Imperium Romanum » Suche » Suchergebnis » Salve, Peregrinus [Anmelden|Registrieren]
Zeige Beiträge 1 bis 20 von 6.912 Treffern Seiten (346): [1] 2 3 nächste » ... letzte »
Autor Beitrag
Thema: [BASILICA] Entsendung eines neuen Statthalters für Germania Superior
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 20
Hits: 276
RE: Entsendung eines neuen Statthalters für Germania Superior Heute, 07:01 Forum: Domus Flaviana


Während er den Claudier noch mit einem dankenden Nicken bedachte, als er ihm viel Erfolg wünschte, trat auch schon der nächste Gratulant auf Livianus zu. Sein langjähriger und treuester Klient Iunius Silanus, der nach seiner Rückkehr nach Rom zum Gardetribunen aufgestiegen war. So wie er Silanus kannte, war dieser damit bestimmt nicht am Ende der Fahnenstange angelangt und irgendwie erfüllte es den alten Decimer auch mit Stolz, dass er einen so erfolgreichen Klienten in seinen Reihen hatte, der ihm hier in Rom gewiss noch gute Dienste leisten würde. Er nahm daher die freundschaftlich gereichte Hand entgegen und nickte auch diesem Dankend zu.

"Vielen Dank Silanus! Auch ich denke, dass mir der Ortswechsel und die neue Aufgabe gut tun wird. Ich freue mich schon sehr auf das neue Amt und auf die Herausforderungen die es mit sich bringen wird. Auch dir wünsche ich alles Gute. Lass uns zusehen, dass wir im regelmäßigen Kontakt bleiben. Du bist meine Augen und Ohren hier in Rom und ich habe mir erlaubt auch bereits einige Freunde und Klienten an dich zu verweisen, falls sie irgendwo Probleme haben oder Unterstützung brauchen."

Livianus setzte voraus, dass der Iunier kein Problem damit hatte und fragte daher vorher erst gar nicht, sondern stellte ihn nun vor diese Tatsache. Auf den abschließenden Scherz wollte er natürlich auch noch eingehen. Er zwinkerte ihm zu.

"Und keine Sorge. Die Augusta wird sicher und gesund wieder nach Rom zurück kommen. Bei mir können deine Männer noch was lernen."
Thema: [BASILICA] Entsendung eines neuen Statthalters für Germania Superior
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 20
Hits: 276
RE: Entsendung eines neuen Statthalters für Germania Superior Gestern, 08:38 Forum: Domus Flaviana


Zitat:
Original von Herius Claudius Menecrates
......"Bezaubernd ist sie", bestätigte Menecrates. "Du sagst Begleitung? Sie reist mit dir?" Oder war am Ende nur die Begleitung am heutigen Tag gemeint? ..........
..............
"Lass uns in Kontakt bleiben. Sollte ich etwas für dich tun können, dann weißt du, wie und wo du mich erreichen kannst." Er lächelte, wenn auch nur wenig. An Livianus' Strahlen reichte er heute nicht heran. Das mochte auch an dessen Begleitung Aglaia liegen, die ihm offensichtlich gut tat.


"Wir werden ganz bestimmt in Kontakt bleiben mein Freund. Sofern ich nicht zu sehr von der schönen Aglaia abgelenkt bin. Sie wird mich nach Germanien begleiten.... frage nicht... Eine längere Geschichte, die ich dir vielleicht nachher noch erzählen kann. Aber nun verzeih, ich muss weiter."

Der Decimer drückte auch noch einmal fest die Hand des Claudiers und wandte sich dann ab. Menecrates hatte sicher Verständnis dafür, da er als Consul der letzten Amtsperiode genau wusste, wie begehrt man als Hauptperson eines so großen Anlasses war und hinter dem Claudier hatte sich bereits eine Traube weiterer Honoratioren gebildet, welche dem Decimer beglückwünschen und verabschieden wollte. Viele davon kannte Livianus nur vom Hörensagen oder überhaupt nicht, aber bei solchen Veranstaltungen ging es darum zu sehen und gesehen zu werden - und das am besten wenn man der Hauptperson die Hand reichte und so allen anderen mit ein wenig schauspielerischen Talent vormachte, dass man diese gut kannte. So nickte Livianus dem Claudier noch einmal dankend zu und ließ sich dann zur nächsten Menschentraube weiterschieben, wo er wieder zahlreiche Hände zu schütteln und sich für die ausgesprochenen Glückwünsche bedanken musste.
Thema: [BASILICA] Entsendung eines neuen Statthalters für Germania Superior
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 20
Hits: 276
RE: Entsendung eines neuen Statthalters für Germania Superior 17.04.2018 07:26 Forum: Domus Flaviana


Lachend ging der Decimer auf Menecrates zu und reichte ihm freundschaftlich die Hand.

"Ja, das werde ich wohl Menecrates. Aber ich habe diesmal dafür Sorge getragen, dass ich unser letztes Aufeinandertreffen an der Rennbahn nicht so schnell vergessen werde."

Bei diesem Satz deutet Livianus mit dem Kopf und einem breiten Grinsen im Gesicht über seine Schultern, um den Claudier auf Aglaia aufmerksam zu machen, die mit seiner restlichen Entourage ein paar Schritte hinter ihm her schritt und wie das Ebenbild einer Göttin strahlte. In den letzten Tagen, seit sie mehr oder weniger bei ihm eingezogen war, hatte er schon öfters insgeheim bedauert, dass sie eine Peregrina und keine römische Bürgerin mit einem gewissen Stand war. Sonst hätte er sie wohl vom Fleck weg geheiratet. Doch er war sich sicher, dass die beiden auch so recht glücklich miteinander werden konnten. Verschmitzt zwinkerte er dem Claudier zu in dem Bewusstsein, dass Aglaia hinter seinem Rücken nicht viel davon mitbekommen würde. Ein wenig konnte er schon mit seiner neuen Eroberung vor seinem Alten Freund angeben.

