[Latium] Sinuessa

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    Sinuessa ist ein geschäftiges, kleines Hafenstädtchen im äußersten Süden Latiums, etwa viereinhalb Reisetage von Rom und einen Tag von Misenum entfernt. Dieser Ort ist eine beliebte Zwischenetappe, um eine Rast einzulegen oder um sich von einer schweren Reise zu erholen. Schon viele bekannte Personen haben in Sinuessa Station gemacht auf ihren Reisen, von Horaz (der sich hier mit seinem Freund Vergil traf) bis zum großen Gaius Iulius Caesar. Besonders gerühmt werden die hiesigen Bäder, die Aquae Sinuessanae. Doch nicht die Bäder sind es, die so viele müde Reisende anziehen, es ist der Wein aus dem nahen Mons Massicus, der in den Tavernen Sinuessas die Kehlen der Leute erfreut.

  • Es war später Abend, als die Reisegruppe Sinuessa erreichte. Es war für ihre Verhältnisse ein weiter Weg gewesen. Den ganzen Tag waren sie mit dem Wagen Servilias gefahren. Besser gesagt Callista, da die griechische Sklavin es gewesen war, die die Pferde gelenkt hatte. "Na endlich" seufzte Servilia atemlos. Sie freute sich schon auf ein gemütliches Bett. "Nana, wir sollten Trauerkleidung anlegen, sobald wir ein Zimmer haben. Wir befinden uns nun in Latium. Roma mag noch gute vier Tage entfernt sein, doch ab nun könnte es durchaus sein, dass wir eventuelle Bekannte aus der Stadt treffen." Verächtlich schnaubte Servilia, als sie das hörte. "Ich trauere nicht um deinen Vater, solch ein niederer, unrömischer Wurm hat es nicht verdient, dass um ihn getrauert wird." Iulia kniff den Mund zusammen, sagte jedoch nichts. Im Moment blieb sie tatenlos, doch sie musste es schaffen ihre Mutter in Trauerkleidung zu bekommen, ehe sie Marcus Iulius Dives gegenübertreten würden.

  • Es hatte viel Aufsehen erregt, dass drei Frauen ohne männliche Begleitung auf Reisen waren. Zu viel Aufmerksamkeit. Denn wenn auch die Reisegruppe sich nur kurz im Schankraum der Taverne aufgehalten hatte, so hatte der Moment schon ausgereicht, um viele viele männliche Augenpaare auf der jungen Schönheit von Tochter ruhen zu lassen. Die Damen hatten sich so schnell es ging mit ihrer Sklavin auf ihr Zimmer zurückgezogen. Aus Platz- und Kostengründen würde Callista bei ihrer Herrschaft schlafen, wenn es auch der jungen Griechin anfangs etwas Überwindung gekostet hatte, solch einen Affront zu begehen.

  • In der Nacht schlief Iulia nur sehr unruhig. Ständige wälzte sie sich hin und her, bis sie aufgrund eines Alptraums aus dem Schlafe auffuhr. Anscheinend war sie keine Minute zu spät aufgewacht, da sie im hereinscheinenden Mondlicht ganz genau erkennen konnte, wie da eine fremde Männergestalt mit dem Großteil ihrer persönlichen Habe beladen gerade im Begriff war auf Iulias Bett zuzuschleichen. Iulia schrie aus vollen Lungen, ihre Mutte und Callista schreckten beide wie von der Tarantel gestochen hoch. Der männliche Unbekannte machte am Absatz kehrt und lief mit allem was er auf sich aufgeladen hatte aus dem Zimmer. Jetzt da auch Iulias Mutter die Lage erkannt hatte, begann auch sie zu rufen. Callista jedoch war aufgesprungen und dem Dieb (und Iulias beinahem Vergewaltiger, wenn nicht noch Schlimmeres) hinterher. "Ah! Ah! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Diebe, Räuber Mörder!" rief Servilia Gemina, Iulias Mutter, immer wieder.


    Iulia indes, hatte aufgehört zu schreien und sank nur schweißgebadet in ihr Nachtlager zurück. Das war verdammt knapp gewesen, sehr sehr knapp. Hoffentlich würde Callista den Dieb einfangen und eine Lektion erteilen. So eine kultivierte, gut erzogene griechische Sklavin auch war, Callista war auch eine Kriegerin, die es verstand zu kämpfen. Wenn sich Iulia eine der schlimmsten Strafen überhaupt vorstellte, dann war es die, Callista zur Feindin zu haben. Doch zum Glück hielt sie treu zu ihrer Herrin, so hatte Iulia selbst nichts zu befürchten. Währenddessen schrie Servilia Gemina immer noch ganz hysterisch in der ganzen Taverne herum.

  • Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte sich Servilia Gemina wieder beruhigt, während Callista ins Zimmer zurückkam. "Tut mir Leid, Herrin, doch ich konnte das Schwein nicht mehr erwischen. Es ist mit all dem Habe entkommen, das es bei sich hatte, ehe du ihn bemerkt hast." Iulia seufzte. "Nunja, wenigstens erübrigt sich jetzt die Frage um die Trauerkleider, man kann nicht schwarz tragen, wenn alles Schwarze gestohlen wurde. Callista, du hälst den Rest der Nacht Wache, wir brechen morgen gleich sofort in aller Frühe in Richtung Rom auf." Iulias Sklavin verneigte sich. Der Rest der Nacht verlief ereignislos.


    Beim ersten Hahnenschrei verließen die drei Frauen Sinuessa wieder mit dem Wagen, in direkter Richtung nach Rom, wenn auch dieses Mal deutlich um ihr Gepäck erleichtert.

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