Über den Fortschritt beim Bau des Ulpianums

  • An diesem Tag hatte der Consul Aelius Quarto sich einiges vorgenommen. Was er vor den Senat zu bringen gedachte, betraf eines der zentralen Anliegen seiner diesjährigen Amtszeit. Und dafür hatte er sich 'Verstärkung' mitgebracht. Es war der Quaestor Consulum Aurelius Ursus, der bereits neben ihm stand.


    “Hochverehrter Senat von Rom.“, begann er.
    “Wie ihr euch vielleicht erinnern werdet, habe ich anlässlich meiner Kandidatur versprochen, eines der größten Bauvorhaben der letzten Jahre voran zu treiben. Es geht um ein Bauwerk von imperialer, aber auch religiöser Bedeutung. Leider musste dieses ambitionierte Vorhaben in der Vergangenheit immer wieder mit Schwierigkeiten und Verzögerungen kämpfen, und manch einer zweifelt schon daran, dass es jemals fertig wird.
    Ich spreche vom Ulpianum.
    Es wurde bereits unter dem verstorbenen Imperator Caesar Augustus Lucius Ulpius Iulianus geplant und begonnen. Nun, nachdem er uns in dieser Welt verlassen hat, wäre dieses Monument sein Vermächtnis an uns, und sein Tempel.
    Gaius Ulpius Aelianus Valerianus, unserem jetzigen Imperator Caesar Augustus, der Ulpius Iulianus seinen Vater nennt, ist sehr daran gelegen, dass dieses großartige Bauwerk vollendet wird. Das hat er mir selbst, persönlich gesagt.
    Ich habe den Quaestor Consulum Titus Aurelius Ursus gebeten, den Stand der Bauarbeiten in Augenschein zu nehmen, genau zu prüfen, wie es um dieses Vorhaben steht, und zu ermitteln, warum es zögerlicher voran geht, als wir alle es uns erhoffen und erwarten.
    Darum ist er heute, auf meine Einladung hier, um euch persönlich Bericht zu erstatten.“


    Aelius Quarto wandte sich dem Quaestor zu.


    “Titus Aurelius Ursus, ich erteile dir das Wort.“

  • Ursus hatte sich bis jetzt im Hintergrund gehalten und war immer wieder die Punkte durchgegangen, die er vortragen wollte. Nun, da die Aufforderung, zu sprechen, erfolgte, trat er vor. Er blickte sich um, sah in die größtenteils unbekannten Gesichter. Doch immerhin stand er nicht zum ersten Mal an diesem ehrwürdigen Ort und es war längst nicht mehr so schwer, wie damals, als er das erste mal hier gestanden hatte, um sich dem Senat als Kandidat vorzustellen."Verehrte Senatoren", begann er und neigte leicht den Kopf, um den Respekt, den er diesen Männern entgegen brachte, deutlich zu zeigen. "Es war eine ausgesprochen ehrenvolle Aufgabe, die Baustelle des Ulpianums aufzusuchen, und ich habe sie mit großer Freude erfüllt. Wenn auch unfertig, so lässt sich doch schon deutlich erkennen, was für ein prachtvolles Bauwerk hier entsteht, welch ein würdiges Monument für unseren verstorbenen Kaiser, den vergöttlichten Imperator Caesar Augustus Lucius Ulpius Iulianus!"