"Ich muss mich daher wohl nochmal für deine Zurückhaltung bedanken. Sonst wäre ich wohl nicht in den Genuss einer so bezaubernden Begleitung gekommen."

Dann ließ er endlich die Hand des Claudiers los und wurde wieder etwas ernster. Er beugte sich verschwörerisch zu Menecrates vor und sprach leise genug, dass bei diesem Trubel nur der Claudier hören könnte, was er zu ihm sagte.

"Ich bin zwar nun einige Zeit weg, aber wenn ich irgendetwas für dich von Germanien aus tun kann, dann zögere nicht mir zu schreiben. Sofern es in meiner Macht steht, werde ich dir helfen wo ich kann. Und siehst du den Mann dort drüben. Er ist mein langjähriger Klient Iunius Silanus, derzeit Tribun bei den Prätorianern. Sollte irgendetwas sein oder du und deine Familie irgendwo Unterstützung brauchen, dann kannst du dich jederzeit vertrauensvoll an ihn wenden. Er weiß, dass wir alte Weggefährten sind und wird dich daher bei allem unterstützen. Ganz gleich worum es sich handelte, du kannst ihm vertrauen."

Dabei deutete er auf seinen Klienten Iunius Silanus, der sich ganz in der Nähe wohl noch die letzten Befehle an die Palastwachen ausgab. Vielleicht war es übertriebene Sorge, doch nach dem Sklavenaufstand, dem Mord an einem Senator vor der Curia Iulia und der Tatsache, dass sich Menecrates nicht immer nur Freunde gemacht hatte, war es doch irgendwie beruhigend zu wissen, dass Silanus hier in Rom war, um für den Decimer auf gewisse Leute ein schützendes Auge zu werfen.
Thema: [BASILICA] Entsendung eines neuen Statthalters für Germania Superior
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 20
Hits: 276
RE: Entsendung eines neuen Statthalters für Germania Superior 16.04.2018 08:05 Forum: Domus Flaviana


Decimus Livianus traf als einer der Hauptakteure des heutigen Tages ebenso mit den ersten Gästen ein. Begleitet wurde er von seiner neuen Eroberung Aglaia und einigen Klienten, die es sich nicht nehmen hatten lassen, ihren Patron von der Casa Decima abzuholen und ihn hier her zu geleiten. Weit kam er nicht, da er bereits am Eingang zahlreiche Hände schütteln und Glückwünsche entgegen musste. Ein kleiner Smaltalk hier und ein paar freundliche Worte dort. So bahnte er sich nach und nach seinen Weg durch die vereinzelten Grüppchen an Gästen, die in der nächsten Zeit bestimmt noch rasant anwachsen würden.

Bis der Kaiser seinen Auftritt hatte dauerte es noch eine ganze Weile und in der Zwischenzeit konnte man sich mit Erfrischungen und kleinen Häppchen im großen Triclinium der Domus Flaviana stärken, auf das Livianus samt seinem Tross langsam aber zielbewusst zusteuerte. Unterwegs traf er auch auf bekanntere Gesichter, wie zum Beispiel seinen neuen Klienten Annaeus Florus Minor, den er herzlich begrüßte.

"Annaeus! Es freut mich, dass du kommen konntest."
Thema: tablinum
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 843
Hits: 50.887
RE: Damenbesuch 16.04.2018 07:31 Forum: Casa Decima Mercator


"Ich werde es erfragen. Aber ich gehe einmal ziemlich sicher davon aus, dass wir in getrennten Wägen reisen werden und die Kaiserin es uns mitteilt, wenn sie Gesellschaft wünscht. Sie wird auf einer so langen Reise gewiss auch entsprechende Privatsphäre wünschen und hat sicher auch selbst Begleitung in Form von Hofdamen oder Dienerinnen mit. Ich selbst werde wohl je nach Tagesverfassung und Laune zwischen Pferd und Wagen wechseln. Ich hätte also auch nichts dagegen einen eigenen Wagen mit dir zu teilen."

Nun war es endlich so weit und den Decimer hielt nichts mehr davon zurück einen herzhaften Bissen von seinem Essen zu nehmen. Doch nur um sich im Anschluss daran gleich fast zu verschlucken, nachdem Aglaia ankündigte, dass die heutige Nacht noch lange werden würde. Er blickte auf und sah auf ihr verschmitztes Lächeln, das keinen Zweifel daran ließ, dass sie dies auch durchaus ernst meinte. Bona dea! Diese Frau war in der Tat eine Venus und der Decimer fing langsam an sich darüber Gedanken zu machen, ob er sich in seinem Alter nicht ein wenig mit dieser heißblütigen Schönheit übernommen hatte. Doch sie war attraktiv, klug und witzig. Ein Mann konnte sich wohl keine bessere Frau an seiner Seite wünschen.

Doch nun war einmal das eigentlich geplante Abendessen dran, wo sich die beiden tatsächlich ausgiebig stärkten, noch ziemlich viel Wein floss und sie sich nicht nur körperlich weiter näher kamen, ehe man zu Bett ging und die erste gemeinsame Nacht in den Räumen des Decimers verbrachte.
Thema: Einladung zur Teilnahme in Thread
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 12
Hits: 417
15.04.2018 17:32 Forum: Ideen-Board


Ich hoffe ich nehme mir nicht zu viel heraus eine Einladung in den Palast auszusprechen, aber es würde mich freuen bei meiner Entsendung zum Statthalter auch Freunde, Klienten und Honoratioren Roms unter den Gästen entdecken zu können. smile

Gehen wir einmal davon aus, dass alle SIMON eingeladen sind und unser Kaiser und die Prätorianer ein Auge zudrücken, wenn man gleich in diesem Thread postet und die Wachen umgeht.

