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Thema: Ihr Kinderlein kommet ...
Manius Flavius Gracchus

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RE: Ihr Kinderlein kommet ... 28.12.2019 09:47 Forum: Villa Flavia Felix


Ein Schmunzeln legte sich über Gracchus' Antlitz, das bis in seine Augen zog.
"Willkommen zuhause - sollten dies nicht meine Worte sein, teuerste Gemahlin?"
Sanft strich er über ihre Wange, beugte sich hinab, ihr einen Kuss darauf zu hauchen und in ihr Ohr zu flüstern:
"Willkommen zuhause, holde Mutter zweier wunderbarer Kinder."
Er richtete sich wieder empor.
"Ich freue mich sehr, dass du wieder hier bist."
Über die Jahre hinweg hatten die Zeiten Gracchus wenig tangiert, in welchen der Rest der Familie sich in der Provinz umtrieb, war sein Leben doch stets geschäftig und ausgefüllt von seinen Pflichten. Doch obgleich er gerade in den zurückliegenden Wochen einige Zeit auch außer Haus in der Villa Eutopia hatte verbracht, so war ihm sein eigenes Heim beinahe verwaist erschienen, denn selbst Sciurus, der stets die letzte Bastion wider das Alleinsein gewesen war, hatte sich abgewandt und den Flavier ohne einen Vertrauten zurückgelassen. Prisca indes gehörte längst zu jenen Menschen, mit denen Gracchus Freud und Leid zu teilen vermochte, deren Sichtweise und Rat er schätzte, nicht zuletzt da sie vermochte - und es mochte - Gespräche jenseits belangloser Banalitäten zu führen.
"Dass ihr zuhause seid"
, korrigierte er sich und ließ seinen Blick ebenfalls zu den Kindern hin schweifen. Sie schliefen - wie so oft.
"Die Senatssitzung war recht dröge"
, eröffnete er Prisca sodann, wusste er doch, dass sie nicht am schönen Schein interessiert war, sondern an den Tatsachen.
"Rubrius Melinus stellte den Beri'ht der Provincia Gallia Lugdunensis vor - in der augenscheinlich die Wirtschaft floriert, die Kosten sich selbst tragen und die Bürger zufrieden sind. Einzig ein kleines Dorf im Nord-Westen weigert sich be..harrlich, Abgaben an Rom zu entrichten, doch dies ist nichts, was den Senat kümmern muss - so zumindest die Botschaft des Legatus Augusti pro Praetore Atrius."
Ein kleines Seufzen echappierte seine Kehle.
"Deplorablerweise ist Rubrius ein Mann, der die Anzahl seiner Worte diametral zu seiner eigenen Be..deutsamkeit einsetzt, und da er in diesem Jahr seinen Platz als Curator räumen musste, zog sein Bericht sich bis in weit belanglose Marginalien und füllte beinahe die gesamte Sitzungszeit aus."
Ein schelmisches Lächeln kräuselte seine Lippen als er Priscas Blick suchte.
"Möchtest du erfahren, wie weit der Bau der Abwasserkanäle in Dariorigum vorangeschritten ist? Oder möchtest du mir lieber beri'hten, wie eure Fahrt war und wie es dir und den Kindern geht?"
Thema: Tablinum | Besuch von Nebenan
Manius Flavius Gracchus

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Tablinum | Besuch von Nebenan 26.12.2019 08:22 Forum: Villa Flavia Felix


Von der Porta her führte ein junger Sklave die Besucherin bis in das Tablinum. Ein weiterer Sklave, der schöne Hyacinthos mit seinen dunklen Augen und den weichen Gesichtszügen, bot ihr sogleich eine Sitzgelegenheit und gewärmten, süßen - indes zu dieser Tageszeit noch stark wässrigen - Wein an.
"Die Herrin wird gleich eintreffen. Ist dir die Raumtemperatur angenehm oder soll ich weitere Kohlebecken aufstellen?"
Seit Prisca mit den Kindern zurückgekehrt war, wurden die Hypocausthen dauerbefeuert, dass der Hausherr bisweilen zur Cena präferierte, seine Sommertuniken zu tragen. Doch Hyacinthos wusste selbstredend, dass warm für so manche Frau noch nicht warm genug war.
Thema: Die Porta
Manius Flavius Gracchus

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26.12.2019 08:21 Forum: Villa Flavia Felix


| Acanthus

"Einen Augenblick, ich lasse nachsehen."
Selbstredend war Acanthus sich dessen gewiss, wer sich in der Villa aufhielt und wer außer Haus war. Immerhin war er der Türwächter und sonderlich viele Einwohner waren es derzeit ohnehin nicht, die er im Kopf behalten musste. Aber die Dame des Hauses bestimmte selbstredend selbst, ob sie Besuch empfing oder nicht, und welchen Besuch sie empfing.

