[Gewürzhändler] Herbosus - Das Kräuterstübchen

  • Sonderlich ausgeschlafen fühlte ich mich nicht. Mehr Brett als Polster diente mir zum Schlafen und aufgeheizt war der Raum wie der Backofen meiner Großmutter wenn ich die Asche ausfegte. Trotzdem ging es mir vortrefflich mit dem Apfel in der Hand als ich die Stiege nach unten polterte. Durch die Taverne führte mich mein Weg heute nicht. Es gab einen schmalen Durchgang zwischen den Häusern der auf die belebte Straße zum Hafen führte. Mich drängte es in die andere Richtung auf der Suche nach einer Anstellung.
    Viele Händler standen vor ihren Läden und priesen lautstark ihre Waren an. Zerrten an Ärmeln der Vorüberziehenden und riefen ihnen Preisangebote zu. Es amüsierte mich. Oftmals blieb ich stehen und betrachtete die Auslagen bis der Händler zu aufdringlich wurde. Damit vertrieb er mich oder aber ich kam mit ihm ins Gespräch und erkundigte mich nach dem von mir Gesuchten. Lange Zeit bekam ich ein Kopfschütteln oder auch ein striktes NEIN zur Antwort bis ich endlich fündig wurde.
    Eine alte Matrone mit einem Kleinkind an der Hand hatte mich beobachtet und eine meiner Fragen mitbekommen. Sie schob das Bübchen auf mich zu und zwang mich damit zum Stehenbleiben. Was fällt … wollte ich lospoltern. Doch ihr breites Lächeln hielt mich dann doch davon ab und es perlte ein lautes fragendes JA! über meine Lippen. Zuerst hörte ich skeptisch zu als sie begann mir zu erklären sie habe zugehört was ich suche. Als sie jedoch erklärte sie wisse wo ich das finden könnte wonach mir der Sinn stand wurde ich aufmerksam gar interessiert. Betont deutlich formte sie die Worte und deutete immer wieder in ein und die selbe Richtung den Weg beschreibend. Meine Braunen suchten dabei die Häuserreihen ab bis sie schließlich das Beschriebene fanden und zu der Alten zurückkehrten.
    Nach kurzem Gedankensammeln und bedächtigem Nicken förderte ich aus meiner Gewandtasche einen weiteren Apfel zutage und übergab ihn an den Kleinen. Bedankte mich mit einem Kopfnicken und einem freundlichen Salve! Dem Jungen strich ich noch durch sein wuscheliges Haar bevor ich die Richtung einschlug wo ich nach kurzer Zeit vor der Gewürzhandlung stand.

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    Sklavin Roxana


    Es war ein wunderschöner, sonniger Tag in Ostia gewesen. Die fröhlichen Gesänge der Vögel waren überall zu hören. Die Kunden waren außerordentlich großzügig gewesen. Die Geschäfte liefen einfach großartig. Besonders waren die Kräuter aus dem östlichen Teil des Imperiums gefragt, sodass man fast von einem Ausverkauf sprechen konnte. Doch das Lager hatte so einige Reserven aufzuweisen. Trotzdem waren die Angestellten an solch einem Tag froh darüber, wenn sich genügend Aushilfskräfte finden lassen würden.


    Im Gegensatz zu den anderen Geschäften ihrer Herrin, musste der mittelgroße Kräuterladen mit viel weniger Personal im Vergleich zu den anderen zurechtkommen. Diese Tatsache war jedoch kein Anlass dafür die Köpfe in den Sand zu stecken, sondern es half sogar, indem sich die wenigen zu einer kleinen Familie zusammenfügten. Jeder half dem anderen, als wären sie tatsächlich allesamt verwandt gewesen.


    "Leute Ostia´s. Ganz frisch aus Syria. Steppenraute. Kommt und nehmt den besänftigen Duft wahr."