Vielen Dank! Augenzwinkern
Thema: tablinum
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 843
Hits: 50.887
RE: Damenbesuch 15.04.2018 17:27 Forum: Casa Decima Mercator


Solche Komplimente hörte der Decimer gerne und auch der körperlichen Art und Weise wie Aglaia zeitgleich ihre Dankbarkeit zeigte gab er sich mit Freuden hin. Auch ihrer sichtlichen Aufregung sah er mit einem amüsierten und gütigen Lächeln zu. Ja, da hatte er in der Tat einen guten Fang gemacht und er musste bei nächster Gelegenheit den Göttern dafür danken, dass sie Aglaia zu ihm geführt hatten. So viel Freude in ihrem Gesicht zu sehen, dass vor Aufregung und Tatendrang strahlte tat auch dem alten Decimer nach all dem Entbehrungen der letzten Monate wieder einmal gut.

"Ja, du wirst die Kaiserin kennen lernen und auch den Kaiser. Er wird mich Ende dieser Woche im Palast empfangen und persönlich um Statthalter ernennen. Ich werde arrangieren, dass auch du bei dieser Zeremonie anwesend sein kannst und einen guten Platz unter den Gästen zugewiesen bekommst."

Als Peregrina konnte Aglaia nie den offiziellen Platz einer Ehefrau an seiner Seite einnehmen. Vermutlich war ihr das klar, da sich auch bereits mit ihrem verstorbenen Partner Lucius ein solches Leben geführt hatte. Und nun mit einem Statthalter und Consular an ihrer Seite wäre das Ganze noch unvorstellbarer. Sie würde natürlich im privaten Rahmen das Leben DER Frau an Livianus Seite führen können - dafür würde er schon Sorge tragen - doch ihre Verpflichtungen waren dabei andere. Bei offiziellen Anlässen, wie diesem im Palast oder später als Statthalter, würde sie nie die zugewiesene Rolle einer Ehrfrau einnehmen können. Der Decimer ging jedoch davon aus, dass Aglaia damit auch nicht gerechnet und entsprechendes Verständnis hatte, sodass er es aus Rücksichtnahme nicht noch einmal auf den Tisch bringen musste.

"Wir werden gleich im Anschluss über den Landweg abreisen. Die Kaiserin wird uns mit einer Leibgarde der Prätorianer begleiten. Es bleibt dir daher tatsächlich nicht mehr viel Zeit für die Vorbereitungen. Doch mein Maiordomus wird dich so gut es geht unterstützen. Du kannst natürlich ab sofort bis zur Abreise hier in der Casa Decima wohnen und alle Dinge welche du für die Reise brauchst auch hier her bringen lassen. Ob wir mit der Kaiserin gemeinsam Reisen oder in getrennten Reisewägen, müssen wir der Kaiserin überlassen. Mal sehen."

Der Decimer schenkte ihr ein liebevolles Lächeln und erhob sich dann, um auf seinen Platz zu gehen.

"Und nun sollten wir uns wirklich endlich dem Essen widmen, bevor uns vor Hunger die Kräfte verlassen."
Thema: tablinum
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 843
Hits: 50.887
RE: Damenbesuch 15.04.2018 10:46 Forum: Casa Decima Mercator


Nach der Geschichte mit ihrem verstorbenen Liebhaber war es für den Decimer nicht wirklich verwunderlich, dass sich Aglaia um ihre finanzielle Absicherung sorgen machte. Doch aus ihrer Unsicherheit war auch herauszuhören, dass sie ganz Grundsätzlich kein Problem damit zu haben schien, ihn nach Germanien zu begleiten. Erfreut und erleichtert atmete er erst mal tief durch und lächelte schließlich. Er legte den Zeigefinger seiner freien Hand zuerst auf Aglaias Lippen, um ihrem Redeschwall Einhalt zu gebieten. Dann ergriff er sacht ihr Kinn und hob ihren Kopf an, so dass er ihr wieder in die Augen sehen konnte.

"Geld ist das Letzte, worüber du dir zukünftig sorgen machen musst."

Er sah ihr dabei ganz verliebt in die Augen und meinte diese Aussage durchaus erst. Er war jetzt schon einer der vermögendsten Männer Roms und die Statthalterschaft würde seinen Reichtum nur noch weiter vergrößern. Wenn er sich also Problemlos etwas leisten konnte, dann war dies ein luxuriöses Leben mit einer, wenn auch kostspieligen, Frau an seiner Seite. Für eine Solche war dies wohl der Hauptgewinn, für den Decimer einen Griff in die Portokasse. Er selbst dachte über Aglaia ja nicht so, sondern war sich sicher, dass sie etwas für ihn empfand und konnte ihre Ängste und Bedenken auch durchaus nachvollziehen.

"Ich verspreche dir, dass es dir an nichts Fehlen wird und du gut abgesichert sein wirst für den Fall, dass das mit uns nicht funktionieren sollte."

Damit war dieses Thema für den Decimer auch recht rasch abgehandelt. Aglaia würden ab sofort ihre eigene Sklavin aus dem Haushalt der Decimer und ein beträchtliches Budget zur Verfügung stehen, mit dem sie nach belieben wirtschaften konnte.

