[Taberna] "Granum et Vennuncula"

  • Nach meinen ersten tagen in Ostia sucht ich mir ein Taverne in der ich meinen Durst lösen konnte und vielleichte finde ich neue Benkanntschaften.
    Denn Freunde hatte ich wahrlich nicht, wie auch da ich noch nicht lange hir war.


    Ich brauchte nicht lange zu suchen und fande recht schnell eine kleine Taverne und ging hinein. Ich schaute mich um, es waren nicht sehr viele hir.
    Ich setzte mich und fing an einen Wein nach den anderen zu trinken.


    Mal sehen was der Abend noch so bringt...
    Dachte ich mir.

  • Nach diesem schwierigen Gespräch kehrte Dives erstmal in eine kleine Taverne ein. Mittlerweile hatte er schließlich ein gewaltigen Hunger bekommen - war doch seine letzte Mahlzeit das morgentliche Frühstück, welches nun allerdings auch schon etliche Stunden her war!


    Am Tresen angekommen wurde jedoch zunächst ein schöner Wein bestellt und nachfolgend die aushängende tabula mit den verschiedenen Speisen des Hauses studiert. Nach kurzem Überlegen entschied sich Dives für ein saftiges Stück Spanferkel und einigen Beilagen.
    Er nahm seinen Becher Wein, ging zum nächsten Tisch und lies sich mit einem leichten Seuftzer auf einer der Bänke nieder. Jetzt würde er sich erstmal stärken, bevor es auf ging zu neuen Taten...


    Da setzte sich ihm gegenüber ein Schrank von einem Mann mit laut erhobener Stimme nieder:


    | Potitus Asinius Celer


    "Sagt mal, wird das hier heute noch was?! Ich warte schon eine halbe Ewigkeit auf mein Schwein! Und auf dem Trocken sitze ich auch schon wieder!
    Da braucht sich hier doch wirklich niemand zu wundern, wenn es hier ständig leer ist, nicht war?"
    , sprach dieser junge Mann mit immernoch verärgertem Tonfall den mit großen Augen dreinblickenden Dives an. 'Kann das sein?', fragte sich jener. 'Nach all den Jahren...?'
    Dann fiel scheinbar auch bei seinem Gegenüber der Groschen: "Dives...?" - "Potitus Asinius Celer! Ich fass es nicht! Wie lange ist DAS her?" - "Das fragst DU mich! *Haha* Ausgerechnet du, Marcus! Ich hatte dich doch schon als zweiten Pythagoras gehandelt..." - "Bitte was?! *Haha* Jetzt übertreibst du aber! Was führt dich hier nach Ostia?" - "Nunja... Der Grund hierfür ist leider nicht ganz so spaßig...", deutete Celer an und die Stimmung wurde schlagartig ernster. - "Potitus. Was ist passiert? Du weist, du kannst mir alles erzählen. Das war früher so und das ist auch heute noch so. 'Amici in perpetuum!' Das haben wir uns doch geschworen..."
    In diesem Augenblick tauchte der Wirt am Tisch auf und brachte mit aufweniger Geste das Essen und neuen Wein für Celer. Und auch seine Worte hierbei wären wohl ebenso übertrieben pompös gewesen, wenn Celer ihn nicht schon angeblafft hätte, als er seinen Mund nur öffnen wollte: "Dan..ke!" Die in der Luft liegende Spannung war derart groß, dass der Wirt sich schleunigst wieder aus dem Staub machte und die beiden jungen Männer alleine lies.
    "Marcus... Ich weis gar nicht, wie ich anfangen soll... Kennst du noch die alte Villa Rustica nahe Pergamum? Die, in der mein Vater seine Schreiner-Werkstatt hatte und in der wir im Herbst oft gespielt haben, als wir noch kleine Kakse waren?" - "Natürlich! Damals warst du im Sommer ja meist mit deiner Schwester bei uns auf Lesbus und dann sind wir zusammen rübergefahren...", antwortete Dives mit gequältem Lächeln auf sorgenvollem Gesicht. "Nun, die Villa ist nicht mehr. Ein gelegtes Feuer hat alles vernichtet. Meine Schwester besuchte mich gerade bei meinem Studium in Rhodus. Meine Eltern wurden im Schlaf von den Flammen überrascht und Vater schaffte es nur knapp Mutter zu retten. Dafür bezahlte er jedoch zwei Tage später mit seinem Leben." Die Augen Celers, die bereits, während er die Geschichte erzählte, immer glasiger geworden waren, standen nun so stark unter Wasser, dass an beiden Seiten winzige Tränen den Weg über seine Wangen suchten. Dives war auch ob seines eigenen Schicksals stark berührt, konnte das Emporsteigen eigener Tränen in seinen Augen jedoch mühevoll unterdrücken. Dennoch war er für den Augenblick seiner Stimme beraubt und griff nur mit seiner rechten Celers linke Hand.
    "Marcus, du bist meine letzte Hoffnung! Ich muss nun aufkommen für die Familie und du weist, wie ich mich bereits damals nicht gerade gut angestellt habe, wenn es um Geschäfte und ähnliches ging. Zwar bist du zwei Jahre jünger als ich, doch hattest du schon früher ein glücklicheres Händchen, was das betraf..." - "Hey, das tut mir wirklich Leid für dich! Ich kann nur zu gut verstehen, wie man sich fühlt, wenn eine so nahestehende Person auf einmal nicht mehr da ist..." Dives war immernoch etwas überfahren und gedanklich noch nicht völlig zurück im Hier und Jetzt. Was hatte ihm selbst am meisten geholfen, als er vom Tod seiner Mutter und seines Stiefvaters und wenig später dann auch noch vom Tod seines leiblichen Vaters erfuhr? 'Ich glaube, ich war einfach nur froh, dass ich dank Lucius nicht allein war und er immer ein offenes Ohr für mich hatte...', dachte Dives im Stillen. Tatsächlich hatte er Centho stets mit allem belasten können, was mit unter am Tag eine ganze Menge sein konnte! Allein dies half jedoch bereits, seinen Schmerz ein wenig zu lindern.
    "Ha..st du denn jetzt überhaupt ein Dach über dem Kopf? Und wo sind deine Mutter und deine Schwester? Sind sie auch hier oder noch in der Provincia Asia?" - "Den beiden geht es gut. Sie wohnen, zumindest bis auf Weiteres, bei Freunden meines Vaters in Pergamum. Ich habe unser letztes Vermögen mit der Überfahrt hierher aufgebraucht... und wohne jetzt auf Rechnung hier." - "NEIN!", gab Dives nur von sich und seine Augen öffneten sich weit. Mit klarer, sachlicher Stimme - spontane Problembewältigung schien irgendwie sein Ding zu sein - fuhr er fort: "Okay, hör zu. Wir essen jetzt erstmal, eh das alles gänzlich kalt ist. Dann gehen wir auf dein Zimmer und packen dein Zeug. Für die Bezahlung sollte mein Geld noch ausreichen. Danach machen wir uns auf zur nahgelegenen Villa Rustica meines Cousins, wo wir dich schon irgendwie unterkriegen werden. Gleich morgen früh mache ich mich dann wieder auf nach Roma, wo ich noch einige Dinge zu erledigen habe. Du kannst gerne mitkommen oder auch hierbleiben - wie du willst. In wenigen Tagen bis ein-zwei Wochen wird der Termin für die Wahlen hier in Ostia bekannt gegeben. Dann bin ich spätestens wieder hier! Und was hälst du, wo ich gerabeim Thema bin, davon, wenn du dich auch zur Wahl stellst?! So kannst du gutes Geld verdienen, während ich dir ein bisschen unter die Arme greife..." - "Marcus..." - "Ist okay.", sprach Dives mit einem freundschaftlichen Lächeln zum um Worte ringenden Celer, bevor sich beide ihrem Essen widmeten. Irgendwie glich es fast einem Leichenschmaus.

