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Thema: cubiculum | Titus Decimus Scapula
Titus Decimus Scapula

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RE: Titus Decimus Scapula 18.09.2019 10:46 Forum: Casa Decima Mercator


~~~ Nereos

Völlig überfordert mit der Gesamtsituation stolperte Nereos durch die Casa Decima Mercator. Die neuen Eindrücke waren überwältigend, alles war so anders als er es sich vorgestellt hatte. Er dachte, seine Zeit in Alexandria gut mit der Vorbereitung auf seine kommende Zukunft in Roma genutzt zu haben. Römische Sitten und Gebräuche zu lernen war das eine, römische Sitten und Gebräuche zu erleben etwas ganz anderes! Es fing ja alles schon mit dem Anwesen selbst an… Gebäude in römischen Stil hatte er schon von innen gesehen, aber das hier war etwas ganz anderes! Die reich verzierten Fresken und Wandmalereien, die Töpferarbeiten und die Größe ganz generell – Wahnsinn! Und dann die ganzen neuen Gesichter. Der Haushalt der Decimer war riesig und dabei hatte er nur beiläufig aufgeschnappt, dass es derzeit eher ruhig zuging. Wie war das denn hier zu anderen Zeiten? Es gab so viele Sklaven wie Nereos, dass er das Gefühl hatte, unmöglich alle Namen lernen zu können – und das war nur die Dienerschaft der Familie. Jeder Bewohner hatte ja noch seine ganz eigene Riege, die man auch mal nur sporadisch antreffen würde… Hilfe!

Erst einmal wurde Nereos der Vilica des Hauses, Rhea – wichtiger Name, merken! – vorgestellt. Sie zeigte eine klare Kante und Scapulas Leibsklave konnte sich lebhaft vorstellen, welche Konsequenzen die Missachtung der Anweisungen oder Hausordnungen nach sich ziehen konnten. Einige andere hatte er nur flüchtig kennengelernt, viele wurden auch sofort mit neuen Aufgaben betraut, um die Ankunft des Decimers vorzubereiten. Es war nicht genügend Zeit gewesen! Scapula war kurz nach Nereos eingetroffen - er würde sich ein wenig den Blicken seines Herren entziehen! Sollte dieser sich erst einmal mit seiner Familie beschäftigen. Das gab Nereos auch die Gelegenheit, sich ein wenig zu erholen. Er war völlig abgehetzt! Der ganze Stress hörte hier drinnen ja gar nicht auf! "Das cubiculum deines Herren befindet sich dort hinten!", hörte er die Vilica noch abschließend sagen. Sie zeigte in Richtung... einer Wand… jetzt musste er selbst rausfinden, wo genau das war. Er konnte das ja jetzt nicht fragen… sie würden ihn für dämlich halten. Also stapfte er los.

~~~


Er war mindestens in fünf verschiedenen Zimmern gewesen und hatte jedes Mal Glück, dass keiner drin war – es waren fünf falsche Zimmer! "Verdammt…. Das muss doch hier sein…", murmelte Nereos und näherte sich der nächsten Tür. Diese war nur angelehnt und von innen hörte der Stimmen. Ganz sachte öffnete er die Tür ein wenig und lugte durch den größer werdenden Spalt hinein. Er konnte nur eine Frau sehen, von der Optik her handelte es sich aber vermutlich um eine… Kollegin. "Boah, schau mal! Das sind echte Goldfäden!", brüllte sie plötzlich und lenkte damit, wenn schon nicht Timaias Interesse, so doch jenes von Nereos auf die Tunika, die zweifelsohne seinem Herrn gehörte! Bestimmt öffnete er die Tür komplett und trat in das Zimmer. Hier musste er richtig sein! "Würdet ihr bitte sorgsam mit den Habseligkeiten meines Herrn umgehen!", überraschte er die beiden Sklaven und klang dabei vermutlich deutlich weniger autoritär als er sich das vorstellte. Sein Ziel, gegenüber diesen Hausdienern eine klare Kante zu zeigen würde möglicherweise nicht so gut funktionieren, wie das bei Rhea geklappt hatte.



SKLAVE - TITUS DECIMUS SCAPULA
Thema: Von müden Knochen und brummenden Schädeln
Titus Decimus Scapula

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Von müden Knochen und brummenden Schädeln 16.09.2019 21:42 Forum: Thermae Agrippae


Mit einem leisen Stöhnen glitt der Decimer ins Caldarium. Die Augen entspannend geschlossen hielt er sich mit den Armen am Rand des Beckens. Tiefes Einatmen. Tiefes Ausatmen. Das warme Wasser tat ihm gut, er hätte sich gewünscht, die Stationen vor dem Caldarium überspringen zu können. Doch da waren die Thermen eigen, ein Abbild der römischen Gesellschaft als Ganzes: Es gab Regeln, eine Reihen- oder Rangfolge die es zu befolgen gab, wollte man sich nicht misstrauischen Blicken oder offener Missbilligung aussetzen. Tiefes Einatmen. Tiefes Ausatmen.

Löste sich da etwa das zermalmende Brummen in seinem Schädel? Ein hallendes Salve vom anderen Ende der Halle führte zu einem scharfen Stich in den Schläfen und holte Scapula sofort zurück in die unbarmherzige Realität seines Leids. Bereute er den gestrigen Abend? Nein… keineswegs! Es war ein kleiner aber umso herzlicher Empfang gewesen, dem ihm sein Vetter Serapio und dessen Libertus Icarion bereitete. Der drohende Brummschädel sollte sein Problem von Zukunfts-Scapula sein – der war er nun. Die Thermae Aggripae schienen auf dem Papier ein gutes Heilmittel, bis er den ersten Fuß vor die Casa setzte: lautes Treiben auf dem gesamten Weg zu den Thermen und auch hier war es – selbstverständlich – voll und grell. Nereos hatte sich jedoch so sehr gefreut und Titus irgendwie auch. Jetzt war er nunmal hier und würde das Beste daraus machen. Das Caldarium war schon immer sein liebstes Becken. Hier konnte man gut entspannen und häufig auch gute Gespräche führen – wenn es nur nicht so laut wäre.

Leichte, rhythmische Bewegungen der Beine ließen den Decimer leicht treiben und die Anspannung seiner Reise ganz ganz langsam von ihm fallen. Für einen kurzen Augenblick hatte er sogar das Gefühl, hier sei es still, ein Ort der reinsten Erholung und der ungetrübten Sorglosigkeit. Ein schwaches "Bona Dea" entfuhr Scapula, während er noch immer mit geschlossenen Augen versuchte, das Pulsieren seines Kopfes mit reinster Willenskraft zu lindern.