Acanthus war dennoch froh, dass die Bestätigung - in Form eines Sklaven - sehr schnell zurück zur Porta eilte, dass die junge Aurelia nicht zu lange ausharren musste.
"Meine Herrin ist sehr erfreut, deine Herrin zu empfangen", verkündete er dem Sklaven und ließ Aurelia Drusilla zum kleinen Tablinum hin geleiten.



IANITOR - VILLA FLAVIA
Thema: Die Porta
Manius Flavius Gracchus

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25.12.2019 07:46 Forum: Villa Flavia Felix


| Acanthus

Es waren nur noch wenige Tage bis zu den Saturnalia - den "tollen Tagen" für die Sklavenschaft. In der Villa Flavia war man dazu traditionell gönnerhaft eingestellt - die Sklaven wurden bewirtet und erhielten ein ordentliches Taschengeld, sowie Freigang an allen Tagen. Acanthus dachte daher gerade darüber nach, was er alles in Rom tun würde an diesen Tagen als ein Klopfen ihn aus seinen Träumen riss.

Augenblicklich kehrte Missmut zurück auf sein Antlitz ehedem er öffnete. Dennoch stoppte er das übliche 'Wer bist du und was willst du?', das sich bereits seine Kehle empor bahnte, war es der Erscheinung des Besuches doch nicht angemessen.
"Ja, bitte?"



IANITOR - VILLA FLAVIA
Thema: Ihr Kinderlein kommet ...
Manius Flavius Gracchus

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RE: Ihr Kinderlein kommet ... 22.12.2019 09:42 Forum: Villa Flavia Felix


Spürbar wurden die Tage dunkler und kürzer, bisweilen streifte ein schneidender Wind von Nord-Westen her durch die Täler und Gassen der Stadt, und einzig die den Menschen inhärente Vorfreude auf die Saturnalienfeierlichkeiten schien der Tristesse der Natur entgegen zu stehen. Tristesse - dies war unbezweifelt auch der passende Ausdruck, die heutige Sitzung des Senates zu beschreiben, Ennui sonstig allfällig noch, wie auch Belanglosigkeit - eine Sitzung wie dutzende, hunderte, allfällig gar tausende bereits so oder ähnlich in der Curia seit Gründung der Stadt waren abgehalten worden. Gracchus indes beklagte sich nicht - die alltägliche Routine bevorzugte er wahrhaft vor Germanen, welche ihr eigenes Konsulat verlängerten, Präfekten, welche die Kaiserwürde an sich rissen oder Kaiser, welche den Krieg ausriefen. Die Gleichförmigkeit der Senatssitzungen war ein Indikator dafür, dass Rom sich wohl befand. Als er sein Zuhause erreichte, war dieses bereits wohlig temperiert - ein Umstand, welchen er anfänglich einem vorausschauenden Sklaven zuschrieb. Erst im Atrium wurde er über das Eintreffen seiner Familie unterrichtet, dass er sich sogleich in das Tablinum begab. Ein Lächeln kräuselte seine Lippen im Anblick der friedlich schlummernden Kinder und ihrer Mutter. Leise und behutsam setzte er sich auf den Rand der Kline zu Prisca und betrachtete sie. Sie war noch immer wunderschön, ein zarter roséfarbener Schimmer lag auf ihren Wangen und ihr Antlitz spiegelte friedliche Glückseligkeit. Er mochte sie nicht begehren können, doch ihre Erscheinung war unbezweifelt adorabel.
Thema: [Forum Boarium] Templum Mercuri
Manius Flavius Gracchus

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RE: Ein Fall für Zwei 22.12.2019 09:38 Forum: Templa Urbis


