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    Die Casa Acilia ist ein repräsentativer Bau, der eine gesamte Insula einnimmt.
    Im Vorderhaus ist Platz für zwei Läden, der Rest des Hauses dient Wohnzwecken und ist mit ansprechenden Wandgemälden und Mosaikfußböden ausgestattet.
    Hinter dem Zwischentrakt mit Peristylgarten und Exedra sind die Küche und die Räume der Sklaven untergebracht.

  • Nach einer Fahrt von der Curia der Stadt bis zu Phrynes neuem Domizil hatten sich Petronius Marcellus und sie angeregt unterhalten. Sie hatte einiges über die verschiedenen Vici Mogontiacums sowie die Tempel und Thermen erfahren. Als sie der Casa Acilia näher kamen war zu erkennen, dass sich das Haus in einer der besseren Gegenden der Stadt befand. Phryne war zufrieden. Als der Reisewagen schließlich hielt und Petronius Marcellus auf ein großes, weitläufiges Gebäude zeigte, dass sich über eine gesamte Insula zu erstrecken schien, ließ Phryne die Luft zwischen den Zähnen pfeifend entweichen. Es war tatsächlich ein repräsentabler Bau.
    Phryne ließ sich von Glaukus aus dem Wagen helfen. Dann nahm sie den Schlüssel in die Hand, um aufzusperren. Sie warf dem Petronier einen bittenden Blick zu.


    Würdest du mir den Gefallen tun und mit mir das Haus betreten? Ich habe ein wenig Angst, dass mich jemand oder etwas erwarten könnte, worauf ich nicht vorbereitet bin...

  • Tatsächlich ließ sich Petronius Marcellus nicht lange bitten und betrat mit Phryne gemeinsam das geräumige Stadthaus. Die luxuriöse Ausgestaltung der Räume mit Wandmalerein und dekorativen Mosaikfußböden entlockte Phyne immer wieder Äußerungen des Entzückens. Ob Sextus jemals hier gewesen war und die Pracht des Hauses gesehen hatte, das ihm als Pfand überlassen worden war? Sie wußte es nicht. Phryne war ihrem ehemaligen Herrn und Geliebten jedoch unendlich dankbar für diese Großzügigkeit. Sicher würde sie in diesem Haus glücklich werden können!


    Das Haus war leer bis auf einige, wenige Möbelstücke, die der Vorbesitzer zurückgelassen hatte. Sie hatte den Petronier noch nicht gefragt, ob er wisse, was mit dem Vorbesitzer passiert war. Phryne beschloss, diese Frage zu gegebener Zeit zu stellen und jetzt erst einmal zu genießen. Sie wollte sich die Freude nicht durch ein schlechtes Gewissen bezüglich des Fatums des Vorbesitzers verdrießen lassen. Nachdem sie den Rundgang durch den Peristylgarten und die Unterkünfte der Dienerschaft fortgesetzt hatten und wieder im Atrium des Hauses angelangt waren ohne auf verdächtige Mitbewohner oder wilde Tiere zu stoßen, bedankte sich Phyne bei Petronius Marcellus.


    Vielen Dank, Petronius Marcellus! Es war sehr lieb von dir, mich zu begleiten und dafür zu sorgen, dass ich sicher in meinem neuen Domizil ankomme. Gerne würde ich mich erkenntlich zeigen und mich mit einem kleinen, privaten Convivium bei dir bedanken, sobald ich ein wenig wohnlich eingerichtet bin. Vielleicht kannst du mir bei der Gelegenheit auch meine Urkunde wiederbringen? Wenn es dir recht ist, schicke ich dir meine Sklavin Korone mit einer Einladung.


    Sie versah ihre rhetorische Frage mit einem Augenaufschlag und versuchte den Blick des jungen Petroniers zu fangen. Er würde doch nicht ablehnen? Oder?

  • "Nun es ist selbstverständlich, dass ich dir behilflich gewesen bin, daher ist es nicht notwendig das du dich in Unkosten stößt. Aber wenn du unbedingt möchtest, dann werde ich gerne deiner Einladung folgen. Selbstverständlich werde dann deine Papiere dabei haben damit du offiziell Eigentümerin bist."


