Hochzeit von Cnaeus Fabius Torquatus und Iunia Axilla

  • Endlich war es soweit. Nach zig Anläufen und terminlichen Schwierigkeiten war der Tag der Hochzeit gekommen. Die Domus Iunia war zu diesem Anlass aufwändig mit Blumengestecken geschmückt und mit Kränzen und kleinen Bronzefiguren dekoriert worden, sodass sie heute in vollem Glanz erstrahlte. Darüber hinaus war selbst der letzte Staubkorn beseitigt worden, um einen guten Eindruck bei der stadtrömischen Gesellschaft zu hinterlassen. Immerhin war auch - oder vor allem - die geladene Oberschicht geschwätzig. Die Hochzeitszeremonie selbst sollte aus vielerlei Gründen auf das Allernötigste beschränkt werden. Zum einen hasste ich langwierige Prozeduren, wie ich in den letzten Wochen immer wieder aufs Neue hatte feststellen müssen. Ich wollte meine Gäste schließlich nicht bis zur Erschöpfung quälen, sondern den ein oder anderen in einen ausgelassenen Rausch versetzen - für genügend Wein hatte ich natürlich gesorgt. Zum anderen waren sowohl Axilla als auch ich nicht mehr blutjung und unerfahren. Für mich war es die zweite Hochzeit, für Axilla gar die Dritte. Man konnte also guten Gewissens auf den ein oder anderen Ritus verzichten und die Feierlichkeiten in den Vordergrund stellen. Immerhin versammelten sich an diesem Tage mehrere Entscheidungsträger Roms, sodass das Fest für den ein oder anderen Gast vor allem eine politische Kontaktbörse darstellte.


    Die Hochzeit sollte also in einem unserem Stande angemessenen, aber gleichsam ungezwungenen Rahmen stattfinden. Neben vielen einflussreichen römischen Familien waren auch zahlreiche Vertreter des Beamtenapparats, insbesondere der kaiserlichen Kanzlei, geladen. Auch der Kaiser hatte seinen Besuch angekündigt, was erwartungsgemäß dazu geführt hatte, dass sich die Absagen im Vorfeld auf ein Minimum beschränkt hatten. Sehen und gesehen werden war an diesem Tage die Maxime und stellte natürlich auch für mich einen der Hauptgründe dar, das neuerliche politische Bündnis zwischen meiner Familie und den Iuniern mit einem rauschenden Fest zu besiegeln.


    Dem Anlass und meinem persönlichen Geschmack entsprechend präsentierte ich mich in einem prunkvollem Gewand. Dazu gehörte zum einen die sonst so unliebsame Toga, aber auch viel Goldschmuck. Neben meinem Ritterring trug ich Ringe aus meiner eigenen - manchem Gast mittlerweile auch bekannten - Manufaktur. Abgesehen davon, dass ich einen Hang dazu hatte, konnte ich mich immer wieder daran erheitern, den ein oder anderen Neider mit meinem Auftreten aus der Deckung zu locken.


    In freudiger Erwartung wartete ich also im Vestibulum, um die ersten Gäste zu begrüßen. An meiner Seite stand mein Leibsklave Sosistratus, den ich in den letzten Wochen dazu angehalten hatte, sich in das Aufgabengebiet eines Nomenclators einzufinden. Schließlich hatte ich auch den ein oder anderen mir noch unbekannten Entscheidungsträger geladen - oder eben Personen, deren Namen mir schnell wieder entfallen waren. Ich hoffte nur, dass der Greis sich gut eingearbeitet hatte und noch nicht unter altersbedingter Vergesslichkeit litt.


    Sim-Off:

    Gäste natürlich wie immer bitte ohne Umwege hierher ;)

  • Heute war es also endlich so weit. Die Hochzeit. Einerseits war ein Fest ja eine freudige Angelegenheit, da es aber schon Axillas dritte Hochzeit war und sie Menschenmassen in ihrem Haus nicht mehr mochte als die draußen, hielt sich ihre Aufregung und Freude doch ein wenig in Grenzen. Oh, sie freute sich außerordentlich, ab morgen Torquatus' Ehefrau zu sein und nicht länger darauf achten zu müssen, nicht schwanger zu werden. Im Gegenteil, sie hoffte, möglichst bald ein Kind zu empfangen. Das war ja der Grund schlechthin, warum sie überhaupt noch einmal hatte heiraten wollen. Aber das ganze Zeremoniell und stundenlange huldvolle Lächeln, das hätte wegen ihr auch nicht sein müssen.


    Aber es gab auch einige Pluspunkte der Hochzeit: Der Kaiser hatte sich angekündigt, was wirklich eine große Ehre war. Die Iunii konnten mal wieder ein wenig ihre Stellung in der Gesellschaft zeigen, und es war sogar relativ viel Verwandtschaft ausnahmsweise in Rom.


    Da nach zwei Kindern und zwei Ehen wohl niemand mehr annahm, dass Axilla Jungfrau sein könnte, konnte sie auch in ihrem Auftreten ein wenig lockerer sein. Anstelle der klassischen Zöpfe hatte Axilla eine moderne Hochsteckfrisur, die sie auch nicht unter einer Verschleierung versteckte. Ihre tunica recta war nicht selbst gesponnen, sondern aus orange gefärbter Baumwolle, das dazugehörige flammeum aus sehr feiner Seide lag locker um Rücken und Arme und hinderte so nicht ihren Blick. Überhaupt war es am heutigen Tag zu warm und sonnig, um auch in einem Haus völlig verschleiert herumzulaufen.