"Ich werde alles entsprechend vorbereiten lassen. Du wirst eine eigene Sklavin bekommen, welche dir zur Hand geht und mein Maiordomus wird sich darum kümmern dir ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen, damit du dich rasch auf unsere Abreise vorbereiten und alles notwendige organisieren und einkaufen kannst. Wir werden übrigens gemeinsam mit der Kaiserin nach Germanien reisen. Du kannst also bereits jetzt deine Garderobe entsprechend anpassen."
Thema: tablinum
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 843
Hits: 50.887
RE: Damenbesuch 14.04.2018 09:59 Forum: Casa Decima Mercator


Gespannt wartete er auf die Reaktion auf seine Hiobsbotschaft und diese blieb auch nicht lange aus. Ziemlich bedrückt nahm er die Träne war, die auf Aglaias Wange hinab kullerte und ihm noch einmal mehr als verdeutlichte, dass da auch von Seiten seiner neuen Bekanntschaft ganz klar starke Gefühle mit ihm Spiel waren. Natürlich war er kein Narr und wusste, dass alleine der Standesunterschied es nie Möglich machen würde diese Frau zu heiraten, aber Aglaia hatte auch keinen Hehl darum gemacht, dass sie darauf auch schon bei ihrem vorherigen Partner keinen besonderen Wert gelegt hatte. Und nach zwei Hochzeiten, bei diesem sozialen Stand und in seinem Alter hatte er es nicht mehr Notwendig zu heiraten, sondern konnte zusammenleben mit wem er wollte. Doch das war nur seine Sicht der Dinge. Woher sollte er wissen wie Aglaia dazu stand, welche Pläne sie für ihre Zukunft hatte oder welche Vorstellungen sie sich eventuell schon über eine gemeinsame Zukunft gemacht hatte. Wobei er nicht naiv war und davon ausging, dass Letzteres wohl eher nicht der Fall gewesen sein konnte, nach diesem kurzen Kennenlernen. Was sollte er also machen? Was sollte er ihr sagen? Betrübt sah er zu Boden, nachdem ihm ein ziemlich schlechtes Gewissen plagte, als Aglaia die Träne hinfort wischte. Ach was... einen Versuch war es Wert ihr dieses vollkommen unrealistische Angebot zu unterbreiten. Diesmal erhob er sich von seiner Liege und ging zu ihr hinüber, um sich zu ihr zu setzen und ihre Hand zu nehmen.

"Es ist vielleicht dumm von mir. Wir kennen uns schließlich noch nicht wirklich, aber...... aber könntest du dir vorstellen mich nach Germanien zu begleiten? Mogontiacum ist gewiss nicht Rom und es kommt sehr kurzfristig und unerwartet, aber nach allem was du mir berichtet hast, hält dich hier Rom wohl ebenso wenig wie mich...."

Nach und nach wurde dem Decimer bewusst das dies wohl ein idiotischer Vorschlag war, der wohl kaum bei Aglaia Anklang finden konnte und sie wohl nur noch trauriger machte. Natürlich hatte er künftig als Statthalter in Germanien Möglichkeiten ihr viel mehr zu bieten, als sie sich jemals in ihren Träumen vorzustellen wagte. Aber es war wohl illusorisch zu Glauben, dass sie einem Mann den sie kaum kannte in eine andere Provinz folgen würde.

".... nein, verzeih mir. Es war albern dir diesen Vorschlag überhaupt zu unterbreiten. Wie könnte ich nur so etwas von dir verlangen, dein Leben hier für mich aufzugeben und in eine andere Provinz zu ziehen."

Enttäuscht ließ er ihre Hand wieder los, seufzte tief und sah erneut verlegen zu Boden.
Thema: tablinum
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 843
Hits: 50.887
RE: Damenbesuch 14.04.2018 08:08 Forum: Casa Decima Mercator


In der Tat war er der Meinung, dass die Sklaven dann weniger tuschelten. Natürlich konnte sie Tratschen, aber es machte für ihn doch einen großen Unterschied, ob sie Annahmen oder Tatsache verbreiteten, welche sie mit eigenen Augen gesehen hatten. Als sich Aglaia recht ungeniert vor den Sklaven umzog ließ Livianus noch einmal seinen Blick über ihren wunderschönen Körper schweifen. Sie war wohl nicht mehr in eine Alter wo man an Kinder dachte, doch ihr Körper zeigte auch keine Spuren, dass sie bereits welche geboren hatte. Ihre weiße gepflegte Haut war straff und die Figur top in Form. Als sie das gebrachte Kleid überstreifte hielt der Decimer kurz den Atem an. Es passte ihr wunderbar und für einen kurzen Moment dachte er seine Vespa säße wieder hier vor ihm. Doch darüber konnte er sich nun keine Gedanken machen. Viel wichtiger war die Frage, wie er Aglaia nach diesem offenen und ziemlich deutlichen Zugeständnis zueinander beibringen sollte, dass er demnächst nach Germanien musste. Ihrer ersten Reaktion nach, machte sie sich wohl schon jetzt große Sorgen, dass er sie wieder Zurückweisen könnte.

"Wie du schon unschwer erkannt haben wirst verspüre ich große Zuneigung für dich und wäre mir die nötige Zeit geschenkt, so würde es mich freuen zu sehen, was sich in Zukunft weiterhin daraus entwickelt. Aber der Kaiser hat mich darüber in Kenntnis gesetzt, dass er mich in Germanien braucht. Ich werde wohl noch diese Woche zum Statthalter von Germania Superior ernannt und in meine neue Provinz aufbrechen müssen."