Sim-Off: Wer mag, darf sich gerne dazugesellen.
Thema: cenatiuncula
Titus Decimus Scapula

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RE: Cena zur Ankunft des Scapula 16.09.2019 19:24 Forum: Casa Decima Mercator


Ein breites Grinsen bildete sich auf Scapulas Gesicht, als er Serapios Vorschlag eines ordentlichen Mischverhältnisses des Caecubers vernahm. Schneller als vielleicht ratsam leerte er den letzten Rest – in guter Gesellschaft trank er recht zügig – seines Bechers und hielt diesen erneut dem jungen Mundschenk hin. "Ich dachte schon, du fragst nie!" Natürlich hatte das ganz erlesene Gründe: Wie konnte man das Aroma dieses vorzüglichen Weines denn beurteilen, wenn er zur Hälfte mit Wasser gestreckt war? Nein, der Wasseranteil musste reduziert und der Caecuber noch einmal ausgiebig (!) neu verköstigt werden.

Trotz des vielen Weins fiel es Titus doch auf, dass die berufliche Zukunft seines Vetters nicht unbedingt zu dessen aktuellen Lieblingsthemen gehörte. Oder vielleicht wollte er sich auch einfach nicht heute Abend damit auseinandersetzen. Die knappen Antworten lieferten dem Heimgekehrten unabhängig der Beweggründe den Hinweis, nicht nur die eigenen Zukunftspläne von der Auswahl der heutigen Gesprächsthemen zu streichen. Die Begeisterung und Schwärmerei über das Bigafahren machte es leicht, welches Thema denn dann eher Serapios Geschmack entsprach.

"Oh, wenn du das sagst? Ich hatte beim Zuschauen immer das Gefühl, dass das ein ganz schönes Kunstwerk sei! Diese Geschwindigkeiten, dann muss man auch noch mehr als ein Pferd im Zaum behalten und auf dem Wagen muss man sich ja auch noch halten!" Er lachte bei der Vorstellung, wie er, mit wettergegerbter, braungebrannter Haut und nacktem Oberkörper auf dem Gespann stand und gen Ziellinie fuhr, ein verwegenes Siegergrinsen dem Publikum zuwerfend. Schnell wurde die Szenerie durch die spektakulären Unfälle verdrängt, die sich immer wieder ereigneten und Scapulas Lachen erlosch ein wenig unsanft. "Hast du denn einen guten Lehrer an der Hand? Oder… übernimmt das der hauseigene Rennmeister persönlich?" Trotz des ordentlichen Respekts gegenüber dieser Freizeitbeschäftigung traute Titus dem Urteil seines Vetters. Vielleicht war es doch weniger ein Kunststück wie es die professionellen Fahrer aussehen ließen. Den Sieg davon zu fahren war schließlich nur eine Seite eines guten Fahrers, die Fähigkeit die Menge zu unterhalten gehörte ohne Frage auch dazu!

"Wie könnte ich dem Ruf der Factio widerstehen? Vielleicht ist es auch eher der Ruf des Meridius‘, aber für viele ist das auch gleich." Maximus hatte an vielen Orten Roms seine Spuren hinterlassen. Seine Arbeit in der Factio Aurata ist seit je her prägend gewesen und er erinnerte sich noch gut an die Worte als Kind Es gibt nur die Aurata! Komm‘ ja nicht auf eine andere Idee! Damals war das lustig, heute fragte er sich, wie viel Ernst tatsächlich in diesen Worten lag. "Wird nicht das erste sein, was ich in Rom mache, aber Sotion mit lautem Zuruf von den Rängen zu unterstützen… das wird hoffentlich nicht lange auf sich warten lassen!"