    Er machte eine kurze Pause, damit die Worte und die hörbare Bewunderung, die er ganz bewusst, aber keineswegs vorgetäuscht, in seine Stimme gelegt hatte, ihre Wirkung getan hatten. Dann fuhr er mit dem eigentlichen Bericht fort: "Leider sind die Arbeiten noch nicht ganz so weit vorangeschritten, wie wir wohl alle uns erhofft hatten. Der Grund hierfür war nicht schwer zu ermitteln. Nach Gesprächen mit dem Bauleiter auf der Baustelle, mit dem beauftragten Bauunternehmer und nach Überprüfung der Unterlagen wird ganz deutlich, dass Geldmangel allein für diese Verzögerungen der Grund ist." Wieder macht er eine Pause, ließ den Senatoren aber keine Zeit, sich zu empören, dass sie ja schon lange Geld bewilligt hätten. "Die Kosten für das Ulpianum belaufen sich bis jetzt auf 12.935 Sesterzen. Dieses Geld wurde bisher allein von dem Bauunternehmer, sein Name ist Statilius Taurus, aufgebracht und vorgeleistet. Dieser Mann sieht sich nun am Ende seiner Möglichkeiten, weiteres Geld vorzuschießen. Dabei sind gerade jetzt für die Fortführung der Arbeiten zusätzliche Arbeiter vonnöten, da die Errichtung der Kuppel der nächste notwendige Schritt ist. Auch die Anfertigung der Statuen müsste dringend in Auftrag gegeben werden, damit die Fertigstellung des Ulpianums endlich in greifbare Nähe rückt." Er atmete noch einmal tief durch. Die Schlussfolgerungen waren nicht seine Angelegenheit, also beendete er seinen Bericht. "Nun, soweit die derzeitige Situation auf der Baustelle des Ulpianums." Sogleich trat er wieder ein wenig zurück, hielt sich aber noch bereit, falls doch noch Fragen an ihn gerichtet würden.

  • “Ich danke dir, Quaestor Consulum Titus Aurelius Ursus.“, sagte der Consul und nickte Aurelius Ursus freundlich zu.


    “Als Ergänzung dazu:


    Das Vermögen des Senats beläuft sich zurzeit auf 23.490 Sesterzen.


    Davon entfallen 20.100 Sesterzen auf Spenden, die seinerzeit von einigen großzügigen Mitgliedern dieses Hauses aufgebracht worden sind, um den Bau des Ulpianums zu ermöglichen.
    Ich denke, die Namen dieser Spender können offen genannt werden. Es sind die ehrenwerten Senatoren Medicus Germanicus Avarus, Spurius Purgitius Macer, Manius Tiberius Durus, Gaius Octavius Victor, Marcus Vinicius Hungaricus, sowie der inzwischen leider verstorbene Gaius Prudentius Commodus. Ja, und auch ich selbst habe damals meinen bescheidenen Anteil geleistet.


    Als Gesamtkosten für die Errichtung des Ulpianums nannte man uns 40.000 Sesterzen und es war vorgesehen, dass die Hälfte vom Senat und die andere Hälfte durch den Imperator Caesar Augustus aufgebracht wird.
    Der Anteil des Senats steht also grundsätzlich bereit, um die schon geleisteten Arbeiten zu entlohnen und dafür zu sorgen, dass sie bis in das kommende Jahr hinein fortgeführt werden können.“

  • Dieses unsägliche Ulpianum! Durus war diesem Projekt stets etwas kritisch gegenüber gestanden - ihm gefiel Rom und das Forum eigentlich ganz gut, wie es im Augenblick war. Doch andererseits hatte ja jeder wichtigere Kaiser sich ein steinernes Denkmal gesetzt und Durus war schon ganz froh, dass Iulianus nicht ein ganzes Forum geplant hatte. Daher (und, weil alles andere peinlich gewesen wäre) hatte er er selbstverständlich auch gespendet und hörte erfreut seinen Namen.


    Allerdings sah er keinen Grund, die Worte des Consul zu kommentieren - andererseits?


    "Wäre es nicht sinnvoll, wenn beide Geldgeber - sowohl der Senat, als auch der Kaiser die Hälfte zahlen?"


    Durus wollte nicht sagen, dass er dem Kaiser zutraute, dass dieser alle Kosten auf den Senat abwälzte, doch im Grunde schwang dieser Vorwurf wohl in seiner Frage mit. Daher fügte er an


    "Der Pöbel könnte sonst denken, der Kaiser habe kein Geld mehr und müsse auf das Vermögen des Senates zugreifen, um seine Bauprojekte zu finanzieren."