    Marcellus war angetan von seiner Gesprächspartnerin und würde sicherlich nicht nein sagen wenn es mehr zu erkunden und erforschen geben würde. So verabschiedete er sich um sogleich die benötigten Schreiben zusammen zu stellen, denn wenn alles klappen würde, wäre er bald nicht mehr als Scriba tätig.

  • Nachdem Petronius Marcellus ihre Einladung aktzeptiert hatte, verabschiedete er sich höflich. Phryne musste zugeben, dass ihr der gutaussehnde Mann sehr gefiel. Sie zitierte ihre Sklavin Korone zu sich.



    Heute Abend werden wir wohl auf ein Essen aus dieser Taberna Silva Nigra zurückgreifen müssen, da die Culina dieses Anwesens noch nicht nutzbar ist und wir noch keine Einkäufe tätigen konnten. Ich habe aber noch eine weit wichtigere Aufgabe für dich, Korone. Wenn du ohnehin in der Stadt bist, um für uns eine Cena und einige andere Leckereien besorgst, dann kannst du gleich ein paar Erkundigungen für mich einholen. Ich möchte, dass du herausfindest, ob Petronius Marcellus verheiratet ist und wenn ja mit wem. Außerdem möchte ich die Namen aller wichtigen Männer dieser Stadt und der Provinzverwaltung wissen. Versuche möglichst viel über sie herauszubekommen. Du weißt schon, auch die kleinen pikanten Geschichten. Und zieh dich ein wenig nett an...


    Die Dienerin nickte gehorsam und zog ab. Nun ließ sich Phryne ihren Sklaven Glaucus kommen.



    Glaucus, sieh zu, dass du einheizt! Mir ist kalt! Es wird doch hoffentlich ein wenig Brennmaterial zu finden sein? Wenn nicht, kaufst du welches. Ich nehme an, du wirst ohnehin heute Nacht mein Bettwärmer sein müssen...


    Sie zwinkerte dem blonden Jüngling kokett zu und entließ ihn dann lachend.

  • Glaucus hatte es geschafft, das Triclinum des Hauses angenehm zu temperieren und aus den im Haus zusammengesuchten Einrichtungsgegenständen eine halbwegs wohnliche Atmosphäre zu zaubern. Phryne saß als in dem bequemsten Stuhl den sie gefunden hatten und ließ sich die Speisen und den Klatsch aus der Taberna Silva Nigra auf der Zunge zergehen.


    Petronius Marcellus ist also unverheiratet? Sehr gut! Und sein Onkel, der Duumvir auch? Fein. Das verspricht doch schon einige interessante Abende. Dieser Duccier Verus hat nur seine Tochter im Schlepptau? Keine Frau? Das ist doch auch vielversprechend, oder? Nun, das Familenoberhaupt ist erst jüngst Vater geworden, da werde ich keine guten Karten haben... es sei denn, seine Frau vernachlässigt ihn weil sie chronisch müde ist und das Kind ständig vorgeht. Nun, wir wollen sehen. Morgen werde ich auf jedenfall einen Schreiner aufsuchen müssen, der mir eine ordentliche Ausstattung für dieses Triclinum und meine Wohnräume herstellt. Hoffentlich arbeitet er schnell!


    Entspannt ließ sie sich zurücksinken und hinter ihrer hübschen Strin begann die Planung der kommenden Wochen...

  • Phryne betrachtete mit Wohlgefallen ihre neuen Möbel. Die Schreinerei hatte hervorragende Arbeit geleistet und sie überlegte, bald einen weiteren Auftrag folgen zu lassen. Im Triclinium standen nun drei großzügige Klinen, deren Füße schön gedrechselt waren. Geschnitzte Putti zierten die Querstrebe. Die Polster und Kissen hatte Phryne von einer Schneiderin im Vicus Apollinensis anfertigen lassen. In Rot- und Orangetönen brachten die edlen Stoffe Farbe ins Haus. Vasen, Bronzefiguren und ein Marmortischchen rundeten das Bild ab. Nun konnte sie ihr Haus vorzeigen. Sie wollte ein großes Einweihungfest geben zu dem alle wichtigen Persönlichkeiten der Stadt eingeladen würden. Der junge Petronier sollte ihr am kommenden Abend behilflich sein, die Gästeliste zu erstellen. Und nicht nur das...
    Phryne lächelte spitzbübisch.