Serapio schien ein gutes Stück lockerer! Der Wein zeigte wohl auch bei ihm Wirkung und selbst Icarion meldete sich schließlich zu Wort. Während Scapula dem kurzen Austausch über Medea folgte, verleibte er sich ein gutes Stück des Wildschweins ein. Mhhhmm… tatsächlich war das Fleisch butterzart, die Kruste hingegen herrlich knusprig. Die Augen des Decimers weiteten sich leicht, ehe sie sich zu genießend fast schlossen. Je länger er das Aroma genoss, desto mehr entfaltete es sich und wurde noch intensiver. Was immer er auch vorhin Schlechtes zum Thema Wildschwein dachte: Das war Geschichte! Von nun an sollte es nur noch Wildschwein geben! Rasch griff er nach dem nächsten Stück. "Ahhh, Theater! Ich liebe gutes Theater, vor allem die Klassiker! Du bist wohl ein Freund moderner Inszenierungen?", versuchte er aus den Aussagen Serapios herauszulesen "Ich habe bei vielen dieser neumodischen Formen des Theater das Gefühl… sie wollen einfach nur anders sein." Das konnte einen ärgern: Man freute sich auf ein gutes Stück, kannte natürlich die Geschichte sowieso aber man ließ sich ja gerne auf etwas neues ein. Doch dann… war es einfach schlecht. Im Bestreben, gänzlich neu und unverbraucht zu sein, war die Qualität oftmals nur noch Nebensache und so durfte man einer ewig langen Vorstellung beiwohnen, die jeder ganz toll fand, aber ehrlich gesagt einfach nur mies war. Ganz zu schweigen vom anderen Extrem der völlig trivialen Phlyaken-Posse und dergleichen Formen des "Theaters". Vor allem während seiner Aufenthalte in Achaia und Alexandria hatte er viel Kontakt mit dem Theater gehabt. Scapula lockerte die Toga noch ein gutes Stück und lehnte sich näher richtung der beiden Theaterfreunde. "Recht früh auf meiner Reise konnte ich eine sehr interessante Interpretation der Orestie sehen, eine kleine Truppe, ein erstaunlich kleines Theater, aber seltsam… intensiv…"

~~~


Niemand konnte mit absoluter Sicherheit sagen, wie lange die drei noch in der Cena lagen, ob das Mischverhältnis den Caecubers ein weiteres Mal „korrigiert“ wurde oder ob Icarion nicht doch noch die Möglichkeit bekam, mit seinen Rezitationskünsten zu brillieren – vielleicht mit etwas heiterem als Medea. Sicher war nur eines: Mindestens ein Schädel würde am nächsten Tag ordentlich brummen…
Thema: The voice of Rome
Titus Decimus Scapula

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15.09.2019 13:34 Forum: Ideen-Board


Na dann melde ich mich doch auch an! smile
Thema: The voice of Rome
Titus Decimus Scapula

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13.09.2019 14:25 Forum: Ideen-Board


Genau, sowas. Die Frage war für mich, wie sinnig das für meine ID wäre, an so etwas teilzunehmen. Da ich aber ab dem ersten Oktober für zwei Wochen im Urlaub bin und nicht genau weiß, wie sehr ich in der Zeit zum Schreiben komme, falle ich denke leider eh raus.
Thema: An- / Abwesenheiten
Titus Decimus Scapula

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12.09.2019 22:33 Forum: Allgemeines


Für das Wochenende melde ich mich auch mal zumindest vom Schreiben ab. smile
Thema: cenatiuncula
Titus Decimus Scapula

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RE: Cena zur Ankunft des Scapula 12.09.2019 22:31 Forum: Casa Decima Mercator


Mit großem Interesse folgte Scapua den Ausführungen seines Verwandten. Solche Einsichten waren genau das, was dem Decimer fehlte. Er hatte viel Theorie gelernt und immer wieder versucht, das Geschehen in der urbs aeterna halbwegs aktuell zu verfolgen. Manchmal war das schwieriger, aus… verschiedenen Gründen. Aber von einem ehemaligen Gardepräfekten konnte man natürlich Informationen von anderer Qualität erhalten. In einem anderen Rahmen sollte das Gesprächsthema vielleicht noch einmal vertieft werden.
"Ich hatte ja auch genug Zeit zum Nachdenken. Reisen kann sehr eintönig sein, aber das muss ich dir wohl nicht erzählen". Nicht nur, dass er selbst die Reise nach Alexandria angetreten hatte, Serapio war sicherlich noch an ganz anderen Orten gewesen. Und die Legio bietet natürlich auch nicht unbedingt dieselben Möglichkeiten der Zerstreuung wie sie Scapula genießen konnte. Naja… Flavius Gracchus also, Freund von Serapio, und Lehrer von Casca. Da scheinen ebenso schon tiefe Verbindung zu bestehen, wie auch bei Menecrates. Das machte die Entscheidung leider nicht einfacher. "Ich danke dir jedenfalls schon einmal für diesen kurzen Einblick. Wahrscheinlich werde ich dich öfter noch um den ein oder anderen Informationshappen bemühen. Aber genug von dem Thema für heute!" Zum einen musste er die vielen Eindrücke erst einmal sortieren, zum anderen sollte es bei dieser kleinen Familienzusammenkunft nicht nur um solch trockene Themen wie den Senat gehen. "Stattdessen sollten wir mehr trinken!" Den frisch gefüllten Becher erhoben prostete Scapula seinem Vetter und dem stummen (oder eher zurückhaltenden?) Icarion zu.

Es sollte die letzte Pastete sein, die Titus' Aufmerksamkeit in den Bann zog und dafür sorgte, dass er nicht wirklich bemerkte wie Faustus das Hochzeitsthema einfach überging. Er war ausgelassen und erschöpft und nicht unbedingt im Modus, solche Feinheiten im Gespräch mitzubekommen. "Das ist leider wahr…", stimmte er zu, Roma war auch in dieser Hinsicht unbarmherzig. "... hat aber auch etwas beruhigend... abschließendes." Die Garde hatte ihn wohl noch immer fest im Griff, Achaia würde wohl noch einige Jahre warten müssen. "Als Tribun? Zieht es dich eher wieder in Getümmel?" Scapula war sich um die genauen Abgrenzungen der Tätigkeiten zwischen Präfekt und Tribun bei der Prätorianern nicht sicher. Er wusste zumindest, dass man die Struktur der Legion nicht ohne weiteres analog mit jener der Garde vergleichen konnte, vor allem in den oberen Rängen. Er ging davon aus, dass dem Tribun ein wenig mehr Tätigkeit abseits vom Schreibtisch möglich war und so schätze er auch Serapio ein.

Zusammen mit einem frischen Thema wurden auch frische Speises serviert – und was nicht alles kredenzt wurde: Wildschwein in einer Honig-Kräuterkruste! Wildschwein wäre zwar nicht unbedingt die erste Wahl des Decimers gewesen, aber gut gemacht konnte das trotzdem überzeugen. Außerdem hatte er Hunger! Vom Chaos in der Küche und dem Rest der casa bekam er nichts mit. Eine seiner ausgezeichneten Qualitäten (nicht nur seiner, das war natürlich eine weit verbreitete Angewohnheit der oberen Schicht) war es, die Arbeit der Dienerschaft um ihn herum gut ausblenden zu können.
Bigafahren… das fand Scapula spannend! "Du bist beim Equus October mitgefahren? Wie aufregend! Nein, leider nicht. Ich bin mal mit einer Quadriga mitgefahren. Ich fürchte, ich würde mich nicht besonders geschickt anstellen!", sagte er lachend. Reizen würde ihn das schon. Er war ein großer Anhänger der Wagenrennen und konnte es kaum erwarten, solche wieder im Circus Maximus zu sehen! "Sollte ich das vielleicht einmal versuchen?" Serapio schien großen Gefallen daran zu finden. "Bist du denn öfter bei Wagenrennen anzutreffen? Zumindest als Zuschauer? Ich nehme an, dass die Factio Aurata noch immer gefühlt zur Hälfte aus Decimern besteht!"
Thema: cenatiuncula
Titus Decimus Scapula

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RE: Cena zur Ankunft des Scapula 11.09.2019 23:06 Forum: Casa Decima Mercator