Der Flavier schüttelte die Kasse und versuchte, das Schloss zu öffnen - selbstredend ohne Erfolg. Allmählich kam er sich tatsächlich vor wie Sklave Gaius aus den gleichnamigen Geschichten.
"Ohne Gewalt oder Schlüssel lässt sich die Kasse nicht öffnen"
tat er seine Erkenntnis Kund und stellte den Kasten zurück an seinen Platz. Auch sonstig war alles unverdächtig - kein Loch im Boden oder der Wand, kein Ein- oder Ausgang außer der Türe.
"Sofern sich jemand außerre'htlichen Zutritt zu dieser Kammer verschafft hat, so zweifelsohne nur mit einem Schlüssel"
, rekapitulierte er schlussendlich ein wenig zermürbt. Letztendlich hatte er auf eindeutige Hinweise eines Diebstahles gehofft.
"Ich denke, wir können unsere Suche hier beenden und uns noch einmal in der Cella umsehen."
Gleichwohl Gracchus keine Vorstellung davon hatte, was dort sollte verdächtig sein, so wollte er doch sicher gehen.
Thema: Atrium | Kornblumenblau
Manius Flavius Gracchus

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RE: Atrium | Kornblumenblau 04.12.2019 20:07 Forum: Villa Flavia Felix


Gracchus' linker Mundwinkel hob sich zu einem schiefen Lächeln als er seinen Becher ebenfalls erhob.
"Auf festen, und insbesondere trockenen Boden unter den Füßen."
Nach einem Schluck wies er auf eine mit dunkel- und zartblaufarben gemusterten Kissen belegte Bank und einen ebenso gepolsterten Stuhl.
"Der Regen mag überaus unangenehm sein, ins..besondere außerhalb der Städte - doch hier in Rom ist er ein wahrhafter Segen, so du mich fragst. Er wäscht allen Staub und Dreck von Straßen, Denkmälern, Altären und Gebäuden, und hinterlässt die Stadt in einem allgemeinen Glanze, den kein Mensch je hervorzubringen vermag. Ganz zu schweigen von der Ästhetik des Regens an sich - seine Symphonie von stetigem Tropfen bis hin zu aufge..regtem Prasseln, Petrichor - der betörende Duft des Regens, und das irisierende Schimmern der Tropfen, die sich an Blattränder oder Mauervorsprünge klammern - eine solch vielfältige Schönheit kann nur die Natur hervorbringen."
Es war zweifelsohne nicht zu verhehlen, dass der Flavier Regen mochte - zumindest solange er nicht selbst im Nassen stand.
"Doch ich schweife ab. Deiner Reise war dieses Wetter unbezweifelt nicht zuträglich. Selbstredend stehen dir alle Annehmli'hkeiten des Hauses zu Verfügung, dass dir die Strapazen der Reise hoffentlich bald vergessen sind. Dies ist ebenso dein Heim wie jenes in Baiae - gleichwohl das Haus derzeit ein wenig leerer ist als dort. Minor und seine Gemahlin befinden sich außerhalb der Stadt, ebenso wie dein Bruder Maecenas, der sich nach kurzem Aufenthalt in Rom weiteren Studien wollte widmen. Und meine Gemahlin"
, ein Strahlen zog sich über sein Antlitz, dass seine Augen beinahe leuchteten vor Freude und Stolz.
"Sie ist seit einem Monat etwa auf unserem Gut am Fuße der albaner Berge und hat vor etwas mehr als einer Wo'he unsere Kinder zur Welt gebracht: Quintus Gracchus und Prisca. Beide sind wohlauf und werden bald mit ihrer Mutter nach Rom zurückkehren."*
Mehr noch als die beiden Nachkommen, zu welchen der Vater bisherig kaum einen Bezug hatte, beglückte ihn das immense Glück, welches seine Gemahlin ob der Mutterschaft empfand.
"Und wie geht es der Familie in Baiae? Sind dort alle wohlauf?"

Sim-Off: * chronologisch passt dies nicht mehr ganz, da der im ersten Beitrag erwähnte Sciurus nach der Geburt nicht mehr in der Villa ist, doch für das Spielgeschehen hier ist dies wohl irrelevant, dass wir die Zeit ein wenig flexibel gestalten können.
Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Manius Flavius Gracchus

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Der Gewinner 01.12.2019 14:00 Forum: Roma


Zitat:
Original von Herius Claudius Menecrates
Sein Blick suchte seine Preisrichterkollegen.
"Wie konnte es passieren, dass diese Frau anstelle des angekündigten Redners auf die Rostra tritt?" Die Frage zeigte seine Ratlosigkeit. Zweifelsfrei würden erst die Ermittlungen eine Antwort darauf geben. Wurde getrickst? Wo lag die Nachlässigkeit?