  • Ein sanfter Duft nach frischem Räucherwerk durchzog die Räumlichkeiten der Casa Acilia. Alles war vorbereitet, die Becher bereitgestellt, der Wein erwärmt. Phryne hatte in Rosenblüten gebadet und ihren Körper mit gallischer Narde gepflegt. Sie trug ein nachtblaues Kleid aus fließendem Stoff mit goldenen Applikationen. Es war nach griechischer Tradition unter der Brust mit einer Kordel gegürtet, an den Schultern wurde es von zwei goldenen Fibeln zusammengehalten. Das Haar hatte sie sich von Korone mit einer Haarnadel aufstecken lassen, die sich mit einem einzigen Handgriff lösen ließ. Die Ohren und das Dekolleté waren mit je einer großen Perle geschmückt. Sie war dezent geschminkt.
    Nervös klopfte sie die Kissen auf den Klinen zurecht. Sie hatte das Marmortischchen mit den Vorspeisen direkt vor der mittleren und der linken Kline aufstellen lassen, so dass die Häppchen und Trinkbecher mit enem Griff erreichbar waren. Nun fehlte nur noch ihr Gast...

  • So kam es wie es kommen sollte, Marcellus machte sich auf zu seiner Einladung und hatte die beiden Dokumente bei sich. Schließlich konnte er sich jetzt nicht mehr mit den normalen Scribatätigkeiten befassen. Jetzt waren wichtige Dinge zu entwickeln. So stand er vor der Porta und klopfte entschlossen an. Man spürte die ungeheure Energie die sich in Marcellus angestaut hatte. Er wollte unbedingt etwas in seiner Stadt bewegen.


  • Glaucus öffnete die Tür. Er betrachtete den Petronier neugierig. Der Sklave kannte die Vorlieben seiner Herrin und dieser Mann passte hervorragend in ihr Beuteschema.
    Tritt ein. Meine Herrin wartet im Triclinium auf dich, nuschelte er und ging vorweg. Er zog die Tür des Tricliniums auf und ließ den Gast eintreten.



    Korone saß auf einem Schemel und spielte auf der Flöte. Phryne lauschte der Darbietung. Als sie hörte, wie Glaucus die Tür aufschob, drehte sie sich ihrem Gast zu. Lächeln kam sie auf den Petronier zu. Sie nahm ihm die Schriftstück ab und reichte ihm stattdessen einen Becher mit warmem Würzwein.
    Herzlichen Dank für die schnelle Erledigung dieser Angelegenheit, ...
    Phryne wollte mit ihm anstoßen, doch hielt sie kurz inne. Sie vertiefte sich in seine braunen Augen.
    ... wie darf ich dich nennen? Titus oder Marcellus?

  • "Du kannst mich gerne Marcellus nennen machen eh alle. Eine Bitte hätte ich an dich könnte ich Wasser bekommen, ich achte sehr darauf dass ich körperlich fit bleibe und meine Laufleistung steigern kann. Ich bin ohne meine Lauferei nur ein halber Mensch."


    Hoffentlich war Phyrne jetzt nicht beleidigt von ihm, aber er hatte seine feste Prinzipien und an die wollte er sich unbedingt halten. Mochten andere sich dem Rebensaft hingeben, er jedenfalls würde es nicht tun. man musste nicht jedes Laster mitmachen. Seine Augen leuchteten entschlossen und Marcellus veränderte sich unmerklich. Seiner ganzen Körperhaltung konne man die Entschlossenheit ansehen. Doch zugleich signalisierte er mit einem Lächeln zu seiner Gastgeberin, dass sie ihn bitte verstehen sollte.