  • Nicht zu dicht das Näschen in die Raute stecken und vor allem nicht zu viel davon Rauchen. Mir fiel es wieder einmal schwer einen Kommentar zu unterlassen.
    Verzeih! Ich konnte es nicht unterlassen. Mit den doch freundlich klingenden Worten und auch dazu lächelnd trat ich auf die Hübsche zu und neigte leicht mein Haupt. Vera mein Name. Gehört dir der Handel? Auch wenn sie nicht aussah wie die Besitzerin wollte ich nicht weiter Schlaumeiern und bemühte mich erst einmal um Informationen.
    Bin auf der Suche nach einer Anstellung und wurde nach hier verwiesen. Ich interessiere mich seit meiner Kindheit für Kräuter und deren heilende Anwendung, kenne mich recht gut mit Gewürzen und Heilpflanzen aus. Suchst du oder ihr noch eine Hilfe?
    Inzwischen war ich näher getreten und sog den Duft der frischen und getrockneten Ingredienzien ein. Sah mich dabei interessiert um und landete zum Schluss wieder mit den Braunen auf der jungen Frau sie aufmerksam mit offenem Blick ansehend.

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    Sklavin Roxana


    Roxana blickte sich hektisch um, denn die weibliche Stimme die den Wahnhinweis von sich gab war ihr gänzlich unbekannt. Doch schien sich die Frau mit der Kräuterkunde auszukennen. Nicht, dass es sich um ein Kontrollbesuch des örtlichen Aedil handelte. Denn dieser hatte erst vor einigen Wochen sein Senf abgegeben, weil anscheinend die Auslagen drei palmus zu weit vom Stübchen entfernt standen. Glücklicherweise sind sie einer Strafzahlung hinweggekommen. Erst als die junge Frau ihr gegenüberstand fixierte sich ihr Blick wieder, einmal tief durchgeatmet. "Salve Vera, ist schon gut. Du hast ja Recht." Als sich anschließend die Frau samt Namen vorstellte und fragte, ob ihr der Handel gehörte, kicherte sie ein wenig. "Nein, der Handel gehört meiner Domina.", lächelte sie freundlich. "PERFEKT! Wir suchen nämlich kurzfriste Aushilfen. Du siehst ja. Voll." Sie breitete beide Arme aus, um die Vielfalt und das Gedrängel stolz zu präsentieren. "Massiva meint dann immer... Dass die Kunden uns die Bude einrennen.", grinste sie und lachte anschließend über die Worte ihres Mitstreiters. "Wenn du willst, dann kannst du weitere Kisten aus dem Lager hierher holen. Sie sind auch ganz leicht. Sag einfach Massiva, dass du von Roxanna geschickt wurdest." Sie kicherte wieder. "Ach ja, ich heiße übrigens Roxanna."

  • Mein Blick hellte sich merklich auf und meine Braunen begannen wie immer bei freudigen Ereignissen zu leuchten. Hört sich gut an und natürlich bin gerne dabei und hol dir noch Kisten aus dem Lager. Wie ich sehe wird hier jede helfende Hand gebraucht.
    Das Kribbeln in meinen Fingern deutlich spürend sah ich mich noch einmal aufmerksam um. Die Auswahl war riesig und die Düfte berauschten bereits meine Sinne. Viele Kaufwillige tummelten sich und wählten teilweise mit Bedacht aber auch nach meinem Dafürhalten eher unwissend.
    Wieder an Roxana gewandt wurde mein Blick etwas nachdenklicher. Ein Problem brennt mir noch auf den Nägeln bevor ich die Finger beuge. Eine leichtes Zwinkern begleitete meine Worte. Kennst du eine günstige Bleibe hier in der Nähe? Derzeit bin ich in einer Taverne untergekommen wo eher Männer ihr Haupt betten und ich als Rothaar nicht den besten Eindruck hinterlasse.
    Nun war auch das gleich gesagt, zu übersehen war es sowieso nicht und bevor sich erst Schwierigkeiten ergaben. Würde mich freuen! Kam der Zusatz kurze Zeit später schon im Davongehen. Gab es vorerst nichts Klärendes weiter zu besprechen und es war mir jetzt auch viel wichtiger ihrer Bitte nachzukommen und Ware aufzufüllen.

