problemen aufzusetzen hatte er recht schnell in der Castra gelernt. Er kannte diese Masche bereits von Terpander, was ihn nun ein wenig misstrauisch stimmte. Wieso hatte der ehemalige delicius seiner Mutter eigentlich den gleichen Gesichtsausdruck drauf wie die Soldaten der Cohortes Urbanae? Egal, darüber konnte er sich später den Kopf zerbrechen.

Höchst neutral also blickte er in die Richtung von Cerretanus. Eigentlich hatte er ihn begleiten wollen, weil er meinte, zu einem anderen Zeitpunkt hätte er es sicher auch gut gebrauchen können, dass Cerretanus mal ein Auge zudrückte. Aber nun musste er zu Lurco halten, da er - wie immer - Recht hatte. Und das auch aussprach und so den Finger in die Wunde drückte.

"Wir machen hier einstweilen weiter, bis du wieder da bist, Kamerad", stimmte er zu. "Es gibt übrigens auch die Möglichkeit, Lästerzungen herauszuschneiden oder sie einfach der Länge nach zu spalten, da hat man auch seine Ruhe." Er meinte, diesen wohlgemeinten Hinweis als kleine Entschädigung hinzufügen zu müssen, wie einen Löffel Honig, den man zu bitterer Medizin servierte.
Thema: [Luperci] Casa Lupae
Sisenna Iunius Scato

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RE: Die Lose des Lupercus 07.04.2020 14:57 Forum: Pietas et Cultus


Scato klopfte emsig, damit Lurco sich auch wirklich neben ihn setzte und nicht woanders hin. "Na, ausgeschlafen? Verpasst hast du nichts als meine wertvolle Gegenwart. Caesoninus und ich fachsimpeln gerade über Lupanare."

Er wandte sich dem blonden Burschen wieder zu. "Also ich konnte mich weder über die Preise noch über die Leistung im Magnum Momentum beschweren. Ich war da zufrieden, du bist vielleicht einfach an eine schlechte Lupa geraten. In der Subura sind die Räume immer so klein und stickig, das versaut alles und die toten Kinder in der Latrine sind auch nicht so dolle. Im Magnum Momentum nutzen sie vermutlich Gift, um nicht schwanger zu werden, zumindest ist mir da keine Schwangere aufgefallen, was ich von anderen Lupanaren nicht behaupten kann."

In der Gegenwart von Caesoninus fachsimpelte Scato wieder, als wäre er ein erfahrener alter Hase. Tatsächlich waren schwangere und hochschwangere Huren, die sich an den Eingängen der Lupanare herumdrückten, vollkommen normal, genau wie die Kinderleichen im Abort. Es war eine traurige Realität, dass die Früchte der Tatkraft auf diese Weise entsorgt wurden. Ein Mädchen hatte manchmal noch Glück, großgezogen zu werden, um die Kunden irgendwann an der Stelle der alternden Mutter zu versorgen, aber kleine Jungs waren totgeweiht.

"Welcher Titus?", wollte Scato wissen, um sich von dem traurigen Gedanken abzulenken. Er kannte noch nicht die Namen aller Luperci und vermutete einen Kollegen.
Thema: [Sklavenmarkt] Eireann
Sisenna Iunius Scato

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RE: Eireann 07.04.2020 14:21 Forum: Mercatus Urbis


Scato war gespannt, wo Cerretanus seine frisch erstandene Ware nun unterbringen wollte. "Und jetzt? Terpander durfte ich neulich nicht mit in die Castra nehmen, der durfte nicht mal kurz rein gucken kommen, geschweige denn, dass er hätte meine Ausrüstung polieren können, wie ich mir das eigentlich gedacht hatte", warf Scato ein. Besser, er wies Cerretanus vorher darauf hin, ehe es an der Porta Praetoria das böse Erwachen für den Kameraden gab - und für ihn und Lurco unnötig langes Herumstehen.
Thema: [Subura] Lupanarbesuch-Versuch Nr. 2
Sisenna Iunius Scato

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RE: Lupanarbesuch-Versuch Nr. 2 07.04.2020 13:01 Forum: Roma