  • “Das Ulpianum war stets als gemeinsames Bauvorhaben des Imperators Caesar Augustus und des Senats geplant. Ich habe größte Zweifel daran, dass es das gemeine Volk interessiert, von wem die staatlichen Bauprojekte genau bezahlt werden. Wichtig ist nur, DASS sie bezahlt werden.
    Ich bin der Ansicht, dass die damals eingezahlten Spenden lange genug nutzlos in der Kasse des Senats gelegen haben.“

  • "Selbstverständlich sollen sie aufgewendet werden - aber es wäre doch nur recht und billig, wenn jeder der Geldgeber von Anfang an die Hälfte zahlt - oder ist der Fiscus im Augenblick nicht liquide?"


    Durus verstand nicht, wo das Problem war - der Kaiser war der mit Abstand reichste Mann Roms und sein Privatvermögen (das er zwar auch als Staatskasse verwendete) überflügelte diese lächerliche Summe, die der Consul eingesammelt hatte, beiweitem. Warum also nicht auf Nummer Sicher gehen?

  • “Ich kenne natürlich keine genauen Zahlen, aber soweit ich weiß ist das Aerarium gut gefüllt. Anders lautende Vermutungen sind meines Erachtens nicht nur falsch, sie sind auch gefährlich. Denn wie schnell entstehen Gerüchte und wie schnell können diese dann zu Unsicherheit und Argwohn führen und letztlich die Wirtschaft ungünstig beeinflussen?“

  • Macer hatte weder genauere Zahlen, noch konnte er einen Sinn in der gerade gefühlten Diskussion zwischen Tiberius Durus und dem Consul erkennen.


    "Hat denn schon jemand den Kaiser über diesen Status unterrichtet und ist eine Zahlung der Summe abgelehnt worden?" fragte er daher. "Wir können ja schließlich nicht erwarten, dass das Aerarium bezahlt, bevor es die Zahlen kennt." Es war schließlich nicht auszuschließen, dass das Aerarium einfach die ganze ausstehende Summe begleichen würde und der Senat sein Geld später beisteuerte.

  • “Mit 'jemand' meinst du damit mich, Senator Purgitius Macer?
    Nein, dass habe ich selbstverständlich noch nicht.
    Weshalb? Weil ich gehofft hatte, mit einem großzügigen Beschluss des Senats vor ihn treten zu können und ihm zu sagen, der Senat wird den ersten Teil der Baukosten übernehmen, ud zwar mit dem Geld, dass bereits vor Jahren genau zu diesem Zweck eingesammelt worden ist. Ich hatte gehofft, ihm den guten Willen des Senats und unsere Liebe für seinen verstorbenen Vater offenbaren zu können, und sei es nur dadurch, dass wir unseren Teil der Rechnung zuerst begleichen. Ich hatte mir vorgestellt, nicht wie ein geiziger Bittsteller auftreten zu müssen, der das nötige Geld zwar hat, aber um noch mehr bettelt, weil er es lieber in seiner Truhe verstauben lassen will.“


    Der Consul war offensichtlich ein wenig verstimmt.

  • Sedulus hörte sich die Debatte eine Weile an und grübelte und rechnete und prüfte im Geist sein Kontostand. Schließlich meinte er.


    Dann möchte auch ich meinen Teil beitragen. Ich lege noch ein mal 5000 Sesterzen drauf!


    Dies hätte wohl auch sein alter Herr so gewollt und hätte es auch so gehandhabt wie er ihn kannte.

  • Auch die wortreichen Erklärungen des Consuls führten nicht dazu, dass Macer bei der Suche nach dem Sinn der Debatte Erfolge verzeichnen konnte. Immerhin hatten die Senatoren schon gezahlt und für sie privat war das Geld ohnehin schon weg. Am Ende würde es ein Teil der Summe sein, mit der das Ulpianum bezahlt wurde. Wann es nun tatsächlich an den Unternehmer ging, spielte da für Macer keine große Rolle. "Ich glaube nicht, dass derzeit die richtige Zeit für große Gesten ist", äußerte er daher sein Unverständnis. "Die hatten wir, als wir hier die Spenden gesammelt haben und die wird wieder kommen, wenn die Schlusssteine gesetzt sind."