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    Sklavin Roxana


    "Schön. Danke!" Sie überlegte kurz. "Hmmm... jaaaaaaaaaaa... wir haben noch ein Plätzchen im Handelsladen, also wenn es dir nichts ausmacht dass du mit uns gemeinsam nächtigst." Sie lebten zwar nicht wie die Made im Speck, doch musste auch niemand auf dem Fußboden schlafen. Ihre Domina ließ sie nämlich allesamt an den Wohlstand teilhaben, aber immer nur so lange wie keine Verschwendung vorlag. "Wenn du möchtest kann ich dir, wenn es dunkel wird das Zimmer zeigen. Auf jeden Fall kannst du mit uns nachher speisen. Es gibt heute leckere lukanische Würstchen. Die hat uns ein Händler aus Germania mitgebracht. Ein Vorteil in einer Handelsstadt zu arbeiten und zu wohnen."


    Sie wandte sich vorerst ab und widmete sich wieder der Kundschaft gegenüber.

  • Mit der schnellen Antwort hatte ich so nicht gerechnet. Sie ließ mich erneut stehen bleiben und umwenden mit Blickkontakt zu Roxana. Und zweifellos war die Freude auch nicht zu übersehen. Meine Lippen formten sich zu einem überbreiten Lächeln und die Augen strahlten mit der Sonne um die Wette.
    Das ist wundervoll! Den lauten Jubel deutete ich deshalb auch nur mit einem Hüpfer an um die Anwesenden nicht zu verschrecken. Auch das dabei tänzelnde Bewegen der Hüften war nicht zu übersehen was die Freude noch extra unterstrich. Wenn es dunkel wird bin ich wieder hier und erst einmal erfülle ich deine Bitte und bin jetzt Kisten holen. Nun rannte ich aber wollte ich doch vor dem Abend noch so viel als möglich helfen und danach in die Taverne mein Bündel holen und meine Schulden begleichen.

  • Die Dunkelheit kündigte sich an als ich auf dem Weg zurück zu Roxana war. Es wurde ruhiger in der Gasse und die Meisten strebten mir entgegen zu ihren Wohnungen. Mein Bündel begann in die Schulter zu schneiden und dazu protestierten jetzt auch meine Füße. Der Tag war lang und ereignisreich. Einzig das Glücksgefühl hielt mich aufrecht und trieb mich voran zum Kräuterstübchen. Auch dort schien Ruhe eingekehrt zu sein. Nichts mehr zu sehen von den herum wuselnden Kaufwilligen. Düfte lagen schwer in der Abendluft und kitzelten in meiner Nase. Vorfreude auf die angekündigten Würstchen breitete sich als Knurren im Magen aus. Erst jetzt verspürte ich Hunger obwohl ich außer einen Apfel über den Tag nichts weiter zu mir genommen hatte. Die Spannung stieg und Neugier machte sich breit auf das neue Leben und was es Alles bringen würde.
    Hilfsbereit wie schon zuvor nahm ich mir eine der Kisten und trug sie ins Innere. Bin zurück! Mein Rufen sollte nicht zu überhören sein.