"Du hast ja Recht", gab Scato zu, trank das Glas aus und stellte es auf den Rand. Dann drehte er sich auf den Bauch und verschränkte die Arme auf dem Beckenrand. "Ich werde zu Tiberios gehen und das Geld zurückholen. Sollte es mir nicht gelingen, stottere ich es von meinem Sold ab. Dann gibt es eben keine Lupanarbesuche mehr und keine Tabernabesuche bis dahin." Er bettete seinen Kopf nieder, aus seinem nassen Haar tropfte das Wasser in sein Gesicht. Irgendwo spielte eine Gruppe von Männern Ball, selbst um diese Uhrzeit. Die Worte von Lurco ließen ihn wehmütig werden. "Du meinst wirklich, der Kleine hat das getan, weil er mich mag? Hört sich logisch an, so, wie du es darstellst. Und wäre sehr süß. Aber falls du Recht hast - warum lässt er sich dann von dieser nichtswürdigen Sklavin umgarnen?"

Die Antwort war offensichtlich: Am Ende war Scato ein Mann. Nicht mal ein Jüngling, sondern ein Soldat, der obendrein einen Teil seiner Körperbehaarung behielt. War die Knabenliebe noch akzeptiert, war es die zu Männern nicht. Er bekam eine Ahnung davon, wie Lurco sich gefühlt haben musste, als sein Freund geheiratet und ihn vor die Tür gesetzt hatte. Scato schloss einen Moment die Augen, als ihm das Gefühl durch den Körper schoss, dass er gerade mit seinem Kameraden im Lupanar erlebt hatte. Er musste sehr mit sich kämpfen, seinen Körper davon zu überzeugen, dass es jetzt keine zweite Runde geben würde.

"Und außerdem habe ich nicht mit meinem Prügel gedacht. Sondern mit dem Herzen." Einige Momente ließ er die Worte im Raum stehen, dann brach er in Gelächter aus. Er tauchte unter, um klatschnass direkt neben Lurco wieder aufzutauchen und es sich an seiner Seite bequem zu machen. Mit nassen Wimpern blinzelte er ihn an. "Würdest du irgendwann trotz allem noch mal mit mir ins Lupanar gehen?"
Thema: [Sklavenmarkt] Eireann
Sisenna Iunius Scato

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RE: Eireann 07.04.2020 11:50 Forum: Mercatus Urbis


So weit Scato sich erinnerte, hatten sie überhaupt keinen Befehl erhalten, außer, eine Patrouille über den Markt zu machen. Er ging davon aus, dass auch Cerretanus nicht unbedingt mit dem Befehl hier angerückt war, einen Sklaven zu ersteigern. Sein kritischer Blick sagte ihm das auch. Unter anderen Umständen hätte er das auch verbal gesagt, aber momentan hatte er als Dienstältester das Kommando inne und so bestätigte Scato nach dem kurzen Blick nur. "Jawohl, Miles Furius Cerretanus. Bedenke beim Kauf, dass du eine Sklavin erwirbst, die in der Öffentlichkeit auf Rom und damit den Kaiser spuckt und die Straftaten eines kriminellen Subjekts gutheißt, das folgerichtig im Carcer endete. Wünsche viel Erfolg beim Bieten."

Das momentane Verhalten des Kaufobjekts sprach für die Wahrheit seiner Worte. Es war eine gut gemeinte Warnung an den Kameraden, was er sich da ins Haus holte, sollte er mit dem Gedanken spielen, sie tatsächlich als normale Sklavin zu halten. Der letzte Sklavenaufstand war nicht entbrannt, weil die Römer zu hart waren, sondern aufgrund ihrer großherzigen Nachsicht mit Sklaven, die es nicht verdienen. Scato wandte sich hernach widerspruchslos seiner Arbeit zu, während Cerretanus weiter bot. Vermutlich war es eine kleinen Machtdemonstration des Dienstälteren, jetzt, wo er Scato nicht mehr zum Latrinenputzen verdonnern konnte. Stattdessen kaufte er ihm und Lurco das Objekt ihrer sadistischen Fantasien vor der Nase weg.