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  • Mit knurrenden Magen betrat Aculeo die Taverne und musste feststellen das hier immer nocht nicht wirklich was los war. Er wollte nur einen Happen essen und sonst nix. Eine Kanne mit Wein und Wasser orderte er wie auch einen gefüllten Lammmagen. Die Sachen die darin waren kannte Aculeo nicht wirklich aber es war ein delikates Mahl.


    Also beschlagnahmte er eine der Klinen und machte es sich gemütlich bis das Essen an den Tisch gebracht wurde. Sofort wurde ein Becher gefüllt, verdünnter Wein, denn das Zeug war wirklich stark wenn man es pur genoss.

  • Celer und Dives waren quasi fertig mit dem Essen, da trat ein weiterer Mann in die Taverne. Dives wusste sofort, dass er das Gesicht kannte! Und just in diesem Moment erinnerte er sich, das er diesen Gedanken bei eben diesem Gesicht bereits vor einiger Zeit einmal gehabt hatte! ^^
    Dort musste gerade Germanicus Aculeo gekommen sein. In Anbetracht der Tatsache, dass sein alter Freund gerade in tiefer Trauer war und Dives sich erinnerte, dass er in eben dieser Zeit nicht gerade gerne neue Bekanntschaften machte, entschied er sich dazu, dass es wahrscheinlich besser sein würde, wenn er Celer und Aculeo - zumindest nicht jetzt und nicht direkt miteinander bekannt macht.


    "Wollen wir?", fragte Dives und bekam nur ein Nicken zur Antwort. Celer und er erhoben sich und gingen in Richtung Tresen. Auf halbem Weg begann Dives dann: "Du, schaffst du ds auch allein? Ich meine mit dem Packen. Hier sitzt gerad ein Bekannter von mir... Also du kannst auch gerne..." - "Nein, nein! Ist schon okay..." Mit diesen Worten verschwand Celer in Richtung seines Zimmers.
    Dives seinerseits hatte gesehen, dass Germanicus etwas bestellt hatte und bestellte - wo er gerade am Tresen stand - noch eine Käseplatte zur Nachspeise. Er konnte ja nicht ohne etwas zu essen neben Germanicus Platz nehmen! Das wäre wohl sehr unhöflich...


    Und so schlenderte Dives, seinen Becher verdünnten Wein noch in der Hand, zum Tisch Germanicus': "Salve, Germanicus Aculeo, richtig?! So trifft man sich wieder! Was führt dich hier nach Ostia? Wolltest du nicht Germania unsicher machen..?", setzte er mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen nach und setzte sich ungefragt mit an den Tisch. Hier war man schließlich in einer Taverne und angesichts der Tatsache, dass sich die beiden zumindest flüchtig kannten, würde Aculeo ihm das bestimmt auch nicht übel nehmen, wenn er sich diese 'Frechheit' erlaubt...


    Doch dann siegte doch sein schlechtes Gewissen, dass er womöglich störte und bereits einen Augenblick sitzend stellte er die Frage: "Ich hoffe doch, ich störe nicht, oder?"
    Als er merkte, wie seltsam es war, die Frage jetzt noch zu stellen, muss er breit grinsen. Und dann fragte er sich innerlich, wieviel er eigentlich schon getrunken hatte... ^^

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  • Gerade hatte er sich einen Bissen in den Mund geschoben und begann andächtig zu kauen als jemand an seinem Tisch auftauchte.
    Gerade wollte er wissen welches Begehr die Person hatte als dieser auch schon Platz genommen hatte. So sah er nun auch das Gesicht desjenigen und mit vollem Mund, er kam nicht zum schlucken, antwortete er.


    Ach. Überhaupt nicht...schneller kauen. Was machst du denn hier? Ein ziemlich unerwartete Aufeinandertreffen.


    Ich habe hier meine kleine Unterkunft...schon seit Jahren eingentlich. Es war höchste Zeit mal wieder vorbeizuschauen. Glücklicherweise hat der Vermieter den Raum noch nicht weitervermietet. Er denkt sich hauptsache das Geld ist pünktlich da.
    Die Germanen können sich glücklich schätzen dass ich noch in Rom bin feixte Paullus. Es wird aber nicht mehr lange dauern bis ich aufbreche. Ein paar Kleinigkeiten müssen noch erledigt werden.....dann spülte er die Reste mit einem Schluck aus dem Becher herunter.


    Greif zu...es ist genug da.