Eine gedankliche Notiz später – er würde mal mit der Vilica sprechen und den Kontakt zu Ihrem Vater aufnehmen – fing Scapula an, mit einem der Olivenspieße nach dem nächsten zu stochern. Er stellte sich dabei weniger geschickt an, als er dachte. Mit einem unmerklichen Seufzen griff er dann zu und zog mit den Lippen die erste der drei Oliven ab. Serapios Ausführungen über Alexandria passten so gar nicht zu den Erfahrungen, die der junge Scapula gemacht hatte – aber er wusste um das 'verbrecherisches' Potential der Stadt. Das war keine Besonderheit Alexandrias, aber wie sein Vetter schon anmerkte, vielleicht besaß diese Metropole eine gewisse Qualität in ihrer brodelnden Gewaltbereitschaft. "Das sind ja wahre Schauergeschichten! Ich bin froh, nie in einer solchen Situation gelandet zu sein. Obwohl… gewissen Ressentiments war ich je nach Gesellschaft auch ausgesetzt." Er erinnerte sich ein paar Vorfälle, die in Handgreiflichkeiten gemündet sind. Nichts ernstes, aber vergessen hatte er es auch nicht, vielleicht hatte er auch zumindest Mitschuld, wer konnte das jetzt noch sagen? Olive zwei und drei folgten der ersten. Den vorzüglichen Geschmack unterstütze er mit einem Schluck des Caecubers. Fast beiläufig hielt er Silas' dann den Becher zum Auffüllen hin.

"Nein, habe ich noch nicht.", antwortete der Decimer auf die Frage nach einem Lehrmeister. Das Thema war ein kritisches. Eine falsche Wahl konnte möglicherweise langfristige Folgen haben und nichts wäre ärgerlicher, als durch einen trägen Senator in seinem Potential gebremst zu werden. Scapula sah das Tiriconium nicht so sehr als Lehrstätte politischer Arbeit denn als Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. "Wirklich schade, dass ich vorerst nicht auf die direkte Unterstützung deines Vaters bauen kann. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit ja noch. Meine Überlegungen zum Thema Lehrmeister sind strategisch: Ich erhoffe mir, dass der Name Decima bei vielen plebejischen Senatoren automatisch eine positive Assoziation hervorruft, meine Kontaktarbeit will ich auf patrizische Senatoren konzentrieren. Mein Lehrer sollte am besten Consular sein und nicht nur seinen Arsch in der Curia absitzen." Er schnappte sich eines der gekochten Eier und biss beherzt ein großes Stück ab. Es freute ihn, ein wenig etwas von seinen Plänen offenbaren zu können. Auf seiner Reise hatte er nicht wirklich die Gelegenheit mit… Gleichgesinnten solche Themen so frei besprechen zu können. In der Familie war das anders, hier konnte man sich – meistens – ein wenig fallen lassen. "Und so wie ich die Sache bisher – wie gesagt, ohne große Einblicke – sehe, gibt es da nur diesen Flavier und Claudius Menecrates." Wie hätte Titus von dem komplexen Verhältnis seines Vetters zu eben 'diesem Flavier' ahnen können? Fraglich ist, ob es für ihn aber einen Unterschied gemacht hätte, wenn er es gewusst hätte.

Das Thema wechselte zu etwas leichterem, fern der großen und hin zur kleinen Politik: die Familie. Ein wenig besorgt lauschte Scapula der dürftigen Aufzählung Serapios. Casca, Serapio und er selbst. Mit Wehmut erinnerte er sich an die volle Casa von früher, da war immer etwas los… "Der kleine Bruder von Massa, ja. An ihn erinnere ich mich, glaube.", wobei offen blieb, ob er nun Massa oder Casca meinte. Faustus‘ Stocken entging ihm nicht, doch er bemaß ihm keine besondere Bedeutung zu. "Oh, eine anstehende Hochzeit. Da bin ich ja pünktlich zur nächsten Feierei eingetroffen. Wie passend!" Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Trotz der ernsten Zukunftspläne war Titus einem guten Fest nicht abgeneigt, im Gegenteil: Harte Arbeit erforderte einen angemessenen Ausgleich! "Gardepräfekt? Meinen Glückwunsch… dann sitze ich hier mit einer äußerst wichtigen und einflussreichen Persönlichkeit des Reiches! Wirst du diese Tätigkeit denn wieder nachgehen oder zieht es doch woanders hin? Nach Achaia vielleicht…?" Erneut konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er würde es sich wünschen, dass sein Vetter sein 'Traumziel' erreichen könnte, auch wenn es hier dann noch leerer werden würde.
Thema: The voice of Rome
Titus Decimus Scapula

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10.09.2019 19:36 Forum: Ideen-Board


In was für einem groben simOn-Rahmen findet das Ganze denn statt?
Thema: cenatiuncula
Titus Decimus Scapula

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RE: Cena zur Ankunft des Scapula 09.09.2019 21:45 Forum: Casa Decima Mercator


Interessiert lauschte Scapula Silas' Ausführungen. Der Junge verstand etwas von seiner Aufgabe als Mundschenk. Zwar war eine gute Ausbildung der Dienerschaft stets ein Anliegen in der Familie – man wollte seine Alltagsgeschäfte schließlich in guten Händen wissen (und vor Gästen auch nicht schlecht dastehen) – aber das Alter sollte hier nicht Vergessenheit geraten. So nickte der Decimer dem Mundschenk beeindruckt zu und blickte dann seinen Vetter mit anerkennender Überraschung an. Auf seiner Reise hatte Scapula oft genug schon Probleme gehabt, herauszufinden, wie stark der Wein eigentlich verdünnt war. Es gab genügend Gastgeber, die keinen Wert auf solche Details legten.

“… bei Consentia…“, wiederholte Scapula nachdenklich. Wenn das Winzerhandwerk der Familie solch vorzügliche Produkte hervorbrachte, sollte er sich das vielleicht doch noch einmal anschauen. Was ihm schmeckte, würde sicher auch anderen schmecken und er hatte plötzlich Expertise in Reichweite derer er sich bedienen konnte. “Wer ist denn der Verwalter? Vielleicht statte ich ihm doch einmal einen Besuch ab.“, revidierte er seinen nicht laut ausgesprochenen Gedanken „Ein Weingut ist nur was für alte Leute“, dabei nachdenklich den Becher leicht schwenkend

“Wer weiß, was die Götter noch mit dir vorhaben. Vielleicht führt dich dein Weg noch nach Achaia. Wenn du nur halb so alt wirst wie Tante Drusilla, hast du noch viele Jahre Zeit!“ Scapula hatte keine Ahnung, wie gebunden Serapio an Rom war oder was er generell gerade trieb. Das Thema würde er zu gegebener Zeit noch anstoßen. Als Soldat jedenfalls war es einem natürlich nicht so einfach vergönnt, umherzureisen wie es einem beliebte. Die meisten Orte die man kennenlernte waren entweder äußerst langweilig oder gefährlich, zumindest nach den Geschichten, die dem jungen Römer früher als Kind erzählt wurden. “Ah, dann hast du zumindest den Zauber Alexandrias erleben dürfen… ein wenig vielleicht… Ich meine, jede größere Stadt hat hin und wieder Probleme mit aufgebrachten… ‚Bewohnern‘. Und gerade auch solche Schmelztiegel der Kulturen sind ja das reinste Pulverfass. Warst du denn aber nicht in der I.?" An so viel erinnerte sich Titus: Viele der jungen Verwandten entscheiden sich für die Legio I und folgten damit den Fußstapfen der großen Decimer unserer Zeit wie es Meridius ist oder Lucidus war. Der Zurückgekehrte sollten den gleichen Personen folgen, doch einen anderen Pfad nehmen, Serapio stellte dahingehend schon die richtige Frage.

Genüsslich griff Scapula bei den Speisen zu, die gereicht wurden. Eine schöne Auswahl: Olivenspieße und… oh, Gänseleberpastete! Die Küche konnte nicht ahnen, wie sehr sie seinen Geschmack getroffen hatte. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass diese – nicht einmal besonders ausgefallenen – Gerichte einfach nach Zuhause schmeckten. Mit dem ersten Bissen konnte man die abfallende Anspannung der gesamten Reise förmlich sehen. Die Frage Serapios hing noch immer im Raum und sein Vetter räkelte sich fast schon gemütlich auf der Kline. Ein langer Augenblick des Schweigens legte sich über den Raum, vom leichten Schmatzen und den sanften Kitharaklängen untermalt. “Egal ob I. oder XXII.: Die Legio hat zumindest den Vorteil, dass man Freund und Feind klar unterscheiden kann.“. Scapulas Stimme wurde einen guten Schlag ernster. Er grübelte, was er sich als nächstes in den Mund schieben sollte. “Die nächste Zeit wird es erst einmal darum gehen, ein Gefühl für die wichtigen Akteure und das Geschehen zu bekommen, ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen: Wer könnte ein Freund und wer ein Feind sein... Vielleicht wird das Tirocinium Fori doch nützlich sein und mir etwas Welpenschutz geben. Muss ja noch keiner wissen, dass die auch beißen können.“.