Ein wenig ratlos zuckte der Flavier mit den Schultern. Wie hatte dies geschehen können? Er wusste es nicht, doch würde unbezweifelt dies Konsequenzen haben - für irgendjemanden! Einmal mehr wurde ihm schmerzlich bewusst, dass er sich nach Sciurus' Tod auf keinen Untergebenen recht konnte verlassen, nicht einmal darauf, dass jemand für die Konsequenzen würde Sorge tragen.
"Diese Störung wird nicht ohne Folgen bleiben!"
bekräftigte er dennoch, hatte er doch bereits ein Urteil über die Übeltätern gefällt und mochte all jene ebenso verurteilt wissen, welche ihr geholfen hatten. Auf der Bühne derweil hatte das Pausenprogramm zur Überbrückung bis zur Verkündigung des Siegers begonnen, und da es nicht allzu lange war, drängte Gracchus zu einem Urteil.
"Wir sollten dennoch die Zuschauer nicht noch mehr unter diesem Zwischenfalle leiden lassen, und den Sieger plan..gemäß küren."
Leise berieten sich somit die Augusta, Claudius Menecrates und Gracchus über die Güte und Darbietung des Gehörten. Eine Einigung war zwar gefunden, doch die Wahl für oder gegen einen Kandidaten fiel sehr knapp aus. Letztendlich jedoch konnte es nur einen Gewinner geben. Die Juroren begaben sich von ihrer Tribüne herab und hinauf auf die Rostra, und auf ein Zeichen hin ertönte eine Fanfare, um das Volk zur Ruhe zu bitten und den Fortgang der Veranstaltung anzukündigen. Flavius Gracchus trat einen Schritt nach vorn und erhob seine Stimme.
"Bürger und Bürgerinnen Roms, Freunde und Gäste unserer Stadt! An diesem Tage durften wir uns erfreuen an großartiger Redekunst, welche jeder einzelne der Kandidaten uns ließ ange..deihen. Es war darob nicht einfach für uns jenen zu bestimmen, welcher die Ehrung Roms am kunstfertigsten, am bewegendsten und am eindrückli'hsten präsentierte. Und obgleich wir uns auf einen Sieger einigten, so war es doch ein höchliches Vergnügen allen Kandidaten lauschen zu dürfen."
Zumindest allen offiziellen Kandidaten, doch der Flavier wollte dem Eklat nicht durch ein einziges Wort mehr Raum geben.
"Indes ist es das Ziel eines Wettbewerbes stets einen Gewinner zu bestimmen - und in unserem Falle ist dies"
, er ließ durch eine kurze Pause ein wenig Spannung aufbauen.
"Tiberius Valerius Flaccus!"
Ein Applaus brandete auf, währenddessen Calpetanus dafür Sorge trug, dass der Valerier noch einmal hinauf auf die Rostra kam.
"Valerius Flaccus, meinen Glückwunsch zu deinem verdienten Siege!"
Gracchus schüttelte dem Sieger die Hand und überreichte sodann die Besitzurkunde für das Stück Land im Süden Italias.*

Sim-Off: * WiSim
Thema: Ansuchen um Kontoeröffnung
Manius Flavius Gracchus

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30.11.2019 09:16 Forum: WiSim und Technik


Mein Konto bitte einmal reaktivieren (zur Übergabe der Siegprämie des Redenwettbewerbes).
Thema: [Forum Boarium] Templum Mercuri
Manius Flavius Gracchus

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RE: Ein Fall für Zwei 26.11.2019 17:53 Forum: Templa Urbis


"Das klingt durchaus vernünftig"
, nickte der Flavier und trat weiter in den kühlen Raum. In einem Regal zur Seite hin lagerten Votivgaben - kleine Statuetten und Bildtäfelchen, Anhänger und Glücksbringer, sortiert nach Materialien - wenig nur aus einschmelzbaren Metallen, vieles aus Ton. In einem Korb lagerten verderbliche Waren, die bereits verdorben waren - welke Blumenkränze vorwiegend -, und auf einem Tisch die verwertbaren Gaben des Tages - einige Opferkekse und ein Kuchen. Daneben stand die verschlossene Kasse, in welcher die Münzen aufbewahrt wurden. Gracchus stellte die Laterne daneben ab und begutachtete sie.
"Dies erweckt ebenfalls nicht den Anschein als hätte sich jemand daran zu schaffen gema'ht."
Thema: NSC benötigt
Manius Flavius Gracchus

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Augusta 21.11.2019 17:45 Forum: Ideen-Board


Die Augusta hat PN-Post, es geht um die Ermittlung des Rednenwettbewerb-Gewinners.
Thema: Ihr Kinderlein kommet ...
Manius Flavius Gracchus