    Axilla ging also noch einmal durch das Haus. Die verschiebbaren Holzwände waren so weit geöffnet, so dass man von der Porta aus durch Atrium und Tablinum hindurch bis in den Garten sehen konnte. Die Gäste würden sich überall verteilen können, wo sie wollten, ohne sich irgendwie ausgeschlossen fühlen zu müssen. Der Vertrag würde im Tablinum unterzeichnet werden, wo bereits ein Tisch möglichst dekorativ aufgestellt war. Ja, alles war bereit.


    Mit einem Lächeln gesellte sich Axilla also in die Nähe ihres Ehemannes und nickte ihm lächelnd zu. Fehlten nur noch die Gäste.

  • Nachdem Proximus sich soweit fertig gemacht hatte, wanderte er aus seinem Cubiculum, und schritt langsam voran. Bisher war der junge Iunier bei keiner Hochzeit dabei gewesen, somit war dies die erste die er erleben würde, zusätzlich wusste er das so einige Gäste eingeladen wurden, die hohes Ansehen genossen, also durfte er sich heute kein Missgeschick erlauben. Proximus würde grundsätzlich versuchen sich vorerst etwas bedeckt zu halten, um vielleicht die Lage etwas zu beobachten, danach könnte er sich nach dem Verhalten der anderen Personen richten.


    Schließlich erblickte er seine Cousine und Fabius Torquatus, und ging strahlend lächelnd auf sie zu. Beide sahen gut aus Heute, und Axilla war wundervoll gekleidet, da wünschte sich der junge Römer nur, kurz in seine andere Haut zu fahren, um selbst mit einem Wundervollen Kleid durch diese Feier zu schlendern. Doch er wusste genau das er damit nur aufsehen erregen würde, und das führte nur zu Sinnlosen Problemen, von daher verhielt er sich ruhig, schließlich wollte er das seine Cousine eine schöne Feier genießen konnte. Er hatte ihr viel zu verdanken, und bestimmt wäre es das letzte was er wollte, wenn er ihr Ärger oder Peinlichkeiten ins Haus brachte. "Salve, gut seht ihr aus!" begrüßte Proximus das Pärchen, sie zu fragen ob sie aufgeregt sein, brauchte er nicht, es war offensichtlich, das sie es nicht waren, schließlich war es von beiden Seiten nicht das erste mal.

  • Endlich war sie fertig. Caerellia trug eine fliederfarbene Tunika. Einige Haarsträhnen hatte man ihr nach hinten gesteckt und ein hübsches Haarband schmückte ihren Kopf. Die junge Iunia war sehr aufgeregt. Immerhin war das die erste Hochzeit an der sie teilnahm. Aber nicht nur das, es waren Gäste aus privilegierten Familien eingeladen. Da durften man sich keinen Fehler erlauben. Sie wollte auf keinen Fall ihre Familie blamieren. Das schlimmste aber für sie war, dass sie keinen der Gäste kannte. Sie hatte bis jetzt noch keinerlei Freundschaften in Roma geknüpft. Sie hoffte sehr, dass sie heute wenigstens ein paar Bekanntschaften machen würde.


    Im Vestibulum erblickte sie dann ihren Bruder, welcher neben der Braut und dem Bräutigam stand. Obwohl es Axillas dritte Hochzeit war, meinte Caerellia, dass sie doch aufgeregt sein müsse. Caerellia hatte ja keine Ahnung und wahrscheinlich war sie aufgeregter als Axilla. Ihren zukünftigen Cnaeus Fabius Torquatus kannte Caerellia so gut wie gar nicht. Aber sie konnte auch nicht sagen, dass sie ihre Cousine Axilla besonders gut kannte. Immerhin war sie noch nicht lange in Roma. Aber wie sie es schon bei Aulus getan hatte, musste sie sich auch hier von der besten Seite zeigen. Das war ihre Pflicht.


    "Salve!", grüßte sie fröhlich. "Ich mich freue so sehr, dass ich euerer Hochzeit beiwohnen darf." Wären sie einen Monat später angereist, hätten sie dieses Ereignis verpasst.

  • Die beiden neuesten Hausbewohner waren die ersten, die sich einfanden, noch vor den Gästen oder Silanus. Natürlich strahlte Axilla ihre Verwandtschaft an. Für die beiden war es das erste, größere Fest in Rom, und das erste Mal, dass sie einen römischen Kaiser hautnah erleben würden. Wahrscheinlich waren die zwei deswegen weit aufgeregter als Axilla. Die hatte immerhin schon mehrere Kaiser kennengelernt und schon zweimal einen Procurator geheiratet. Das hier war für sie ja fast schon Routine, wenn man jemals so etwas in Bezug auf Hochzeiten entwickeln konnte. Aber als Axilla so jung gewesen war, wäre sie vermutlich vor Aufregung fast gestorben.
    “Salvete, ihr beiden! Ihr zwei seht heute aber auch gut aus“, begrüßte Axilla also das junge Volk herzlich. Den formulierten Dank von Caerellia fand sie ein wenig lustig. “Ich kann euch ja nicht in die Besenkammer sperren, wenn der Kaiser kommt. So gemein bin ich nun auch wieder nicht“, lachte sie fröhlich und herzlich und legte den Kopf schief. “Nehmt es mir nicht übel, heute bin ich ein wenig albern. Ich hoffe ja, dass einige der Gäste jüngere Verwandte mitbringen, die dürften in eurem Alter sein. Vielleicht findet ihr ja den ein oder anderen Freund heute. Das dürfte in jedem Fall interessanter sein als Gespräche mit älteren Senatoren und Rittern.“ Die fand ja selbst Axilla meist sterbenslangweilig.