  • "Oh, nein danke! Weist du, ich hab gerad mit einem alten Freund hier gegessen, den ich noch aus Kindertagen kannte. Ein wahrlicher Zufall, dass ich ihn hier antraf, aber okay..." Dann hielt Dives kurz inne und lehnte seinen Oberkörper zurück. Der Wirt brachte die bestellte Käseplatte - und machte wieer einmal viel zu viel tamtam dabei. Dives bedachte ihn daraufhin mit einem leicht genervten Blick, woraufhin es doch wesentlich zügiger zu gehen schien...
    "Du kannst aber auch gerne hier zugreifen! So viel Käseallerlei werde ich nach dem Hauptgang eben eh nicht allein schaffen...", sprach er dann wieder mit Aculeo, bevor er sich einen kleinen Käsewürfel genehmigte.


    Dann kam er auf das eigentliche Thema zurück: "Jaja, sieh an, sieh an; dann bist du ja ein richtiger Mann von Welt - überall zu Hause!", feixte Dives zurück. "Und dann willst du ausgerechnet zu den Germanen...", setzte er mit gedämpfter Stimme kleinlaut nach, sodass Aculeo es nch gerade so hören mochte oder auch nicht...
    "Wie läuft es eigentlich mit deiner Karriere? Wirst du in Germania dann als Praefectus Vehiculorum Germanias einsteigen oder hast du andere Pläne?", interessierte sich Dives. "Oder...", schoss ihm eine andere, bei der modischen Aufmachung und und dem schlanken Körperbau des Germanicers, auch nicht gänzlich unwahrscheinliche Möglichkeit in den Kopf, "... gibt es dort oben etwa ein besonders hübsches Fräulein?"
    Dives konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen.

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  • Ja...Ostia ist ja auch der Nabel der Welt und lachte dabei. Abermals langte er zu und schob sich ein weiteres Stück des gefüllten Lammmagens in den Mund.


    Germanien deshalb weil meine Familie dort ihren Stammsitz hat, eigentlich. Ja die Germanicer waren in Germanien ziemlich gut vertreten. flüsterte er zurück und als Dives die Möglichkeit ansprach dass Aculeo wegen einer Frau nach Germanien gehen würde musste er nun lauthals loslachen.


    Du liegst fast richtig mit der Annahme, Iulius Dives. Aber ich gehe nicht nach Germanien um dort eine Frau zu finden oder wegen einer dort sondern es gibt eine Frau mit der ich nach Germanien gehe. dabei ließ er ein schelmisches Zwinkern erkennen.


    Ich werde weiterhin in Italia den Posten behalten. Germanien ist versorgt mit Postbediensteten. Da würde ich gerade noch fehlen.
    Um nun nicht ständig über sich erzählen zu müssen fragte er nun Dives was bei ihm alles anstand.


    Gibt es einen bestimmten Grund warum du in Ostia bist oder ist es einfach nur um die Welt kennenzulernen? Aculeo war kurze Zeit Scriba in Ostia ließ aber nach kurzer Zeit diesen Posten fallen aufgrund notorischer Langeweile und Geldnot. Das Gehalt eines Scribas lag ein wenig über dem eines Vigiles. Wobei man hier nun sagen musste dass man fürs nichtstun gerne Geld bekam.

  • Aculeo schien gut aufgelegt zu sein, was auch bei Dives die Stimmung hob. Zwar war er im ersten Punkt zu Ostia noch etwas zurückhaltend, was das Lachen anbelangte, da er durchaus der Meinung war, dass Ostia eine bedeutende Stadt war - zwar wahrlich nicht der Nabel der Welt, doch immerhin das wahrscheinlich größte Tor zu eben jenem!


    Doch als Aculeo über Dives' Frauen-Kommentar zu lachen begann, da war auch er selbst herzlich dabei... und war dann doch etwas überrascht, dass Aculeo diesbezüglich schon weiter war, als er gedacht hatte! "Höre ich da etwa schon etwas von einer anstehenden Hochzeit?", bohrte Dives mit einem freundlichen bis zu beiden Ohren reichenden Grinsen nach. Warum hatte er selbst nur nicht so viel Glück...


    "Ah, also wirklich nur ein Urlaub.", stellte Dives beruhigt fest, als er erfuhr, dass Aculeo den aktuellen Posten beim CP behielt. "Dann sehen wir uns also auch in Zukunft des Öfteren... Das heißt, enn du dann wieder da bist..."


    Mit einem Lächeln antwortete Dives: "Also mir gefallen beide Varianten! Und lernen wir nicht jeden Tag die Welt neu kennen?" Bei den Göttern, hatte er gerade eine philosophisch angehauchte Frage in eine Tavernen-Unterhaltung eingebracht?! Schnell überging er diese... "Nun, aber du hast recht: Es gibt auch einen aktuellen Anlass, aus welchem ich heute hier bin... und wahrscheinlich auch noch ungeplanterweise bis morgen früh bleiben werde." Bei letzterem dachte er unweigerlich an Celer, der derzeit seine Sieben Sachen packte...
    "Ich komme direkt aus der Curia, wo ich mit einem Beamten über die kommenden Wahlen hier in Ostia sprach. Meiner Tante Helena nacheifernd möchte auch ich hier Magistratus und später hoffentlich auch einmal Duumvir werden." Dass er dafür zunächst in den städtischen Ordo der Decurionen aufgenommen werden musste, was sicherlich noch einmal eine ordentlich Herausforderung darstellen würde, war dabei klar, sodass er hierüber keine weiteren Worte verlor.
    "Es gibt sogar schon einige Dinge, die ich vorhin in den Straßen und eben an Nachbartischen aufgeschnappt habe...", deutete Dives an ohne konkret zu werden. Das würde er dann erst in einer hübschen Rede an die Bürger Ostias kundtun, sofern er es schaffen würde, seine Kandidatur bei den entsprechenden Beamten durchzuboxen. So wie das Gespräch heute verlaufen war, würde das nämlich wahrscheinlich schonmal gar nicht so leicht werden. Und auch die Rede muss erst noch geschrieben werden...