Thema: cenatiuncula
Titus Decimus Scapula

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RE: Cena zur Ankunft des Scapula 06.09.2019 21:26 Forum: Casa Decima Mercator


Eine Überraschung, tatsächlich. Irgendwie war es sogar für Scapula überraschend, wieder hier zu sein. Natürlich hatte erst selbst den Entschluss gefasst, aber dieser kam plötzlich, ungeplant. Er hätte es grundsätzlich noch eine Weile in Alexandria aushalten können. Freudig erwiderte Scapula den Handschlag seines Vetters und musterte ihn dabei wie man eben einen Freund oder Verwandten mustert, wenn man ihn schon lange – ja, eine halbe Ewigkeit – nicht mehr gesehen hat. Es hatte nichts abschätzendes, es war aufrichtige Neugier. Wie war es Serapio (zumindest äußerlich) wohl ergangen? Er machte keinen schlechten Eindruck! Scapula konnte allerdings auch keinen guten Vergleich anstellen, zu lang und dämmrig ist die letzte Erinnerung an Serapio her. Es war sicherlich der letzte runde Geburtstag von Tante Drusilla. Diese Frau mochte ewig leben.

„Oh, perfekt. Ich kann einen guten Happen vertragen!“ Erwartungsvoll ließ sich Titus auf eine der Klinen nieder und lockerte die Toga. Nicht wirklich geeignete Kleidung zum Speisen, aber er hoffte, dass Serapio es ihm nachsehen würde. Er ließ sich die Sandalen ausziehen und wusch dann seine Hände in einer kleinen Schale, die ihm ein anderer Sklave hinhielt. Währenddessen lauschte er der Vorstellung des Dritten im Bunde und musterte dann auch ihn, diesmal durchaus abschätzend. Decimianus Icarion… “Sehr erfreut! erwiderte Scapula die Begrüßung des Libertus höflich. Dieser hatte bei seinem Aussehen sicherlich keine Probleme damit, immer wieder eine neue Bettgefährtin zu finden.

Ehe der Gedanke weiterverfolgt werden konnte, reichte der junge Silas dem Decimer schon einen Becher Wein, der auch freudig entgegengenommen wurde. Endlich konnte er sich ein schönes Tröpfchen die Kehle hinuntergießen. Zuvor hob er den Becher jedoch an, um einige Aromen erahnen zu können, dann trank er einen guten Schluck. “Mhmm… ausgezeichnet! Von einem unserer Weinberge?“, fragte Titus interessiert. Er konnte sich noch an die zahlreichen Geschichten verschiedenster Verwandter erinnern, die sich am Winzerhandwerk versuchten. Wein konnte dabei jeder herstellen, guten Wein hingegen… Ab einer gewissen Uhrzeit waren auch diese Weine bei jedem Fest trinkbar. Ein Faszinierendes Gewerbe, aber ihm fehlte vermutlich die Geduld dazu. Vielleicht würde er sich an seinem Lebensabend damit beschäftigen, aber der sollte noch eine Weile auf sich warten lassen. Begierig trank er noch einen Schluck. “Wirklich gut!“ Ehe Scapula zu einer Antwort auf Serapios Frage ansetzte, wanderte sein Blick in Gedanken durch den Raum. Wie war die Reise? Von der seichten Musik der Kithara und dem guten Wein halb betört fiel es ihm schwer, eine greifbare Antwort zu formen. “Vor allem lang… Es war nicht geplant, so lange Rom fernzubleiben. Aber der Zauber dieser Fremde… Warst du schon in Achaia? Ägypten? Die großen Städte… wie Alexandria oder Korinth? Die Landschaften, die Aussichten, der Wein und auch die anderen… Vorzüge… Es war offensichtlich, dass der Schwerpunkt der Reise natürlich nicht immer auf der Bildung lag. Ganz außer Acht lassen konnte man sie aber nicht, das viele Geld musste auch Ergebnisse vorbringen und an die Nachkommen eines Senators stellte man immer hohe Erwartungen. “Ich sage dir, man hat nicht gelebt, wenn man nicht auf der Agora beim Sonnenaufgang mit einem halbleeren Kelch und einem guten Trinkkumpanen im Arm versucht, Ödipus zu rezitieren.“ Er lachte laut auf. “Besonders wenn man weiß, dass man gleich noch gegenüber ins Museion muss, wo der gute alte Nikiforos schon mit seinen Schriftrollen wartete…"
Thema: cenatiuncula
Titus Decimus Scapula

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RE: Cena zur Ankunft des Scapula 05.09.2019 14:24 Forum: Casa Decima Mercator


Der Decimer hatte sich ein wenig Zeit gelassen und ließ den Trubel seiner geliebten Stadt auf sich einwirken, das Gefühl von Heimat in ihm aufkommen. Es hatte nur einen kurzen Moment gedauert, bis Rom ihn wieder vollends vereinnahmte. Die lange Zeit fern von der Heimat hatte die Erinnerung nicht verklärt, die Stadt war noch immer wunderschön und unbarmherzig. Bevor er durch die Stadttore schritt hatte er sich die Frage gestellt, ob sich die urbs aeterna wohl verändert hatte - nicht zuletzt durch den Bürgerkrieg. Aber schnell wurde Scapula klar, was für eine dumme Frage das war! Natürlich hatte sich Rom verändert, genauso wie es schon morgen eine andere Stadt sein würde als heute. Der Wandel war nicht immer positiv doch stetig und unaufhaltsam. Vielleicht verzogen sich deshalb so viele - häufig gerade die alten - aufs Land, wo alles noch so war wie früher und der Wandel seine Zeit brauchte. Der Decimer begrüßte die Veränderung jedoch, war er in den letzten Jahren doch sein stetiger Begleiter und er war neugierig, was die Götter in Zukunft für das Kaiserreiche, für Rom und speziell auch für ihn noch so an Wandel mitbrachten. So genoss er es, in der langsam untergehenden Abendsonne durch die Stadt zu schlendern und schließlich den caelius mons hinauf zur casa decima mercator. Scapula konnte nicht wissen, dass er trotz allem nur knapp hinter seinem Sklaven Nereos ankam. Er machte sich keine wirklichen Gedanken, ob der junge Diener der Aufgabe gewachsen war. Bisher war er sowohl zügig als auch zuverlässig gewesen und selbst wenn: Von besonderer Brisanz war seine Aufgabe nun nicht.

Da war es dann endlich, das traute Heim. Lange war es her! Zu lange, wie einige von Scapulas Verwandten sicherlich dachten. Jedoch war ihm das gleich. Er hatte seine Gründe, so spät erst zurückzukehren. Ciprian, ein weiterer von Decimus Dienern, klopfte an die Tür und kurz darauf wurden sie eingelassen. Noch immer war Ephialtes ianitor des Hauses, eine beruhigende Konstante! Freundlich nickte er ihm zu und bemerkte dann den sichtlich erschöpften Nereos, der sich – noch immer? – im vestibulum aufhielt. Außer Atem und verschwitzt vermittelte Nereos den Eindruck, noch gar nicht so lange hier zu stehen, so er denn nicht schon aktiv in die anstrengenden Arbeiten des Haushalts eingebunden wurde. Unwahrscheinlich. Scapula ging davon aus, dass der vorausgeschickte Sklave nur kurz vorher angekommen war, hatte allerdings kein Interesse daran, eine Konsequenz daraus folgen zu lassen. Das leichte Grinsen konnte er sich aber nicht verkneifen, dann schritt er wortlos zur cenatiuncula, wo man ihn laut Ephialtes schon erwartete.

Wunderhübschen Fresken und Wandgemälde wurden sträflichst von Titus ignoriert. Er kannte sie selbstverständlich noch von früher und war sowieso kein großer Liebhaber der schönen Künste. Vielmehr legte er den Fokus auf sich selbst: Wirkte er annehmbar? Die Reise hatte ihren Tribut gefordert, er war schon ein wenig erschöpft und sah sicherlich nicht mehr allzu frisch aus. Sorgsam zupfte er die Reisetoga zurecht und fuhr sich noch einmal bestimmt durch die Haare. Wer ihn wohl alles in Empfang nahm? Das der Weg zur Cenatiuncula und nicht ins Triclinium führte ließ schon vermuten, dass es nicht viele sein konnten.