  • Alle Sklaven waren heute einheitlich gekleidet und standen an allen Ecken bereit um die Gäste zu bedienen. So kam auch Lea heute diese Aufgabe zu. Da sie ja zum servieren nicht das nötig Talent hatte, hatte man sie kurzerhand ins Atrium gestellt mit einem Tablett von welchem sich die eintreffenden Gäste die Getränkt nehmen konnten. Sie musste also nur hier stehen und das Tablett gerade halten. Das war nun wirklich kein Problem sie stand also da wie eine in Figur aus Stein. Sie beobachtete das Geschehen ohne jedoch irgendeine Reaktion zu zeigen.

  • Licinus stieg aus der Sänfte, half anschließend seiner jugendlichen Begleitung hinaus und ließ sich und Iulia Stella durch die Domus führen hin zu jenem Ort an dem die Gäste das Hochzeitspaar begrüßen durften und ihre Geschenke loswerden konnte.
    Was insbesondere wohl den Sklaven freute, der eben diese trug und sich anschließend in die Küche verdrücken durfte um dort verköstigt zu werden. Licinus selbst trug am Anlass entsprechend eine Toga und selbstverständlich hatte er das schwarz der Garde abgelegt, sondern eine dunkelgrüne Farbe gewählt. Dass Klingen des cingulums, dass er über der tunica trug, wurde durch die Stoffbahnen der Toga allerdings gedämpft und war praktisch nicht zu hören.


    Es war noch herzlich wenig los, als Licinus die Räumlichkeiten betrat, er war wohl weniger heftig verspätet, als er zunächst angenommen hatte. Die Braut war allerdings in ein Gespräch vertieft -- "Dort in Orange, das ist Iunia Axilla", raunte er Iulia Stella zu, die sich neben ihm hielt -- aber der Bräutigam schien frei zu sein. Zumindest vermutete Licinus, dass der teuer (ob elegant mochte seine Begleitung beurteilen) gewandte Mann in ihrer unmittelbaren Nähe Fabius Torquatus war.
    Er steuerte diesen an und ohne Rücksicht darauf, was das Protokoll verlangen mochte, fragte er schlicht und ergreifend nach:
    "Fabius Torquatus nehme ich an?"

  • Auch Macer hatte heute dem Anlass entsprechend die Sänfte für den Weg zur Domus Iunia gewählt. Als Begleiter hatte er sich trotz energischen Bettelns seiner Tochter für seinen neuen Tiro Fori Tiberius Caudex entschieden. Von seinen Klienten waren schließlich aus naheliegenden Gründen bereits mehrere ohnehin auf der Feier vertreten und eine bessere Gelegenheit, einen neuen Tiro zwanglos vorzustellen, gab es wohl auch kaum. Und schließlich war ein Tiberier als Begleiter bei diesem gesellschaftlichen Ereignis sicher auch kein Fehlgriff.


    Im Haus angekommen schaute Macer sich um, wo er wohl mit der Begrüßung beginnen konnte. Da der Bräutigam sein Klient war und er die Braut ebenfalls kannte, konnte er bei der Reihenfolge immerhin ziemlich entspannt sein und brauchte nicht zu befürchten, gleich zu Beginn höfliche Konversation mit einer ihm unbekannten Hauptperson des Abends machen zu müssen. Von allen Situationen, die gesellschaftliche Ereignisse mit sich brachten, mochte er eine solche nämlich mit ABstand am wenigsten.

  • Bei den bisherigen beiden Hochzeiten seiner Großcousine hatte es Silanus immer irgendwie geschafft sich gekonnt davor zu drücken. Doch dieses Mal gab es keine Ausreden mehr. Er war in Rom, hatte keinen Dienst, den er als Ausrede vorschieben konnte und da es ihm Axilla wohl nie verziehen hätte, wenn er auch ihre dritte Hochzeit verpassen würde, schummelte er sich unauffällig zwischen die bereits eingetroffenen Gäste. Natürlich hatte er es sich nicht nehmen lassen davor noch einen ausgedehnten Rundgang durch den Domus zu machen und die Prätorianer persönlich zu inspizieren, welche zum Schutz des ebenfalls eingeladenen und angekündigten Augustus in und um den iunischen Wohnsitz postiert waren. Freilich war es eine willkommene Ausrede so spät wie möglich den eigentlichen Ort des Geschehens zu betreten. Doch wer außer der Hausherr kannte sein Haus besser und konnte so einen nicht unwichtigen Beitrag zum Schutz des Kaisers leisten, in dem er die Wachposten auf neuralgische Punkte hinwies und sich selbst davon überzeugte, dass nur die besten Männer für diesen Auftrag ausgewählt worden waren. Kaum Auszumalen welche Katastrophe es wäre, wenn dem Kaiser ausgerechnet hier im Domus eines Prätorianeroffiziers etwas passieren würde.