Die Katze war nun mal aus dem Sack und der Decimer wollte schauen, wie Aglaia diese Nachricht verdauen würde. Um sie nicht gleich zu überfordern unterließ er es vorerst ihr anzubieten mit ihm mitzukommen. Ohnehin machte er sich wenig Hoffnung, dass sie ja sagen würde. Sie hatten sich gestern erst kennen gelernt und obwohl ihr heutiges Treffen bereits so einen fulminanten Auftakt genommen hatte, war es wohl ziemlich unrealistisch anzunehmen, dass diese Frau einen mehr oder minder Fremden n eine andere Provinz folgen würde.
Thema: tablinum
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 843
Hits: 50.887
RE: Damenbesuch 13.04.2018 17:26 Forum: Casa Decima Mercator


Ob sie tatsächlich alles mit ihm machte, würde sich erst zeigen. Denn der Decimer musste ihr nach diesem eindeutigen Zeichens des gegenseitigen Interesses aneinander nun irgendwie beibringen, dass er demnächst nach Germanien aufbrechen musste. Ging es nach ihm, dann wusste er schon jetzt, dass er Aglaia einfach mitnehmen würde. Doch was sie von dieser Idee hielt, stand wieder auf einem ganz anderen Blatt. Einen Wunsch den er zumindest jetzt schon ziemlich unkompliziert erfüllen konnte war der nach Essen. Auch er hatte nach diesem Appetitanreger einen ziemlich großen Hunger und rief die Sklaven wieder herbei, um nun mit etwas Verspätung endlich das Essen zu servieren. Gleichzeitig flüsterte er einer Sklavin zu, dass sie für seinen Gast doch etwas zum Überziehen bereit legen sollte, sofern Aglaia dies benötigte. Er hatte es bis heute nicht übers Herz gebracht einen Großteil der Garderobe seiner verstorbenen Frau Vespa, welche zum Teil auch recht kostbare Stücke enthielt, ausmustern oder veräußern zu lassen. Da Aglaia ungefähr die gleiche Körpergröße hatte, würde sich wohl bestimmt etwas finden lassen das ihr passte oder zumindest ausreichte, um das Abendessen einigermaßen angenehm und entspannt fortzusetzen. Auf ihre wohl recht spontane Nachfrage hin lächelte er amüsiert.

"Wenn, dann kann ich mich im Moment nicht mehr daran erinnern. Natürlich war auch ich einmal jung und etwas Freizügiger und Abenteuerlustiger in solchen Dingen, allerdings ändert sich das mit dem Alter und dem Aufstieg in der Gesellschaft. Schließlich möchte man als angesehener Consular nicht, dass sein Intimleben ein regelmäßiges Gesprächsthema bei der römischen Oberschicht wird. Zumindest für mich ist dies entbehrlich."

Natürlich kannte der Decimer auch andere angesehen Honoratioren, denen das entweder vollkommen egal war, oder die sich sogar damit brüsteten, wenn möglichst viele frivole Geschickten über sie ihm Umlauf waren. Livianus handhabte das lieber anders und war ein eher stiller Genießer. Als das Essen dann endlich serviert wurde, nickte der Decimer seinem Gast auffordern zu.

"Es wird Zeit das wir uns wieder etwas stärken...... und wir sollten reden. Es gibt da etwas eher Unerquickliches, dass ich dir gestehen muss...."
Thema: [OFFICIUM IMPERATORIS] Privataudienz für Marcus Decimus Livianus
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 16
Hits: 242
RE: Privataudienz für Marcus Decimus Livianus 13.04.2018 17:00 Forum: Domus Flaviana


Der Decimer wirkte sichtlich erfreut über diese Erläuterung des Kaisers zum Umgang mit derartigen Anfragen.

"Nun wenn das so ist, dann sehe auch ich keinen Handlungsbedarf. Die Praxis geht natürlich nicht aus dem Gesetzestext heraus. Wenn es ohnehin nur eine reine Formsache ist, dann wird sich der Aufwand für deine Administratio auch entsprechend in Grenzen halten und ich selbst werde ja ohnehin demnächst selbst wieder Erfahrung mit dieser Praxis sammeln können."

Damit war dann auch Livianus mitgebrachtes Thema so kurz und schmerzlos abgehackt. Er unterhielt sich mit dem Kaiser noch über dieses und jenes, bis der Kaiser schließlich darauf hingewiesen wurde, dass es Zeit für die nächste Audienz war. Livianus erhob sich von seiner Kline.

"Nun dann Augustus. Ich nehme an die nächsten Vorsprecher warten bereits ungeduldig. Sofern es auch von deiner Seite keinen offenen Punkt mehr gib, würde ich mich bei dir noch einmal für dein Vertrauen in mich bedanken, natürlich auch für dies freundliche Gespräch und deine kostbare Zeit nicht noch mehr strapazieren."
Thema: tablinum
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 843
Hits: 50.887
RE: Damenbesuch 13.04.2018 09:46 Forum: Casa Decima Mercator


So etwas hatte es in der Casa Decima schon lange nicht mehr gegeben - wenn es das überhaupt schon einmal gegeben hatte. Zum Glück für den Hausherrn konnten die anwenden Sklaven die Zeichen rechtzeitig deuten und sich diskret und schnell aus dem Tablinum zurückziehen. Eine unnötige Ablenkung durch andere Anwesende wäre dem Decimer sehr unangenehm gewesen, der diese Zweisamkeit nach langer Zeit der Entbehrung sichtlich genoss und sich Mühe gab auch seinen Teil dazu beizutragen Aglaia den Liebesakt zu versüßen. Auch hier zeigte sich, wie schon am Vortag beim verbalen Vorgeplänkel, dass er zwar ein wenig aus der Übung war, aber dafür hoch motiviert an die Sache heranging. All die Bedenken und alle Hemmungen vielen von ihm ab und er genoss nur noch den Augenblick und diese wunderschöne Frau, welche ihm wohl zweifellos die Götter geschickt hatten.