  • Phryne nickte lächelnd und gab Korone einen Wink, Wasser für Marcellus zu holen. Er wollte offenbar einen klaren Kopf bewahren. Das war vernünftig. Während die Sklavin das Wasser holte, führte Phryne ihren Gast zur Kline in der Mitte. Als Gast stand ihm dieser Ehrenplatz zu. Sie legte sich auf der Kline zu seiner Rechten nieder. Der lange Schlitz ihres Kleides ließ das Bein bis zum Oberschenkel frei hervorspitzen.
    Es freut mich sehr, dass du meiner Einladung gefolgt bist, Marcellus. Ich hatte in Rom einige sehr interessante und einflussreiche Freunde. Hier fehlt mir bislang diese intellektuelle Herausforderung. Ich möchte, dass das anders wird. Aus diesem Grund möchte ich eine Einstandsfeier in der Casa Acilia geben und dazu die wichtigsten Köpfe der Stadt einladen. Da du sie alle kennst, brauche ich dich, um eine Gästeliste zu erstellen. Ich habe gehört, dass dein Onkel einer der beiden Duumviri ist. Wie heißt denn der andere und lohnt es sich, ihn einzuladen? Und was gibt es über deinen Onkel zu erzählen? Ist er ein angenehmer Mensch? Und dann würde ich gerne noch weitere Leute kennenlernen. Wen sollte ich deiner Meinung nach unbedingt einladen?
    Phryne beugte sich vor, um Marcellus das Silbertablett mit den leckeren Köstlichkeiten, die als Vorspeisen aufgetischt worden waren, zu reichen. Dabei achtete sie darauf, dass er freien Einblick in ihren Ausschnitt bekam. Sie hatte bewußt auf die Brustbinde verzichtet...

  • Oh der Petronier war sehr verwirrt ob der vielen gezeigten Reize die Phyrne aufzeigte. Sie war aber auch wirklich eine tolle Frau und Marcellus lief ein Schauer über den Rücken. Die Köstlichkeiten wollte er gerne zu sich nehmen.
    "Hm also es hat sich einiges getan hier in Mogontiacum. Wie du vielleicht weisst waren ja Wahlen und die Posten sind nun anders vergeben. Mein Oheim ist jetzt nicht mehr Duumvir sondern Pontifex. Aber da du ja wichtige Leute einladen möchtest überlegen wir einmal sorgsam: Also da wäre erstmal mein Onkel, dann mein Patron Numerius Duccius Marsus und seine Ehefrau Petronia Octavena, Decimus Duccius Verus und seine Tochter Duccia Silvana, Caius Duccius Callistus, Duccia Venusia, Lucius Duccius Silvanus, Iullus Helvetius Curio, Titus Vibius Vespa. Das wären im Augenblick die Leute die mir einfallen. Es gibt natürlich noch den einen oder anderen der aus meiner Sicht sehr wichtig ist, aber ob die dann in den Rahmen passen der dir vorschwebt sei dahingestellt. Susina Alpina ist ein sehr wichtiger Mensch der mit seiner Liebe zur Medizin schon vielen geholfen hat. Dann gibt es noch einen Optio der sehr präsente ist Marcus Marius Madarus." Die beiden Duumvir habe ich bis jetzt noch nicht kennen gelernt."

  • Phryne nickte und bemühte sich, alle Namen zu memorieren.
    Das klingt doch nach einer netten Runde. Meinst du, dass ich den Ducciern eine allgemeine EInladung schicken kann?


    Korone kam mit dem Wasser und einer großen Platte mit Hauptspeisen zurück. Darauf waren verschiedene Fleisch und Fischgerichte in mundgerechten Stücken, dazu verschiedene Soßen. Auch Phrynes Leibgericht war dabei: gebratene Täubchen mit süß-scharfer Soße.
    Die Sklavin nahm erneut Platz und griff wieder nach der Flöte. Phryne wog sich im Rhythmus.
    Wie empfänglich ist man hier für einen kleinen Mimus oder Tanzeinlagen? In Rom habe ich oft die Gäste meines Herrrn mit solchen DIngen erfreuen können, aber wie ist das hier - in der Provinz? Ich könnte etwas vorbereiten... auch Korone ist eine passable Schauspielerin und Tänzerin.


    Mit diesen Worten stand Phryne auf. SIe bewegte sich anmutig zu der Melodie der Flöte. Mit einem Griff löste sie die Haarnadel und ließ ihr rotblondes Haar über die Schultern herabfallen. Mit laszivem Schulterwackeln trat sie näher an Marcellus Kline. Sie griff sich einen Leckerbissen und schob ihn dem Gast in den Mund.