    Nicht wissend, ob Aculeo hier ebenfalls einmal in der Verwaltung gearbeitet hatte, fragte Dives einfach mal auf gut Glück nach: "Du hast doch sicherlich auch mal hier in der Verwaltung etwas gemacht, oder? Ich meine, wenn du schon eine Unterkunft hier hast, dann bietet sich soetwas ja förmlich an! Vielleicht kannst du mir ja noch ein paar Tipps geben?" Wenn er hier gearbeitet haben sollte, dann würde er ja zumindest ein paar Leute hier kennen, denn sooo lange könnte dies schließlich noch nicht her sein, wenngleich Dives Aculeos Alter natürlich nur schätzen konnte.
    Vielleicht kannte er auch den ein oder anderen Decurio der Stadt. Und vom Vitamin B, Beziehungen, konnte man schließlich nie genug haben...

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  • Ich muss dir gestehen dass meine Zeit in der Curia zu kurz war um hier helfen zu können. Die meinsten Bediensteten sind froh wenn der Tag vorbei ist, sie ihr Geld bekommen und sie sich keinen Ärger aufladen.


    Der Magister unter dem ich Scriba war, Quintilius Sermo, verweilt in Germanien und wäre die einzige Person gewesen an die man sich richten hätte können. Er war ja auch dann Duumvir und ist Decurio dieser Stadt. Mein Einfluss ist einfach zu gering. antwortete er mit bedauernden Tonfall. Aber...sofern ich noch hier bin wirst du meine Stimme bekommen wenn es um die Wahl geht Als nun Dives wieder auf das Thema Frau zu sprechen kam grinste der junge Germanicer geheimnisvoll.


    Ich möchte mich dazu nicht äussern. Eine Hochzeit schwebt mir zwar vor doch gibt es im Moment noch einige Sachen die dieses frohe Fest hinauszögern. Vielleicht ist aber Germanien ein Ort an dem sich vieles zum besseren wendet.
    Etwas interessierter wollte Aculeo nun doch genauer wissen was Dives so aufgeschnappt hatte und blickte ihn fragend an.


    Gewisse Dinge hast du aufgeschnappt? Was wird denn so gemunkelt oder geredet?

  • 'Schade.', dachte sich Dives, aber wäre es sicherlich auch ein schier etwas ZU großer Zufall gewesen, wenn Aculeo in der Stadtverwaltung den einen oder anderen einflussreicheren Menschen gekannt hätte, der sich zudem auch noch in Ostia - zumindest aber in dessen Nähe - aufhielt. 'Da werde ich wohl bald mal wieder zum Tempel der Fortuna gehen müssen...', beschloss Dives innerlich, bevor er aufhorchte:
    "Oh... Ich danke dir für dein Vertrauen, Germanicus!", reagierte Dives überrascht auf die Ankündigung Aculeos ihn bei seiner Wahl zu unterstützen. Zwar wäre dies auch ein Punkt gewesen, dessen er sich im weiteren Gesprächsverlauf durchaus noch zu versichern versucht hätte, doch zu diesem Zeitpunkt hatte er eben einfach noch nicht mit einem solchen Bekenntnis gerechnet.
    "Ich will die Civitas auch nicht enttäuschen! Und ganz offen gesprochen, scheinen mir die Menschen hier nicht mehr so recht zufrieden zu sein.", begann Dives seine bisherigen Erfahrungen zu schildern. "Man vergleicht sich mit anderen Städten Italias und stellt einfach nichts fest, was einen in dieser schönen Stadt hält... Viele erzählen beispielsweise von Mantua und der ersten Legion, die dort stationiert ist. Da zieht es selbstverständlich IMMER Menschen hin: junge Männer, alte Militärs und natürlich auch viele Frauen, die hoffen, dort einen guten Fang zu machen!", schmunzelte Dives. "Oder wird auch oft von Misenum, der Classis und dem ganz in der Nähe liegenden Oraculum Cumae gesprochen. Auch dorthin verschlägt es folglich nicht wenige Menschen! - Doch was ist mit Ostia, dem Hafen Roms, dem Tor Roms zu vielen fernen Provinzen? Hier scheint man nur auf der Durchreise zu sein, von Roma oder nach Roma!", brachte er das Problem in einem Satz auf den Punkt. "In dieser Sache scheint sich zumindest die Bevölkerung einig: Wer es sich leisten kann, der zieht direkt nach Roma. Und selbst bei den Superreichen, die es ja eher ins Umland Romas zieht, steht Ostia seit längerem nicht mehr auf Platz eins, was die Beliebtheit angeht. Der viele Lärm durch das rege wirtschaftliche Treiben und alles, was sonst noch dazu gehört... das macht Ostia nicht gerade zu einem Magnet für die Oberschicht!" und das war noch gelinde gesprochen. "Und da kann ich den Vermieter deiner Unterkunft dann auch völlig verstehen: Man muss hier mittlerweile sehen, wo man bleibt, wenn man denn bleibt!", sprach Dives mit ernster, sorgenvoller Stimme. "Weist du, Germanicus, es ist ja die eine Sache, wenn sich bestimmte Umstände ändern und man das nicht aufhalten kann, doch braucht es dann neue Ideen, neue Konzepte, eben einen alternativen Plan, sonst sieht es schlecht bestellt aus um die Zukunft dieser alten, ehrwürdigen Stadt! Und daran möchte ich, als junger Kopf einfach mitwirken, wie es auch schon meine Tante, Iulia Helena, tat und mein Cousin, Iulius Centho, tut!", denn allein die Tatsache, dass Centho als Senator sich hier doch ab und zu blicken lies, verlieh der Stadt doch zumindest wieder etwas alten Glanz.
    Diese so gesprochenen Worte musste sich Dives unbedingt merken! Sie waren schon ein passabler Ausgangspunkt für eine Wahlkampfrede...


    Dann musste Dives aber doch nochmal auf die Frauen-Geschichte eingehen! Er hatte also wieder ins schwarze getroffen mit seiner Hochzeitsvermutung?! Einerseits war er über seine "Treffsicherheit" natürlich ganz froh, auf der anderen Seite machte es ihm aber irgendwie auch etwas Angst. "Du wirst doch wohl nicht aus Roma fliehen, um eine Hochzeit in Germania zu feiern...", meinte er dann halb im Spaß. Auch hatte er keinen Schimmer, ob es in Germania überhaupt eine günstigere Hochzeitsgrundlage gab, als hier in Roma. Dabei würde Dives es dann aber auch für heute mit diesem Thema belassen, beschloss er; wollte er doch den bisher einzigen ostiensichen Unterstützer seiner Wahl nicht gleich wieder verlieren, wenngleich wohl nur die Götter wissen mochten, ob er zum Zeitpunkt der Wahl überhaupt noch hier sein würde! Des Weiteren respektierte Dives damit auch noch die Privatsphäre seines neuen Freundes, und das war er, ja....