Vollkommen geschafft und mit herabkullernden Schweißperlen auf der Stirne legte Livianus zufrieden und glücklich seine Arme um Aglaias zarten Köper, der immer noch vor Anstrengung schwer atmend auf dem Seinem ruhte. Natürlich hatte er gehofft das so etwas in der Art passieren würde, doch das dies so kurz nach ihrem Eintreffen und noch vor dem Essen der Fall gewesen war, kam nun auch für ihn sehr überraschend. Doch anscheinend hatte sich Aglaia ebenso nach ihm verzehrt, wie er sich seit dem gestrigen Tag nach ihr. Als er wieder einigermaßen zu Atem gekommen war, ergriff er als erstes lächelnd, mit sanfter Stimme und gespielt vorwurfsvoll das Wort.

"Was machst du nur mit mir Aglaia? Hier in Mitten meines Tablinums. Ein Glück das die Sklaven rechtzeitig hinaus sind. Du bist einfach unglaublich. Mögen die Götter gepriesen sein, dass sie dich zu mir geführt haben."
Thema: [OFFICIUM IMPERATORIS] Privataudienz für Marcus Decimus Livianus
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 16
Hits: 242
RE: Privataudienz für Marcus Decimus Livianus 13.04.2018 07:21 Forum: Domus Flaviana


"Ich verstehe... Also gut, dann wartet ja doch ein ganz schönes Stück Arbeit auf mich in Germania Superior. Ich möchte dir noch einmal für dein Vertrauen bedanken und werde mich wie gesagt demnächst bei deiner Administratio melden, wenn ich für eine Abreise bereit bin. Dann kann deine Verwaltung die gemeinsame Abreise mit der Augusta wohl gut koordinieren."

Da der Decimer davon ausging, dass dieses Thema nun von Seiten des Kaisers abgeschlossen war und auch er keine weiteren Fragen dazu hatte, wollte er die Gelegenheit auch nutzen wie ursprünglich geplant sein eigenes Anliegen vorzubringen.

"Es wirkt unter diesen neuen Gegebenheiten mit meiner geplanten Berufung zum Statthalter nun vielleicht ein wenig anmaßend, aber ich wollte mich mit dir eigentlich über den Codex Militaris und die derzeitigen Vorschriften bei der Berufung von Offizieren unterhalten. Es läuft ja im Moment sehr viel, oder sagen wir das meiste, über die kaiserliche Administration. Ich wollte eigentlich darüber sprechen wie du dazu stehen würdest, wieder mehr Verantwortung in die Legionen zu geben.

De facto ist es den Kommandeuren derzeit ja nur möglich eigenverantwortlich ihre Unteroffiziere zu ernennen. Alles andere muss aktuell über die kaiserliche Administratio laufen bzw. zumindest von dieser Bestätigt werden. Ist das nicht ein unvorstellbarer Arbeitsaufwand für deine Verwaltung und auch zeitgleich irgendwie ein Zeichen von wenig Vertrauen in die Kommandeure der Einheiten, wenn sie derart von deinen Beamten kontrolliert und bevormundet werden können?"
Thema: atrium
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 1.918
Hits: 92.525
RE: Besuch des Annaeus Florus Minor 13.04.2018 07:04 Forum: Casa Decima Mercator


"Ich brache natürlich auch hier in Rom ein paar vertrauenswürdige Männer, die mich über die Entwicklungen am laufen halten. Ich habe da natürlich bereits einen meiner anderen Klienten, Iunius Silanus, bei den Prätorianern. Aber er hat kein besonders großes Interesse an der Politik. Hier wäre es mir sehr gelegen, wenn du ein Auge auf den Senat und die politischen Entwicklungen haben und mich hin und wieder auch informieren könntest. Ein kurzes Schreiben nach Germanien würde schon reichen, um mich auf dem Laufenden zu halten."

Eine Hand wusch die Andere oder so ähnlich hieß es ja. Hier war nun eine kleine Gegenleistung, die der Decimer seinem neuen Klienten abverlangte. Für Annaeus Florus vermutlich ein kaum erwähnenswerter Aufwand, da er ohnehin vor hatte in die Politik zu gehen und sich als künftiger Kandidat für den Cursus Honorum ohnehin für die Belange am Forum und im Senat interessieren musste. Das ganze dann in einem Brief zusammen zu fassen war dann abschließend wohl nicht der Rede wert.

"Wenn du etwas während meiner Abwesenheit brauchst oder du irgendwelche Probleme haben solltest, dann wende dich im Übrigen auch gerne an diesen Klienten. Er ist schon sehr lange einer meiner engsten Vertrauten und kann dir in vielen Belangen weiterhelfen. Du brauchst nur sagen, dass ich dich schicke und du ebenso mein Klient bist."

Auch dies wollte der Decimer dem jungen Klienten mitgeben. Silanus war ein ehrbarer und vertrauenswürdiger Mann der noch dazu eine hohe Stellung bei den Prätorianern hatte. Einen solchen Mann hatte man gern zum Freund. Schließlich war es wohl an der Zeit sich wieder andern Dingen zu widmen.

"Wenn du sonst keine Fragen mehr hast, dann muss ich mich leider wieder meinen Vorbereitungen für die Abreise nach Germanien widmen. Sollte ich bis zu deinem Tibunat immer noch Statthalter von Germania Superior sein, dann werde ich mich dafür stark machen, dass du meiner Legio II zugeteilt wirst. Spätestens dann sehen wir uns wieder. Bis dahin wünsche ich dir alles Gute und den Segen der Götter."
Thema: [OFFICIUM IMPERATORIS] Privataudienz für Marcus Decimus Livianus
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 16
Hits: 242
RE: Privataudienz für Marcus Decimus Livianus 12.04.2018 13:01 Forum: Domus Flaviana


"Da stimme ich dir natürlich zu Augustus. Nun ich werde mir in Germanien ein genaues Bild der Lage machen und auch den tatsächlichen Einfluss der Gens Duccia in Erfahrung bringen. Sollte ich es für nötig halten Änderungen zu Veranlassen um dem entgegen zu wirken werde ich dies tun oder dir Bescheid geben, sofern es meine eigenen Kompetenzen überschreitet."