    Während Axilla und ihr zukünftiger Ehemann Nummer Drei damit beschäftigt waren ihre ersten Gäste zu begrüßen, hielt sich Silanus vorerst am Rand des Geschehens auf und beobachtete die für ihn ungewohnte Szenerie. Axilla sah heute wirklich sehr wunderschön aus. Sie war schon immer sehr auf ihr Aussehen und ihre Figur bedacht gewesen, doch so wie sie heute dort in ihrer einfarbige und unverzierten Hochzeitstunika stand und glücklich ihre Gäste anstrahlte, konnte sie wesentlich jüngeren Bräuten locker die Show stehlen. Der Iunier musste kurz lächeln als er sie beobachtete und war wirklich sehr angetan vom Auftreten und der Ausstrahlung, welche die Braut heute vermittelte. Sie schien wirklich Glücklich zu sein und das wiederum freute wiederum Silanus, auch wenn aufgrund ihrer gemeinsamen Vergangenheit ein Hauch Wehmut mitschwang. Als sein Offizierskollege Iulius Licinus auftauchte nickte Silanus diesem begrüßend zu, um auf sich aufmerksam zu machen und ihm zu signalisieren, dass er sich nach der Begrüßung des Brautpaares gerne zu ihm gesellen konnte.

  • Da war er nun, der erste offizielle Anlass zu welchem ich den Senator begleiten durfte. Entsprechen hatte ich mich in die obligatorische Toga gehüllt. Schlicht in weiß ohne die Streifen, denn so weit war ich noch nicht. Aber ich arbeitete dran. Das es nun unbedingt hier im Haus des Iunius sei musste, war nun ja nicht so erfreulich. Ich konnte nur hoffen, dass er ob der geplatzten Hochzeit mit meiner Schwester keine Groll hegte. Und er die Enttäuschen inzwischen verkraftet hatte. Nun ja wie dem auch sei. Ich schritt also neben meinem Lehrmeister Purgitius Macer her und schaute mich ebenfalls um. Die Braut war trotz ihres etwas vorgeschrittenen Alters hübsch anzuschauen. Ja sie wirkten wohl gerade tatsächlich um einiges jünger als sie wohl tatsächlich war.
    Ich selbst hielt mich im Hintergrund und wartete auf die nun obligatorischen Begrüßungen und Vorstellungen.

  • Zitat

    Original von Marcus Iulius Licinus
    Licinus stieg aus der Sänfte, half anschließend seiner jugendlichen Begleitung hinaus und ließ sich und Iulia Stella durch die Domus führen hin zu jenem Ort an dem die Gäste das Hochzeitspaar begrüßen durften und ihre Geschenke loswerden konnte.
    Was insbesondere wohl den Sklaven freute, der eben diese trug und sich anschließend in die Küche verdrücken durfte um dort verköstigt zu werden. Licinus selbst trug am Anlass entsprechend eine Toga und selbstverständlich hatte er das schwarz der Garde abgelegt, sondern eine dunkelgrüne Farbe gewählt. Dass Klingen des cingulums, dass er über der tunica trug, wurde durch die Stoffbahnen der Toga allerdings gedämpft und war praktisch nicht zu hören.


    Es war noch herzlich wenig los, als Licinus die Räumlichkeiten betrat, er war wohl weniger heftig verspätet, als er zunächst angenommen hatte. Die Braut war allerdings in ein Gespräch vertieft -- "Dort in Orange, das ist Iunia Axilla", raunte er Iulia Stella zu, die sich neben ihm hielt -- aber der Bräutigam schien frei zu sein. Zumindest vermutete Licinus, dass der teuer (ob elegant mochte seine Begleitung beurteilen) gewandte Mann in ihrer unmittelbaren Nähe Fabius Torquatus war.
    Er steuerte diesen an und ohne Rücksicht darauf, was das Protokoll verlangen mochte, fragte er schlicht und ergreifend nach:
    "Fabius Torquatus nehme ich an?"


    Ich hatte mich für diesen speziellen Anlass ganz schön ins Zeug gelegt. Meine langen Haare hatten Magister Frisenius sehr viel Freude gemacht, als er sie erst in lange Zöpfe flechten durfte, diese danach zu einem kunstvollen "Diadem" auf dem Kopf hochstecken konnte und am Ende mit geknüpften Haaren, vermutlich von irgend einer Sklavin oder Germanin, die von meiner eigenen Haarfarbe kaum zu unterscheiden waren, zusammenbinden und festzurren musste. Das Resultat konnte sich durchaus sehen lassen, ohne einer Braut den Rang abzulaufen.
    Dazu hatte ich mir eine neue dezent rote Tunika aus Seide gekauft, welche mit 2 Gürteln einmal an der Hüfte und einmal direkt unter der Brust gegürtet wurde. Darüber trug ich ein griechisch angehauchtes Überkleid, welches mit einer aufwändigen X-Kette über die Brustpartie komplettiert wurde. Diese Aufmachung betonte dezent meine schon sehr weiblichen Rundungen, ohne dabei aufdringlich zu wirken.


