Via publica

Aus Theoria Romana

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Die zweite Bezeichnung dieser Straßen lautete viae militares (Heeresstraßen). Sie wurden zentral von Rom aus geplant, finanziert und auch gebaut. Ihre Anfänge reichen ebenfalls in die Zeit des Zwölf-Tafel-Gesetzes zurück, das besagt, dass alle Anlieger eines Weges ihn zu befestigen hatten, wenn Bau und Unterhalt nicht einem Einzelnen zuzumuten war.

Als via publica bezeichnete bald eine Straße, die sich über Staatsland erstreckte, eine bestimmte Breite aufwies, von Staat oder Gemeinde gebaut bzw. unterhalten wurde und von jedermann benutzt werden konnte. Auf diese Formulierung konnte bei der Eroberung neuer Gebiete Rücksicht genommen werden. Schon im voraus konnten Trassen geplant und zum Staatsland erklärt werden.

So übergab Q. Opimius in der Mitte des 2. Jh. v. Chr. das den gallischen Dakioten abgenommene Land den befreundeten Massalioten, d.h. den Einwohnern rund um Marseille; nicht jedoch einen Streifen Land, der für den Bau einer Militärstraße vorgesehen war.

Die bislang gesetzlich vorgeschriebene Mindestbreite von 8 Fuß (2,37 m) reichte nicht mehr aus und - abgesehen von Tunneln, Schluchten und ähnlichen Hindernissen - wurde eine Breite von 13 Fuß (3,85 m) als für zweckmäßig erachtet.

Als Bauarbeiter kamen Soldaten und zur Zwangsarbeit Verurteilte zum Einsatz. Die Armee wurde deshalb verpflichtet, da sie über gut ausgebildete Militäringenieure und ausreichend Menschenmaterial verfügte. Zudem waren nicht wenige Straßen unter militärstrategischen Gesichtspunkten geplant worden. Der Dienst beim Straßenbau galt als niederer Dienst und war anstrengend. Es versteht sich von selbst, dass sich viele darum zu drücken suchten. Die Test- und Eilmärsche der Legionäre fanden vielfach auf diesen Straßen statt.

Wenn großer Bedarf an Straßenbauarbeitern bestand, konnte es leicht sein, dass man als Kleinkrimineller schnell als Zwangsarbeiter bei einer derartigen Baustelle landete. Entlange der großen Straßen stieß man bei archäologischen Ausgrabungen immer wieder auf Gräber, in denen die Toten gleich samt ihrer Eisenketten verscharrt wurden.

Die Bauleistung bei den Staatsstraßen ging im Grunde genommen sehr zügig voran. Aus Britannien weiß man, dass für eine Meile zwischen drei und zehn Tage benötigt wurde.

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