Damit war das erste Thema einmal abgehandelt und der Decimer hatte den Kaiser seine volle Unterstützung zugesichert. Doch auch zum zweiten Punkt wollte der Decimer noch konkreter Nachfragen.

"Wie wirken sich diese Unstimmigkeiten zwischen der zivilen und der militärischen Verwaltung, welche dir zu Ohren gekommen sind? Gibt es dazu irgendetwas konkreteres, auf das ich bedacht nehmen sollte, wenn ich Mogontiacum erreiche. Ist ein bestimmter Personenkreis davon betroffen oder sind es generelle Unstimmigkeiten? Vielleicht hat es auch nur mit dem momentanen Machtvakuum zu tun, dass durch den Unfall des Ducciers entstanden ist?"
Thema: Epistolae (FÜR BRIEFE AN DEN IMPERATOR & DIE ADMINISTRATIO – Nicht für Privatpost an die Gens Aelia)
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 501
Hits: 71.179
12.04.2018 12:55 Forum: Palatium Augusti


   
Ad
Administratio Imperatoris
Palatium Augusti
Roma

Ich habe meine Vorbereitung für mein neues Amt und die Reise nach Germanien weitestgehend abgeschlossen und stehe der Kaiserin mit Ende der Woche für eine etwaige Abreise zur Verfügung.

Vale Bene

MARCUS DECIMUS LIVIANUS



Thema: tablinum
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 843
Hits: 50.887
RE: Damenbesuch 12.04.2018 12:49 Forum: Casa Decima Mercator


Gepannt lauschte der Decimer Aglaias Schilderungen über ihr Vorleben. Selbst als sie sich unerwartet erhob, ein paar Schritte umherging und sich schließlich zu ihm auf seine Kline setzte, hing er an ihren Lippen und wartete gespannt auf das Ende dieser offensichtlich sehr tragischen Geschichte. Er selbst war bereits zwei Mal glücklich verheiratet gewesen und hatte in beiden Fällen das große Glück gehabt sich seine Ehefrauen frei auswählen zu können. Die erste Heirat war sogar aus der Liebe heraus entstanden. Er hatte Aemilia hier in Rom kennen und lieben gelernt und schließlich hatte er das große Glück sie damals auch heiraten zu dürfen. Die zweite Hochzeit mit Aelia Vespa war zwar nicht arrangiert, aber dennoch eher eine Heirat der Vernunft gewesen. Man kannte sich, man mochte sich und zum Glück entwickelte sich mit der Zeit auch eine starke Zuneigung füreinander. Auf eine Geliebte hatte der Decimer daher in beiden Fällen nicht zurückgreifen müssen. Er kannte jedoch aus seinem Bekanntenkreis natürlich genügend solcher Beispiele, wo den Ehepartnern das Glück nicht so hold war, wie es bei ihm der Fall gewesen war. Livianus machte diesen Männern jedoch keinen Vorwurf, wenn sie ihre Leidenschaft im Schoße einer anderen Frau suchten und zugleich in einer Vernunftehe gefangen waren. Er kannte selbst genügen Paare in der römischen Oberschicht, bei denen der Anschein und das Ansehen der Familie zählte und nicht etwas das, was sich hinter den Schlafzimmertüren abspielte. Daher verurteilte er auch Aglaia nicht, die in ihrer Erzählung von Liebe sprach und auch ihm bekannte und verständliche Argumente für eine solche Affäre vorbrachte. Ihre Geschichte war in der Tat Herzzerreißend und nun wurde auch dem Decimer immer klarer, warum sie am Vortag so zurückhaltend mit ihren Erzählungen über sich selbst war. Und auch als sie von der Schwierigkeit sprach sich und ihr Herz nach diesem herben Verlust wieder jemanden Neuen anzuvertrauen, erkannte er sich in ihren Worten fast selbst wieder. Als sie geendet hatte, setzte er sich neben ihr auf, ergriff er ihre zarte Hand und sprach mit sanfter und ergriffener Stimme zu ihr.

"Ich weiß genau wovon du sprichst meine Liebe. Auch ich habe im vergangenen Jahr meine geliebte Frau verloren und es ist mir bisher sehr schwer gefallen damit abzuschließen und mich für etwas Neues zu öffnen. Du bist seitdem die erste Frau, welche.... welche ich wieder so Nahe an mich heran gelassen habe. Und auch ich habe mich schon lange nicht mehr so lebendig gefühlt, wie es seit unserem gestrigen Aufeinandertreffen auf der Rennbahn der Fall ist. Du hast in mir Gefühle geweckt, welche ich nicht mehr für möglich gehalten hätte. Ich danke den Göttern so sehr, dass sie mir dieses Geschenk zuteil werden ließen. Aglaia.... ich...."

Dann brach Livianus den Satz ab, beugte sich zu Aglaia vor und gab ihr einen schon länger herbeigesehnten, zärtlichen Kuss auf den Mund. Zeitgleich legte er schützend und liebevoll seinen Arm um sie und zog und rutschte ein wenig näher an sie heran, um wieder die wärme ihres Körpers zu spüren, welche ihm seit dem gemeinsamen Spaziergang an der Rennbahn schon so sehr abgegangen war.
Thema: tablinum
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 843
Hits: 50.887
RE: Damenbesuch 12.04.2018 08:44 Forum: Casa Decima Mercator