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    Sklavin Roxana


    Roxana glaubte ganz dolle an die Rückkehr von Vera im Gegensatz zu Massiva. Dies hatte sich den Göttern sei dank bestätigt. Drinnen roch es bereits nach gebratenen Würstchen. Roxana und ihre drei weiteren Freunde sangen fröhlich vor sich hin. Es wurde gelacht, manchmal sogar getanzt. Nur Massiva hielt sich wie immer im Hintergrund auf, typisch Pessimist. Roxana sprang sofort auf, als sie Vera zu sich kommen sah. "Huhu, Vera. Hier nimm doch bitte Platz." Sie reichte ihr etwas Honigwein zu trinken. "Danke, nochmals. Du warst uns heute eine gute Hilfe gewesen. Ohne dich hätten wir wohl den Trouble nicht bewerkstelligen können. Daher haben wir darüber nachgedacht, ob du nicht auf Dauer bei uns arbeiten möchtest? Doch erst nimm ein paar WÜRSTCHEN!" Roxana nahm sich eine und schluckte das kleine Würstchen mit einem Bissen herunter. Dabei machte sie einen verkraften Gesichtsausdruck.

  • Eh ich mir versah war ich mit einem Becher Honigwein versorgt und von Roxana so herzlich aufgenommen wie ich es kaum für möglich gehalten hatte. Das ist ja eine Begrüßung. In meinen Braunen sammelten sich Freudentränen. Sofort fühlte ich mich heimisch und angekommen. Nahm zwischen ihnen Platz und ließ mein Bündel auf den Boden gleiten. Gezielt griff ich mir ein Würstchen und biss erst einmal ein kleines Stück zum Kosten ab. Der Geschmack war etwas ungewohnt aber sehr würzig und lecker. Schnell schob ich den Rest in den Mund und verzehrte ihn genüsslich mit Blick zwischen den Anwesenden. Mit einem Schluck zum Nachspülen nahm ich das Gespräch auf und antwortete lächelnd. Bestimmt sage ich nicht nein zu deiner Frage Roxana, kann mir nichts Besseres vorstellen als hier mitzuhelfen. Jetzt hoffte ich nur noch ihre Domina war damit einverstanden und mir Wohl gesonnen trotz meiner Herkunft. Hab alles dabei und könnte gleich bleiben.
    Beim letzten Wort fand ein weiteres Würstchen den Weg zwischen meine Lippen. Der Becher wurde gehoben und in die Runde geprostet. Auf gute Zusammenarbeit! leicht genuschelt unter Kauen.

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    Sklavin Roxana


    Als Roxana die kullernden Tränchen auf den Wangen von Vera erblickte. "Komm lass uns tanzen!" Sie reichte ihr die Hand entgegen. "Und keine Sorge, unsere Domina hätte bestimmt nichts dagegen, wenn du bleibst. Es wäre nur hilfreich, wenn du dich bei ihr vorstellen könntest. Ein Brief würde reichen. Sie ist nämlich sehr beschäftigt, so als Vestalin. Alles nur mit Termin, weißt du." Sie lächelte und drehte sich zweimal im Kreise. "Ich bin wie Aeolus . Sehe wie ich durch den Raum wirble.... Ich düse, düse, düse im Sauseschritt...." Sang sie laut und fröhlich vor sich hin.

  • Schnell nahm ich die Hand und erhob mich zum Tanzen mit Roxana. Dankbar lächelte ich und sang mit: … düse, düse im Sauseschritt.
    In einer kurzen Sangespause ohne die Bewegung zu unterbrechen plapperte ich spontan die Antwort auf ihre Worte ohne genau zu wissen was ich schreiben sollte. Wenn ein Brief genügt werde ich mich bemühen. Zum Glück wurde Schreiben mir bereits sehr jung beigebracht und vielleicht bekam ich von Roxana noch Tipps zu Anrede und Transport zu ihrer sehr beschäftigten Domina.