~~~


Es waren nur zwei... und einen davon kannte er nicht einmal. Wen er kannte - es dauerte einen Moment - war Serapio. Ein Vetter, der den traditionellen Weg der Decimer zum Militär folgte, aber natürlich immer wieder auf den großen Familienfesten zu sehen war. Die vielen Kriege der vergangenen Jahre hatten sicher auch ihn betroffen, oder? Scapula setzte ein herzliches Lächeln auf. Er freute sich ehrlich, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Mit großen Schritten näherte er sich seinem Verwandten, um ihn zu begrüßen. "Salve, Serapio! Ich freue mich, dich zu sehen! Wie lange ist es her?" Er wusste es selbst nicht, war sich aber sicher, dass es länger als seine Reise war.
Thema: Vestibulum | Betreten der Casa nur über diese Türe. Achtung vor dem Hund!
Titus Decimus Scapula

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RE: Alexandria bis Rom ~ Heimkehr eines Decimers | Part II 04.09.2019 22:28 Forum: Casa Decima Mercator


Der Bruder des verstorbenen Scipio? Angestrengt dachte Nereos nach. Verdammte scheiße! Das war so eine grundlegende Frage, auf die er sofort eine Antwort hätte wissen müssen. Seine Feuertaufe war eine Katastrophe. Er verstand gar nicht, wieso er so neben sich stand. War das nur Rom oder brachte ihn die Reise an sich aus dem Konzept? Sie war anstrengend, ohne Frage, aber das durfte keine Ausrede sein! Das schlimmste war: Er wusste die Antwort auf die Frage. Sie fiel ihm nur nicht ein. Dunkel erinnerte er sich eine Nachricht und ein darauffolgendes Gespräch, jemand nahes war gestorben und… ja, es war ein Bruder…. Aber der Name? Scipio…? Egal, der ianitor würde ihm hoffentlich schon keine Falle stellen und so nickte er zustimmend. “Ja, genau!"

Hinter dem kräftigen Sklaven – Ephialtes - zeigte sich ein junges Gesicht, welches – zusammen mit dem Rest des Körpers – als Silas vorgestellt wurde. Gerne folgte er der Einladung ins Innere, nicht ohne selbst noch einmal die Straße hinunter zu schauen, als er Ephialtes prüfenden Blick bemerkte. “Danke! Ich bin Nereos.“, stellte er sich vor und nickte beiden decimischen Haussklaven leicht zu. “Ich bin das erste Mal in Rom und bin…, er suchte nach einem positiven Wort, “… überwältigt!“ Langsam bekam Nereos das Gefühl, zur Ruhe zu kommen. Den hingeschobenen Schemel verstand er als sehr freundliche Geste, allerdings empfand er es als unangemessen, das Angebot annzunehmen und blieb daher im Eingangsbereich der casa decima mercator stehen. Noch ehe er auf Silas‘ Frage antworten konnte, wurde dieser auch schon weggeschickt. Eine effiziente Haushaltsführung, die sich hier schon zeigte. Das wusste zu gefallen, was er mit einem anerkennenden Nicken quittierte. “Ich habe doch länger gebraucht, als ich dachte. Mein Herr wird sicher nicht weit hinter mir sein.", vertraute er sich dem Ianitor an, der gerade die Tür schloss. Nicht ahnend, dass Scapula tatsächlich im selben Moment um die Ecke bog…

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Titus Decimus Scapula

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03.09.2019 21:37 Forum: Scholae Urbis