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  • Meinst du dass sich die Mühe auszahlen würde? Wenn du nicht wirklich etwas besonders leistest dann bleibt es wie es ist. Oder wird sogar schlechter. Als ich Scriba hier in Ostia war gab es schon mehrere Fälle des Gebäudeverfalls. Die Vigiles sind auch nicht besetzt, zumindest nicht in der Zahl wie es sein solle. Und miltärische Einheiten fehlen vollkommen. Die Infrastuktur hat nichts zu bieten was eben gewisse Interessenten auf den Plan rufen würden. Mir fehlt leider das Geld sonst würde ich dich gerne in dem einen oder anderen Projekt unterstützen.


    Es folgte ein leichtes Schulterzucken und erhobene Hände.


    Tut mir leid wenn ich dir hierbei nicht helfen kann. Aber vllt ist Senator Sedulus bereit einige Lösungsvorschläge zu äussern. Er hat ja mit diesen Dingen zu tun. Was nun Gebäude usw. angeht.

  • "Dennoch danke ich dir für deine Hinweise!", freute sich Dives über die offenen Worte Aculeos. Vier Augen sahen und vier Ohren hörten einfach immer mehr als nur zwei.


    "Nur denke ich, dass beispielsweise der Gebäudeverfall, den du ansprachst, eher ein Symptom ist. Wenn ich es zu etwas bringen will, dann muss ich die Ursachen dafür bekämpfen. Das heißt also ganz klar, dass wieder mehr Geld in die Stadt muss - und damit meine ich, dass Ostia wieder mehr Wohlstand braucht. Ich denke, dann würde sich auch das eine oder andere Sanierungsproblem privat lösen..."


    Die Stadt war schließlich auch nicht für jedes einzelne Haus verantwortlich. Für private Domizile würden auch Privatmänner die Finanzierung voll übernehmen müssen. Und bei den öffentlichen Gebäuden war beispielsweise der Merkurtempel ja auch erst vor einiger Zeit wieder aufgebaut worden. Selbst wenn dort nun bereits wieder eine Renovierung von Nöten sein sollte, so würde diese doch unter Garantie nicht durch die Curia kommen, da eine solche Aktion ein höchst negatives Licht auf Ostia werfen würde.


    "Und wo wir Wohlstand haben, da findet sich dann auch Geld für eine entsprechende Schutztruppe, die für Ordnung in den Straßen sorgen würde." Dafür würden die entsprechenden Leute schon aus eigenem Interesse sicherlich sorgen. Ostia war schließlich nicht direkt für die Vigiles hier verantwortlich. Diese unterstanden nämlich dem Praefectus Vigilium, der seinen Sitz in Roma hat.
    "Wenn man bedenkt, was es hier momentan so zu beschützen gibt, dann kann ich den Praefectus Vigilium da durchaus verstehen, wenn er seine Truppen noch stärker auf Roma konzentriert, als es früher vielleicht der Fall war..."


    "Aber ich will dir das Essen nicht mit öder Politik verderben.", schob sich Dives noch einen Käsehappen in den Mund. Das hieß natürlich nicht, dass Dives nicht dankbar dafür war, dass dieses Thema trotzdem angeschnitten worden war. Aber um es weiter zu vertiefen hatte Dives nicht mehr einen genügend klaren Kopf. Es machte sich wieder einmal bemerkbar, dass der Wein und er nicht die allerbesten Freunde waren. So kam er auf das Thema Frauen zurück, welches Aculeo so galant ausgelassen hatte.
    "Sag jetzt nicht, dass du tatsächlich aus Roma fliehst, um in Germania zu heiraten...", wiederholte er also seine letzte diesbezügliche Andeutung, bei der er nun nichtmehr recht wusste, inwieweit sie wirklich abwegig war. Aculeo war schließlich ersteinmal nicht darauf eingegangen...
    Hatte dies etwas zu bedeuten?

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  • Die Vigiles wären ja einfach zu besetzen. Hauptsächlich würde Sklaven für die Arbeiten einzusetzen sein.
    Und...um deine Neugierde nun zu befriedigen. Ja es ist so geplant. Doch kann ich es nicht mit Sicherheit sagen ob es reibungslos klappen wird. Aber sobald es etwas zu berichten gibt schreibe ich dir und erlöse deine Seele von den quälenden Fragen.


    Und jetzt nimm dir bitte noch etwas von den Speisen. Ich hab mir da etwas zuviel zugemutet.

  • Erlösung der Seele von den quälenden Fragen... Dives musste sich beherrschen, dass er nicht lauthals zu lachen begann. Er war sichtlich amüsiert. Aculeo war wahrlich gewitzt. "Ja, wir bleiben in Kontakt.", konnte Dives vor lauter Grinsen fast nicht ohne Lachen antworten. Aber jahrelanges Training hatte sich bezahlt gemacht: Dives konnte Emotionsausbrüche mittlerweile ganz gut unterdrücken. Nur das Grinsen bekam er nicht los. Da hatte Aculeo ja etwas geschafft...


    Dives hatte selbst erst etwa zwei Drittel seiner Käsespezialitäten verputzt, sodass er dankend ablehnte: "Tut mir Leid, aber du siehst ja selbst...", deutete er mit beiden Händen auf die Käseplatte. Dann drang ein mächtiges Rummsen aus einem der Hinterzimmer, in denen die Gästezimmer untergebracht waren. Mit großen Augen blickte Dives in die Richtung, aus welcher das Geräusch kam.
    Dann wandte er sich wieder zu Aculeo: "Aber vielleicht fragen wir meinen alten Bekannten Celer, wenn er wiederkommt. Der wird sicherlich wieder Hunger haben, wenn er da das halbe Zimmer auseinander nimmt...", machte Dives eine kurze Handbewegung, die anzeigte, dass der Lärm wahrscheinlich von Celer veranstaltet worden war.
    Dann begann er wieder zu Grinsen. Was heute alles passierte, war unglaublich...