  • Der Morgen nach einem fröhlichen Abend war genau so gestartet wie erwartet. Ich fühlte mich ausgeruht und voller Tatendrang. Die erste Tat sollte sein, den versprochenen Brief an die Domina von Roxana zu verfassen und endlich die Anstellung abzuschließen. Den Namen hatte ich kurz vor dem Bettgehen noch erfragt und nun kreisten meine Überlegungen um den Text.
    Wie der Brief nach Rom kam und wo er abzugeben war konnte ich sicherlich ebenso in Erfahrung bringen, wie das andere Wissenswerte bisher. In meinem Bündel befanden sich außer noch zwei Tuniken und ein paar private Dinge auch Schreibutensilien in Form einer Tabula und dem dazu gehörigen Griffel. Die Gewänder lagen seit dem Abend säuberlich gelegt in der kleinen Truhe, Kamm und Spiegel obenauf. Nur die Wachstafel verbarg sich noch im Tuch und das war leicht zu ändern. Schnell landete alles auf dem kleinen Tisch und ich im Korbsessel in Schreibhaltung.



    Salve Vestalin Decima Messalina!


    Während ich noch überlege welche Worte ich dir schreiben sollte beginne ich einfach frei aus meinen Gedanken.
    Von Roxana habe ich erfahren du suchst noch helfende Hände für deinen Kräuterhandel in Ostia. Meiner Hilfe kannst du dir sicher sein wenn du sie denn magst. Alle haben mich sehr schnell mit Freundlichkeit aufgenommen und ich habe genau so schnell geholfen. Zum Dank durfte ich hier nächtigen und nun kann ich es kaum erwarten von dir zu lesen, ich kann bleiben.
    Mein Name ist Vera. Mein Vater war ein Kelte und meine Mutter wurde in Albanien geboren. Beide leben nicht mehr und so wurde ich von meiner Großmutter erzogen. Sie lehrte mich in Kräuterkunde und Heilung mit deren Anwendung. Deshalb ist auch mein Interesse groß und ich fand nach gezieltem Suchen den Weg hier in dein gut besuchtes Stübchen.
    Solltest du also mit meinen Erklärungen zufrieden sein und mir Vertrauen schenken wäre die Freude ganz auf meiner Seite.


    Vale
    Vera


    Noch einmal las ich mein Werk und befand es für einigermaßen akzeptabel. Auf jeden Fall stand dort was ich mir gedacht hatte und nun konnte ich nur noch hoffen. Die Tafel wurde zugeklappt, der Griffel achtlos liegengelassen und ab ging es zu Roxana den Transport nach Rom besprechen.

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    Sklavin Roxana


    Roxana ist eine Frühaussteherin, wenn auch die letzte Nacht sehr lange gewesen war. Ihr Haar war am heutigen Tag mehr als unfrisiert, ein reines Chaos, als wäre ein hundertjähriger Sturm über ihr Haupt gepeitscht. Doch so als Frohnatur war es ihr reichlich egal, denn irgendwann würde der frische Meereswind das Haar schon noch richten.


    Sie packte also einige leere Kisten auf einen der fünf Karren und fegte anschließend den Eingangsbereich. Sauberkeit war eines der Kriterien für gute Geschäfte.


    Als sie dann Vera sah. "Huhu, Vera. Gut geschlafen? Kannst du dich eigentlich noch an letzte Nacht erinnern? Ich nicht. Hihi" Sie holte einmal tief Luft. "Soooooooooo, wir haben heute einen arbeitsreichen Tag vor uns. Denn heute wird nichts verkauft, sondern wir müssen das ankommende Schiff entladen und später ein Teil der Ware nach Rom fahren. Meine Domina braucht so einiges an Gewürze und anderes Allerlei für Vestalia. Also, bist du startfertig? Dann lass uns zum Schiff gehen." Roxana nahm sich den ersten Karren und schob ihn langsam Richtung Hafen.