    Licinus lotste uns direkt zu einem vornehm und durchaus elegant gekleideten Mann, den er als den Bräutigam zu erkennen glaubte, da die Braut bereits in ein Gespräch verwickelt war.


    Ich hielt mich stets an seiner Seite, aber einen halben Schritt hinter ihm, denn hier war ich bloss Begleitung.

  • Während sich Axilla um die bereits im Haus befindliche Verwandtschaft kümmerte - die natürlich auch ich angemessen grüßte - wandte ich mich den ersten eintreffenden Gästen zu. Einer davon war der Princeps Praetorii Iulius Licinus, wie mir Sosistratus sogleich zuflüsterte. Natürlich kannte ich seinen Namen und seine Position, war ihm allerdings nie persönlich begegnet. Wie ich in Erfahrung gebracht hatte war er viele Jahre in Germanien stationiert. Zweifellos musste ein solches gesellschaftliches Ereignis dann auch für ihn eine gänzlich neue Erfahrung sein. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass man im fernen Norden ähnlich ausgiebig feiern konnte. "Iulius Licinus, es freut mich, dich als unseren Gast begrüßen zu dürfen. Und natürlich deine Begleitung", begann ich an die beiden gewandt, ohne zu wissen dass sie demselben Haus angehörten. "Silanus hat mir bereits einiges über dich und deine Kämpfe im Norden berichtet." Hatte er natürlich nicht, aber wen interessierte das in diesem Moment schon. "Ich hoffe du hast dich in Rom schon eingelebt? Immerhin ist es hier doch etwas...anders als im kalten Germanien." So berichtete mir man zumindest. Für mich selbst war schon der Gedanke dauerhaft dort leben zu müssen ein Gräuel. "Apropos Silanus. Er müsste bereits hier sein." Ich ließ meinen Blick kurz durch das Atrium schweifen und deutete dann mit einer Hand in Richtung meines Anverwandten. Für ausführliche Gespräche war im Moment keine Zeit. Ich behielt es aber im Hinterkopf, den Prätorianer später noch genauer kennen zu lernen - immerhin stand er dem Vernehmen nach Silanus recht nahe.


    Nach dem kurzen Gespräch mit Licinus wandte ich mich den weiteren Gästen zu, unter denen sich auch mein Patron befand. Selbstredend erhielt er nicht nur aufgrund seines Ranges, sondern auch aufgrund meiner Beziehung zu ihm die entsprechende Aufmerksamkeit. "Salve Senator", grüßte ich höflich. Ich hatte mich bereits seit einiger Zeit nicht mehr bei seiner Salutatio blicken lassen, gleichwohl glaubte ich ihn gut genug zu kennen um zu wissen, dass er darüber hinwegsehen konnte. Immerhin war ich nun schon seit zig Jahren sein Klient. "Es freut mich dich begrüßen zu dürfen. Ich sehe, du hast dich heute für eine männliche Begleitung entschieden", stellte ich mit einem amüsierten Grinsen fest und musterte den jungen Mann kurz. Ein verlorener Sohn vielleicht? Nein, das konnte ich mir beim Senator nicht vorstellen. Umso gespannter war ich nun, wer sich an der Seite des Consulars in mein Haus geschlichen hatte. Oder das Haus meiner Frau.

  • Das Haus füllte sich mit Hochzeitsgästen. Tuca musterte jeden der eintrat. Zwischendurch sah sie zu Lea, die wie eine versteinerte Statue da stand. Das ging so nicht, sie musste den Gästen die Getränke bringen. Unauffällig stellte sich Tuca zu Lea. " Du musst zu den Gästen gehen. Halte ihnen einfach das Tablett hin, dann nehmen sie sich." Tuca war klar, das Lea in diesen Dingen keinerlei Erfahrung hatte. Heute war der richtige Tag dafür, was dazu zu lernen.

  • Atticus war auf dem Weg zur Domus dreimal wieder umgedreht. Er wollte nicht hier sein und wollte nicht Hochzeit feiern. Er hielt es immer noch für einen Fehler. Warum musste seine Mutter überhaupt heiraten? Sollte es nicht irgendwelche Gesetze geben, die erstgeborenen Söhnen zumindest ein wenig Mitspracherecht einräumten? Irgendwas? Aber das hier, das war einfach... unnatürlich.
    Aber trotzdem wusste Atticus, dass es wohl keine schlimmere Beleidigung geben würde, als nicht zu erscheinen, wenn seine Mutter heiratete. Und egal, wie wenig er von dieser Hochzeit hielt, er wollte seiner Mutter sicherlich nicht derart weh tun.