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RE: Ihr Kinderlein kommet ... 17.11.2019 15:24 Forum: Villa Flavia Felix


Einige Tage später kehrte Gracchus wieder zurück nach Rom, konnte er doch nicht vertreten, dem Senat und dem Collegium, welche wieder regelmäßig tagten, viel länger fern zu bleiben. Prisca war erfreut gewesen, ihn zu sehen, ebenso wie er sie, gleichsam war er mehr noch beglückt, dass sie nach der aufreibenden Zeit der Gravidität und Niederkunft wohlauf und glücklich war. Die beiden winzigen Menschen zauberten ihr ein Lächeln aufs Gesicht, welches sie schöner strahlen ließ als alle Nymphen der Welt. Am zweiten Tage seines Besuches nahm Gracchus nach altem Ritus die beiden Kinder vom Boden, und damit in die Familie, sowie Gesellschaft auf und als seine Nachkommen an: Flavia Prisca, welche wenige Augenblicke vor ihrem Bruder das Licht der Welt hatte erblickt, und Quintus Flavius Gracchus. Darüberhinaus war der Vater ein wenig enttäuscht, dass die Kinder während seiner Anwesenheit vorwiegend schliefen, doch der Medicus Tisander versicherte, dass dies gänzlich normal sei. Gracchus suchte sich an die Tage nach den Geburten seiner übrigen Kinder zu entsinnen, doch tatsächlich musste er sich eingestehen, dass er wenig nur noch davon wusste, außer, dass sie weder zu einem Gespräch, noch einem Spiel bereit und er darob für sie schlichtweg nicht allzu empfänglich gewesen war. Da auch Prisca ob der Anstrengung gleich zwei Kinder zur Welt zu bringen ebenfalls noch ein wenig mehr Ruhe bedurfte, verließ er seine kleine Familie am dritten Tage bereits wieder, um in Rom seinen Pflichten nachzukommen. Seine Laune hatte ob des freudigen Ereignisses sich merklich gebessert, gleichwohl die Stadt nur allzu bald ihm wieder die Unzulänglichkeiten der Sklavenschaft vorhielt.
Thema: [Forum Boarium] Templum Mercuri
Manius Flavius Gracchus

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RE: Ein Fall für Zwei 17.11.2019 11:01 Forum: Templa Urbis


Das pontificale Duo folgte dem Aedituus, Gracchus dabei bemüht möglichst unauffällig die Gegebenheiten zu beäugen. War das Türschloss ohne Makel, zeigten sich Spuren von Gewalteinwirkung an Holz oder Mauerwerk? Tatsächlich fühlte er sich ein wenig wie Sklave Gaius aus den Geschichten, wenn auch zu seinem Bedauern weit weniger sachkundig.
"Vielen Dank. Du kannst den Schlüssel hier lassen und dich wieder deinen Pfli'hten widmen"
, komplementierten er den Didier hinfort. Von einer Halterung neben der Türe nahm er eine Laterne und trat in den Raum ein, der sonstige nur spärlich durch einige Lichtscharten unter der Decke beleuchtet wurde.
"Nun?"
wandte er sich Valerius zu.
"Es erweckt auf mich nicht eben den Anschein, als hätte jemand ge..waltsam die Türe geöffnet und der Aedituus suchte einen Diebstahl in seinem Tempel zu vertuschen."
Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Manius Flavius Gracchus

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Interludium 17.11.2019 10:56 Forum: Roma


| Calpetanus

Calpetanus war es durchaus gewöhnt, Störungen im Programm auszugleichen und das Publikum durch alle Widrigkeiten bei Laune zu halten. Ein Zwischenfall wie diese Brandrede war ihm jedoch schon lange nicht mehr untergekommen und hatte ihn in seiner Vehemenz doch sehr aus dem Konzept gebracht. Erst sein Name aus dem Mund des Flaviers setzte ihn schlussendlich wieder in Bewegung.
"Werte Zuschauer, werte Zuschauer, bitte entschuldigt diesen kleinen Zwischenfall! Selbstredend gehört der Beitrag des 'Philo von Amastris' nicht zu unserem Wettbewerb"
, proklamierte er lauthals über das Forum hinweg sobald er wieder auf der Rostra stand.
"Norius Carbo war also schon unser letzter Kandidat und damit legen wir eine kurze Pause ein, dass die Jury sich beraten kann. Genießt währenddessen die Angebote unserer Händler, hochverehrtes Publikum, oder lasst euch berieseln von den poetischen Worten des Gaius Gargonius Globulus über unsere schöne Stadt: O wie fühl' ich in Rom!"