Für mich bitte auch einmal Unterlagen, falls man sich nicht einen alten CRV anrechnen lassen kann großes Grinsen
Thema: Vestibulum | Betreten der Casa nur über diese Türe. Achtung vor dem Hund!
Titus Decimus Scapula

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RE: Alexandria bis Rom ~ Heimkehr eines Decimers | Part II 03.09.2019 21:12 Forum: Casa Decima Mercator


Ungeduldig wartete Nereos auf das Öffnen der porta, während er immer wieder seinen Herrn erwartend links und rechts über seine Schulter schaute. „Immer wieder“ suggerierte dabei eine deutlich längere Zeitspanne als die Geschehnisse tatsächlich andauerten. Es würde noch viele, viele Jahre dauern bis das Konzept der unterschiedlichen Wahrnehmung von Zeit auch nur ansatzweise erschöpfend erklärt sein würde, das schmälerte aber nicht dessen Wirkung im Hier und Jetzt. Nereos rechnete jeden Augenblick mit einem Desaster, seine Anspannung war förmlich greifbar, Schweißperlen standen ihm auf der Stirn. Wie durch einen dichten Nebel hindurch vernahm der Sklave die Worte des ianitors gedämpft und verzögert. Er musste einen völlig miserablen Eindruck auf genau die Person machen, die essentiell für die Erfüllung seiner Aufgabe war.

“Eh… Salve!“, stolperte es aus dem jungen Mann heraus. Man sah ihm seinen Stand nicht unbedingt an, doch wer oder was er war, würde sich schnell genug herauskristallisieren. Mit einer routinierten Bewegung fegte er den Schweiß von seiner Stirn und erblickte nun das erste Mal so wirklich die Person, die ihm soeben die Tür geöffnet und ihn begrüßt hatte. Der ihm noch unbekannte Ephialtes war ganz offensichtlich von jenseits des mare nostrum und wirkte freundlich. “… Salve.“, wiederholte er noch einmal. Was kann er für mich tun? Was…. Ah, genau! “Ich kündige die Ankunft meines Herrn, Titus Decimus Scapula, an. Er ist von seiner mehrjährigen Reise zurückgekehrt und ….“ Ein kurzer Blick die Straße hinunter, “… und wird sicherlich in kürzester Zeit hier sein!" Musste er noch mehr sagen? War der ianitor schon länger hier und kannte Decimus Scapula? Oder war das ein völlig fremder Name? Nein, optimistisch bleiben!
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Titus Decimus Scapula

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Alexandria bis Rom ~ Heimkehr eines Decimers | Part II 02.09.2019 23:26 Forum: Casa Decima Mercator


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Nereos war verloren! Eine mehr als unangenehme Situation, aber er war nun einmal das erste Mal in dieser Stadt und trotz all der wundersamen Geschichten, die er während und vor seiner Reise über diese Zitadelle der treibenden Geschäftigkeit gehört hatte, war er förmlich erschlagen von dem strukturierten Chaos, welches sich ihm mit jedem Schritt tiefer in die Stadt offenbarte. Er hatte schneller die Orientierung verloren als eine stylus zu Boden fiel… oder hatte er sie nie gehabt?

Wie alle Sklaven im Dienste des Decimus Scapula - zumindest jene, die noch nie in Rom waren - wurde Nereos in die Eigenheiten und Begebenheiten der urbs aeterna eingewiesen, um seinem Herrn auch jenseits der vier Wände des familieneigenen domus eine Hilfe sein zu können. Rom folgte seinem ganz eigenen Rhythmus und gänzlich eigenen Gesetzen und es gab viel zu lernen. Die Geographie war nur ein Teil, wenn auch kein unwichtiger. Eine falsche Straße, ein falsches Viertel… das konnte einen erheblichen Unterschied im Tagesablauf eines wohlhabenden Mannes ausmachen und gerade nun war es wichtig, einen kurzen Weg zur casa decima mercator zu finden. Scapula war nicht weit hinter ihm, er kannte den Weg und und würde rasch ankommen. Nereos konnte sich keine Enttäuschung am ersten Tag leisten – er brauchte genügend Vorsprung, damit die Hausdiener die Ankunft des Decimers vorbereiten konnten. Nicht auszudenken, wenn er sogar nach seinem Herrn ankommen würde. Nicht jeder der Sklaven hatte das Glück, den jungen Römer in seine Heimat begleiten zu dürfen und Nereos wollte unter allen Umständen vermeiden, dass Decimus Scapula seine Wahl bereute.

Er zwang sich zurück in das Hier und Jetzt. “Konzentrier dich, Mann!, raunte Nereos. Mit ansteigender Verzweiflung ringend versuchte er, ein System in das Menschen- und Straßengewirr vor sich zu bringen und sich an die Wegmarken zu erinnern, die er sich so sorgsam auf dem Schiff nach Ostia eingeprägt hatte. “Via Ostiensis… Circus Maximus… ja! Daran… vorbei und nach Osten, den Caelius Mons hinauf…“, hörten die umstehenden Passanten diesen eigenartigen Mann hellenischer Abstammung vor sich hin murmeln, während er mit wahllos erscheinender Zielstrebigkeit die Via Ostiensis weiter ins Stadtinnere stapfte.

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Es dauerte - länger als erhofft, kürzer als erwartet. Zwar konnte er es nicht mit absoluter Gewissheit sagen, doch er was sich äußerst sicher, dass er zumindest vor seinem Herrn an der casa angekommen war. Einmal hatte Nereos nach dem Weg fragen müssen... aber nun hatte er es geschafft. Das Anwesen wirkte nobel, man konnte sehen, dass hier Römer guten Standes lebten und er war mehr als neugierig, wie es wohl im Inneren aussehen mochte. Viel mehr noch überwiegte allerdings die Anspannung: Wie viel Zeit würde ihm noch bleiben? Nereos trat an die Tür und klopfte mehrmals kräftig...
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Titus Decimus Scapula

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Alexandria bis Rom ~ Heimkehr eines Decimers 21.08.2019 08:56 Forum: Italia


Seit über drei Wochen war der Decimer nun auf dem Weg zurück in die Heimat, Rom, die urbs aeterna. Er konnte es kaum erwarten, den Boden jenseits der Stadtmauern zu spüren, mit seinen eigenen Füßen den caelius mons zu besteigen (auch wenn man kaum von einem wirklichen Aufstieg sprechen konnte) und in die Gesellschaft seiner geliebten Familie zu treten. Drei Wochen waren deutlich zu lang! Scapula war ausgedehnte Reisen gewohnt, seit mehreren Jahren befand er sich nun auf Schiffen, Wägen und Sänften, immer zwischen den großen und weniger großen Orten an den Küsten des mare nostrum. Häufig blieb er länger an einem Ort, studierte, lernte und … feierte ausgiebig. Vor allem in den Metropolen: Korinth, Athen, Alexandria! Die kleinen Ortschaften, namenlose Ansammlungen trostloser Bauern, waren meist nur als Raststätte zwischen den wirklich interessanten Städten zu gebrauchen. Die Reise selbst war jedoch eine ständige Konstante. Er konnte nicht einschätzen, ob er länger unterwegs oder „sesshaft“ war. Zu keinem Zeitpunkt bereitete ihm dieser Umstand allerdings Unbehagen, ließ ihn angespannt schlaflose Nächte erleben – bis jetzt.