    Vor dem Haus tummelten sich diverse Sänften und eine kleine Schlange Menschen. Atticus hatte schon keine Lust auf die Hochzeit, aber noch wneiger Lust hatte er, sich hier wie ein Gast in die Reihe zu stellen. Er gab also Pontus nur einen kleinen Wink und ging nach hinten zum Eingang zum Hof. Pontus würde sowieso im Hof bleiben müssen, dann konnte er ihn auch gleich ohne Umwege dort hinbringen.
    Die Hunde des Hauses begrüßten Pontus bereits durch die geschlossene Tür mit freudigem Gebell, das ebenso freudig erwidert wurde. Es dauerte etwas länger als normal, bis die Tür geöffnet wurde. Überhaupt war es für Atticus ungewohnt, dass sie verschlossen war, aber bei so vielen Gästen sollte das wohl so sein. Schließlich aber machte ihm Aesara die Tür auf und begrüßte ihn gewohnt einsilbig. Atticus schlüpfte hinein, ließ Pontus bei seinen Freunden und schlich durch die Küche, in der heute fürchterlicher Betrieb herrschte, ins Innere des Hauses. Natürlich nicht ohne im Vorbeigehen einen Leckerbissen von einem Tablett zu klauen, aber das kannte Aesara ja nicht anders von den jungen Herren des Hauses. Er ging seinen Weg so rückwärts bis zum Atrium und blieb erstmal im Hintergrund. Wenn die ganze Begrüßungsschlange abgearbeitet wäre, könnte er seiner Mutter etwas unverfänglicher kurz Salve sagen, ohne dass es so hochoffiziell wäre.

  • Gesellschaftlichen Anlässen in Art einer Hochzeit konnte Flavius Gracchus wenig abgewinnen, so dass er diese üblicherweise nur frequentierte sofern es ob familiärer, politischer oder gesellschaftlicher Verbindung obligat war. In diesem Falle war nichts davon relevant. Cnaeus Fabius Torquatus war ihm als Procurator a Memoria zwar weitläufig bekannt, zu wenig indes, sich verpflichtet zu fühlen. Mit Iunia Axilla verband ihn zwar eine wohlwollende Sympathie, welche ihren Ursprung an einem sehr, sehr weit zurückliegenden Tag hatte, welcher jedoch so weit bereits zurück lag, dass er Gracchus stets nur dann wieder wurde gewahr, wenn er ihrer angesichtig wurde, und ob dessen nicht für eine Zusage hätte ausgereicht. Seine Gemahlin Aurelia Prisca indes war mit der Braut bekannt und da sie jedem Anlasse zu Festivitäten enthusiasmiert entgegen sah, war sie selbstredend angetan gewesen ob der Einladung, was somit auch Gracchus zur Zustimmung hatte bewogen, da er Prisca kaum einen Wunsch konnte abschlagen, noch weniger dies wollte. So kam es also, dass das flavisch-aurelische Ehepaar ebenfalls Teil der Gästeschar im iunischen Hause war und Gracchus und Prisca sich in die Reihe der Ankommenden reihten.
    "Cnaeus Fabius Torquatus, Iunia Axilla, wir danken für eure Einladung"
    , sprach Gracchus förmlich als sie an der Reihe waren. Das Paar bot aus seiner Sicht einen recht interessanten Anblick: Der Fabier war behängt mit Goldschmuck, wie es nur bei Männern der Fall war, welche sich beweisen mussten, dass sie etwas besaßen, die Iunia indes bot ein unkonventionelles, aus den Augen des Pontifex beinahe ein wenig ungebührliches Bild einer Braut mit ihren hochgesteckten Haaren und dem Schleier um die Schultern gelegt. Indes, durch diesen ungetrübten Anblick ihres Antlitzes überkam Gracchus wieder die Reminiszenz an jenen weit, weit zurückliegenden Tag, was dazu gereichte, seinen linken Mundwinkel zu einem Lächeln empor zu heben.
    "Wir sind überaus erfreut, heute Zeugen eurer Eheschließung sein und diesen be..sonderen Tag mit euch zelebrieren zu dürfen."

    cdcopo-pontifex.png flavia.png

    IUS LIBERORUM

    PONTIFEX PRO MAGISTRO - COLLEGIUM PONTIFICUM

  • Die Einladung hatte Sextus ein wenig überrascht. Die heiratende Iunia kannte er eher als Freundin seiner Exfrau, und auch dies nur flüchtig, und den Fabier kannte er gar nicht. Auf der anderen Seite wurde man als Senator und Haruspex desöfteren zu Feiern eingeladen, bei denen man die wenigsten Beteiligten wirklich kannte. Und immerhin war dies eine Hochzeit eines der höchsten Ritter mit einer Dame aus einer ebenfalls sehr angesehenen Ritterfamilie, da konnte man also schon einmal auftauchen.
    Da seine beiden Cousinen für den Sommer nach Baiae abgereist waren, fiel die Auswahl, wen er als Begleitung mitnehmen sollte, ausgesprochen leicht: Seine Nichte Corvina. Die Chancen standen immerhin gut, auf weitere Senatoren und Mitglieder der besseren Gesellschaft zu treffen, und die sollten Corvina durchaus kennen lernen. Immerhin wollte man sie ja verheiraten, wenn sich etwas passendes ergab.