Scato schob jemanden, der sich Cerretanus´ Rücken zu sehr näherte, nachdrücklich mit dem Schild zurück. "Abstand halten", schnauzte er an die Umstehenden gewandt, die daraufhin mit betretenem Blick ein paar Schritte zurücktraten und so nicht nur für mehr Bequemlichkeit sorgten, sondern auch dafür, dass Scato und Lurco mehr Leute gleichzeitig im Auge behalten konnte. Niemand hatte die Urbaner einzukesseln, nur weil der Sklavenhändler die Leute aufforderte, näher zu treten.
Thema: [Sklavenmarkt] Eireann
Sisenna Iunius Scato

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RE: Eireann 07.04.2020 00:24 Forum: Mercatus Urbis


Jeder hieb löste tiefes Wohlgefallen in Scato aus. Manche Menschen verstanden nur die Sprache der Gewalt, an solche war jedes Wort vergeudet. Der Sklave da oben gehörte dazu, er hatte die Intelligenz einer Küchenschabe. Er würde keine verbalen Argumente verstehen. Da eine angemessen Argumentation erst möglich war, wenn der Sklave in ihren Besitz gewechselt war, konzentrierte Scato sich bis dahin weiter auf ihre Arbeit. Er rempelte Lurco ein wenig an, um ihm zu zeigen, dass er bei ihm war, während sie Streife gingen.
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RE: Eireann 06.04.2020 23:01 Forum: Mercatus Urbis


Scatos Blick huschte kurz zu Lurco, als dieser ihn ansprach, nur um zu sehen, wie er Eireann aufs Trefflichste nachäffte. Nur, dass Lurco dabei tatsächlich gut aussah. Scato musste kurz grinsen. Der Spaß war es wert.

"Bin dabei", sagte er. "Biete du für uns beide, ich behalte die Leute im Auge." Er flüsterte seinem Kameraden zu, bis zu welchem Preis er gehen konnte und widmete sich wieder der Aufgabe, die Menschen im Auge zu behalten. "Notfalls hau noch sechs mal Grobkeramik drauf", feixte er.
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RE: Eireann 06.04.2020 22:25 Forum: Mercatus Urbis


Scato marschierte stolz in voller Montur auf seiner ersten Marktstreife mit Lurco und Cerretanus, letzterer hatte als Dienstältester die Führung inne. Erklärt hatte er ihnen bis jetzt nichts. Entweder gab es nichts zu erklären oder er war der Meinung, dass es sich am besten in der Praxis lernte anstelle langwieriger Theorie. Scato hatte in jedem Fall gute Laune und blickte aufmerksam von hier nach da. Auf diesen Einsatz hatte er sich gefreut. Er ging davon aus, dass allein die Anwesenheit der Cohortes Urbanae genügte, um Langfinger und ähnliches Gesocks dazu zu bringen, ihre finsteren Geschäfte an einem anderen Tag und an einem anderen Ort abzuwickeln. Präsenz zeigen, darum ging es wohl in erster Linie. Abschrecken, die allgegenwärtige Macht des Erhabenen repräsentieren, dessen Augen, Ohren und Schwerter zu keiner Zeit jemals ruhten.

Scatos heroische Gedanken endeten jäh, als er eines bekannten wie abstoßenden Geschöpfs Gewahr wurde, dass da von einem Sklavenhändler angepriesen wurde wie eine hinabgestiegene Venus. Scato hingegen sah dort nur eine Zielscheibe, an der er mit Freuden seine Fertigkeiten getestet hätte. Scatos dienstliches Gesicht verzog sich zu einem hämischen Grinsen und er stieß Lurco mit dem Ellbogen an. Ganz leicht nickte er in Eireanns Richtung.

"Löwenfutter", raunte er Lurco zu. "Mal sehen, wer masochistisch genug ist, dafür auch noch zu bezahlen."

Er ging nicht davon aus, dass Cerretanus ernsthaftes Interesse an der Frau hatte, er war vermutlich nur genau so neugierig wie er, was die Leute dafür springen lassen würden. Mehr sagte er nicht, immerhin waren sie dienstlich hier. Lästern konnten sie später noch genug und das würden sie. Und wie sie das würden, denn Lurco hatte sich inzwischen inoffiziell die Phalera für die schlimmste Lästerzunge des Contuberniums erstritten. Scato wendete den Blick von dem ohnehin nicht reizvollen Anblick ab und ließ ihn dienstbeflissen über die Hände der Mitmenschen gleiten. Seine Laune war gerade noch besser geworden und er hoffte für Eireann auf einen extrem widerwärtigen und lüsternen Käufer oder auf einen Arbeitsplatz im schäbigsten Lupanar.
Thema: [Luperci] Casa Lupae
Sisenna Iunius Scato

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RE: Die Lose des Lupercus 06.04.2020 15:55 Forum: Pietas et Cultus


Auch Scato fand sich ein. Er grüßte in die Runde und ließ sich neben Caesoninus nieder, mit dem er vor einiger Zeit begonnen hatte, sich anzufreunden, ehe Verax ihr Gespräch mit der ihm eigenen uncharmanten Art gestört hatte. Seine andere Seite war für Lurco reserviert.