  • Als wäre Sedulus zu dieser Zeit schon Senator gewesen. Manches mal verstand er die Welt nicht. So zuckte er nur mit den Schultern und meinte an den Senator Macer gewandt.


    Na wenn du meinst Senator Macer. Ich werde mein Geld auch anderstweitig unterbringen. Und wenn ich von mir aus einen neuen Tempel stifte oder wie mein Vater und sein Bruder der ehrenwerte Senator Avarus eine neue Therme oder ein neues Theater hinklotzen lasse. Mir ist`s einerlei!

  • Langsam wurde Macer diese Debatte wirklich zu albern. Jetzt hörte man offenbar einander gar nicht mehr zu. "Sprach' ich mit dir, Senator Germanicus?" fragte er angesichts der in seinen Augen völlig unpassenden Antwort jenes Senators. "Um es gleich zu beantworten: Nein. Ich sprach mit dem Consul."

  • Tja, woher sollte das denn Sedulus wissen. Schließlich hatte der gute Mann ja keinen Namen genannt und da Sedulus als letztes das Wort führte, so dachte er eben das er gemeint war. Wenn aber nicht, tjoa mei, dann halt nicht.


    So zuckte Sedulus nur mit den Schultern und meinte zum Senator Macer.


    Ist recht...

  • “Also plädierst du dafür, dass der Senat seinen Beitrag am Schluss leisten soll und nicht schon jetzt, verstehe ich dich da richtig, Senator Purgitius Macer?
    Sind andere Senatoren ebenfalls dieser Meinung? Wenn dem so ist, dann werde ich die Gelder des Senats unberührt lassen und es dem Imperator Caesar Augustus so mitteilen.“


    Aelius Quarto glaubte, eine ungute, fast feindselige Stimmung in der Curia zu verspüren. War dies ein böses Omen? Zeugte es von Valerianus' bröckelnder Macht, weil dieser – geschwächt von seiner Krankheit – kaum noch in der Öffentlichkeit auftrat? Führte die Schwäche des Kaisers dazu, dass sich zwischen den Senatoren Gräben auftaten. Waren dies erste Anzeichen für ein kommendes Unheil? Oder bildete er sich das alles nur ein, weil er dazu neigte, immer mit dem Schlimmsten zu rechnen und um die Stabilität des Reiches und die Stellung seines Bruders (und damit seiner eigenen) zu fürchten?

  • "Nein, da verstehst du mich falsch" entwortete Macer und wenn man wollte, konnte man ein leichtes Seufzen im Unterton erkennen. "Das Geld liegen zu lassen war wohl eher der Gedanke, den der Kollege Tiberius Durus hatte. Ich plädiere dafür, die Leute, die die Arbeit am Ulpianum leisten, zeitnah zu bezahlen. Aus welcher Truhe die Münzen nun genommen werden ist mir herzlich egal. Wir haben eben gehört, wer seinen Anteil schon geleistet hat und wie wir gerade von Senator Germanicus Sedulus hören konnten, scheuen sich auch weitere nicht, ihren Anteil zu leisten. Wenn du also auf öffentliche Gesten aus bist, dann sind sie damit getan und niemand braucht sich als geiziger Bittsteller zu fühlen. Hier geht es doch nicht darum, wer sich rühmen darf, das Ulpianum bezahlt zu haben, sondern jetzt muss Geld seiner Bestimmung zugeführt werden. Und ich nehme an, keiner von uns hat seine Münzen beigesteuert, damit sie bis zu den griechischen Kalenden herumliegen und grün anlaufen. Und da ich ferner annehme, dass man es beim kaiserlichen Aerarium ebenso sehen wird, ist es in meinen Augen nun wirklich egal, wer jetzt zahlt."