    Mit angemessener Verspätung also traf auch die aurelische Sänfte an der Domus Iunia ein. Sextus half seiner Nichte noch aus dem Vehikel und reihte sich dann in die Reihe derer ein, die das Brautpaar begrüßen und mit belanglosen Floskeln überschütten wollten

  • Zitat

    Original von Cnaeus Fabius Torquatus
    Während sich Axilla um die bereits im Haus befindliche Verwandtschaft kümmerte - die natürlich auch ich angemessen grüßte - wandte ich mich den ersten eintreffenden Gästen zu. Einer davon war der Princeps Praetorii Iulius Licinus, wie mir Sosistratus sogleich zuflüsterte. Natürlich kannte ich seinen Namen und seine Position, war ihm allerdings nie persönlich begegnet. Wie ich in Erfahrung gebracht hatte war er viele Jahre in Germanien stationiert. Zweifellos musste ein solches gesellschaftliches Ereignis dann auch für ihn eine gänzlich neue Erfahrung sein. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass man im fernen Norden ähnlich ausgiebig feiern konnte. "Iulius Licinus, es freut mich, dich als unseren Gast begrüßen zu dürfen. Und natürlich deine Begleitung", begann ich an die beiden gewandt, ohne zu wissen dass sie demselben Haus angehörten. "Silanus hat mir bereits einiges über dich und deine Kämpfe im Norden berichtet." Hatte er natürlich nicht, aber wen interessierte das in diesem Moment schon. "Ich hoffe du hast dich in Rom schon eingelebt? Immerhin ist es hier doch etwas...anders als im kalten Germanien." So berichtete mir man zumindest. Für mich selbst war schon der Gedanke dauerhaft dort leben zu müssen ein Gräuel. "Apropos Silanus. Er müsste bereits hier sein." Ich ließ meinen Blick kurz durch das Atrium schweifen und deutete dann mit einer Hand in Richtung meines Anverwandten. Für ausführliche Gespräche war im Moment keine Zeit. Ich behielt es aber im Hinterkopf, den Prätorianer später noch genauer kennen zu lernen - immerhin stand er dem Vernehmen nach Silanus recht nahe.


    Sim-Off:

    [SIZE=7]Vorab: Ich habe keine Ahnung, was Römer sich zur Hochzeit schenkten, daher werde ich nur von dem Geschenk reden. Ich überlass es euch, ob ihr erfreut, verwirrt oder abgestoßen seit. Im Zweifel hat Licinus es selbst besorgt und naja, jeder der mich ab und zu mal gelesen hat, weiß wie viel Ahnung Licinus von sowas hat :D[/SIZE]


    "Die Freude ist ganz auf meiner Seite. Und euch meine Glückwünsche zu eurer Hochzeit." sagte Licinus artig auf und drückte seinem Gegenüber die Hand. "Meine Nichte, Iulia Stella." mit der Hand wies er zu der jungen Frau. "Wir möchten euch dieses Geschenk verehren." Damit waren die Begrüßungsformalitäten auf dieser Seite zumindest abgeschlossen und das leichte Geschätz begann. Licinus wusste, dass er darin nicht gut war.


    "Meine Kämpfe. Kaum ein Thema für heute abend," Licinus winkte ab. Der einzige Kampf in Germania war diese unschöne Geschichte um den jetzigen trecenarius gewesen. Das war wirklich keine erbauliche Geschichte, nichtmal wenn man Seemannsgarn spinnen wollte.
    In der Ferne sah er nun, als er darauf hingewiesen wurde, den Urheber der Aussage ihm zunicken. Licinus nickte zurück, da hatte er gleich einen Anlaufpunkt. Das war gut.
    "Der größte Unterschied ist wohl tatsächlich, dass die Offiziere nicht in der castra wohnen. Von der Temperatur einmal abgesehen, versteht sich."

  • Zitat

    Original von Marcus Iulius Licinus


    "Die Freude ist ganz auf meiner Seite. Und euch meine Glückwünsche zu eurer Hochzeit." sagte Licinus artig auf und drückte seinem Gegenüber die Hand. "Meine Nichte, Iulia Stella." mit der Hand wies er zu der jungen Frau. "Wir möchten euch dieses Geschenk verehren." Damit waren die Begrüßungsformalitäten auf dieser Seite zumindest abgeschlossen und das leichte Geschätz begann. Licinus wusste, dass er darin nicht gut war.


    Als ich vorgestellt wurde, neigte ich kurz den Kopf und blickte artig zu Boden, wie ich es gelernt hatte. Dies jedoch ohne dabei die Körperhaltung als Ganzes zu verändern, so dass die Geste erhaben und züchtig wirkte, nicht aber unterwürfig.


    Danach, als die Herren ihr Gespräch über militärische Erlebnisse begannen, blickte ich mich in der Gesellschaft um und bewunderte die vielen wunderbaren Frisuren der Damen und deren Schmuck. Die Herren waren wie immer zwar bunt gewandet in verschiedenen Tuniken, aber die Mode erlaubte halt insgesamt wesentlich mehr Abwechslung bei den Damen.

  • Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus


    Eine Hochzeitsfeier war immer ein schöner Anlass zum feiern und gleichzeitig eine gute Gelegenheit um Neuigkeiten zu erfahren und auszutauschen. Zudem war Prisca der Meinung, dass es nie schaden konnte neue Gesichter kennen zu lernen. Aus diesen Gründen erübrigte sich für die Prisca die Frage, ob eventuell ein Glückwunschschreiben anstelle der persönlichen Aufwartung ausgereicht hätte. Die Braut kannte Prisca bereits näher wohingegen der Name des Bräutigams ihr nur wenig sagte. Cnaeus Fabius Torquatus … ein Fabius … die gens Fabia?, beim besten Willen wollte Prisca kein bekanntes Gesicht oder Name aus dieser gens einfallen. Das würde sich aber wahrscheinlich bald ändern.