    Von jetzt auf gleich wandelte sich Dives Gesichtsausdruck in ein Fragezeichen. Erst jetzt schienen ihn die Worte Aculeos wirklich erreicht zu haben. "Moment... Du wirst heiraten?", fragte er ungläubig nach. Und das ließ er einfach so mal nebenbei fallen... Wahnsinn.
    "Ich bin zugegeben etwas verwirrt. Damit hatte ich jetzt nicht gerecht!", stotterte Dives mehr, als er sprach. "Ich freu mich natürlich für dich! Wie heißt denn die Glückliche?"
    Dann wurde Dives noch nachdenklicher. Wenn Aculeo meinte, dass es nicht mit Sicherheit reibungslos klappen würde, dann war die Hochzeit wahrscheinlich nicht arrangiert. Irgendetwas sagte ihm, dass das kein gutes Zeichen war, aber er hörte, was Aculeo dazu sagen würde...

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  • Noch bevor Aculeo auf diese Frage antworten konnte oder musste - wie man es auch sehen mochte -, tauchte Asinius Celer wieder auf, der sich ja bereits zuvor mittels Lärm groß angekündigt hatte. Die Truhe, die er hinter sich her auf dem Boden schliff, war augenscheinlich ziehlich schwer, sodass Dives sich aufgefordert sah, seinem Freund zu helfen. Mit einem "Tut mir Leid, aber ich glaube, es ist besser, wenn ich jetzt gehe... Vale, Aculeo!", entschuldigte er sich bei Aculeo und legte einige Münzen für den Wirt auf den Tisch. Einen letzten Würfel Käse in den Mund schiebend, fühlte er sich eher so, als würde er zu Celer hinüberrollen, denn zu ihm eilen.


    "Hast du alles, Potitus?", erkundigte sich Dives, als er bei Celer angekommen war. "Ja... nur die Bezahlung...", gab Celer nur wenige Worte zurück und stellte die Truhe wieder auf den Boden. Er blickte Dives an mit einem Blick, der sagte, dass er eben nicht in der Lage war, dem Wirt das nötige Geld zu bezahlen. Dives verstand und nickte.
    Er ging zwei Schritte zum Tresen, wo bereits der geldhungrige Wirt wartete. Nicht wenige Münzen musste Dives auf den Tresen legen, dass der Wirt ihn verabschiedete. Völlig überteuert, wo Celer hier abgestiegen war, befand Dives. Doch im Sinne eben jenes Freundes bezahlte er ohne zu murren, um Celer möglichst schnell hier raus zu bringen. In Anbetracht der Schwere der Kiste würde man wohl auch noch ein kleines Weilchen unterwegs sein bis zur Villa.


    So trat Dives wieder an die Truhe Celers heran und erhielt lediglich ein Nicken auf seine Frage: "Können wir?"
    Dives vorne weg, Celer hinterher und die Truhe in der Mitte machte sich die beiden nun auf den Weg. Ein letzter verabschiedender Blick zu Aculeo und dann waren Celer und er auch schon aus der Taverne raus und gingen weiterhin eher wortkarg in Richtung Villa Rustica des Iulius Centho...

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  • Von der Villa Rustica Iuliana kommend überließ Dives Aculeo den Vortritt beim Eintritt in die Taverne. Als er selbst folgte und das erste Mal seit seiner Erkrankung wieder einen Fuß in dieses Lokal setzte, schienen tausend Erinnerungen in seinen Kopf zu schießen. Welch ereignisreicher Ort, an dem der Iulier doch einst nach langer Zeit seinen Freund aus Kindertagen, Asinius Celer, getroffen hatte, der mittlerweile ein Klient von ihm war. Und auch Aculeo hatte er hier zugegebenermaßen nicht das alleserste Mal getroffen, aber dennoch das erste Mal hier in Ostia. Weiterhin war es wohl auch das erste Aufeinandertreffen, bei dem sich eine richtige Freundschaft zwischen den beiden begann aufzubauen, wenn sich der Iulier nicht täuschte.
    Dazu kamen natürlich noch unzählige weitere Erinnerungen, die man garnicht alle im Detail aufzählen könnte.


    "Dort drüben?", wies Dives fragend auf einen freien Tisch, der aber sogleich besetzt wurde.
    "Ach, geh einfach irgendwo hin...", meinte er dann mit einem Augenrollen. Es hatte ja nicht gereicht, dass der Iulier auf dem Weg hierher erzählt hatte, wie viel sauberer die Stadt doch seit Aculeos letztem Besuch geworden sei und prompt darauf in eine dreckige Pfütze getreten war. Oder dass er meinte, dass sich die Sicherheit erhöht und die Verkehrslage etwas beruhigt hätten und die beiden dann beinahe von einem berittenen Dieb über den Haufen gerannt wurden. Ganz zu schweigen von der bestolenen, pöbelnden, alten Dame, die nicht gerade das Bild des Iuliers von einer freundlicheren Stadt unterstricht. Aber so war das eben manchmal mit dieser goldenen Regel, die sich irgendwann als Murphys Gesetz einen Namen machen sollte.


    Dives folgte dem Germanicer an einen Tisch seiner Wahl und wartete gemeinsam mit ihm auf die Bedienung, die die beiden jungen Herren schon ins Visier genommen hatte, aber zuvor noch über einen anderen Tisch gebeugt die Trinkgelder einsammelte. Der Iulier überbrückte das Warten, indem er das alte Gespräch wieder aufnahm:
    "Und sag mal, Sedulus hat sich mit dem Vescularier überworfen? Ihm geht's doch gut, oder?" Nicht, dass der sich jetzt in einer kleinen düsteren Zelle... oder noch schlimmer: der Folterkammer befand!


    "Was deine Karriere betrifft, ist es wohl momentan eh etwas schwierig als Ritter, wie auch als Senator voranzukommen. Ein möglicher Bürgerkrieg nimmt immer deutlichere Konturen an und willst du deinen Weg fortsetzen, musst du dich wohl oder übel auf..." Dives blickte sich kurz und möglichst unauffällig um, denn man war in einer Taverne nie allein. Insbesondere vor den Soldaten musste man sich hüten, denn alle hier stationierten Einheiten, Abordnungen der Vigiles und der Stadtkohorten, galten als besonders Salinatornah. Aber glücklicherweise war niemand von denen zu sehen.
    "... musst du wohl oder übel Farbe bekennen. Dabei wirst du wohl vor allem im militärischen Bereich jetzt auf beiden Seiten sicherlich ganz gute Aufstiegsmöglichkeiten haben." In der Verwaltung sah es da sicherlich nicht ganz so rosig aus.
    "Weist du denn schon ungefähr, in welche Richtung du deine Karriere vorantreiben möchtest?", flüsterte Dives weiter, obwohl das bei dieser Frage wohl kaum notwendig gewesen wäre. Da Militär war es ja, zumindest beim letzten gespräch der beiden hierüber, nicht.