Calpetanus trat in den Hintergrund und ein junger Bursche begann zu rezitieren, während auf den Forum die Händler begannen ihre Speisen und Naschereien anzupreisen.
"O wie fühl' ich in Rom mich so froh! gedenk' ich der Zeiten,
Da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing,
Trübe der Himmel und schwer auf meine Scheitel sich senkte,
Farb- und gestaltlos die Welt um den Ermatteten lag
Und ich über mein Ich, des unbefriedigten Geistes
Düstre Wege zu späh'n, still in Betrachtung versank.
Nun umleuchtet der Glanz des helleren Äthers die Stirne;
Phöbus rufet, der Gott, Formen und Farben hervor.
Sternhell glänzet die Nacht, sie klingt von weichen Gesängen,
Und mir leuchtet der Mond heller als nordischer Tag.
Welche Seligkeit ward mir Sterblichem! Träum' ich? Empfänget
Dein ambrosisches Haus, Jupiter Vater, den Gast?
Ach! hier lieg' ich und strecke nach deinen Knien die Hände
Flehend aus. O vernimm, Jupiter Xenius, mich!
Wie ich hereingekommen, ich kann's nicht sagen; es faßte
Hebe den Wandrer und zog mich in die Hallen heran.
Hast du ihr einen Heroen herauf zu führen geboten?
Irrte die Schöne? Vergib! Laß mir des Irrtums Gewinn!
Deine Tochter Fortuna, sie auch! die herrlichsten Gaben
Teilt als ein Mädchen sie aus, wie es die Laune gebeut.
Bist du der wirtliche Gott? O dann so verstoße den Gastfreund
Nicht von deinem Olymp wieder zur Erde hinab!
'Dichter! wohin versteigest du dich?' Vergib mir! der hohe
Kapitolinische Berg ist dir ein zweiter Olymp.
Dulde mich, Jupiter, hier, und Hermes führe mich später,
Cestius' Mal vorbei, leise zum Orkus hinab!"
*
Einige Augenblicke ließ er Stille wirken ehedem er eine Verbeugung andeutete und sich anschickte die Rostra zu verlassen.

Sim-Off: * Dieses Gedicht stammt selbstredend nicht von Gaius Gargonius Globulus, sondern von Goethe, passt indes thematisch zu gut, um es der temporalen Unstimmigkeiten zu opfern.
Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Manius Flavius Gracchus

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RE: Der sechste Kandidat: Philo von Amastris 17.11.2019 10:50 Forum: Roma


Verärgert blickte der Flavier über das Forum hinweg, auf welchem mit einem Male mehr und mehr Unruhe auszubrechen schien, und presste seine Kiefer aufeinander. Calpetanus stand noch immer verwirrt am Fuße der Rostra, und die Stadtwachen kamen nur viel zu langsam durch die dichte Zuschauermenge. Obgleich Gracchus die Frau, die sich als Philo von Amastris auf die Bühne hatte gemogelt, nicht nur ob dessen in Haft wollte sehen, mochte er nicht das eigentliche Ereignis dieses Tages verkommen lassen.
"Calpetanus"
, herrschte er darob zu diesem hin.
"Das Programm!"
Während der Ausrufer sich besann und zur Rostra emporstieg, stand unvermittelt Iulius Caesoninus vor den Juroren.
"Diese Xanthippe hat Rom und seine Götter beleidigt, und dafür soll sie geri'htet werden!"
stimmt er entschieden zu.
"Doch ich bin nicht gewillt zu dulden, dass sie Roms Bürgern die Freude an diesem Tage stiehlt. Die Cohortes sind zweifels..ohne in der Lage auch ohne ihren Praefectus, und auch ohne das Beitun aller Virgintiviri ihrer Aufgaben nachzukommen."
Letztendlich gehörte die Jagd auf Verbrecher zu deren Tagesgeschäft, und der Praefectus wurde in den meisten Fällen erst spät involviert.
Thema: Posteingang
Manius Flavius Gracchus

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Herius Claudius Menecrates 17.11.2019 10:46 Forum: Allgemeines


Der Posteingang von Benutzer »Herius Claudius Menecrates« ist bereits voll.
Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Manius Flavius Gracchus

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RE: Der sechste Kandidat: Philo von Amastris 10.11.2019 20:36 Forum: Roma