"Salve, na wie geht`s?", erkundigte er sich. "Hast du dich von den Lupercalia erholt? Wir waren danach noch im Magnum Momentum. Wenn du dich beeilt hättest, hättest du mitkommen können."

Er dachte einen Moment an Velia. Nach einigen Startschwierigkeiten hatte ihm die Lupa so viel Freude geschenkt, wie es mit einem sturzbetrunkenen, jungfräulichen Kunden, der überhaupt nicht wusste, was er wollte, nur möglich gewesen war. Er hatte manchmal daran zurückgedacht und zwischenzeitlich auch von anderen Freuden gekostet, nur um immer noch nicht zu wissen, was er wollte. Leider gehörte er zu denen, die alles zerdenken mussten, Für und Wider abwägten und letztlich zu keiner Entscheidung kamen, wenn niemand sie für ihn fällte. Er putzte den Platz für Lurco mit der Hand sauber, obwohl da gar kein Dreck war.

"Warum sind wir überhaupt hier, hast du eine Ahnung?" Insgeheim hoffte er auf einen Geburtstag oder eine Hochzeit, damit sie alle gemeinsam zum Essen und Trinken eingeladen wurden.
Thema: [Valetudinarium] Reinschnuppern in medizinische Grundlagen
Sisenna Iunius Scato

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[Valetudinarium] Reinschnuppern in medizinische Grundlagen 06.04.2020 15:23 Forum: Cohortes Urbanae


Kräuter und Bienen

Wie er es Centurio Octavius Maro zugesichert hatte, begab Scato sich zum Valetudinarium. Dort wollte er nach dem Optio Valetudinarii fragen. So hielt er Ausschau nach einem Miles medicus, der so guckte, als ob man ihn behelligen konnte. Er fand einen, der etwa sein Alter war, sich gerade auf dem Weg nach draußen befand und ihn an der Tür von sich aus ansprach. Es war ein pickliger Bursche mit blonden Haaren und abstehenden Ohren.

"Wie kann ich dir helfen?", erkundigte er sich.

Scato empfand das als eine angenehme Art, begrüßt zu werden und beschloss, sie sich zu merken. "Salve. Ich suche Optio Mamercus Cincius Serranus. Ist er zu sprechen?"

"Momentan ist es ungünstig, er ist im Behandlungsraum. Kann ich was ausrichten?"

"Hm", überlegte Scato. "Nein. Ich frage ihn ein andermal selbst. Ich interessiere mich für die Laufbahn als Miles medicus. Allerdings stehe ich noch ganz am Anfang, ich bin gerade erst Miles geworden und werde mich noch gedulden müssen, ehe ich dafür in Betracht komme. Bis dahin wollte ich mich erkundigen, ob ich nicht dem Einen oder Anderen gelegentlich bei der Arbeit über die Schulter schauen kann, wenn das nicht stört."

"Hier drin ist gerade ziemlich was los, aber ich kann dir in der Zwischenzeit mal den Kräutergarten zeigen", bot der Kamerad an. "Ich habe jetzt eigentlich Schluss, aber es steht nichts an, drum habe ich ein wenig Zeit übrig."

"Echt nett von dir, danke. Ich bin übrigens Sisenna Iunius Scato."

"Keine Ursache. Sextus Velanius Fenestella. Ich durfte damals auch schon ein wenig hineinschnuppern und es hatte mir später viel geholfen. Wenn die Zusatzausbildung erst einmal losgeht, ist Zeit ein rares Gut, drum ist es besser, nicht ohne Vorkenntnisse zu starten."

Hinter dem Haupteingang konnte man durch eine weitere Tür in den Innenhof treten. Die Sonne schien auf die Kräuterbeete. In den ersten Tagen des Frühlings waren noch nicht alle davon begrünt, doch einige immergrüne Pflanzen hatten dem Winter getrotzt. Scato erkannte Salbei, Rosmarin und Thymian. Die waren auch bei ihnen zu Hause im Kräutergarten für die Küche gewachsen.