    "Na, was gibt's zu lästern, ihr beiden? Wollt ihr wissen, ob die echt sind? Nur zu...", unterbrach die Bedienung das Gespräch, baute sich tiefe Einblicke bietend am Tisch der beiden auf und verwies auf ihre pralle Oberweite, die mehr als offensichtlich nicht nur ausgestopft war. Mit den letzten beiden Worten deutete sie an, dass ein Fühltest zur Bestätigung dieser Tatsache durchaus erlaubt wäre, wobei offensichtlich war, dass sie dann auch entsprechende Trinkgelder zu kassieren gewillt war. Dives versuchte nicht darauf zu reagieren, empfand er dieses Bild doch eher Abstoßend als anziehend.
    "Was darf ich dir bringen, Schätzchen?", begann sie dann dementsprechend auch bei Aculeo die Bestellung aufzunehmen.

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    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

  • Nun mein Freund. Sedulus geht es gut und es fehlt ihm an nichts. Zumindest weiß ich nichts gegenteiliges. Der Grund worum es ging war ein Verwandter, ein angeheireter Verwandter der allen Anschein tief in Ungnade beim PU...also nun dem jetzigen Imperator...gefallen ist. Germanicus Sedulus wollte eine Klärung der verworfenen Verhältnisse doch schien es dem Vesculariers am Allerwertesten vorbeizugehen und verwies uns dann des Officium. Anscheinend hat der besagte Verwandte immer noch einen geringen Stellenwert bei unserem Imperator. Aber das war damals als Germanicus Sedulus mich begleitete um in den Ordo Equester erhoben zu werden- Er seufzte und blickte sich kurz um als Dives die nächste Frage stellte.


    Karriere...welche Seite....die Frage ist nicht relevant. Die Frage sollte lauten....wie kann man sich aus dem ganzen Trubel heraushalten? Denn egal welche Seite du wählst, und du weißt nicht welche die rechte ist.....deshalb ist es völlig egal in welche Richtung ich tendiere. Das Militär kostet das Leben. Die Administratrion höchsten Verlust des Amtes und maximal Exil. Wobei ich keinen Grund weiß warum gerade ich dann ins Exil geschickt werden sollte da ich nichts weiß und auch nichts wissen will


    Irritiert blickte Aculeo in die Richtung der Stimme, konnte aber nur zwei mächtige Hügel aus Fleisch, bedeckt von etwas Stoff ausmachen.


    Ist es Zeit zu melken? Sehen wir aus wie Bauern? Oder warum willst du befummelt werden? fuhr er barsch die Bedienung an und.....und bring uns einen Krug Wein. Das Schätzchen ließ Aculeo unbeachtet.

  • 'Nun mein Freund.' Bei diesen Worten schwante Dives nichts Gutes. Umso erleichterter atmete er auf, als Aculeo ihm berichtete, dass es Sedulus gut ginge. Aufmerksam folgt er dann der Erzählung des Germanicers. Dives wusste zwar weder den Grund dafür, dass der nunmehr Imperator diesem Anverwandten das Leben schwer machte, noch hatte er auch nur eine Ahnung davon, um wen es sich bei diesem Anverwandten handelte, doch würde der Iulier dennoch nicht weiter nachfragen. Aculeo hätte es sicherlich erzählt, wenn er es Dives hätte anvertrauen wollen. Ansonsten war es eine Privatsache, die ihn nichts weiter anzugehen hatte und in die er sich folglich auch nicht ungefragt einmischen würde.


    Bevor Dives die Möglichkeit hatte auf die folgenden Ausführungen Aculeos zu reagieren, hatte die Bedienung das Gespräch unterbrochen. Schon ein wenig geschockt war der Iulier dann von der Art, wie der Germanicer mit ihr sprach. Nicht dass sie es bei ihrer Art wie sie hier an das Geld der Leute zu kommen hoffte, nicht verdient hätte, nein. Aber er hatte Aculeo einfach noch nie so schroff erlebt.
    'Ob er vielleicht..? - Nein, wohl eher nicht. Er hat doch vor kurzem erst in Germanien geheiratet!' Solche Gedanken kamen Dives in letzter Zeit häufiger. Ganz aus heiterem Himmel trafen sie einen und man(n) sah einen Mensch plötzlich in einem anderen Licht - ob man wollte oder nicht. Und der Iulier wollte Aculeo bestimmt nicht in anderem Licht sehen. Wobei... Nein! Etwas zerknirscht starrte er auf den Tisch, starrte in sich hinein, versuchte Gedanken wegzuschieben und auszublenden. Er war froh, dass er sich nicht auch noch mit der Bedienung rumschlagen musste, denn...



    ... die hätte wirklich fast einmal mächtig zugelangt. Doch die Worte Aculeos trafen sie so unvorbereitet und überrascht, dass sie ihnen so schnell nichts entgegenzusetzen hatte. Mit offenem Mund stand sie einen Moment lang da, bevor sie ohne auch nur ein weiteres Wort zu verlieren beleidigt und gekränkt den Abflug machte. An den zweiten Gast am Tisch, Dives, verschwendete sie dabei keinen Gedanken. So eine ungeheure Frechheit war ihr selten untergekommen!
    Diese Bedienung würden die beiden Gäste der Taverne heute nicht mehr auch nur in die Nähe ihres Tisches kommen sehen. Doch der Wirt würde trotzdem einen Weg finden, wie der Weinkrug auf seinen Platz an den Tisch der Gäste kam...