  • "Oh ihr Götter was äh .... ." Marcellus konnte nicht mehr viel sagen, denn sein Mund wurde mit einer Köstlichkeit gefüllt. So kaute er genüsslich vor sich hin. War diese Phyrne ein Wahnsinnsgeschöpf. Welcher Mann konnte sich ihr wiedersetzen. Diese erotische Ausstrahlung war im ganzen Raum spürbar, alles an diesem wundervollem Geschöpf war auf Reize ausgelegt. Aber Marcellus hatte auch irgendwie Gefallen gefunden an ihrer Art. Er wollte ihr auch behilflich sein und versuchte so eine Art guter Freund zu werden.


    "Phyrne ich möchte ehrlich sein zu dir, ich weiss nicht wie die genannten Personen grundsätzlich auf dich und deine jetzige Stellung reagieren werden. Du weisst ja das Römer sehr standesbewusst sind. Also ich würde dir vorschlagen dass du dich mehr römisch verhälst, du weisst sicherlich das du eine wunderschöne und begehrenswerte Frau bist mit einer wahnsinnigen Ausstrahlung. Du bist jetzt vermögend und solltest dir hier in Mogontiacum gesellschaftliche Ziele setzen und dich ggf. als Bürgerin dieser herrlichen Stadt einbringen. Das Tanzen und schauspielern solltest du deinem Personal überlassen."


    Für Marcellus war dies ein nicht so gewohntes Feld, er wollte doch einer Frau die im Leben stand keine besserwisserischen Rätschläge geben. Wie sollte er Phyrne nur sagen, dass sie jetzt nicht mehr die fleischgewordene Sünde spielen musste. Wobei er vermutlich nicht nein sagen würde wenn Phyrne weitergeben sollte. Aber für Marcellus der selber aus armen Verhältnissen stammte und im Prinzip nur als freier römischer Bürger geboren war, aber auch nicht viel besser wie die Sklaven daheim gelebt hatte, mochte der Frau die hinter der Fassade von Phyrne steckte helfen. Schließlich wurde auch Marcellus durch seinen Oheim geholfen. Auf jeden fall war der Petronier tief verwirrrt und betrachtete Phyrne mit Wohlgefallen.

  • Phryne lächelte Marcellus an. Er war klug und das gefiel ihr. Dass sie einander offensichtlich anziehend fanden, konnte für beide Vorteile bringen, befand sie. Sie drehte sich zu Korone um und klatschte in die Hände.
    Es ist Zeit für den Nachtisch, Korone!


    Die Sklavin beendet ihr Flötenspiel und zog mit den Resten des Gastmahles ab. Phryne löste den Knoten in der Kordel unter ihrem Busen. Dann öffnete sie die Fibeln an den Schultern. Raschelnd glitt der dunkelblaue Stoff an ihr herab und enthüllte Phrynes wohlgeformten Leib.
    Ich hoffe, Du magst Feigen? hauchte sie.
    Mit geübten Fingern half sie Marcellus aus seinem Gewand.


    Phryne war phantasievoll und geschickt in den Venuskünsten. Sie verwöhnte Marcellus bestes Stück nach allen Regeln der Kunst und zeigte ihm, wie man die Kline lustvoll zum Liebesspiel einsetzen konnte. Mit sicht- und hörbarem Wohlgefallen goutierte sie seine Berührungen und verausgabte sich in zahlreichen Stellungen, um ihm ein Erlebnis der besonderen Art zu verschaffen. Als sie sich schließlich voneinander lösten, stellte sie erfreut fest, dass sie sich schon lange nicht mehr so angenehm vergnügt hatte. Marcellus war ein echter Leckerbissen - der perfekte Nachtisch!