"Was ist das dort?", erkundigte er sich.

"Das ist Estragon, es regt den Appetit an. Du kannst es nicht kennen, weil es nicht einheimisch ist, das kam aus Ägypten nach Rom. Hier blüht es nur in besonders guten Sommern, die Samen sind selten, darum ist jede einzelne Pflanze wertvoll. Drinnen haben haben wir noch einige kleine Pflänzchen vor dem Fenster gezogen, die kommen nach dem letzten Frost ins Beet. Im Sommer wird ein richtiger Busch draus."

Er zeigte ihm noch Lavendel, eine leere Stelle, aus der Johanniskraut austreiben sollte, einen Kübel mit Pfefferminze, die nicht ins Beet durfte, weil sie sonst alles überwucherte, Waldmeister, der ebenfalls kaum mehr als Erde zu bieten hatte und die jungen Triebe von Bärlauch in einer schattigen Ecke, sowie etliche andere, die Scato sich nicht alle auf einmal merken konnte. Der Höhepunkt für Scato war allerdings ein Bienenkorb, um den es bei dem schönen Wetter summte und brummte.

"Stechen die nicht?", wollte er wissen.

"Wenn man in ihrem Stock herumwühlt tun sie es manchmal oder wenn man sich auf eine draufsetzt. Ansonsten nicht, du kannst ruhig näher herangehen."

Scato traute sich und hockte sich vor den Korb, um in die Öffnung hineinschauen zu können. Darin war es stockfinster. Der Eingang war von unzähligen Bienen benutzt, die ihn zur Hälfte verstopften. In der Tat störten sie sich kaum an seiner Anwesenheit. Ihn überraschte besonders, dass die Bienen fast schwarz waren und nicht so gelb gestreift, wie er sie sich vorgestellt hatte. Er kannte natürlich Bienen, aber hatte sie sich nie so genau angesehen.

"Nutzt ihr den Honig?"

"Nein, den Honig den wir benötigen, kaufen wir. Diese Bienen sind nur dazu da, die Pflanzen zu bestäuben. Das Volk hatte mal ein Kamerad von zu Hause mitgebracht, weil seine Familie es übrig hatte."

Eine kleine Wasserschale mit Moos sorgte dafür, dass die Bienen auch genug zu trinken hatte. Scato war entzückt. Er beschloss, dass ihre Taberna auch einen Bienenstock benötigte. Er und sein neuer Bekannter setzten sich auf eine Bank und unterhielten sich noch eine Weile, ehe Scato sich wieder verabschiedete.
Thema: [Subura] Lupanarbesuch-Versuch Nr. 2
Sisenna Iunius Scato

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RE: Lupanarbesuch-Versuch Nr. 2 06.04.2020 02:21 Forum: Roma


Während Lurco am Beckenrand döste, hing Scato rücklings in einer Ecke und ließ sich einen Becher Wein schmecken. "Dich kann man nicht beschwindeln, oder?", murrte er und beobachtete, wie der rote Rebensaft bei jeder Bewegung im Becher erzitterte. Lurco hatte die Gabe, ihm in die Seele zu blicken. Vielleicht war Scato auch einfach ein schlechter Lügner.

"Ich hab Mist gebaut", gestand er leise. "Ich habe nach dem Topfkauf das ganze Geld, was übrig war, Tiberios überlassen. Er kam erst angemiezt und säuselte mir die Ohren voll, so dass ich einen Moment glaubte, er würde irgendetwas für mich empfinden. Damit hatte er mich an der Angel. Und dann, als er mich am Haken hatte, verlangte er auf einmal eine Bezahlung. Aus Zorn habe ich seine Hand mit allen Münzen, die übrig waren, übergossen, habe gesagt, dass es hoffentlich reicht, und bin gegangen. Darum bin ich pleite, genau wie der Rest von unserer Truppe. Weil es das Geld aus der Gruppenkasse war. Es sollte ja auch der Truppentopf werden. Da er aus purem Gold ist, werden sie vielleicht darüber hinwegsehen und ich werde nach und nach von meinem Sold die Gruppenkasse wieder auffüllen. Vorher muss ich aber auch noch Satibarzanes bezahlen."
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