Äußerliche stoisch saß Gracchus auf der Tribüne der Richter, doch in seinem Innersten erfreute er sich wieder und wieder an den Reden, welche auf der Rostra dargeboten wurde. Die jungen Talente Roms überboten sich an Lobpreisung, ebenso wie an Finesse und Tiefgang ihrer Reden. Kurzum - der Flavier hatte größtes Vergnügen an diesem Tage, welches bereitwillig alles andere ihn vergessen ließ, und schärfte vor dem letzten Redner er noch einmal seine Aufmerksamkeit. Dass mit einem Male eine Frau sich auf der Rostra präsentierte, wurde ihm erst gewahr als sie ihre Stimme erhob und er nicht nur den Worten, sondern auch ihrer Präsenz Beachtung bot. Ein wenig derangiert blickt er nach rechts und nach links, insbesondere auch zur Augusta hin. Wer hatte dies erlaubt, wer hatte die Frau zugelassen? Immerhin begann sie mit einer durchaus passablen Rede, dass er einen Augenblick fasziniert war von ihrer Redegewandtheit, abgelenkt war von Ihrer Person und beinahe vergaß, dass ihr Auftritt nicht statthaft war. Sodann jedoch wandelte sich ihre Ansprache, mit einem Male sprach regelrechter Zorn aus ihr und sie begann Rom und seine Bewohner zu beleidigen. Noch immer verwirrt blickte der Flavier zu Calpetanus, denn jener war durchaus bekannt dafür, sich seine eigenen Scherze im Ablauf des Programmes zu erlauben, doch dieser stand nur mit staunend, offenem Mund und weit geöffneten Augen vor dem Aufgang zur Rednertribüne. Wie eine Flutwelle schwappte die Anklage der Frau über die versammelte Menge hinweg, welche gebannt zu ihr empor starrte und nicht recht zu wissen schien, wie dieser Beitrag einzuordnen sei. Erst als sie begann die Götter zu verunglimpfen, ging ein Ruck durch Gracchus. Wer auch immer sich dies hatte ausgedacht, dies war zu viel des Guten!
"Calpetanus, beende diese Rede"
, zischte er diesem zu. Doch der dicke maitre de plaisir blickte noch immer wie ein Schaf zum Schlachter und rührte sich keinen Fingerbreit.
"Calpetanus!"
Auch unter den Zuschauern begann sich Entsetzen und Unmut zu regen, und als Philotima die gesamte Menge verdammte, schlug Gracchus mit der Faust auf den schmalen Tisch vor den Richtern und erhob sich.
"Genug!"
donnerte er, doch Philotima ließ sich nicht beirren, erhob ihre Stimme weiter und brandete an gegen alle Widrigkeiten. Hilfesuchend blickte der Flavier sich um, ein solcher Zwischenfall war nicht vorgesehen, und darob auch keine Vorbereitungen dafür getroffen. Zwei Soldaten indes standen hinter der kleinen Tribüne der Richter, um die Prominenz darauf zu schützen, die Gracchus nun anherrschte:
"Holt diese Verrückte ver..dammt noch eins von der Bühne! Sofort!"
Aufgebracht drehte er sich um zurück zur Rostra, wo nun Worte über den HERRN fielen, Worte, welche in Gracchus das Blut der Rage in Wallung brachten, mehr noch als jede Beleidigung Roms.
Thema: Ihr Kinderlein kommet ...
Manius Flavius Gracchus

Antworten: 7
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RE: Ihr Kinderlein kommet ... 09.11.2019 16:52 Forum: Villa Flavia Felix