    Bis dahin jedoch nutzte Dives die Gelegenheit auf Aculeos Worte zu reagieren.
    "Sich aus einem anbahnenden Bürgerkrieg heraushalten? Wie willst du DAS machen? Willst du aufs Land ziehen, dich auf irgendeinem Gut verkriechen und von dem leben, was die Felder bringen? Hoffen, dass sich alles möglichst schnell wieder normalisiert und dabei ständig Gefahr laufen Opfer irgendwelcher umherziehenden Truppen zu werden? ... Da spielst du nicht minder mit deinem Leben.", fügte Dives noch hinzu. Es war ihm ein Rätsel, wie Aculeo das anstellen wollte und nochmehr wieso. Klar, er wollte überleben - das wollten alle. Aus Sicht des Iuliers aber musste man dazu Farbe bekennen. Wer keine Stellung bezog, der würde im Zweifelsfall wahrscheinlich von beiden Seiten als Gegner angesehen werden. Ganz nach dem Motto "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!".
    "Du sprichst von Exil. Was anderes ist es, wenn du dich jetzt versuchst aus allem herauszuhalten?" Nachdem der erste Teil sicherlich etwas stürmischer 'rübergekommen sein dürfte, sprach Dives nun wieder deutlich ruhiger und sachlicher. Feierlich, wie eigentlich geplant, war anders...

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  • Missmutig, der fast guten Laune beraubt blickte Aculeo der Aushilfsdirne nach. Am liebsten hätte er ihr noch etwas hinterher geworfen, dem Weibsbild, nur leider war nichts passendes in Reichweite. Langsam wandte er den Blick wieder auf Dives der, so kam es Aculeo vor, nicht sonderlich glücklich erschien über den Zwischenfall. Den Blick hatte er auf den Tisch gesenkt und der Gesichtsausdruck wirkte nachdenklich.


    Dives? Alles in Ordnung? Wolltest du mit der.....Frau...Aculeo schüttelte den Kopf....vergiss es...es gibt anständige Frauen die ebenfalls Interesse haben ihren Busen anzupreisen...in den eigenen 4 Wänden.


    Du hast sicher Recht..meinte der Germanicer als Dives das Gespräch fortsetzte....doch ist es doch wirklich egal wie man mit dem Leben spielt. Ich bin mir noch nicht sicher wie ich es anstellen werde dem Treiben zu entkommen, oder mich doch dafür entscheide mich aktiv einzubringen um vielleicht einen Vorteil dadurch zu erlangen. Doch auf einen kleinen Hof würde vermutlich nicht viel geschehen. Was sollten die Einen oder die Anderen von einen kleinen Bauern wollen.
    Aber....sag...wie stehst du in dieser Sache bzw...dein Cousin...Centho? Ihr werdet doch sicher ebenfalls einen Plan haben? fast flüsterste er und es bestand die Gefahr dass nicht mal Dives ihn richtig verstand

  • "Hm? Ja.", antwortete der Iulier zunächst mehr mechanisch auf Aculeos Nachfragen, als dass er wirklich wieder beim Gespräch war. Erst als dieser mit... also... NEIN! Dives' Augen waren weit geöffnet. Hatte er wirklich den Eindruck bei Aculeo hinterlassen? Bei den Göttern...
    "NEIN!", sagte er halb lachend halb schockiert von dem langsam vor seinen Augen entstehenden Bild.
    "Nein, glaub mir. Ich habe kein Interesse an irgendeinem Busen!" Verdammt, verplappert!
    "Ich meine, nicht an solch einem Busen..." Hoffentlich nochmal gerettet. Naja, die nächsten Augenblicke würden zeigen, wie überzeugend das wirkte. Wie überspielte man unangenehme Situationen am einfachsten? Einfach weiterreden und das nächste Thema anschneiden:
    "Da fällt mir ein: Wie war eigentlich deine Hochzeit mit... ähm... also deine Hochzeit in Germania?" Der Iulier konnte sich nicht erinnern, dass Aculeo ihm gesagt oder geschrieben hätte, wen er da eigentlich geheiratet hatte. Aber er würde sicherlich gleich voller Stolz den Namen seiner Frau nennen, dachte sich Dives.
    "Tut mir Leid wegen der Überleitung...", fügte er noch kleinlaut hinzu. Die wirkte wahrscheinlich schon irgendwie beleidigend für seine Gattin, was natürlich unbeabsichtig war.


    "Naja, was man so hört, scheint Aegyptus ja dem Vescularier nicht der zuverlässigste Getreidelieferant zu sein... Und bei dem, was sich so andeutet, wird in nächster Zukunft viel marschiert werden... zufällig vielleicht auch an jenem Hof vorbei, auf dem du Ruhe vor dem Sturm suchst." Es wäre nicht ungewöhnlich, wenn marschierende Truppen sich von anliegenden Landsitzen und Gehöften versorgen würden. Da würde dann wohl auch weniger die Größe eine Rolle spielen als viel mehr die Entfernung zur jeweiligen Truppe.
    "Also ich fühle mich meinem Cousin verpflichtet, allein schon weil er soviel für mich getan hat in den vergangenen zwei-drei Jahren." Das alles sagte Dives in normaler Gesprächslautstärke. Nicht so laut, dass man es über drei Tische hören könnte, aber auch nicht geflüstert. Es schienen ihm keine zu gefährlichen Worte und Sätze zu sein und er hatte ja vor allem im ersten Teil ein bisschen umschrieben, was er meinte und dachte. Beim letzten Punkt konnte er aber nicht anders, als genauso leise zu antworten, wie Aculeo fragte:
    "Centho steht gemäß römischer Tradition voll und ganz hinter seinem Patron Aelius. Diesen wird er in allem unterstützen, wie er nur kann. Wie er sich genau zu Vescularius verhalten wird, kann ich dir leider nicht sagen, aber ich denke, dass er mir von einem Fluchtplan erzählt hätte, wenn er aus Roma zu flüchten planen würde." Im Klartext könnte sich Aculeo sicherlich selbst erschließen, dass Centho ein doppeltes Spiel spielte. Wie sonst sollte der hinter Aelius Quarto, dem leiblichen Bruder des Valerianus, stehen und gleichzeitig unverhaftet im Roma des Salinator bleiben? Wem dabei Centhos wahre Loyalität galt, hatte Dives gesagt.
    "Wo stehen die Germanicer?", fragte der Iulier nun im Gegenzug. Ob sich alle Mitglieder der Gens aus den aktuellen politischen Entwicklungen einfach so herauszuhalten gedachten?

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