    Mehr wollte Macer aber nun wirklich nicht mehr zu dieser Debatte beitragen.

  • Der Senator Germanicus Avarus war noch nicht lange zurück vom Land. Doch auf dem Forum wurde ein Theater angekündigt, das wahrscheinlich in einem Lustspiel enden sollte. Das es dies nicht zu verpassen galt, war ihm klar und so durfte er bei der Anhörung auch nicht fehlen. Gerade noch rechtzeitig erreichte er die Halle des Senats und ließ sich unter Begrüßungsfloskeln in seinem 'Block' nieder.


    Den einführenden Worten des Consul Aelius Quarto folgte ein ernüchternd ehrlicher Bericht eines der vielen Quästoren, welcher das politische Geschick noch zu lernen hatte. Es war Aurelius Ursus, den der Germanicus aus der Schola recht gut kannte. Hier jedoch trat er unsicher und völlig deplatziert auf. Dem Consul würde diese Ehrlichkeit mit Sicherheit nicht schmecken, Avarus hingegen amüsierte sie. Dann die ersten Wortmeldungen wie wohl nicht anders erwartet aus dem patrizianischen Block. Germanicus Avarus wurde belustigt. Er wirkte nicht nur so, sondern das Schauspiel schaukelte sich auch noch exorbitant nach oben. Nein er konnte sich nicht mehr halten.


    "Hahagrggrrrrhohohihihehe... zu lustig" Ein Hustenanfall folgte, der Senator hielt sich den Bauch. Es dauerte eine Weile bis er sich den Kopf schüttelnd über die Stirn fuhr. "Unsere Patrizier in Bestform." Er grinste breit. Und erklärte: "Ich war Aedil vor nicht all zu langer Zeit. Ich weiß Bescheid!" Viele wußten es nicht, der Senator grinste weiter. "Tiberius Durus hast du Angst, das deine läppischen einhundert Sesterzen veruntreut werden?" Ein Blick in die Runde.... "Ohja unsere Urgentes wollen sich mit EINHUNDERT Sesterzen an dem Bau des Ulpianums beteiligen... JAHA EINHUNDERT SESTERZEN,.... aber im Senat das Zepter der Ahnen, Traditionen und Tugenden empor halten wollen." Nun völlig ernst, blickte er verständnislos drein. "Kein Spross patriziarischer Abstammung ist dem Aufruf vor vielen Monaten tatkräftig gefolgt. Die zwanzigtausend Sesterzen stammen im Gesamten aus plebejischen Kassen. So sollen auch sie darüber verfügen. Als einer der Hauptgeldgeber sehe ich keinen anderen Weg als die vorgeleisteten Arbeiten zügig zu bezahlen und auch für die Zukunft Sorge zu tragen, das die Arbeiter nicht des Geldes wegen in Verzug geraten. Der Senat sollte dabei in der Lage sein mehr zu tun, als zu feilschen. Er sollte sich mal überlegen, worüber wir hier eigentlich reden."


    Er schüttelte nochmal gespielt angewidert den Kopf. Diese Patrizierbrut sollte man wirklich gänzlich entmachten, züchtigen, vierteilen und an die Löwen verfüttern...

  • Die Worte des Germanicers drangen an Durus' Ohren, da er ja in dessen Nähe saß (als gleichrangiger Praetorier). Zuerst war er erschrocken ob der Enthüllungen, dann jedoch mischten sich Abscheu und Zorn unter seine Gefühle. Was fiel diesem aufgeblasenen Geldscheffler ein? Er hatte zu dieser Zeit einen finanziellen Engpass gehabt (zumindest an flüssigem Vermögen) und daher wenig zahlen können (abgesehen davon war er sich nicht sicher, ob dieses Ulpianum wirklich notwendig war, zumal da den Helden der römischen Geschichte bereits auf dem Forum Augustum gedacht wurde) - doch dies war eine Sache, die er unmöglich zugeben konnte!