    An der Seite ihres Gemahls wartete Prisca also inmitten der Gratulanten darauf, bis die Reihe an ihnen war und währenddessen bot sich eine gute Gelegenheit um die anwesenden Personen ein wenig zu beobachten. Das Brautpaar stach natürlich aus der Menge heraus, wobei die Aufmachung der Iunia sehr gelungen war. Das Haar anders als üblich getragen, ebenso der Schleier und doch alles sehr stimmig um die Schönheit der Braut hervorzuheben. Der Bräutigam hingegen war für Priscas Geschmack etwas zu "behängt" mit Schmuck, welcher ein so ansehnlichen Mann wie der Fabier eigentlich nicht nötig gehabt hätte zu tragen, um so manches Damenauge auf sich zu ziehen. Aber gut, das waren nur ein paar flüchtige Eindrücke die Prisca mit nahm, ohne sich weiter darüber Gedanken zu machen.


    Beim Brautpaar angekommen überlies Prisca ihrem Mann das erste Wort während sie Axilla und dem Fabier freundlich lächelnd zu nickte. Nachdem Gracchus den Dank für die Einladung bereits aussprach blieb ihrerseits nur noch die besten Wünsche anzufügen: "Mögen die Götter euch und eure Familien allzeit mit Glück und Gesundheit segnen!"

  • Sim-Off:

    Ich bin mal so frei und drösel die einzelnen Gäste ein wenig auf


    Zitat

    Original von Iulia Stella
    Licinus lotste uns direkt zu einem vornehm und durchaus elegant gekleideten Mann, den er als den Bräutigam zu erkennen glaubte, da die Braut bereits in ein Gespräch verwickelt war.


    Zitat

    Original von Cnaeus Fabius Torquatus
    "Iulius Licinus, es freut mich, dich als unseren Gast begrüßen zu dürfen. Und natürlich deine Begleitung", begann ich an die beiden gewandt, ohne zu wissen dass sie demselben Haus angehörten. "Silanus hat mir bereits einiges über dich und deine Kämpfe im Norden berichtet." Hatte er natürlich nicht, aber wen interessierte das in diesem Moment schon. "Ich hoffe du hast dich in Rom schon eingelebt? Immerhin ist es hier doch etwas...anders als im kalten Germanien." So berichtete mir man zumindest. Für mich selbst war schon der Gedanke dauerhaft dort leben zu müssen ein Gräuel. "Apropos Silanus. Er müsste bereits hier sein."


    Zitat

    Original von Marcus Iulius Licinus
    "Die Freude ist ganz auf meiner Seite. Und euch meine Glückwünsche zu eurer Hochzeit." sagte Licinus artig auf und drückte seinem Gegenüber die Hand. "Meine Nichte, Iulia Stella." mit der Hand wies er zu der jungen Frau. "Wir möchten euch dieses Geschenk verehren." Damit waren die Begrüßungsformalitäten auf dieser Seite zumindest abgeschlossen und das leichte Geschätz begann. Licinus wusste, dass er darin nicht gut war.


    "Meine Kämpfe. Kaum ein Thema für heute abend," Licinus winkte ab. Der einzige Kampf in Germania war diese unschöne Geschichte um den jetzigen trecenarius gewesen. Das war wirklich keine erbauliche Geschichte, nichtmal wenn man Seemannsgarn spinnen wollte.
    In der Ferne sah er nun, als er darauf hingewiesen wurde, den Urheber der Aussage ihm zunicken. Licinus nickte zurück, da hatte er gleich einen Anlaufpunkt. Das war gut.
    "Der größte Unterschied ist wohl tatsächlich, dass die Offiziere nicht in der castra wohnen. Von der Temperatur einmal abgesehen, versteht sich."


    Als Torquatus anfing, die Gäste zu begrüßen, riss sich Axilla von ihren jungen Verwandten los und begab sich natürlich dann auch zu ihrem Mann. Auch wenn dieser mehr Schmuck trug als sie heute, ließ ihr Blick und ihr Lächeln nichts von einer Kritik erkennen.
    “Iulius, Iulia, es ist mir eine ausgesprochene Freude, euch als Gäste begrüßen zu können“, begrüßte sie die beiden Gäste an einer passenden Stelle und nahm ein wenig überrascht das dargereichte Geschenk entgegen. Aber gut, nicht alle Gäste würden am nächsten Morgenempfang wiederkehren, um dann die traditionelle Geschenkübergabe zu feiern, und Axilla hatte es ohnehin nicht so sehr mit Konventionen. Nur dann, wenn sie ihr passten. Nach einem von einem Strahlen begleiteten “Dankesehr“ und einer ersten Begutachtung des Geschenkes gab Axilla es in einem passenden Augenblick unauffällig an einen der Sklaven weiter, um es erst einmal beiseite zu packen. Sie konnte hier ja schlecht die ganze Zeit mit Geschenk in der Hand stehen und die übrigen Gäste begrüßen.
    Da Axilla die junge Iulia noch nie bei einem öffentlichen Fest gesehen hatte und es wohl nach außen hin leider etwas unziemlich aussehen würde, wenn sie sich doch eigentlich nur für das Militär interessierte – auch wenn sie das tat – bemühte sich Axilla, ihre guten Manieren zu zeigen und der jungen Frau ein wenig ins Geschehen zu helfen. “Ich wusste gar nicht, dass Iulius Licinus eine Nichte hat. Bis du ebenfalls mit ihm aus dem Norden erst hergereist?“

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