  • Beeilend um Roxana beim Schieben des Karren helfen zu können lief ich hinter ihr her. Das war doch genau die Lösung über die ich nachgedacht hatte um den Brief nach Rom zu transportieren. Vortrefflich! Gab ich erst nur knapp zur Antwort und begann mit Begeisterung zu schieben.
    Hab die Tabula fertig … du weißt schon das Schreiben für deine Domina. Ein wenig außer Atem klang meine Stimme schon als ich weitersprach, war die Anstrengung wohl nicht ganz mehr so gewöhnt. Meinst du das könnte klappen?
    In der Hoffnung sie verstand was ich damit sagen, begann ich mich richtig ins Zeug zu legen. Der Hafen war nicht mehr fern, auf jeden Fall war er schon zu hören und vor allem zu riechen, was mich noch einmal erheblich in meinem Tun beflügelte.

  • Ein wenig irritiert stand ich da und glotze, ziemlich dümmlich aus der frisch gestärkten Toga. Da isn Kräuterladen. Arg. Sachen gibts.


    Aber da ich kein Kind von Traurigkeit war nahm ich das Gegeben als Gegeben, stieß schwungvoll die Türe auf und betrat den Laden.


    Salvete. warf ich in den Raum, der ziemlich eng bemessen war und daher kein Echo möglich war.

  • Die Peinlichkeit mit dem Beladen des Schiffes war vergessen und die neue Lieferung der frischen Kräuter im Verkaufsbereich und vor allem im Lager verstaut. Als das Salvete erklang war ich gerade auf dem Weg zurück und erschien wenig später grüßend zwischen der gut sortierten Auslage. Salvete Herr!
    Ein kurzer musternder Blick lag auf der Erscheinung des Fremden und ein offenes Lächeln verstärkte meine freundlich klingende Stimme. Was kann ich für dich tun?

  • Jau. Salvete junge Dame. entgegnete ich feundlichst.
    Ich bin mir nicht sicher ob du mir helfen kannst. Eigentlich kam ich hier nur des Weges und war überrascht dass hier ein Laden nun vorhanden ist. Ich lächelte und fuhr fort Und dazu noch ein Gewürzhandel. Na wenn das nicht das Einkaufen ein wenig bequemer macht. So erspar ich mir einiges an Fussweg da meine Unterkunft nicht weit weg ist. Die Unterkunft die Aculeo hier ansprach war ein kleines Habitat in einem der Zinshäuser hier in Ostia. Zu anfangs war es seine Bleibe als er für den Cursus Publicus tätig war. Doch nun hielt er sich recht selten auf, rein zur Entspannung.
    Und du bist die Besitzerin dieses Ladens? informierte ich mich da man immer gut daran war zu wissen wer in der Nachbarschaft sich so eingenistet hatte.
    Und.....ich hasse es wenn mich jemand Herr nennt. Nicht mal meine Sklaven sind dazu angehalten. Also....Mein Name ist Germanicus Aculeo. Ist nun rein der Form halber. Ich grinste und zwinkerte der Frau zu.

  • Verwundert über so viel Auskunftsfreudigkeit bekundete ich mehrfach mein Verstehen mit dezentem Nicken und sachtem Kräuseln der Lippen. Dann nenn ich dich Aculeo, wenn es dir angenehmer ist als Herr und bitte dich mich mit Vera anzusprechen und nicht mit junge Dame. Zwinkerte ich kess zurück und lächelte nun breiter.
    Die Besitzerin des Gewürzhandels und Kräuterladens lebt in Rom und ich bin zur Probe hier angestellt. Noch habe ich keine direkte Zusage, darf aber bereits hier mithelfen und vor allem hier wohnen. Sollte vorerst als erste Auskunft genügen entschied ich für mich und vermied es das zum Glück! laut zu äußern. Auch wenn du nur rein zufällig hier vorbei gekommen bist, darf ich dir vielleicht einen erfrischenden Minzsud zum Trinken anbieten? Die Sonne brennt heiß und es ist wichtig reichlich Flüssigkeit den Körper anzubieten. Geschickt goss ich die duftende grünliche Flüssigkeit aus einem Tonkrug in zwei dazu passende Becher, schob einen über den Stand in seine Richtung und hob den meinen. Auf gute Nachbarschaft!

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