    Es war wirklich eine Frechheit, ihn dermaßen bloßzustellen, nur weil er nicht hinter allem her war, das Geld einbrachte! Dann jedoch kam ihm etwas, was er ganz vergessen hatte: Woher wusste Avarus eigentlich von seiner mikrigen Spende? War diese Sache damals nicht geheim gewesen und Hungaricus hatte versprochen, dass niemand die genauen Summen erfahren würde?


    "Wie kommst du auf eine derartige Behauptung, Germanicus? Willst du etwa behaupten, dass du als Aedil die Erlaubnis hattest, die Senatskassen zu kontrollieren? Das ist lächerlich, denn ich lese nichts derartiges in den Gesetzen über die Aedilität - oder wurde das gespendete Geld etwa auf dem Markt investiert?


    Du glaubst wohl, du kannst hier irgendwelche Menschen diffamieren, ohne dies belegen zu können! Der damalige Princeps Senatus selbst hat den Senatsschreiber damals angewiesen, die Spenden nicht zu veröffentlichen!


    Oder willst du etwa behaupten, du hättest den Senatsschreiber mit irgendwelchen Mitteln dazu gebracht, die Einnahmen offenzulegen? Hast du ihn bestochen? Oder mit deiner Amtsgewalt erpresst?"


    Wenn Avarus mit harten Bandagen kämpfen wollte, würde Durus sie gern ebenfalls anziehen!

  • Eine Augenbraue hob sich deutlich aus ihrer gewohnten Form in Gracchus' Antlitz, als der Germanicer mit seiner Aufführung begann, welche mehr an ein Possenspiel erinnerte, denn an eine sinnhafte Disputation in den Hallen des Senates. Die Berichte Furianus' bezüglich dessen liebsten Gegners im Senate hatte er stets für Übertreibung gehalten, doch augenscheinlich neigte Germanicus Avarus nicht nur zur Stichelei gegen den patrizischen Stand, sondern hatte tatsächlich jedes Maß verloren. Da jener zudem gleichsam auch noch - bewusst oder unbewusst - die göttlichen Prinzipien der Opfergabe in Frage zu stellen wagte, sah sich Gracchus in seiner Pflicht als Patrizier und Pontifex dazu bemüßigt, seine Stimme zu erheben, obgleich er sich sonstig öffentlich noch immer davor zu drücken suchte.
    "Wen interessiert, Senator Germanicus, wer aus diesem Gremium wieviel gegeben hat, wenn dies ni'ht einmal in der Götter Aufmerksamkeit liegt? Du scheinst hinter all dem ni'ht das Prinzip des Opfers verstanden zu haben, denn kaum mehr oder weniger ist eine dergestaltige Spende zum Bau eines Tempels, ein Opfer an die Götter, ein Opfer an den vergöttli'hten Iulianus. So du Bedarf hast, einen tieferen Einblick in die kultischen Riten und Traditionen des römischen Volkes sowie die Zusammenhänge dahinter zu nehmen, seiest du jederzeit eingeladen, das Collegium Pontificium zu konsultieren. Sonstig solltest du dir und uns deine vollends überflüssigen Beiträge ersparen und besser schweigen, als mit sinnlosen Wortmeldungen nur um der Provokation willen zu sekkieren."



    Sim-Off:

    /edit: Unbeabsichtigte Buchstabenkonfusion ...

  • Wäh, was war das denn für ein Gesülze von diesem Flavier? Sedulus schüttelte sich kurz. Sein Onkel sagte wenigstens was Sache war. Woher er nun wußte wer wieviel für das Ulpianum beigetragen hatte fand Sedulus war grad mal egal. Die Hauptsache für ihn war das dieser aufgeblasene Tiberier mit heruntergelassener Toga nur vor dem Senat stand. Das war also der große Senator Tiberius Durus. Am liebsten hätte Sedulus kurzerhand ausgespuckt aber er konnte sich gerade noch beherrschen und winkte nur lässig in dessen Richtung ab.

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