Diesmal war das Ziel…. das Ziel! Rom. Das Schiff hatte in Alexandria noch nicht einmal abgelegt, da war Scapula die Ungeduld und Anspannung schon ins Gesicht geschrieben. Er konnte nicht einmal genau sagen, warum. Eigentlich hatte sich nichts verändert. Nicht einmal der Tod seines Vaters oder seines Bruders hatte seine Heimreise eingeleitet. Trotzdem hatte Titus das Gefühl, dass es an der Zeit war und so erfüllte ihn ein unbändiger Drang, sofort die Reise nach Rom anzutreten. Der erste Abschnitt, über das levantische Meer bis kurz vor Myra, verging noch wie im Flug. Gedanken kreisten um die Zukunft, seine Vorhaben und die Vorfreude, seine alten Freunde und Verwandten wiederzusehen. Doch der Weg zwischen den griechischen Inseln, vorbei am Kap Tenaro bis nach Messana zog sich und nun kreisten die Gedanken des Decimers eher um sich selbst. Er musste unerträglich sein, fahrig, übellaunig. Die Sklaven an Bord konnten einem fast leidtun. Jeder Freie konnte es sich leisten, Decimus Scapula einfach aus dem Weg zu gehen, seine Dienerschaft hatte diesen Luxus nicht.

Wenigstens blieb ihnen ein Unwetter erspart. Lediglich während des vorletzten Abschnitts, entlang der italienischen Küste von Messana bis Ostia formte sich am Horizont ein größeres Gewitter. Neptun schien den Reisenden jedoch gewogen zu sein, denn sie erreichten „den Hafen von Rom“ ohne nennenswerte Ereignisse… was besser klang als es war. Scapula hätte gerne etwas mehr extrinsische Spannung vertragen können, das hatte zumeist den Effekt, die eigene Anspannung in den Hintergrund zu drängen und jedwedes Zeitgefühl massiv zu beschleunigen! Doch dann war es soweit: Sie legten in Ostia an, das Reisegefährt wechselte zum Wagen, die letzte Route hieß via ostiensis.

Etwas über einen Tag später war sie endlich in Sicht: Rom, die urbs aeterna, sowohl Blüte der Zivilisation als auch gieriger Moloch. Was sich wie ein Widerspruch anzuhören schien, war doch unumstößlich miteinander verbunden und verwoben. Keine anderer Ort behandelte einen gleichzeitig so gut und so schlecht. Kein anderer Ort war vergleichbar. All diese anderen Städte, Dörfer und Siedlungen wirkten wie eine verblasste Erinnerung. Keiner dieser Orte hatte den gleichen Zauber. Zumindest vermutete das der Decimer… im Hinterkopf nagte mittlerweile ein leiser Zweifel. War sein Bild von Rom ob der vielen Jahre Abwesenheit nicht … verklärt? Es war viel passiert! Nicht zuletzt ein Bürgerkrieg, der sicherlich seine Spuren hinterlassen hatte.

Fast schon demütig beschloss Scapula, den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen, mit ungetrübtem Blick auf die Metropole, die vor ihm den gesamten Horizont ausfüllte. Ein Lächeln umspielte seine Lippen. „Dominus, …“ machte sich Nereos einige Schritte hinter seinem Herrn bemerkbar, „…. soll ich schon vorausreiten, um deine Ankunft anzukündigen?“ Der Sklave hellenischer Abstammung erwies sich als wahrer Glücksgriff. Athletisch und von großem Wuchs strahlte Nereos eine beeindruckende physische Präsenz aus, welche nur allzu leicht seinen sanftmütigen Charakter zu verstecken schien. Seinem Herrn gegenüber war er immer tadellos und zu allem Überfluss war er nicht einmal auf den Kopf gefallen. Hätte Titus nur gewusst, wem er für diese Ausbildung hätte danken können. Leicht nickte er Nereos zu. „Ja, mach dich auf den Weg! Ich kann es kaum erwarten, in der Casa anzukommen...“

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Thema: "Salve, ...
Titus Decimus Scapula

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RE: "Salve, ... 12.08.2019 09:24 Forum: Anmeldung


Zitat:
Original von Gaius Iulius Caesoninus
Also die Tiberier sind aktuell tot.


Damit hat sich dann auch die Aktualität der Werbeseite für mich geklärt großes Grinsen

Ich würde dann um Aufnahme bei der Gens Decima bitten, Wohnort bitte Roma.

Zitat:
Original von Claudia Agrippina
Agrippina wird demnächst nach Rom zurückkehren und einen adäquaten Gemahl benötigen!


Sooorry, vielleicht später? smile
Thema: "Salve, ...
Titus Decimus Scapula

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"Salve, ... 11.08.2019 20:09 Forum: Anmeldung


... werter Marcus Tiberius Magnus!", wandte sich der junge Römer an die stattliche Wache, die bei Wind und Wetter die Tore dieser Metropole bewacht. "Ich bin Titus Scapula und erbitte Einlass!"

Hallöchen! Ich würde gerne wieder etwas Rollenspiel betreiben, es wirkt allerdings ein gutes Stück weniger aktiv hier als noch vor einigen Jahren. Daher eingangs erstmal die Frage: Wie aktuell sind denn die Werbeseiten? Und wo finde ich aktives Rollenspiel (bzw. wo habe ich mehr als nur... mich als Spielpartner? großes Grinsen ).

U.a. davon hängen dann natürlich auch die erforderlichen Angaben ab:

1. Stand und 2. Gens: Gerne würde ich einen Partrizier spielen, die Tiberier sind auch auf der Werbeseite. In der Vergangenheit war das immer recht schwer da "spontan" in eine solche Familie reinzukommen, aber ich versuche erstmal mal mein Glück.

3. Name: Titus [gens] Scapula

4. Wohnort: Hängt davon ab, wo es aktiv ist und in welcher Gens ich tatsächlich lande. Im Zweifel wird es wohl Roma.
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