Die Nacht zuvor war anstrengend und wenig erholsam gewesen. Einerseits hatte er sich sehr auf das Treffen gefreut und auch den einen oder anderen unschicklichen Gedanken dabei gehabt, doch andererseits hatte auch der innere Konflikt im Decimer weitergetobt. War er tatsächlich schon so weit sich auf etwas neues einzulassen? Und wenn er es zuließ, war es dann ein Verrat an seiner Liebe zu Vespa? Es war nicht das erste Mal, dass er einen geliebten Menschen verloren hatte, doch zwischen dem Tod seiner ersten und dem Kennenlernen seiner zweiten Frau waren einige Jahre vergangen. Die jetzige Situation war wesentlich unverhoffter und kürzer auf ihm zugekommen und es viel ihm schwer richtig damit um zu gehen. Es war eine innere Zerrissenheit, die ihm noch bis kurz vor dem Abendessen schwer beschäftigt hatte. Doch als er Aglaia so gegenüberlag, ihrer bezaubernden Stimme lauscht und in ihre tiefgründigen Augen blickte war da plötzlich ein Moment der sich anfühlte, als würde sich dieser gordische Knoten in seinem Herz lösen. Es war also würde eine innere Stimme zu ihm sagen: 'Es ist gut. Du hast lange genug getrauert. Es wird Zeit dein Leben weiterzuleben.' Eine unglaubliche Erleichterung und ein Gefühl der Geborgenheit und der Herzenswärme machte sich in Livianus breit. Er wusste nicht warum oder woher es kam, aber er sah Aglaia plötzlich mit ganz anderen Augen. Diese wunderschöne Frau die hier vor ihm lag und die offensichtlich um seine Gunst warb. Er wusste nicht was sich verändert hatte oder warum dies plötzlich so geschah, aber er wollte daran fest halten und sich seinen Gefühlen für Aglaia nicht mehr entziehen. Dies würde ihm natürlich zu einem neuen Problem bringen, über das er sich im Moment aber noch keine Gedanken machen konnte. Einfach einmal den Abend genießen und schauen, was dabei heraus kam.

Er sagte den Sklaven, dass sie den guten verdünnten Wein servieren sollten und richtete seine Aufmerksamkeit dann wieder voll und ganz auf Aglaia, die ihr umwerfendes Kleid wohl nicht ganz unter Kontrolle bringen konnte. Bei jeder auch nur kleinsten Bewegung wurde der Decimer erneut von hinreißenden Einblicken überrascht, als wäre das Kleid selbst nicht schon betörend genug gewesen. Erneut ließ Aglaia wissen, dass sie sich ebenso auf diesen Abend gefreut hatte. Ein guter Grund um darauf anzustoßen, wie der Decimer entschied.

"Auch ich habe mir den Abend bereits sehnsüchtig herbeigewünscht. Lass uns also darauf Trinken und den Göttern danken, dass sie unser beider Wege so unerwartet zusammengeführt haben."

Nachdem auch ihm ein Sklave eingeschenkt und einen Becher gereicht hatte, verspritzte er mit meinem rechten Zeigefinger ein paar Tropfen in jede Himmelsrichtung als Opfer an die Götter, die heute zweifellos auf seiner Seite schienen und hob ihn dann an, um Aglaia zuzuprosten. Nachdem auch Aglaia zum trinken angesetzt hatte, nahm auch der Decimer einen kräftigen Schluck aus seinem Becher. Danach nahm er das vorherige Gesprächsthema zur Casa wieder auf.

"Wenn du möchtest kann ich dich nach dem Essen gerne durch das Haus führen. Es ist an einigen Stellen recht verwinkelt, da wir wie gesagt stätig ausgebaut haben und sich manches bei der bestehenden Bausubstanz einfach nicht mehr so umsetzen hat lassen wie gewünscht, aber dennoch denke ich, das wir hier über die Jahre ein recht schmuckes Domizil für unsere Familie erschaffen haben.

Aber nun vorerst genug von mir und dem Haus. Du hast mir versprochen, dass ich heute mehr über dich erfahren werde. Ich hoffe also du hältst dein Versprechen."


Livianus lächelte seinen Gast erwartungsvoll an und stellte den Becher wieder zur Seite, um sich ganz auf die Erzählungen konzentrieren zu können, die er sich nun von seinem Gegenüber erhoffte.
Thema: atrium
Marcus Decimus Livianus

Antworten: 1.918
Hits: 92.525
RE: Besuch des Annaeus Florus Minor 12.04.2018 07:26 Forum: Casa Decima Mercator


"Solange du dich genug in der Öffentlichkeit zeigst ist dies bestimmt nur zu deinem Vorteil. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen die in der römischen Gesellschaft eine gewisse Bekanntheit erreicht haben, es wesentlich einfach bei einem politischen Aufstieg haben. Und dein Kontakt zu den Iuliern und zu den Purgitiern ist da gewiss ein guter Einstieg. Beide Familien haben bekannte Senatoren in ihren Reihen, welche dich bei deinem Vorhaben bestens unterstützen können. Da mache ich mir keine Sorgen."

Mit diesem Wissen im Hinterkopf ließ Livianus seinen neuen Klienten gleich wesentlich erleichterter in Rom zurück. Vor allem Consular Purgitius war ein ehrbarer Senator, an den man sich problemlos halten konnte. So hing nicht alles alleine von ihm als Patron ab und vielleicht schafte er es ja wirklich aus Germanien aus Einfluss auf die Karriere des jungen Annaeers nehmen zu können.

"Um eine Kandidatur einzureichen wendest du dich direkt an einen der beiden Consulen. Die Einreichfristen hierfür werden immer rechtzeitig vor einer Wahl bekannt gegeben. Es ist also noch keine Eile geboten."
Zeige Beiträge 1 bis 20 von 6.912 Treffern Seiten (346): [1] 2 3 nächste » ... letzte »
Homepage des Imperium Romanum  |  Impressum
Powered by: Burning Board 2.3.6 © 2001-2003 WoltLab GmbH