Flavius Gracchus war dieser Tage, respektive seit er aus den Montes Lucretili alleine war zurückgekehrt, gänzlich neben sich. In jeder noch so kleinen Handlung wurde ihm beständig gewahr, wie sehr er sich stets auf Sciurus hatte verlassen können, welcher oft noch vor ihm selbst hatte gewusst, was er als nächstes hatte tun wollen. Kein Sklave war ihm nun gut genug, ein jeder nur ungenügend, so dass es im flavischen Haushalt lauter war als gewöhnlich und eine Spannung vorherrschte, welcher die übrigen Bewohner suchten auszuweichen. Hinzu kam, dass Ali, der maior domus, rasch die frei gewordene Position des Sklaventreibers übernahm, und die Verfehlungen, welche der Hausherr den unfähigen Sklaven beständig verargte, in dessen bisweilen von Furor durchzogenen Sinne maßregelte. Gracchus selbst schwankte beständig zwischen Gram über den Verlust, Rage über den Verrat, Schuld ob seiner Tat, Jähzorn über die Dreistigkeit, Zweifel ob der Beweggründe. Das Dräuen des Fluches aus vergangenen Tagen hatte sich wieder über ihn gelegt, in jedem Schatten konnte er seinen Leibsklaven entdecken, vermisste und verfemte ihn zugleich, schrak aus argen Träumen empor und weinte sich zurück in den Schlaf, da kein Sciurus kam, ihn zu trösten. Nach einer solch grausamen Nacht hatte er bereits den Tonsor geohrfeigt und dem Frühstückssklaven eine Schüssel hinterhergeworfen, dass der junge Phoebus vollkommen eingeschüchtert war, als er Gracchus den Brief des Tisander überbrachte und vorlesen musste.
"Zwei Kinder!"
lachte der Flavier indes nur erleichtert und sprang auf.
"Ich werde sofort zu meiner Gemahlin reisen! Lasse alles vorbereiten!"
Thema: Montes Lucretili – Omnia vincit Amor(?) – Szenen einer Jagdpartie
Manius Flavius Gracchus

Antworten: 31
Hits: 384
RE: Tag 4 – Nur die Berge waren Zeuge 09.11.2019 16:41 Forum: Italia


Den restlichen Tage verbrachten sie gemütlich in ihrem kleinen Nest, erst später wagten sie sich wieder hinaus in den milden Nachmittag, als Armastan mit den Lebensmitteln zurückkehrte. Sie sandten den Custos hinab in die Schlucht, doch außer einer blutigen Spur auf den Felsen am Wasser konnte er nichts entdecken. Sciurus' Leichnam war von den kühlen Wogen des Flusses verschluckt worden. Gracchus war durchaus erleichtert über diese Tatsache, entband ihn dies doch von der Entscheidung, was mit dem toten Körper zu tun sei - hatte doch einerseits Sciurus schweren Verrat geübt, für welchen es keine Entschuldigung gab, doch andererseits hätte es ihn durchaus belastet, dem langjährig treuen Sklaven die Bestattung zu verweigern. Gleichwohl würde auf diese Weise auch die notwendige Erklärung über den Verbleib des Sklaven zurück in Rom eine einfachere sein - er war schlichtweg abgestürzt in die Schlucht und im reißenden Flusse versunken, denn auch hier hätte die Wahrheit viel zu viele Fragen aufgeworfen, und zu viele Erklärungen über Hintergründe, welche besser im Verborgenen blieben, eingefordert. Befreit indes von all solchen Entscheidungen - wenn auch in Gracchus' Falle nicht von unterschwellig brodelnden Gefühlen - widmeten die beiden Liebenden unter der leisen Anweisung Serapios sich der Zubereitung eines Abendessens und begannen für den nächsten Tage des Aufbruchs ein wenig ihr Gepäck zusammenzupacken. Während der Flavier die Bedeutsamkeit Sciurus' Verlustes den Tag über hatte von sich geschoben, wurde ihm erstmalig zum Abend hin gewahr, wie essentiell der Sklaven für sein Leben gewesen war, als es ihm unmöglich schien seine Güter in die vorhandenen Taschen zu verpacken. Glücklicherweise war Serapio darin geübt, Reisegepäck auf den Rücken eines Pferdes zu lasten, und gemeinsam konnten sie durchaus über die Situation lachen. Der Schlaf indes bis zum nächsten Morgen war unruhig, auf beiden Seiten - auf der einen ob der Geschehnisse eines vergangenen Lebens, auf der anderen ob der Geschehnisse des vergangenen Tages.
Thema: Der Wettstreit der Rhetoren - die Rückkehr der Redenschwinger
Manius Flavius Gracchus

Antworten: 70
Hits: 990
Der sechste Kandidat: Philo von Amastris 09.11.2019 12:47 Forum: Roma


| Calpetanus

Calpetanus trat zu Norius Carbo und nickte ihm freundlich zu. Sein Beitrag hatte sich auf jeden Fall von den anderen abgegrenzt.
"Applaus für Norius Carbo! Auch dir vielen Dank für deine Rede!"

Der letzte Beitrag kam ebenfalls von einem Peregrinus, dass es noch einmal spannend würde werden, wie dieser Rom würde würdigen.
"Beinahe sind wir am Ende der Reden angelangt, aber nur beinahe. Denn noch erwartet uns der letzte Kandidat! Dafür, dass er so lange ausharren musste, einen extra Applaus für Philo von Amastris!"
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