  • Eine herrliche leidenschaftliche Nacht war Marcellus Lohn. Phyrne dieses herrliche Wesen entfachte immer wieder die Leidenschaft des Petroniers und trieb ihn von einem Höhepunkt zum anderen. Als beide erschöpft da lagen machte sich Marcellus Vorwürfe Phyrne so schnell erlegen zu sein. Doch andererseits war es für ihn etwas völlig Neues diese erotischen Erfahrungen zu machen. War Alpina der natürliche Bergquell aus dem man unendlich trinken und in seiner Seele genessen konnte, so war Phyrne erfahren und stimulierend in ihrer Art. So brach schon langsam der kommende Tag herein und Marcellus sah sich dieses Wesen, das neben im lag in Ruhe an. Jetzt als sie so da lag erfüllte dieses Traumweib ihn mit neuer Leidenschaft. Ihre herrlichen Haare umschmeichelten ihr liebreizendes Gesicht und eine Ruhe strahlte Phyrne aus. Ein kleiner Mensch unter dem Firmament der allmächtigen Götter. Marcellus beugte sich zu ihr rüber und roch an ihren Haaren, küsste die Schlafende auf beide Augen, drückte seine Lippen auf ihre Nase und wanderte dann zu ihrem Mund. So umschweichelte er langsam erkundenden ihren herrlichen Körper. Die Leidenschaft Marcellus übertrug sich auf die Schalfende und als diese zu sich kam sagte er zu ihr: "Nun meine herrliche Nymphe wirst du mir den beginnenden Tag versüßen und mein frühmorgentliches Naschwerk sein." Der Petronier war immer sehr sportlich und so konnte er für Phyrne eine Energie der Leidenschaft entwickeln damit diese dahinschmelzen würde.

  • Noch eine Weile nachdem Marcellus gegangen war räkelte sich Phryne mit einem Lächeln auf den Lippen in ihrem Bett. Was für eine Nacht! Sie hoffte, dass es nicht die einzige lange und intensive Nacht mit Marcellus bleiben würde.
    Als wenig später Korone ihr ein Bad im hauseigenen Balneum einließ, entfernte Phryne das Diaphragma, das verhindern sollte, dass sie schwanger wurde. Phryne wusste vorzusorgen, doch so notwendig wie in dieser Nacht war es noch nicht oft gewesen. Eine alaunhaltige Spülung vor dem Bad sollte zusätzliche Sicherheit geben.


    Frisch gereinigt und gesalbt schrieb sie die Einladungen für ihr Willkommensfest.

  • In den vergangenen Tagen war Phryne mit den Vorbereitungen für ihr Willkommensfest sehr beschäftigt gewesen. DIe Schreinerei hatte Korb- und Klappstühle geliefert und für die Temperierung der Räume ohne Hypokaustanlage standen Glutbecken zur Verfügung. Sie hatte die Speisen bestellt und weder Kosten noch Mühen gescheut, ihren Gästen die herrlichsten Köstlichkeiten zu servieren. Besonders freute sie, dass sie einen Händler aufgetrieben hatte, der versprochen hatte, frische Austern zu liefern. Dazu würde es diverse raffiniert gewürzte Vorspeisen, Fleisch- und Fischgerichte geben. SIe hatte erlesene Weine gekauft und natürlich auch leckere Süßigkeiten herrichten lassen. Für die Bewirtung war eigens Personal angemietet, damit sich Korone ganz der musikalischen Untermalung widmen konnte. Im Vestibulum lagen die lagen Efeu- und Weinlaubkränze für die Beegrüßung der Gäste bereit.
    Phryne selbst war in ein safrangelbes Gewand aus feinster Seide gekleidet und hatte das Haar mit der Lockenzange ondulieren lassen. Korone hatte es zu einer kunstvollen Frisur aufgesteckt. Um Phrynes Ohren und die Handgelenke spielte schwerer Goldschmuck.


    Sie war nervös. Wer würde wohl kommen? Ob tatsächlich die Duccier kommen würden? Und Marcellus Onkel Petonius Crispus? Wie waren die Duccischen Frauen wohl?
    Es dämmerte bereits. Bald mussten die ersten Gäste erscheinen.

  • Gemeinsam mit Curio stand Alpina vor der Eingangstür der Casa Acilia. Sie hatte ihre beste Tunika sowie eine passende Palla angezogen und ahnte dennoch, dass sie wie eine Bettlerin neben der Inhaberin dieses großen und beeindruckenden Gebäudes wirken würde. Der Aedituus betätigte den Türklopfer. Ein blonder, bullig gebauter Sklave öffnete die Tür. Er war gewiss ein Typ, dem Alpina nicht alleine im Dunklen begegnen wollte. Zum Glück war Curio bei ihr und stellte sie beide vor. Der Sklave nickte und drückte beiden Gästen einen Kranz aus Efeu- und Weinranken auf den Kopf. Dann führte er sie durch das Vestibulum ins Atrium der Casa.

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